Saubere Sache: Rückblick auf den Aktionstag in der Hopfgartenstraße

eingestellt am 22.10.2023 von Nadine Kadic, Headerbild: Werbesegel Wohnhofbeirat Hopfgartenstraße. Foto: Nadine Kadic

Gestern, am sonnigen Morgen des 21. Oktober, lohnte es sich, durch das Märchentor an der Pfotenhauerstraße zu spazieren. Hier versammelte sich eine kleine, aber neugierige Gruppe von Menschen im Innenhof zwischen Spielplatz und Workoutpark (oder wie meine Töchter sagen: dem “Männerspielplatz”) zum Aktionstag Sperrmüllentsorgung. Die Bewohnerinnen und Bewohner teilten ihre Erfahrungen für ein gutes und sauberes Zusammenleben in den Häusern am Wohnhof zwischen Elisenstraße, Hopfgartenstraße, Gerokstraße und Pfotenhauerstraße.

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Von Blumen über Müllcontainer bis Werbesegel: Haussprecher*innen und Vonovia beraten über neue Projekte im Wohnhof Hopfgartenstraße

eingestellt am 13.06.2023 von Matthias Kunert (QM Johannstadt), Headerbild: 6. Sitzung des Wohnhofbeirats Hopfgartenstraße am 7.6.2023 in der Kita Tabaluga (Foto: Matthias Kunert)

Am Mittwoch, den 7.6.2023, kamen 9 Haussprecher*innen oder Stellvertreter*innen, zwei Vertreter der Vonovia und das Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt zur 6. Sitzung des Wohnhofbeirats Hopfgartenstraße zusammen. Gastgeber war die Kindertagesstätte Tabaluga des Malwina e.V. 

Erste Förderprojekte des Wohnhoffonds 2023 beschlossen – weitere gesucht

In Abänderung der Tagesordnung werden zunächst zwei Anträge auf Förderung aus dem Wohnhoffonds 2023 diskutiert und anschließend beschlossen.

Die Förderung beider Projekte mit insgesamt rund 515 EUR wird einstimmig beschlossen. Anschließend werden weitere Projektideen für die Verwendung des Wohnhoffonds 2023 diskutiert, für den die Vonovia und der Stadtteilbeirat Johannstadt jeweils 2.000 EUR zur Verfügung gestellt hatten. Im Gespräch sind u.a.

  • die Aufbereitung von aus den Kellern entfernten herrenlosen Fahrrädern zur Weitergabe an soziale Einrichtungen im Stadtteil,
  • die erneute Durchführung der Malstraße am Zaun der Kindertagesstätten im Wohnhof im Rahmen der interkulturellen Wochen Anfang Oktober 2023,
  • die erneute Durchführung eines Martinsumzugs im November 2023 mit Musikkappelle und anschließendem Glühwein- / Punschausschank,
  • ein interkulturelles Fest im Wohnhof, um den Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu fördern,
  • Aktivitäten im Zuge des geplanten Aktionstags Sperrmüll (siehe unten),
  • eine Weihnachtsfeier.

Menschen, die dabei helfen möchten, diese oder weitere Projektideen im Wohnhof in die Umsetzung zu bringen, werden gebeten, sich mit dem Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt in Verbindung zu setzen. Da die Mittel des Wohnhoffonds für 2023 nur noch in der nächsten Beiratssitzung am 27.9.2023 vergeben werden können, bittet das Quartiersmanagement um die Einreichung von Projektanträgen bis 10.9.2023 und unterstützt gern bei der Antragsstellung.

Der Wohnhofbeirat beschließt die ersten Förderprojekte des Wohnhoffonds 2023 (Foto: Matthias Kunert)

Die Kita Tabaluga stellt sich vor und bietet Unterstützung an

Frau Hartmann von der Kita Tabaluga, gibt einen kurzen Einblick in die Arbeit der Kindertagesstätte, in der 160 Kinder betreut werden. Die Kinder wohnen großteils im Wohnhof, ihre Familien stammen aus 25 Ländern. Um der Sprachenvielfalt begegnen zu können, verfügt die Kita auch über arabisch, tschechisch, ukrainisch und englisch-muttersprachliche Pädagog*innen. Die Kita Tabaluga bringt sich in viele Aktivitäten im Stadtteil mit ein. U.a. wurde kürzlich gemeinsam mit “Wir sind Paten” ein von der Vonovia unterstützter Fahrradkurs durchgeführt. Auch hat die Kita die Antragstellung und einen maßgeblichen Teil der Organisation der Malstraße und des Martinsumzugs im vergangenen Jahr übernommen.

Gemeinsam wird im Anschluss unter anderem überlegt, ob und wie die Kita dazu beitragen kann, den Wohnhofbeirat und die damit verbundenen Mitwirkungsmöglichkeiten bei Familien mit Migrationshintergrund bekannter zu machen, da der Anteil der Haussprecher*innen mit Migrationsanteil bislang nur klein ist. Als erste konkrete Aktivität wird die Vorstellung des Wohnhofbeirats bei dem von der Kita ins Leben gerufenen Elterncafé ins Auge gefasst, das im September erstmals stattfinden soll.

Containerstandplätze an der Elisenstraße und Blumenwiese Gerokstraße werden umgestaltet

Den größten Teil der Sitzung machte wie immer der Austausch zum Umsetzungsstand der Bewohneranliegen aus. Die Vonovia stellte die Planungen zum Umbau der Containerstandplätze an der Elisenstraße 30/32 und 34/36 vor, die ähnlich der bereits umgestalteten Stellplätze an der Pfotenhauerstraße mit einer Umzäunung und Zuordnung zu den Hauseingängen sowie einer Erweiterung um blaue Papiertonnen einhergehen soll. Auf Wunsch aus dem Wohnhofbeirat wurden die Planungen inzwischen auch so umgestaltet, dass die vorhandenen Bäume an der Elisenstraße vollständig erhalten bleiben können.

Vorgestellt wurde zudem die bereits in der letzten Sitzung angesprochene Umgestaltung der Blühwiese an der Gerokstraße, die die Abzäunung von zwei Biotopen vorsieht, jedoch den unvermeidbaren Trampelpfad von der Straßenbahnhaltestelle in Richtung Rettungswache nun mit einbeziehen soll. Vorgesehen sind ähnlich des von Herrn Vogel über den Wohnhoffonds umgesetzten Projektes “Naturschutz und biologische Vielfalt” an der Elisenstraße auch Informationstafeln, die über die Funktion der Habitate informieren. Kontrovers diskutiert wurde die ursprünglich auf Wunsch der anliegenden Haussprecher*innen in die Planung aufgenommene Sitzecke. Zwar bestand weiterhin der Wunsch, die Biotope auch als Aufenthaltsort zugänglich zu machen. Aufgrund einer befürchteten nächtlichen Ruhestörung durch wohnhoffremde Menschen im Umfeld der Straßenbahnhaltestelle wurde jedoch beschlossen, die Sitzecke nicht an der Gerokstraße, sondern im Zuge der Umgestaltung der Containerplätze an der Hopfgartenstraße im Innenhofbereich zu realisieren. Eine entsprechende Planung wird von der Vonovia in der nächsten Beiratssitzung vorgestellt.

