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eingestellt am 03.02.2022 von Torsten Görg (Stadtteilfonds), zuletzt geändert am 07.02.2022

Zukunftsstadt Dresden 2030+

2015 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Dresden zu einer von acht deutschen „Zukunftsstädten“ ernannt. Seitdem wird in Reallaboren erforscht, wie der Weg zu einer nachhaltigen und innovativen Stadt gelingen kann und ein gutes und gesundes Leben möglich ist. Das Besondere in Dresden ist, dass hier Bürger*innen selbst Ideen entwickelt haben und diese mit Hilfe der Stadtverwaltung und wissenschaftlicher Begleitung durch das Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) umgesetzt haben und weiter fortführen.

Reallabor in Johannstadt und Pieschen Süd / Mickten

In Johannstadt sowie in Pieschen Süd und Mickten wurde in der „Zukunftsstadt Dresden – Phase III: Bürger ermächtigen, Stadt transformieren!“ von Juli 2019 bis Dezember 2021 erprobt, wie bürgerschaftliches Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung durch Beteiligungsstrukturen auf Stadtteilebene gestärkt werden kann. Dazu haben der Stadtteilverein Johannstadt e.V. und der Pro Pieschen e.V. im Rahmen des gemeinsamen Reallabors „Stadtteilfonds und -beiräte für nachhaltige und aktive Nachbarschaften“ sowie mit Förderung der Stadtbezirke je einen Stadtteilfonds zur Förderung von Bürgerprojekten einrichtet, über dessen Verwendung Stadtteilbeiräte entscheiden, die aus Vertreter*innen unterschiedlicher Bewohnergruppen und wichtiger lokaler Einrichtungen zusammengesetzt sind. Die Idee hinter dieser in Dresden bislang einzigartigen Form der Stadtentwicklung “von unten”: Menschen aus dem Stadtteil entscheiden über Projekte im Stadtteil und beraten auf Aufgenhöhe über stadtteilrelevante Themen. Ziel ist es, Eigenverantwortung, Vernetzung und gelebte Demokratie auf Stadtteilebene und in den Nachbarschaften zu stärken.

Die Ergebnisse in des Modellprojekts

Bis Ende Juli 2021 wurden in den beiden Modellstadträumen von 78 Bürger*innen insgesamt 113 Projektideen eingebracht, von denen zu diesem Zeitpunkt 74 bereits umgesetzt wurden. Mehr als 3.000 ehrenamtliche Stunden sowie rund 33.000 € wurden von den Antragstellenden und Dritten in die Gestaltung ihrer Stadtteile und Nachbarschaften eingebracht. Gefördert wurden die Projekte mit kommunalen Mitteln in Höhe von rund 134.000 €, die die Stadtbezirksbeiräte Altstadt und Pieschen per Beschluss bereitgestellt hatten sowie mit Spenden lokaler Unternehmen in Höhe von 7.500 €. Darüber hinaus wurden in den öffentlichen Stadtteilbeiratssitzungen zahlreiche städtische und private Bauvorhaben und Projekte diskutiert. Die Ergebnisse des Modellprojektes wurden in einem Leitfaden für andere Stadtteilvereine, Initiativen und Kommunen zusammengefasst.

>> “Durch Stadtteilbeiräte und Stadtteilfonds nachhaltige und interaktive Nachbarschaften fördern – Ein Leitfaden für Städte und Vereine” (Download PDF 2,38 MB)

Stadtteilbeiräte und Stadtteilfonds in anderen Stadtteilen

Um die gesammelten Erfahrungen zu teilen und gemeinsam mit Vertreter*innen anderer Initiativen und Vereine sowie der Stadtverwaltung zu erörtern, ob Stadtteilbeiräte und Stadtteilfonds auch ein Modell für weitere Stadtteile sein können, organisierten die beiden Vereine am 14.10.2021 einem Workshop. Im Ergebnis zeigte sich unter den neun vertretenen Stadtteilvereinen ein breites Interesse an der Übertragung des Modells sowie eine große Unterstützungsbereitschaft durch die Landeshaupstadt Dresden. Nähere Informationen dazu finden Sie in den nachfolgend zum Download bereitstehenden Präsentation und Dokumentation des Workshops.

>> Präsentation Workshop “Durch Stadtteilfonds und Stadtteilbeiräte nachhaltige und interaktive Nachbarschaften fördern” am 14.10.2021 (Download PDF 3,06 MB)

>> Dokumentation Workshop “Durch Stadtteilfonds und Stadtteilbeiräte nachhaltige und interaktive Nachbarschaften fördern” am 14.10.2021 (Download PDF 226 KB)

Verstetigung und Ausweitung

Mit In Gruna leben e.V. hat sich der erste Verein direkt im Anschluss an den Workshop auf den Weg gemacht und plant derzeit die Einrichtung eines Stadtteilbeirats und Stadtteilfonds in Gruna. In einem nächsten Schritt wollen die beteiligten Akteure eine gemeinsame Strategie entwickeln, wie die Bildung von Stadtteilbeiräten und Stadtteilfonds auf gesamtstädtischer Ebene befördert werden kann. Interessierte Bürger*innen und Vereine aber auch Vertreter*innen der Stadtverwaltung und der Lokalpolitik sind herzlich willkommen, das Vorhaben mitzugestalten und werden gebeten, mit dem Stadtteilverein Johannstadt e.V. in Kontakt zu treten (Tel. 0351-41881667, E-Mail stadtteilfonds@johannstadt.de).

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