Sprache auf 64 Feldern: Der Schachverein „Ran an’s Brett!“ in der Johannstadt

eingestellt am 02.11.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Dirk Jordan hat zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Freund und Meister Wolfgang Uhlmann eine dessen französischen Eröffnungen angeordnet. Foto: Philine Schlick

Der Verein „Ran an’s Brett“ bringt Schach, das „Spiel der Könige“,  in die Johannstadt. Besonders an Kinder und Jugendliche richtet sich das Angebot, bei dem sich Laien, Fortgeschrittene und Meister beim offenen Spiel auf den legendären 64 schwarz-weißen Feldern messen können. Im Vordergrund steht bei aller Taktik und Siegeswillen die Freude am Spiel.

Schach? Das ist doch nur was für mathematische Genies, für alte Herren und Großmeister! Dirk Jordan, Schach-Experte aus Dresden schüttelt den Kopf. Er weiß es besser. Er spielt Schach seit seinem sechsten Lebensjahr, war Turnierdirektor der Schacholympiade 2008 in Dresden und entwickelt Methodiken, um jungen Menschen Schach beizubringen. Schach ist aktueller denn je – und ein Kinderspiel! Für Jungen und Mädchen.

Dirk Jordan, Initiator des Schachtreffs in der Johannstadt.Foto: Philine Schlick
Dirk Jordan, Initiator des Schachtreffs in der Johannstadt.Foto: Philine Schlick

Die Kunst der unblutigen Attacke

Die Umgebung ist an diesem Mittwoch für die Spieler von „Ran ans Brett“ eine ungewohnte: Man spielt heute ausnahmsweise nicht im Seminarraum des Johannstädter Kulturtreffs, sondern in der großen Werkstatt in Gesellschaft von Keramikfiguren und bunten Farbtöpfen. Im Fokus stehen für die nächsten Stunden jedoch die „Nicht-Farben“ Schwarz und Weiß. Drei Herren sind bereits da und warten auf zwei Jungen, die sich etwas verspäten.

Unterschiedliche Generationen spielen gegen- und lernen voneinander. Foto: Philine Schlick
Unterschiedliche Generationen spielen gegen- und lernen voneinander. Foto: Philine Schlick

Auch Dirk Jordan ist knapp dran. Er kommt aus einer ganz anderen Welt. Einer virtuellen. Er ist nicht nur Schach-Experte, sondern Geschäftsführer von „7th Space“ im Elbepark, wo Besucher*innen mit Virtual-Reality-Brillen Museen besuchen, tauchen, bergsteigen und in Trickfilmen spazieren gehen können. „Es ist unglaublich, was da alles geht.“ Seine Augen leuchten. Manche ziehen es auch vor, erzählt er, in die Schrecken einer Zombie-Apokalypse abzutauchen. In den Räumen des Johannstädter Kulturtreffs dagegen wird die Kunst der unblutigen Attacke gepflegt. Die beiden jüngsten Teilnehmer des heutigen Turniers sind gerade eingetroffen und es kann losgehen.

Eine Schach-Aufgabe zum Tüfteln. Foto: Philine Schlick
Eine Schach-Aufgabe zum Tüfteln. Foto: Philine Schlick

Der Schach-Verein bringt unter sachkundiger Anleitung spielend unterschiedliche Generationen an einen Tisch. Dirk Jordan ist Ideengeber und Leiter des zweiten geförderten Sportprojekts der Johannstadt – nach dem Dresdner Nachtsport. Seit Juni finden die Turniere donnerstags auch im Bundschuhtreff statt. Die Vorbereitungen für das Projekt dauerten lange. Als es im März 2020 endlich in den Startlöchern stand, folgte unmittelbar der Lockdown. Nichtsdestotrotz hat sich über den Sommer ein kleiner „harter Kern“ gefunden. „Im Kulturtreff sind es vier, im Bundschuhtreff fünf Jugendliche“, berichtet Andreas Schneider, der bei den Treffen anleitet.

Das Ziel sei nicht Masse, sondern Teamgeist. Eine „dufte Truppe“ soll aus den regelmäßigen Schachtreffen entstehen. „Wir spielen eine Sprache“ – der Slogan der Schacholympiade  trifft auch auf die Treffen des „Ran an’s Brett“-Vereins zu.