Herr Dietze und Herr Wuttke von der Vonovia informieren über die Planung der Wiesengestaltung an der Gerokstraße (Foto: Matthias Kunert)

Umsetzung der Bewohneranliegen kommt weiter voran

Wie in jeder Beiratssitzung, konnten Vonovia und Quartiersmanagement auch dieses Mal über Fortschritte bei der Umsetzung der Liste der Bewohneranliegen aus Hausversammlung und Beiratssitzungen berichten und zugleich neue Vorschläge zur Prüfung mitnehmen. So berichtete die Vonovia über die begonnene Fahrradbereinigungsaktion und die fortgesetzte Briefkastenbeschriftung. Zum Anliegen der Balkonkraftwerke wurde informiert, dass ein Nachrüsten der erforderlichen Balkonsteckdose nach Prüfung durch den Elektriker auf Mieterkosten möglich ist. Für den Hitzeschutz wird auf Anregung des Beirats gerade ein einheitlicher Vorschlag erarbeitet, der dann allen Mieter unterbreitet werden soll. Um wie aus dem Beirat angeregt der freien Zugänglichkeit der umgebauten Containerstandplätze entgegenzuwirken, wurde die Eingangstür des Containerstandortes Pfotenhauerstraße 20 testweise mit einem Knauf ausgestattet. Da häufig jedoch Kinder zum Müllentsorgen geschickt werden, denen die Eltern aus Verlustangst keine Schlüssel mitgeben, soll zunächst beobachtet werden, ob diese Maßnahme tatsächlich zur Verbesserung oder eher zur Verschlechterung der Sauberkeit des Standorts beiträgt.

Diskutiert wurde weiterhin über Möglichkeiten zur besseren Diebstahlsicherung der Fahrräder im Keller, etwa durch Ösen im Boden, festmontierte Stangen oder die Einführung von Fahrradkellerbenutzungschips. Zur Sicherung des erneut beschädigten Wandbilds im Durchgang wurde eine brandschutzgerechte Versiegelung gefunden, die aufgebracht werden soll.

Der Aktionstag Sperrmüll im zweiten Halbjahr konnte noch nicht mit der Stadtreinigung abgestimmt werden, soll aber an einem Samstag im Oktober stattfinden. Die Beiräte sprechen sich dafür aus, die gemeinschaftliche Keller- und Wohnungsentrümpelung mit einer kleinen Feier ausklingen zu lassen. Ein entsprechender Antrag für den Wohnhoffonds soll in die nächste Sitzung des Beirats eingebracht werden.

Das Quartiersmanagement berichtet über die Eröffnung der Lili-Elbe-Straße als neuen Aufenthaltsort auch für Jugendliche und die damit einhergegangene Vergrößerung des Altglascontainerstandorts an der südlichen Pfeifferhannsstraße hin. Auf Anregung aus dem Wohnhofbeirat habe das zuständige Amt für Stadtplanung und Abfallwirtschaft zudem die Abholfrequenzen der Containerstandplätze Gerokstraße / Hans-Grundig-Straße sowie Hopfgartenstraße veranlasst. im Hinblick auf die Schaffung aufsuchender Sportangebote für Jugendliche sei ein erstes Gespräch mit Sportjugend und Kinderschutzbund geführt worden. Der Kinderschutzbund, der ab 2024 von der Schokofabrik seine Jugendarbeit mobil gestaltet, habe signalisiert, die Sportinteressen von Jugendlichen erfragen und in Abhängigkeit davon sportliche Angebote in die mobile Jugendarbeit mit aufnehmen zu wollen.

Die nächste Sitzung des Wohnhofbeirats findet am 7. Juni 2023 von 17-20 Uhr statt.

>> Sitzungsunterlagen (Download PDF)

Das Protokoll zur Beiratssitzung wird nach Erstellung und Freigabe durch die Beiratsmitglieder auf den Sitzungsseiten des Wohnhofbeirats zum Download bereitgestellt. Hier finden sich auch Informationen zu allen früheren Beiratssitzungen. Die Beiratssitzungen sind öffentlich. Für eine Reihe von Hauseingängen werden Haussprecher*innen noch gesucht. Wer sich in die Beiratsarbeit mit einbringen möchte, kann sich gern beim Quartiersmanagement melden:

Stadtteilbüro im Johannstädter Kulturtreff (Obergeschoss)
Ansprechpartner: Matthias Kunert, Torsten Görg
Elisenstraße 35, 01307 Dresden
Tel. 0351-21961804
E-Mail: info@qm-johannstadt.de

Ein E-Lastenrad für den Wohnhof Hopfgartenstraße

eingestellt am 18.11.2022 von Bertil Kalex (Wohnhof Hopfgartenstraße), Headerbild: Zwei Wohnhofprojekte in einem Bild: Das Lastenrad vor der frisch hergerichteten Märchenpassage im Durchgang zum Bönischplatz. Foto: Bertil Kalex

Der Wohnhofbeirat Hopfgartenstraße hatte sich an der Ausschreibung für die Lastenräder des mittlerweile beendeten Projektes “Nachhaltige Johannstadt 2025” beteiligt und den Zuschlag für eines von vier neuen Lastenrädern für die Johannstadt bekommen. Zukünftig kann das Lastenrad gebührenfrei und auf Spendenbasis von Anwohner*innen des Wohnhofes und anderen Interessent*innen über das Lastenrad-Leihportal www.friedafriedrich.de ausgeliehen werden. Bis es soweit ist, sind noch einige Vorhaben umzusetzen.

Einen Namen für das Lastenrad – die Anwohner*innen des Wohnhofes sind zur Namensfindung aufgerufen

Eines der Vorhaben ist die Findung eines griffigen Namens für das Lastenrad. Einerseits, weil es mittlerweile Tradition ist, dass Dresdner Lastenräder im Verleih auf Namen wie “Wilde Hilde”, “Tretbert”, “Frieda” oder “Strowelin” hören. Andererseits, weil eine Bezeichnung wie “Lastenrad des Wohnhof Hopfgartenstraße” sehr sperrig und nicht einprägsam ist. Um einen gängigeren, einprägsamen Namen zu finden, ist die Anwohnerschaft des Wohnhofes zur Namensfindung aufgerufen. Der Wohnhofbeirat wird bei seiner nächsten Beiratssitzung am 1.12.2022 aus den eingesandten Namensvorschlägen den zukünftigen Namen des Lastenrades auswählen.

Das Lastenrad am zukünftigen Standort der Lastenrad-Fahrradbox. Der Untergrund ist schon geebnet und gepflastert.
Foto: Bertil Kalex

Das Lastenrad bekommt eine Garage

Ein weiteres Vorhaben ist die Errichtung einer Garage, genauer einer Lastenrad-Fahrradbox für das Lastenrad. Die Vonovia als Grundstückseigentümer und Vermieter der umliegenden Wohnungen stellt sowohl die Fläche als auch die Box inklusive erforderlicher Bau(vor)leistungen für die zukünftige Nutzung zur Verfügung. Sobald die Lastenrad-Fahrradbox errichtet und das Lastenrad im Portal www.friedafriedrich.de angemeldet ist, steht das Lastenrad zur Ausleihe zur Verfügung und der Wohnhof Hopfgartenstraße wird eine weitere Lastenrad-Leihstation in Dresden.

Märchenpassage feierlich eröffnet

eingestellt am 21.10.2022 von Marie-Charlotte Lukas (Willkommen in Johannstadt e.V.), Headerbild: Wandmalerei im Wohnhof, Foto: WIJ

Die Märchenpassage ist fertig!

Der Durchgang der Wohnhofanlage Hopfgarten-/Pfotenhauer-/Elisenstraße erhielt eine wunderschöne künstlerische Gestaltung. Die Motive hat der Künstler Juan Miguel Restrepo in Workshops mit Anwohner*innen entwickelt. Anschließend wurde es ebenso gemeinschaftlich auf die Wände übertragen. Das Projekt wurde aus dem Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt gefördert.

Die so entstandene Märchenpassage wurde am 15. Oktober 2022 feierlich eingeweiht, gebührend bestaunt und gefeiert. Der Märchenerzähler Frank-Ole Haake stellte den Besucher*innen die Märchen von Aschenputtel und vom Froschkönig vor. Zudem stand der Künstler für alle Fragen rund um den Entstehungsprozess der Wandausgestaltung zur Verfügung. Etwa 60 Besucher*innen, darunter viele Kinder, kamen in den Durchgang, um sich bei Getränken und Snacks zu unterhalten. Die Eröffnungsfeier wurde durch den Wohnhofbeirat Hopfgartenstraße aus Mitteln des Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt und der Vonovia gefördert.

Spieltag im Hinterhof – Kampagnenaufruf der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

eingestellt am 17.03.2022 von Anja Hilgert (ZEILE), Headerbild: Alte Spiele wieder entdecken in Angeboten der Kinder- und Jugendsozialarbeit Foto: Anja Hilgert

 

Am gestrigen Mittwoch wimmelte und wuselte es nur so von Kindern auf dem Spielplatz im Hinterhof Pfotenhauerstr. 16-28. Die Sonne hatte sie alle ohne viel Aufwand hervorgelockt. Jetzt kamen sie aus den umliegenden Wohnungen der Hopfgarten/Elisen/Pfotenhauerstraße, auch Kinder, die aus den anliegenden Kitas abgeholt waren, mischten sich mit ihren Eltern unter die Hofgesellschaft. Es war allen ein sichtlicher Genuss, sich endlich frei draussen bewegen und mit Gleichaltrigen spielen, umeinander und hintereinander her rennen und albern zu können. Es ging fröhlich, leicht und mühelos zu an diesem ersten echten Vorfrühlingsnachmittag.

 

Zum ersten Mal in diesem Jahr war mit unüberhörbarem, lauten Klingeln der übergroßen Fahrradglocke wieder das Lastenrad des JoJo-Kindertreff vorgefahren. Die Kinder kennen schon das typische Bimmeln und wissen, wer dann kommt, sagt JoJo-Mitarbeiter Nils, der ununterbrochen von Kindern umringt ist, die ihn beim Federball, beim Fußball, zum Fangen und Verstecken dabei haben wollen. 

Den Ort hinter den hohen Häuserwänden, geschützt im Hofinneren, hatten die Sozialpädagog*innen auch im vergangenen Jahr schon öfter angefahren. Immer mittwochs ist Kunstkoffer-Tag. Das Angebot heißt: “Die Kunstkoffer kommen” und besteht bereits seit vielen Jahren in der Kooperation von Kinderschutzbund und Ausländerrat Dresden in der Johannstadt, um Kinder in ihrer Freizeit mobil zu erreichen, immer mittwochs von 15:30 bis 18:00h im Gebiet der Nördlichen Johannstadt. Am heutigen Mittwoch habe das mobile Angebot noch den zusätzlichen Auftrag, mit der  Kampagne “Jugendarbeit sichern – Zukunft gestalten“ für politische Aufmerksamkeit zu sorgen, erklärte Katja vom Team des Kinderschutzbunds.

 

 

Das vollbepackte Lastenrad des mobilen Treffs ist eine Fundgrube an Spielsachen Foto: Anja Hilgert

 

Direkt in Kontakt und in Aktion

Der Koffer voller Wunderdinge macht seine Runde im Viertel. Er ist ein Element der mobilen Spielplatz-Arbeit des Jo-Jo-Kindertreff, und den kennen eigentlich alle, die hier wohnen und 6-14 Jahre alt sind. Hoolahoops, Pedalos, Straßenkreide, Bälle sind einfache, aber wirksame Mittel, direkt in Kontakt und in Aktion zu kommen. Zusätzlich bietet das Team der Sozialarbeiter*innen ein monatlich wechselndes Kreativ-Angebot. Z.B. auf einer großen Decke werden Materialien ausgebreitet, eine Idee dazu macht schnell die Runde und wirkt auf manche Kinder, die sich mit ihren Händen bastelnd, werkend und gestaltend beschäftigen wollen, wie ein Magnet. 

„Ich schaue immer aus dem Fenster und wenn ich Kinder im Hof unten sehe, dann gehe ich raus“, erzählt ein Mädchen. Sie hatte gerade ihre Pflanzschale aus einem Eierkarton bunt bemalt und wartete darauf, dass der Sack mit Erde aufgeschnitten würde, damit sie ihr Fensterbankbeet befüllen könnte.

 

Ausgebreitet für alle: Anregungen zum kreativen Gestalten in der Gruppe Foto: Anja Hilgert

 

 

Themen von Naturschutz über upcycling, jahreszeitliche Ideen und bestimmte Festzeiten werden auf niedrigschwellige Art und Weise zum Erleben gebracht. Die Kinder nehmen aus diesen Nachmittagen etwas mit nach Hause und tragen es in ihre Familien.

„Wir haben uns schon in der Schule verabredet für den Nachmittag“, sagt ein Mädchen, die zum jungen Stammpublikum des JoJo gehört. Alle kennen sich hier beim Vornamen. „Ich frag schnell zuhause, ob ich noch länger bleiben darf“, ruft ein Junge, der gern weiter mit Nils Fußball spielen will und verschwindet mit seinem Fahrrad um die Ecke. Die Eltern wissen, dass die Kinder gut aufgehoben sind – die umfassende Arbeit im weiteren Feld der Familien sei dem Ausländerrat wichtig, betonte Yvonne und ließ sich von den Kindern zu neuen Sprungfeldern im Hüpfkästchenspiel herausfordern.

 

 

Hüpfkästchen, das verbindet Foto: Anja Hilgert

 

 

Kinder leiden am Ausnahmezustand

Länger als zwei Jahre schon ist das Leben insbesondere der Kinder und Jugendlichen bestimmt vom Corona-Ausnahmezustand. Für viele war das eine schwierige und manchmal auch einsame Zeit. Folgt man einschlägigen Studien, dann leiden Kinder und Jugendliche besonders stark. Sie verpassen eine spannende und für ihre Entwicklung wichtige Phase ihres Lebens, fühlen sich überfordert und haben Angst vor der Zukunft. Wie sie die Herausforderungen des Aufwachsens bewältigen und ob sie in dieser wichtigen Lebensphase genug Unterstützung erhalten, darüber entscheidet oft ihre soziale Herkunft.

In dieser Zeit waren die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit für viele junge Menschen ein wichtiger Ort. Sie fanden dort, was andere Instanzen der Sozialisation ihnen nicht geben konnten: Begegnung, Ermutigung, Unterstützung und Freiraum.

 

 

Spieltreffs fördern die Bereitschaft Neues auszuprobieren Foto: Anja Hilgert
Mobil für Begegnung – Offene Treffs der Kinder- und Jugendarbeit in Johannstadt Foto: Anja Hilgert

 

Offene Treffs als Bildungs-Baustein

Die Teams der Kinder-  und Jugendsozialarbeit begleiten junge Menschen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit, vermitteln Selbstwirksamkeitserfahrungen und demokratische Grundwerte. Auch unabhängig von der Corona-Pandemie wollen die Angebote der freien Jugendhilfe als ein unersetzlicher Baustein für den Fortbestand einer pluralistischen Gesellschaft gesehen werden.