Schach als Kinderspiel

Für Kinder hat Dr. Dirk Jordan eigene Methodiken zum Erlernen des komplexen Schach-Spiels entwickelt. Er stellt den König auf das Spielfeld: „Es war einmal ein König, der suchte nach einer neuen Beschäftigung …“ So beginnt die Entstehungslegende des Schach-Spiels in seiner Heimat Nordindien. Ein Ratgeber empfiehlt dem König Schach, wovon dieser begeistert ist. Aber er möchte, dass seine Königin an seiner Seite steht. Im weiteren Verlauf des Märchens füllt sich das Spielbrett mit Figuren.

„Zu Beginn spielen wir einfach kleine Spiele mit den Kindern, die gar nicht viel mit Schach zu tun haben“, sagt der Schachpädagoge. Zum Beispiel sollen die Könige um die Wette über das Feld laufen. Gewinner ist, wer als erstes an der gegnerischen Grundlinie ankommt. So lernen junge Spieler*innen das Brett und die Figuren kennen. „Mit allen Figuren gleichzeitig kommen die Kinder erst nach etwa drei Monaten in Berührung“, so Jordan.

Diskussionen rund um's Brett. Foto: Philine Schlick
Diskussionen rund um’s Brett. Foto: Philine Schlick

Ruhe und Disziplin – Schach als Lehrmeister für’s Leben

Schach stärke nicht nur kognitive Kompetenzen, sondern auch soziale, erklärt er. Er zitiert russische und schwedische Studien: Beim Schach lernen Kinder Entscheidungen zu treffen, sich zu konzentrieren, selbstbewusst zu handeln. Schachspielende Schulklassen sind im Vergleich zu anderen ruhiger, wurde festgestellt. „Natürlich ist Schach kein Allheilmittel“, räumt Jordan ein. Aber die positiven Effekte seien, ganz zu schweigen vom Spielspaß, nicht zu übersehen. Eine der wichtigsten Erfahrungen, die Schach vermittelt, ist das Verlieren-Können. Das ist gerade auch Tom passiert. Er erträgt die Niederlage gegen Andreas Schneider wacker und setzt sich dem nächsten Gegner gegenüber.

Eine wichtige Kompetenz: Verlieren-Können und Nicht-Aufgeben. Foto: Philine Schlick
Eine wichtige Kompetenz: Verlieren-Können und Nicht-Aufgeben. Foto: Philine Schlick

Schach zählt zu den beliebtesten Brettspielen Europas. Seine Faszination ist ungebrochen. „Menschen, die in den 90er und 2000ern die ‚Siedler von Catan‘ für sich entdeckt und die Baller-Spiel-Phase übersprungen haben, machen heute regelmäßig Spieleabende“, teilt Dirk Jordan seine Beobachtungen mit. Geselligkeit, Herausforderung und Strategie lautet das Erfolgsrezept wohl auch beim Schach.

Das Ziel des Vereins „Ran an’s Brett“ ist es nicht, Spieler*innen für Mannschaften anzuwerben. Alles ist frei und offen. Wer sein Spiel vertiefen möchte, kann dies in den ebenfalls angebotenen geschlossenen Gruppen tun. Die Schachtreffen des Vereins werden vom neuerlichen Teil-Lockdown im November Schach gesetzt, aber ein Matt bedeutet das längst nicht. Der Verein freut sich im Dezember auf eine zweite „Johannstädter Eröffnung.“

Schachtreff „Ran an’s Brett“

  • Ansprechpartner: Andreas Schneider
  • mittwochs 10 bis 12 Uhr (für Jugendliche und Erwachsene), 14 bis 15.30 Uhr (für Kinder bis 14 Jahre), 15 bis 17.30 Uhr (für jedermann) im Kulturtreff, Elisenstraße 35, Seminarraum I
  • donnerstags 10 bis 11.30 Uhr (für Jugendliche und Erwachsene), 16 bis 17.30 Uhr (für Kinder bis 14 Jahre) im Bundschuhtreff, Bundschuhstraße 13
  • Angebot auf der Webseite des Kulturtreffs
  • Webseite des Vereins „Ran ans Brett“

Gesucht: Betreiber für Skate-Park an der Lingnerallee

eingestellt am 24.08.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Der Skate-Park an der Lingnerallee. Foto: Stadtplanungsamt

Seit dem vergangenen Aufruf im Juni hat sich niemand gemeldet, deshalb versucht es das Amt für Hoch- und Tiefbau noch einmal: Der Skate-Park an der Lingnerallee sucht einen gemeinnützigen Verein als Betreiber. In einem barocken Torhaus soll ein Verleih für Skate-Ausrüstung entstehen.