Mit dem letzten Dresdner Doppelhaushalt wurde die Infrastruktur der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gesichert. Wenn die Finanzierung jedoch über Jahre stagniert, die Kosten aber fortlaufend steigen, bedeutet das letztlich, dass Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien reduziert werden müssen.
Um weiterhin einen Beitrag zur Entwicklung von jungen Menschen zu selbstbestimmten und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten leisten zu können, benötigen die Träger und Angebote eine gute Ausstattung mit finanziellen Ressourcen und langfristiger Planungssicherheit. Deshalb beteiligten sich die offenen Einrichtungen des Kinderschutzbundes OV Dresden e.V.  an der Kampagne “Jugendarbeit sichern – Zukunft gestalten“.

 

 

Jugendarbeit sichern

Auch deshalb war der gestrige Mittwoch in der Frühlingssonne kein gewöhnlicher Tag:

Auslöser war der Internationale Tag der Sozialen Arbeit am 15. März: Mit der Kampagne „Zukunft gestalten“ lud das Aktionsbündnis „Jugendarbeit sichern“ zum Mittwoch 16.3. insbesondere Politiker*innen herzlich ein, einen Blick in die Offene Kinder- und Jugendarbeit zu werfen. Mit dem  Tag der Offenen Tür bzw. des Offenen Hofes wurde auch über die übliche Zielgruppe hinaus auf die Bedeutung der engagierten Kinder- und Jugendarbeit, insbesondere auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer ausreichenden Ausfinanzierung der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit  aufmerksam gemacht.

Als die Sonne ihren Bogen weiter um die Häuser geführt hatte, ging auf dem Spielplatz im Hinterhof Pfotenhauerstr. 16-28 ein schöner Tag zu Ende. Die meisten Kinder hatten es nicht weit bis nach zuhause. Wieviele Fenster sind das wohl, hinter denen ein Blick schon erwartet, dass sich unten im Hof wieder Leben regt…

 

 

 

Wohnhof Hopfgartenstraße startet ins Frühjahr – mit eigenem Beirat und Geld

eingestellt am 14.03.2022 von Anja Hilgert (ZEILE), Headerbild: Wohnhofbeirat und Wohnhoffonds ermöglichen ein Frühlingserwachen im Wohnhof mit Mitteln zum Beleben von mehr Lebensqualität Foto: Anja Hilgert

 

Die Entwicklungen im Wohnhof verlaufen über viele Ebenen, Etagen, Gänge, Zwischengeschosse. Über zweitausend Menschen sind involviert, ein gutes Zusammenleben zu gestalten. Der Bericht über die Umsetzung des Förderprojektes im Johannstädter Wohnhof Hopfgarten/Elisen/Pfotenhauerstraße, für die der Stadtteilbeirat 2021 eine Finanzierung aus dem Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt bewilligt hatte, stand ganz oben auf der Tagesordnung der ersten Stadtteilbeiratssitzung in diesem Jahr 2022. Zahlen- und Messwerte, in einer Präsentation zusammengestellt, geben nur ansatzweise Auskunft oder eine Richtung an, welche Prozesse in der Großwohnsiedlung angestoßen und im Gange sind. Vom Kellergeschoss über die Aussenanlagen, über die Flure und Treppenhäuser, Wand an Wand. Manches schlummert noch. Manches gärt, Anderes ist in einer Transformation begriffen. Das Bild vom Wohnhof ist im Wandel. 

 

Modellprojekt Wohnhof: Expertise im Zusammenleben

Im Wohnquartier Pfotenhauer-/Elisen-/Hopfgartenstraße leben mehr als 2.200 Bewohner*innen aus über 50 Nationalitäten und Kulturen in unmittelbarer Hausnachbarschaft. Diese Situation hatte immer wieder zu Reibungspunkten im zunehmend anonym gewordenen Zusammenleben geführt. Deshalb hatten 2021 die Landeshauptstadt Dresden, QM Nördliche Johannstadt, Willkommen in Johannstadt e.V. und die Vonovia in  gemeinsam das ambitionierte Modellprojekt „Wohnhof Hopfgartenstraße” initiiert. 

Durch einen intensiven Prozess an Gesprächsführung, Vermittlung und Unterstützung von Eigeninitiative und Engagement in der Bewohnerschaft soll ein gutes Zusammenleben und die Verbesserung der Lebensqualität im Wohnhof befördert werden.

 

Direkt an der Verkehrsader der Johannstadt gelegen: Dem Wohnhof liegt der Bönischplatz vor der Haustür Foto: Anja Hilgert

 

Der Ruf zur Versammlung

Das Projektziel 2021, für jeden der insgesamt 28 Hochhauseingänge des Wohnhofs Hausversammlungen mit den Bewohner*innen durchzuführen, wurde nur zum Teil erreicht. Mehrsprachigkeit, oft wechselnde Wohnparteien, Neuzuzüge, andere vorrangigere Themen der angesprochenen Personen, Reserviertheit, z.T. auch die Prägung durch negative Erfahrungen stellten eine Hürde dar, alle Mietparteien gleichermaßen zu erreichen und für das Vorhaben zu gewinnen.

Ziel der Versammlungen sollte es sein, für jeden Hauseingang stellvertretende Sprecher*innen zu wählen, die als persönliche Anlaufstelle, Mittler*in und Botschafter*in für die jeweilige Hausgemeinschaft fungieren. Oft blieb eine entsprechende Mitbeteiligung in den Häusern allerdings aus. Das Ausfindigmachen geeigneter Personen brauche viel Zeit und Geduld, teilte Projektmitarbeiterin Tanja Leonov, in ihrem Bericht mit. Die Projektlaufzeit wurde für die Aufgabe als insgesamt nicht ausreichend eingeschätzt. 

Entsprechend ist es noch nicht abschließend gelungen, alle Eingänge durch Sprecher*innen zu vertreten. In zehn Hauseingängen stehen die Versammlungen und die Sprecher*innenwahl noch aus.

 

 

Insgesamt 28 Hauseingänge geben Zugang zu den Wohnungen Foto: Anja Hilgert

 

Zwischen den Kulturen vermitteln 

Zusätzlich angedacht war der Aufbau eines mobilen Teams sogenannter Kulturmittler*innen, was Menschen verschiedener Kultur- und Sprachgruppen sind, die mit ihren Kenntnissen in Gesprächen vermitteln helfen. Da es sich um ein rein ehrenamtliches Engagement handelt und finanzielle Anreize bislang nicht geboten werden konnten, musste die Teamzusammenstellung sehr niedrigschwellig angegangen werden. Bislang haben vier Personen gegenüber dem Projektteam ihre Bereitschaft zur Unterstützung bei Übersetzungs- und Dolmetschertätigkeiten erklärt. Der Bedarf liegt bei Weitem höher und die Bemühungen, Menschen für die kommunikative Mittlerrolle zu finden, laufen weiter.

 

10 Jahre zu spät

„‚Ihr kommt 10 Jahre zu spät‘“, sei von Bewohner*innen häufig zu hören gewesen, erklärte Frau Leonov, die im letzten halben Jahr vielfach in den Hochhäusern unterwegs war. Sie konstatierte vor dem Stadtteilbeirat: „Engagement lässt sich nicht aus dem Boden stampfen – entweder es wächst oder eben auch nicht.“

Die Herangehensweise, vom Ende aus initiiert, sei bisher nicht von Erfolg gekrönt. Auch haben coronabedingte Auflagen und Kontaktbeschränkungen das Projekt erheblich behindert.

Die Quintessenz, die die Projektmitarbeiterin aus den bisherigen Erfahrungen resümiert, fiel nüchtern aus: Verantwortung für Nachbarschaft entstehe durch Gemeinschaftsgefühl, entstehe durch Kennenlernen. Das setzt Räume und Möglichkeiten voraus, die es so nicht gegeben habe. “Eigentlich müsste die Kette anders herum laufen.” 

Deshalb sei der Handlungsbedarf im Wohnhof weiterhin groß, die sozialen Bedürfnisse liegen ersichtlich zu Tage. Die Projektarbeit wird 2022 fortgesetzt mit Förderung durch das Sozialamt Dresden und die Vonovia sowie die Unterstützung des Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt.

 

Wohnhofbeirat als Beteiligungsgremium der Vonovia

Es wird nun angestrebt, das entstehende Gemeinschaftsgefühl der Haussprecher*innen zu stärken, indem diese mindestens vier mal im Jahr im sogenannten Wohnhofbeirat zu regulären Treffen mit der Vonovia zusammenkommen, um die Geschicke des Wohnhofs gemeinsam anzugehen.
Die konstituierende Sitzung dieses neu geschaffenen Beteiligungsgremiums der Vonovia steht im April 2022 an. Aufgabe des Wohnhofbeirats ist es, über Anliegen und Vorhaben zu beraten, die für mehrere Hauseingänge oder den gesamten Wohnhof bedeutend sind. zusätzlich kommt dem Beirat die Aufgabe zu, über die Förderung von Bewohnerprojekten aus dem geplanten Wohnhoffonds zu beschließen.

 

 

Durchgang, der Verbindung stiftet: vom Hopfgarten hin zum Bönischplatz Foto: Anja Hilgert

 

6.000 Euro für den Wohnhof-Fonds

2022 wird der Wohnhofbeirat erstmals mit einem Wohnhoffonds, d.h. mit finanziellen Mitteln ausgestattet. Vonovia und – per geänderter Förderrichtlinie durch den Stadtteilbeirat – das Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt mit dem Verfügungsfonds lassen paritätisch jeweils 3.000 Euro an Finanzmitteln in den Wohnhoffonds einfließen. Diese Gelder, in Summe 6.000 Euro, stehen den Wohnhofbewohner*innen zur Umsetzung eigeninitiierter Projekte ab sofort zur Verfügung. Per Antrag können zukünftig, ab dem zweiten Quartal 2022, Wohnhof-Bewohner*innen finanzielle Unterstützung beantragen zur Umsetzung eigener Projekte und Vorhaben, um die Lebensqualität im Wohnhof zu verbessern. Die Mittel werden per Abstimmung durch den Wohnhofbeirat bewilligt.

Nun geht es für eine gelingende Projektarbeit im Wohnhof darum, über die Wirksamkeit des Wohnhofbeirates auch jene Hausgemeinschaften zu motivieren, sich zu beteiligen, die bislang keine Haussprecher*innen aufgestellt haben. Es braucht mehr Stimmen, die den Beirat im Wohnhof bekannt und den Sinn von Beteiligung transparent machen. Jetzt komme es an auf „Zeit, Präsenz und Dranbleiben, um Ideen ins Rollen zubringen“, sagte abschließend Frau Leonov. 

 

Durchgang in den inneren Hof auf der Hausrückseite Foto: Anja Hilgert

 

Identifikation mit dem Stadtteilleben in Johannstadt

Der Stadtteilbeirat unterstrich die Wichtigkeit einer gelingenden Anbindung des Wohnhofs ins Johannstädter Stadtteilleben. Frau Dressel-Zagatowski, Direktorin der 101.Oberschule mahnte an, unbedingt zu vermeiden, den Wohnhof als Gebiet zu separieren. Gerade weil es darum gehe, Identifikation zu stiften, sei es so wichtig, jetzt Entscheidungsmöglichkeiten für die Bewohner*innen einräumen, um selber aktiv zu werden, betonte daraufhin André Barth, Amtbezirksleiter Stadtbezirksbeirat Altstadt. 

Die Vertreter*innen des Johannstädter Stadtteilbeirats gaben mit einer Stimmenmehrheit von 13 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen ihr positives Votum zur Einrichtung und finanziellen Ausstattung des Wohnhoffonds in der Johannstadt. 

Der Modellcharakter des Johannstädter Wohnhof-Projektes steht stellvertretend für solche komprimierten, herausfordernden Formen großstädtischen Wohnens, wie sie auch in anderen Ballungsgebieten anderer Großstädte auftreten, und könne möglicherweise gesellschaftlich zukunftweisend sein – deshalb solle der Versuch laut mehrheitlicher Meinung der lokalen Stadtteilbeiräte unbedingt beispielgebend unternommen werden.

 

Ein Glücks-Versuch

Das laufende Modellprojekt „Wohnhof Hopfgartenstraße  hat auch aufgrund seiner hohen Komplexität reichlich Potential. Das bedeutet aber auch, es ist ein Stück weit auch ein Experiment – definitiv kann niemand wissen, was in dem Prozess, der mit dem Modellprojekt ins Laufen gebracht worden ist, wirklich heraus kommt. Ob die Investition, der ganze Versuchsaufbau sich lohnt.

Da es sich bei diesem Projekt um das Erproben menschlichen Miteinanders in einer großstädtischen, herausforderungsreichen Wohnform handelt, ist der Ausgang offen. Es kann sein, dass die Erwartungen vielleicht zu groß, das Wollen zu stark, zu aufgesetzt sind. Entwicklung braucht Zeit. Und eine eigene Dynamik, somit Geduld. Mit dieser Offenheit als einer Variablen umzugehen, ist nicht einfach, tut der Entwicklungsfähigkeit aber gut. Ob der Raum ergriffen, eine Zukunft gesehen, ob selbstbestimmtes Handeln als Chance erkannt wird, ist das experimentelle, und deshalb heikle Moment an dem höchst zeitgenössischen Modellprojekt.

In der Johannstadt wird Motivation freigesetzt. Nach mehrheitlicher Meinung der Johannstädter Stadtteilbeiräte gilt es, den Versuch jetzt zu wagen. Unterstützung von Seiten der Landeshauptstadt ist da. Die Johannstadt kann ausprobieren, ob und wie gemeinschaftliches Zusammenleben unter den spezifischen lokalen Voraussetzungen für die Zukunft glücken kann.

Weitere Informationen

Willkommen in Johannstadt e.V.
Verein für gute Nachbarschaft und Integration
Hertelstraße 24
01307 Dresden
Tel.: +49(0)151-17882242
zusammenleben@willkommen-in-johannstadt.de

 

Bühne frei für einen märchenhaften Vonovia-Wohnhof

eingestellt am 28.02.2022 von Philine Schlick, Headerbild: Juan Restrepo Valdez arbeitet als Maler und Skulpteur und gibt sein Wissen in Workshops weiter. Foto. Philine Schlick

Der Künstler Juan Restrepo Valdez gestaltet einen bisher tristen Durchgang in den Innenhof des Vonovia-Wohnhofs an der Pfotenhauer-/Hopfgartenstraße – gemeinsam mit Bürger*innen. Derzeit entstehen an der Hertelstraße die Motive für die geplante “Märchen-Bühne” zwischen Grimm und 1001 Nacht.