Zwei Torhäuser wurden Ende des 17. Jahrhunderts am Blüherpark erbaut, erhalten geblieben ist nur eines. In dessen Schatten liegt an der Lingnerallee ein viel genutzter Skate-Park. Ein Ort des Austausches und der Bewegung. Bislang war die Nutzung der Anlage Menschen vorbehalten, die ihre eigene Ausrüstung mitbrachten – das soll sich ändern. Die derzeitige Sanierung soll das Torhaus nicht nur vor Vandalismus und Verfall schützen, sondern es wieder nutzbar machen.

Barocke Historie, sportliche Zukunft

In das 1888 erbaute Torhaus soll ein Verleih für Skate-Equipment einziehen. Dafür sucht die Stadt nach einem gemeinnützigen Verein, der als Betreiber fungieren möchte. Bislang hat sich noch kein Interessent gemeldet, weswegen die Stadt ihren Aufruf wiederholt.

„Mit der denkmalgerechten Sanierung erhalten wir ein wertvolles Gebäude im Barockstil, das städtebaulich den Auftakt zum Blüherpark bildet. Gleichzeitig wollen wir als Stadtplaner einen Impuls setzen, der den sozialen Zusammenhalt in der Johannstadt und der Pirnaischen Vorstadt stärkt“, informiert Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain über das Projekt.

Derzeit wird das kleine Kulturdenkmal saniert und mit einer kostenfreien öffentlichen Toilette ausgestattet. Unterstützt wird das Vorhaben mit EFRE-Geldern sowie den Mitteln der Projektförderung für den Stadtbezirk Altstadt.

Ausleihe sehr günstig oder sogar kostenfrei geplant

Der Skatepark Lingnerallee sei ein beliebter Magnet am östlichen Innenstadtrand, so die Stadt. Er ziehe vor allem zahlreiche junge Menschen an, die hier bei Sport und spielerischer Bewegung ihre Freizeit verbringen. Der damit einhergehende Austausch von Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Lagen trägt seit Jahren viel zur sozialen Inklusion im Stadtgebiet bei.

„Die Nutzung der Skateanlage ist derzeit Menschen vorbehalten, die eine persönliche Skate- und Schutzausrüstung besitzen. Um zur Inklusion und zur Minderung von Armutsfolgen beizutragen, soll im sanierten Torhaus künftig die benötigte Skate-Ausrüstung kostenlos oder preisgünstig ausgeliehen werden können“, erläutert Schmidt-Lamontain das Ziel der Stadtplaner.

Rund 60 Quadratmetern stehen für Verleih, Werkstatt und Lager zur Verfügung. Der Betreiber zahlt eine Miete von 300 Euro zuzüglich Nebenkosten. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen rund 440.000 Euro, davon sind 307.000 Euro EFRE-Fördermittel, 102.450 Euro werden aus Mitteln der Landeshauptstadt Dresden gedeckt und 30.550 Euro kommen aus der Projektförderung für den Stadtbezirk Altstadt.

NachtSport – ein Johannstädter Modellprojekt für ganz Dresden?

eingestellt am 18.08.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Maik Fabisch (zweiter von rechts) mit einem Teil der NachtSport-Fußballgruppe. Foto: Beate Diederichs

Beitrag von Beate Diederichs

Beim NachtSport, der jeden Freitagabend in der Johannstadt stattfindet, können Interessierte Volleyball, Fußball und Badminton spielen. „Das Angebot ist für alle zwischen 14 und 27 Jahren offen und kostenfrei nutzbar. Unsere bunt gemischte Teilnehmerschaft treibt aber nicht nur Sport, sondern lernt nebenher auch andere Kulturen kennen, deren Eigenheiten zu verstehen und sich sowohl als Team untereinander als auch sportliche Regeln miteinander zu respektieren“, sagt Maik Fabisch, Koordinator NachtSport beim Veranstalter, der Sportjugend Dresden.

NachtSport ist nicht neu – aber erfolgreich. „Ähnliche Konzepte haben andere deutsche Großstädte, wie zum Beispiel Frankfurt a.M. oder Hannover auch, wir als Sportjugend Dresden haben NachtSport 2017 für die Johannstadt als Modellprojekt angepasst und etabliert“, berichtet Maik Fabisch. Er koordiniert das Angebot gemeinsam mit seiner Kollegin Melanie Berg beim Veranstalter, der Sportjugend Dresden.