“Ich habe etwas gesucht, das uns alle verbindet”, sagt Juan Restrepo Valdez. Der Künstler empfängt in seinem Atelier an der Freiberger Straße. Bei einer Tasse Tee erzählt er, warum er in der Johannstadt Wände bemalen möchte – nicht allein, sondern gemeinsam mit Bürger*innen. Die Vorbereitungen laufen bereits.

Beim gemeinsamen Malen bei Willkommen in Johannstadt. Foto: J. Restrepo Valdez

Kunst als Brücke

“Ich weiß, wie sich das anfühlt”, sagt Juan Restrepo Valdez über das Ankommen in einer fremden Stadt in einem fremdem Land. Vor 17 Jahren kam er von Kolumbien nach Marburg und musste sich vertraut machen mit der unbekannten Kultur. Im Kunst-Studium lernte er seine Frau kennen. Sie bekam eine Stelle als Volontärin bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. So zogen sie auf die Holbeinstraße in der Johannstadt. “Das war 2015”, erinnert sich Juan. “Das Jahr, als Pegida zum ersten Mal auf die Straße ging.”

Blick auf die zum teils bereits fertig sanierten Häuser des Wohnhofes. Foto: Philine Schlick

Gerade frisch in der neuen Stadt angekommen, hätte er die fremdenfeindliche Bewegung sehr kritisch wahrgenommen, erzählt der Familienvater. Er sei froh, sich in der offenen Kunst- und Kulturszene vor Anfeindungen sicher fühlen zu können. Nach zwei Jahren stand fest: Die Familie würde in Dresden bleiben. Man zog über den Fluss in die Neustadt. Die Kunst blieb als Brücke.

Vom Papier auf die Wand

Der Gestaltung Durchgangs-Passage im Wohnhof Pfotenhauer-/Elisen-/Hopfgartenstraße sagte er gern zu. Im Zuge der Entwicklung des international geprägten Wohnhofes zu mehr Nachbarschaftlichkeit trug der Verein Willkommen in Johannstadt den Auftrag an ihn heran. Juan arbeitet nicht nur als bildender Künstler, sondern gibt sein Wissen als Pädagoge auch weiter. Mit seiner Idee wolle er den Wohnhof lebenwerter und vertrauter machen.

Ein Entwurf für ein Muster. Foto: J. Restrepo Valdez

“Was uns alle miteinander verbindet, ist unsere Kindheit”, erklärt Juan. Er fand ein einendes Element in der Welt der Märchen. Seine Pläne zeigt er an einem Modell: Auf den gegenüberliegenden Seiten des Durchgangs sollen Motive aus 1001 Nacht und der Grimm’schen Märchenwelt die Wände schmücken. In prächtig gestalteten Logen werden die Schatten-Risse von Märchenfiguren in Szene gesetzt. “So wird der Durchgang zu einer Bühne!” Inspiriert habe ihn die deutsche Filmemacherin Lotte Reininger. In den 30er-Jahren produzierte sie Trickfilme mit Schattentheater-Figuren.

Das Modell zur Gestaltung der Märchen-Passage. Foto: Philine Schlick

Juan möchte Tradition und Moderne, Bekanntes und Neues miteinander verschmelzen. Mittlerweile sind es sechs Menschen, die sich regelmäßig samstags in den Räumen von Willkommen in Johannstadt an der Hertelstraße treffen. Nach dem Lockdown sei die Gruppe enthusiastisch bei der Arbeit, berichtet Juan. Beim gemeinsamen Entwerfen von Dekorsergäbe sich stets ein lebendiger Plausch, was alle nach der langen Durststrecke sehr schätzen.

Blick in das Modell. Foto: Juan Restrepo Valdez

Juan hat den Entwurf geliefert, aber wie die Muster genau aussehen, welche Farben sie haben – das überlässt der Künstler den Teilnehmer*innen: Eine weiße Wand kann eine Wohnung, aber eine bunte Wand kann Heimat sein. Wenn der Frühling kommt, werden die Entwürfe mit Schablonen auf die Wände übertragen. Juan hofft, noch mehr Menschen für das gemeinschaftliche Pinseln zu begeistern: “Es ist ein offenes Konzept. Alle können Mitmachen!”

Märchen-Passage Johannstadt

Wohnhof Hopfgartenstraße: Stadt, Vonovia und Verein beschließen Zusammenarbeit

eingestellt am 17.08.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Blick auf die zum teils bereits fertig sanierten Häuser des Wohnhofes. Foto: Philine Schlick

Die Stadt, die Vonovia und der Verein Willkommen in Johannstadt wollen am Modellprojekt „Wohnhof Hopfgartenstraße” zusammenarbeiten. Dafür unterzeichneten Vertreter*innen eine Kooperationsvereinbarung. 

Die Hochhäuser der Pfotenhauerstraße, Hopfgartenstraße und Elisenstraße bilden den Wohnhof Hopfgartenstraße in Johannstadt. Viele unterschiedliche Bewohner*innen bedeuten eine vielfältige Nachbarschaft, in der es in den vergangenen Jahren nicht immer reibungslos zuging.

In Zusammenarbeit mit der Bewohnerschaft entwickelte das Quartiersmanagement gemeinsam mit dem Verein Willkommen in Johannstadt ein Konzept, um die Bedürfnisse im Wohnhof zu benennen und zu berücksichtigen. Streitpunkte waren u.a. Lautstärke, herum liegender Müll und Vandalismus. Zeitgleich äußerten viele Bewohner*innen Kummer über Einsamkeit und Isolation. Über Haustürschwellen und Sprachbarrieren hinweg wurde bei ersten Zusammenkünften klar: Es besteht Einigkeit darin, dass etwas getan werden muss und kann.

27.500 Euro für das Modellprojekt

„Uns ist bewusst, dass dieses Modellprojekt keine Lösung für die unzureichende soziale Mischung herbeiführen kann. Zugleich sind wir überzeugt, durch die Förderung von Eigeninitiative und Engagement der Bewohnerschaft und die Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten eine Reduzierung der Konflikte und ein besseres Zusammenleben bewirken zu können”, so Edeltraud Haß von Willkommen in Johannstadt.

Ein ambitioniertes Konzept ihres Vereins bekam vom Stadtbezirksbeirat im April rund 27.500 Euro zugesprochen. Als erster Knoten- und Sammelpunkt von Wünschen und Interessen ist in jedem Haus eine Hausversammlung mit eine*r Sprecher*in angedacht. Diese*r ist gemeinsam mit einer*m Stellvertreter*in Anlaufstelle für Anliegen und Kummer der jeweiligen Nachbar*innen und Mittler*in zwischen Bewohnerschaft und Vonovia.

Stadt will Johannstadt mehr Aufmerksamkeit schenken

„Ziel des Projektes ist die größtmögliche Eigenständigkeit der Bewohneraktivitäten. Die Probleme im Wohnhof Hopfgartenstraße sind exemplarisch für Herausforderungen im Zusammenleben in verschiedenen Dresdner Wohnhöfen mit einer ähnlichen Bevölkerungszusammensetzung. Insofern würden wir das Modell gern weitertragen”, erklärte Martina Pansa.

Insgesamt 28 Hausversammlungen werden mit einem Konzept auf den Weg geschickt, begleitet und moderiert. Nach einer Pilotphase von drei Versammlungen soll das Konzept nach Bedarf angepasst werden. Ein Schwerpunkt des Konzeptes zur Nachbarschaftlichkeit im Wohnhof sind die Posten der Kulturmittler*innen. Sie sollen als Schnittstelle fungieren.

„Die Dresdner Johannstadt ist ein Stadtteil, dem wir sehr bewusst mehr Aufmerksamkeit schenken, weil hier vielfältige Herausforderungen aufeinandertreffen. Dieses Kooperationsprojekt zielt genau in die richtige Richtung. Es geht um Gemeinsames – nur so schaffen wir es, dass sich Menschen mit ihrer Stadt identifizieren und so Verantwortung für sich und andere übernehmen“, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

Der Wohnhof Hopfgartenstraße

Kaffeeklatsch im Wohnhof: Ein Anwohnerfest möchte wachsen

eingestellt am 14.07.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Es ist Platz für noch mehr Gäste .... Foto: Bertil Kalex

Das war ein buntes Feierwochenende in der Johannstadt! Neben dem Platzhirsch Bönischplatzfest fand im Wohnhof Pfotenhauer-, Hopfgarten- und Elisenstraße ein kleines Hinterhoffest statt, das sich langsam etablieren möchte. Mit-Organisator Bertil Kalex hat Stimmungen und Visionen in einem Gastbeitrag zusammengefasst.

Ein kleines Anwohnerfest fand etwas abgeschieden im Johanngarten im Schatten des Bönischplatzfestes am vergangenen Samstag statt. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt worden, da wir uns unter anderem einen „Mitnahmeeffekt“ versprachen. Menschen aus der anliegenden Hopfgartenstraße waren explizit eingeladen auf ein Kennenlernen, Schwätzchen sowie Kaffee und Kuchen vorbeizukommen, bevor sie zur großen Sause auf dem Bönischplatzfest weiterziehen. Um die Sprache der Jüngeren zu bedienen: ein „Vorglühen“ vor dem eigentlichen Fest. Und da wollten wir ja, zumindest der größte Teil von uns, im Anschluss an unser kleines Fest auch noch hin.

Aus der Anonymität heraustreten

Wer ist eigentlich „wir“? Wir, das sind Anwohner*innen und Anlieger*innen aus der Hopfgartenstraße, die die “Projektgruppe Hoffest” repräsentieren. Diese hat sich im Rahmen der Werkstatt zum Wohnhofprojekt Pfotenhauer-, Hopfgarten- und Elisenstraße im vergangen Jahr gebildet. Der Fokus richtet sich darauf, unmittelbaren Nachbar*innen Möglichkeiten zu bieten, sich gegenseitig besser kennenzulernen und so ein Stück weit aus der Anonymität und/oder Einsamkeit herauszulocken. Der Kern der Gruppe besteht aus Vertreter*innen unterschiedlicher kultureller, ethnischer, religiöser und sozialer Herkunft – quasi ein Spiegelbild der primären Zielgruppe.

Gespräche und Kennenlernen bei Kuchen und Sonnenschein. Foto: Bertil Kalex

Auch für dieses kleine „Hopfgartenstraßenfest im Johanngarten“ galt: aller Anfang ist schwer. Der erste Aufschlag im September 2020 fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Immerhin, jetzt beim zweiten Anlauf waren insgesamt ca. 20 Gäste da und etwa zehn Zaungäste, die zusagten, sich beim nächsten kleinen Nachbarschaftsfest im Johanngarten mit einzubringen. Für ein selbstorganisiertes Straßenfest und ohne Budget kein schlechter Anfang. Es gab allerdings Kritik von Anwohner*innen, dass es keine Angabe in den Aushängen dazu gab, wer denn zu Kaffee, Kuchen & Klatsch einlädt – die Kritik kam an und wird in Zukunft beherzigt.

Anwohnerfest als Bereicherung zum Bönischplatzfest

Ebenso munkelte man hinsichtlich der Überschneidung mit dem Bönischplatzfest, es solle eine Konkurrenz- oder Alternativveranstaltunge etabliert werden.

Bessere Absprachen mit der Bönischplatzfest-Organisation? Unbedingt! Konkurrenz bzw. Alternative zum Bönischplatzfest? Keinesfalls! Die Organisator*innen sehen das Fest als Bereicherung sowie zusätzliches Angebot des Straßenfestes.

Das Fest möchte weitere Wohnhöfe zum Nachmachen anstiften. Foto: Bertil Kalex

Orte, wo Menschen jenseits von Bühnen-Beschallung ins Gespräch kommen können, gibt es bis jetzt noch zu wenige. Hier nimmt das Wohnhoffest eine Vorreiterrolle ein und bietet Potenzial für eine perspektivische Erweiterung des Bönischplatzfestes. Der Bönischplatz setzt durch seine Gestaltung einer Ausweitung des Festes Grenzen. Die logische Konsequenz wäre daher in umliegende Wohnhöfe „auszufransen“. Sowohl in südliche als auch in nördliche Richtung.

Die Wohnhöfe Florian-Geyer-Straße, Bundschuhstraße und Bönischplatz sowie Florian-Geyer-Straße und Elsasser Straße könnten ebenso mit einbezogen werden, wie der südliche Wohnhof Pfotenhauer-, Hopfgarten- und Elisenstraße – spätestens, wenn das neue Familienzentrum vom Dresdner Kinderschutzbund fertiggestellt und die ehemalige Stephanienstraße wieder hergestellt und zur Nutzung freigegeben wird.

Hinterhof-Feiernde strömen zum Bönischplatzfest

Ein mögliches Szenario: der Bönischplatz behält seinen „Jahrmarktcharakter“ mit Bühne – nördlich in den Altbau-Innenhöfen könnten sich Angebote von Anwohner*innen etablieren, die vielleicht etwas mehr Platz und/oder Ruhe benötigen. Südlich vom Bönischplatz, vor und hinter dem Durchgang zum Wohnhof könnten Anwohner*innen der Pfotenhauer- und Elisenstraße ihr Programm gestalten. In der „Kita-Meile“ könnten sich die Einrichtungen mit ihren Angeboten präsentieren, die Schokofabrik und das Familienzentrum ebenfalls.

Die dann wiederhergestellte ehemalige Stephanienstraße könnte für Aktionen, die viel Platz brauchen, genutzt werden und der Johanngarten wird von Anrainer*innen der südlichen Hopfgartenstraße bespielt. Nach dem offiziellen Ende strömen dann alle aus den beteiligten Höfen auf den Bönischplatz und genießen die Abschlussparty.

Verkehrsberuhigte Zone für ein Wochenende

Das geht nur, wenn die durchführenden Straßen für den Autoverkehr gesperrt sind. Der Nebeneffekt wäre nicht schlecht: Eine verkehrsberuhigte Zone zwischen Florian-Geyer-Straße und Gerokstraße, flankiert von Elisen- und Bundschuhstraße bzw. ehemalige Stephanienstraße, für ein Wochenende.

Ein gemeinsamer Abschluss des Nachmittagstreffs könnte der Gang auf’s Bönischplatzfest sein. Foto: Bertil Kalex

Das sind allerdings nur Empfehlungen an die Steuerungsgruppe Bönischplatzfest. Wir, die Projektgruppe Hoffest, behalten kleine Schritte bei. Das nächste Fest, welches wir gedanklich ansteuern, ist der Tag der Nachbarn (immer der 4. Freitag im Mai). Die letzten beiden Male fand er coronabedingt nur online statt. Wir hoffen auf eine Präsenzveranstaltung im nächsten Jahr. Und wir setzen auf Unterstützung der Johannstädter Akteur*innen und Rückantwort auf unsere Meldungen.

Wir haben festgestellt, dass viele den Johanngarten noch nicht kennen. Unsere unmittelbaren Nachbar*innen kennen wiederum die aktive Johannstädter Szene nicht. Mehr Kontakt wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Ein kleines Anwohnerfest kann vielleicht dazu beitragen, größere Prozesse anzustoßen.