Volleyball ist eine von vier Sportarten, die beim NachtSport angeboten werden. Foto: NachtSport Dresden
Volleyball ist eine von vier Sportarten, die beim NachtSport angeboten werden. Foto: NachtSport Dresden

Gefördert durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden existiert es hier nun seit fast vier Jahren. 2019 kam mit Dresden-Nord ein weiteres ESF-Fördergebiet hinzu. In diesem Jahr folgte – aufgrund einer Hallensperrung am BSZ für Technik – die Seevorstadt-Ost als Ausweichstandort für Volleyball. Auch hier lief das Angebot sofort gut an und wird von den Teilnehmenden auch für andere Stadtteile nachgefragt. „Wir möchten, perspektivisch gesehen, den NachtSport stadtweit etablieren und noch viel besser innerhalb Dresdens vernetzen“, fügt Maik Fabisch hinzu.

Toleranz, Integration, Partizipation, gesellschaftliches Miteinander

Jeden Freitagabend können Interessierte beim NachtSport aus derzeit vier Sportarten auswählen: Volleyball, Tischtennis, Fußball und Badminton. „Wir können uns vorstellen, unser Angebot an Sportarten zu erweitern. Aber nicht jede Disziplin ist für unser Konzept geeignet. Es sollte eine Mannschaftssportart sein, die populär und leicht erlernbar ist. Individualsportarten fördern weniger das Miteinander, passen also auch weniger gut in unser integratives Konzept“, erläutert der Koordinator. Und letztendlich wachen auch die Förderer des Projektes zu Recht darüber, ob die angebotenen Sportarten dem Förderziel entsprechen.

Die Volleyballmannschaft in Aktion. Foto: NachtSport Dresden
Die Volleyballmannschaft in Aktion. Foto: NachtSport Dresden

Die Ziele des NachtSports sind durchaus ambitioniert: „Es geht uns um interkulturelle Verständigung, Toleranz, Integration, Partizipation, gesellschaftliches Miteinander und um die Vermittlung von sportlich-demokratischen Werten wie Fairplay, Respekt und Teamgeist. Das gelingt über den Sport als gemeinsame, ungezwungene Basis erstaunlich gut“, berichtet Maik Fabisch weiter.

NachtSport – auch als Einstieg in Vereine

Und die Zahlen können sich sehen lassen: Über 4000 Teilnehmer haben seit 2017 beim NachtSport trainiert. Manche probieren dabei unterschiedliche Sportarten aus, andere bleiben bei einer. Einige entdecken dabei sogar ihre Leidenschaft und wollen bei einem Verein weitertrainieren. „Das freut uns natürlich sehr und ist ebenso ein Ziel unserer Arbeit. Wir drängen die jungen Leute nicht, aber wenn jemand einen passenden Verein sucht, können und wollen wir gern vermitteln. Als größter Jugendverband in Dresden und Expertin für die Jugendarbeit im Sport nutzen wir als Sportjugend im Stadtsportbund Dresden e.V. die guten Kontakte zu den Dresdner Sportvereinen“, beschreibt Maik Fabisch die Situation.

Das badminton-Team. Foto: NachtSport Dresden
Das badminton-Team. Foto: NachtSport Dresden

Sportliche und soziale Schule für internationale Teilnehmerschaft

Der Koordinator, der bereits selbst als Übungsleiter in NachtSport-Gruppen tätig war, erzählt mit einem Beispiel davon, wie man dort mit Konflikten umgeht: „Manchmal gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen, beispielsweise im Umgang mit Entscheidungen und Regeln. Hier hilft es, wenn diejenigen, die mit dem Schiedsrichter schimpfen, beim nächsten Spiel selbst dessen Rolle übernehmen. Sie sehen so, wie schwierig es ist, ein Spiel gerecht zu leiten“, erzählt Maik Fabisch, der auch schon als Übungsleiter in NachtSport-Gruppen tätig war. Er blättert in den Teilnehmerlisten und zählt die Nationen auf, zu denen die Teilnehmer gehören: Indien, Syrien, Afghanistan, Somalia, Iran, Taiwan, Italien, Litauen, Chile, Frankreich, Brasilien, Mexiko, China…. Und natürlich Deutschland. Rund die Hälfte aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Projekt sind Deutsche.