Wohnhof Elisen-, /Pfotenhauer-, /Hopfgartenstraße

Wohnhof wird Modellprojekt und bekommt dafür 27.500 Euro

eingestellt am 19.04.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Blick auf die zum teils bereits fertig sanierten Häuser des Wohnhofes. Foto: Philine Schlick

Ein Projekt so groß wie die Häuser, die es miteinander verbinden soll: Knapp 27.500 Euro sprach der Stadtbezirksbeirat am Mittwoch dem Wohnhof Hopfgarten-/Pfotenhauer/Elisenstraße und seiner Nachbarschaftlichkeit zu. Das Konzept entwickelten der Verein Willkommen in Johannstadt, die Vonovia und das Quartiersmanagement gemeinsam mit Bewohner*innen. Am Ende des Jahres steht ein Ziel, das Maßstäbe setzen könnte. 

“Wir haben es hier mit einem äußerst ambitionierten Projekt zu tun”, führte Amtsleiter André Barth das Thema am Mittwoch vor dem Stadtbezirksbeirat ein. “Es ermöglicht uns, dorthin zu gehen, wo es weh tut, und den Zusammenhalt in den teils anonymen Wohnhöfen zu stemmen.”

Die Lange Baustellengeschichte im Wohnhof Pfotenhauer-/Hopfgarten-/Elisenstraße soll 2021 endlich vorbei sein. Foto: Torsten Görg

“Ein Dorf ohne Dorfstruktur”

Edeltraud Haß von Willkommen in Johannstadt stellte das umfangreiche Konzept vor, dessen dritte Umsetzungsphase zwischen April und Dezember 2021 mit rund 27.500 Euro gefördert wird. Das entspricht 77 Prozent der Kosten. Die restlichen 23 Prozent trägt die Vonovia.

Es begann schon 2019, mit gemeinsamen Frust und Ärger. Eine Umfrage, durchgeführt vom Kernteam Anne Richter, Gabriele Feyler und Muawia Dafir, sammelte die Meinungen und Eindrücke von 56 Personen aus 15 Nationen.

Gabriele Feyler und Anne Richter stellen die Ergebnisse ihrer Umfrage im Wohnhof Pfotenhauer-/Elisen- und Hopfgartenstraße bei der Stadtteilbeiratssitzung vor. Foto: Philine Schlick

Diese erste Phase machte klar: Die rund 2200 Bewohner*innen aus 28 Hauseingängen teilten dieselben Sorgen: Lärm, Vandalismus, Müll, Vereinsamung. In einem moderierten Workshop im Juli 2020 sprach man sich aus, entdeckte gemeinsame Ambitionen und Interessen.

Arbeitsgemeinschaften wurden gegründet: ein Müttertreff, ein Seniorenkreis, ein Team zur Begrünung des Innenhofes, die Organisation des Hopfgartenfestes. Insgesamt sieben Gruppen fanden sich zusammen. Ein Hoffest wurde – wie das Bundschuhstraßenfest – im sintflutartigen Regen an diesem Wochenende weggespült. Doch das Ziel ging nicht unter: Die Lebensqualität in dem “Dorf ohne Dorfstruktur”, wie es Edeltraud Haß bezeichnete, soll besser werden.

Die Hausversammlung als Plenum

Phase drei des Projektes sieht nun die Begleitung der einzelnen Arbeitsgruppen vor. Die Initiative der Bewohner*innen zu unterstützen ist das Bestreben, stellt Edeltraud Haß klar. Was sich regt und gedeiht im Wohnhof soll in Social Media-Kanälen und auf der Webseite der Vonovia dokumentiert und präsentiert werden.

Als erster Knoten- und Sammelpunkt von Wünschen und Interessen ist in jedem Haus eine Hausversammlung mit eine*r Sprecher*in angedacht. Diese*r ist gemeinsam mit einer*m Stellvertreter*in Anlaufstelle für Anliegen und Kummer der jeweiligen Nachbar*innen und Mittler*in zwischen Bewohnerschaft und Vonovia.

Insgesamt 28 Hausversammlungen werden mit einem Konzept auf den Weg geschickt, begleitet und moderiert. Nach einer Pilotphase von drei Versammlungen soll das Konzept nach Bedarf angepasst werden.

Fokus auf der Arbeit der Kulturmittler*innen

Ein Schwerpunkt des Konzeptes zur Nachbarschaftlichkeit im Wohnhof sind die Posten der Kulturmittler*innen. Sie sollen als Schnittstelle fungieren, denn das Leben in den Häusern zeichnet sich durch eine hohe kulturelle Diversität aus.

Vier halbtägige Workshops bereiten die Interessierten vor. Sechs bis acht Menschen unterschiedlicher Muttersprache bilden so ein Team und werden bei ihren Aufgaben vom Verein begleitet.

Lidia Sieniuta ist Vertreterin der Vonovia und Unterstützerin des Wohnhofprojekts Foto: Torsten Görg

Ein Wohnhofbeirat entsteht

Am Ende des Jahres steht ein echtes Novum: Im Dezember soll aufbauend auf der vorangegangenen Vernetzungsarbeit ein Wohnhofbeirat aufgestellt werden. Er bildet sich aus den Haussprecher*innen der 28 Eingänge und steht für die Bedürfnisse und Anliegen der Bewohnerschaft ein. In kühlen Zahlen ausgedrückt: 15 Prozent, also etwa 330 Bewohner*innen des Wohnhofes, gilt es, bis zum Jahresende zu aktivieren.

Die neue Instanz setzt die Reihe über Stadtteilbeirat, Stadtbezirksbeirat bis hin zum Stadtrat fort und soll perspektivisch auch über eigene Gelder für Projekte im Wohnhof entscheiden.

Im Tandem für Eltern-Kind-Treffs Foto: Torsten Görg

Zur Koordination des gesamten Anliegens wird eine Steuergruppe mit Repräsentant*innen von Vonovia, Stadtbezirksbeirat, Sozial- und Jugendamt, Bürgermeister und Bewohnerschaft einberufen.

Das Projekt hat Modellcharakter. Es ist einzigartig in seiner Konzeption und soll als “Methodenkoffer” anderen Wohngebieten in Dresden als Erfahrungsschatz dienen.

Mitsprache und Verständigungsbedarfkommen zu Wort auf der Projektwerkstatt zum Wohnhof Foto: Torsten Görg

Zustimmung aus dem Stadtbezirksbeirat

Deutlicher Kritik zu den Dimensionen des Projektes entgegnete Matthias Kunert vom Quartiersmanagement: “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wir haben die Chance, hier ein Konzept mit den Bewohner*innen zu entwickeln.” Er verwies darauf, dass das Projekt jetzt bewusst größer geplant worden sei, weil die Vorgängerprojekte gezeigt hätten, dass es in einem so großen Wohnhof anders nicht gelingen kann, in die Breite und Tiefe des Wohnhofs vorzudringen.

Martina Pansa von der Vonovia pflichtete bei: “Die Initiative muss aus den Menschen kommen.”

Etliche Beirät*innen hoben die Hand zur Wortmeldung, um ihre Bewunderung, ihren Dank oder Glückwünsche auszusprechen. Entsprechend dieser Befürwortungen gingen bei der Abstimmung 14 von 17 grünen Ja-Schilder nach oben.

Der Wohnhof Hopfgarten-/Pfotenhauer-/Elisenstraße