Ein Teil des Fußballteams (der der Hitze trotzte) mit dem Übungsleiter. Foto: Beate Diederichs
Ein Teil des Fußballteams (der der Hitze trotzte) mit dem Übungsleiter. Foto: Beate Diederichs

Soumya Barai nicht. Der Student aus Indien, der regelmäßig in der freitäglichen Fußballgruppe in der Sporthalle des Bertolt-Brecht-Gymnasiums spielt, ist eher kein Kandidat für Vereinssport: „Neben dem Training hier betreibe ich mehrmals in der Woche Individualsport, laufe und schwimme. Eigentlich habe ich nur sonntags Ruhetag. Da bliebe keine Zeit für einen Verein“, sagt er. Beim NachtSport in der Johannstadt stieß er im letzten Jahr zunächst auf Badminton, was er ebenfalls hier spielt, dann kam Fußball hinzu. Was motiviert ihn denn hierherzukommen, auch an einem so heißen Freitag wie diesem Ende Juli, an dem es der Sportgruppe nicht schwerfällt, die Hygieneauflage von maximal 18 Spielern zu unterschreiten? „Natürlich finde ich es gut, dass das Angebot kostenlos ist. Aber da ist noch mehr: Ich kann einen Sport ausüben, den ich mag, interessante Leute dabei treffen. Und mich beeindruckt immer wieder, wie begeisternd unser Übungsleiter Tobias das Training durchführt.“

In der Johannstadt wird derzeit Fußball und Badminton gespielt, am Ausweichstandort 10. Grundschule wird auch Volleyball angeboten. NachtSport ist offen für alle zwischen 14 und 27, wobei laut Maik Fabisch die Altersgruppe zwischen 15 und 21 am aktivsten ist.

NachtSport Dresden

  • www.sportjugend-dresden.de oder via Facebook/Instagram unter sportjugend.dresden
  • Fußball wird jeden Freitag zwischen 17 und 19 Uhr in der Turnhalle des Bertolt-Brecht-Gymnasiums, Thomaestraße 60, 01307 Dresden / Badminton jeden Freitag von 21 bis 22.30 Uhr in der Turnhalle des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums, Haydnstraße 49, 01309 Dresden
  • Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen bitte rechtzeitig und in Sportsachen erscheinen, da der Zugang begrenzt ist und die Umkleiden derzeit noch nicht wieder uneingeschränkt nutzbar sind

  • Lust auf Engagement und sportliche Betätigung? Die Sportjugend Dresden sucht immer ehrenamtliche Übungsleiter/-innen für das Projekt NachtSport. Bei Fragen hierzu oder für alle Informationen rund um das Angebot stehen Melanie Berg oder Maik Fabisch gern als Ansprechpartner zur Verfügung. E-Mail: info@sportjugend-dresden.de oder Mobil unter: 0176/87730608 (WhatsApp)

Die 8. Stadtteilbeiratssitzung bringt Geld für sechs neue Projekte

eingestellt am 23.07.2020 von Philine Schlick

Unerwartet viel Beteiligung brachte die achte Stadtteilbeiratssitzung am vergangenen Donnerstag. Es kamen mehr Beirät*innen als angekündigt und beschieden nahezu einstimmig sechs neue Projekte für die Johannstadt. Darunter Mosaik-Sitzbänke für den Bönischplatz, Gymnastikkurse für muslimische Frauen und einen ungewöhnlichen Videodreh zu einem besonderen Anlass. Den Auftakt gab eine gute Botschaft. 

Lange währten sie, die Planungen für das Bönischplatzfest alias Bundschuhstraßenfest. Corona grätschte dazwischen, dann wurde ein neuer Organisator gesucht. Stadtteilbeirat Lutz Hoffmann übernahm das Zepter von Katja Hilbert und machte sich an die Partyplanung: Am 26. September wird das Straßenfest nun gefeiert. Zwischen 12 und 22 Uhr wird die Bundschuhstraße bespielt mit einem Programm, das sich insbesondere dem Tanz verschrieben hat.

Gastgeber der achten Stadtteilbeiratssitzung war die Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas. Sie stellte das Gemeindezentrum an der Fiedlerstraße zur Verfügung. Foto: Philine Schlick
Gastgeber der achten Stadtteilbeiratssitzung war die Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas. Sie stellte das Gemeindezentrum an der Fiedlerstraße zur Verfügung. Foto: Philine Schlick

Tanz, Tanz, Tanz zum Bundschuhstraßenfest

Neben Musik der Banda Internationale wird es einen Tanzauftritt der 102. Grundschule geben. Selbst getanzt werden kann bei einem Latin-Tanzkurs ab 18 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt werden die Stände bereits wieder abgebaut, um die Straße freizugeben. Im Anschluss darf frei getanzt werden. Einstimmend für den Tanz-Tag wird Aga Becker ab 12 Uhr zum Yoga anleiten. Um 22 Uhr ist Zapfenstreich.

Gymnastik für Muslimas

„In Bewegung“ sollen muslimische Frauen mit einem gleichnamigen Gymnastikkurs bleiben. Die Soziale Dienste und Jugendhilfe gGmbH mit ihrem Projekt Wir sind Paten stellten den Antrag. Das Bestreben ist, acht muslimischen Teilnehmerinnen einen Schutzraum frei von Ressentiments zu bieten, um sich sportlich zu betätigen.

Antragsteller*innen für "In Bewegung - Gymnastikkurs für muslimische Frauen." Foto: Philine Schlick
Antragsteller*innen für „In Bewegung – Gymnastikkurs für muslimische Frauen.“ Foto: Philine Schlick

Eine Ergotherapeutin wird den einmal pro Woche angebotenen Kurs anleiten. Die monatliche Gebühr beträgt zwei Euro. Im Anschluss an die geförderten drei Monate soll der Kurs in Eigenregie weiter laufen und sich nach Möglichkeit auch für andere weibliche Interessierte öffnen.

Mosaik-Bänke für den Bönischplatz

Die Bauarbeiten am Bönischplatz, so konnte Anke Ostermeyer vom Stadtplanungsamt bestätigen, verlaufen immer noch nach Plan und werden pünktlich zum 31.10.2020 abgeschlossen sein.

Anke Ostermeyer: "Wir haben die richtige Baufirma für den Bönischplatz gewählt." Foto: Philine Schlick
Anke Ostermeyer: „Wir haben die richtige Baufirma für den Bönischplatz gewählt.“ Foto: Philine Schlick

Für das Wohlgefühl auf dem Platz sollen Sitzbänke mit Keramik-Mosaiken von Bürger*innen gestaltet werden. Der Johannstädter Kulturtreff e.V. plant hierfür einen offenen Workshop an zwei Terminen. Zum ersten Termin werden die Keramiken nach eigenem Gusto geformt. Bis zum zweiten Termin werden sie im Töpfer-Ofen gebrannt, um schließlich glasiert und an den Sitz-Bänken angebracht zu werden. Platz ist für sechs bis acht Teilnehmer*innen, willkommen sind Jung und Alt.

Blick auf den Bönischplatz. Foto: Christina Eppers

johannstadt.de berichtet weiter – gedruckt und online

Fördergelder aus dem Stadtteilfonds wurden dem Online-Stadtteilmagazin johannstadt.de für das zweite Halbjahr 2020 beschieden. Die bewilligten Gelder werden für Honorare – also Artikel wie diesen -, den Umbau der Internetseite und die Bewerbung des Portals eingesetzt. Beispielsweise sollen die Artikel auf der Startseite künftig mit Beitrags-Bildern angezeigt werden. Tipps und Hinweise für eine bessere Lesbarkeit sind stets unter email hidden; JavaScript is required willkommen.

In diesem Zusammenhang wurde bei der Sitzung die Idee einer Druck-Version des Stadtteilmagazins vorgestellt. Die Fördermittel für die kostenlose Zeitung kommen aus dem Projekt Utopolis, das sich mit künstlerischen Initiativen wie dem Plattenchor oder der Postkartenwerkstatt „Komm‘ rum“ für die soziokulturelle Belebung der Johannstadt einsetzt.

Anja Hilgert (Stadtteilredaktion) präsentierte gemeinsam mit Meike Weid (Utopolis) die Idee eines gedruckten Stadtteilmagazins für die Johannstadt. Foto: Philine Schlick
Anja Hilgert (Stadtteilredaktion) präsentierte gemeinsam mit Meike Weid (Utopolis) die Idee eines gedruckten Stadtteilmagazins für die Johannstadt. Foto: Philine Schlick

Das Print-Magazin soll bestehende Artikel – insbesondere Porträts von Menschen und Orten – angereichert mit vielen Bildern, Rätseln und Mitmach-Aktionen für Bürger*innen analog lesbar machen. Die erste Ausgabe soll schon im Dezember im Stadtteil ausliegen.

Holzbau für Jugendliche und ein Gottesdienst für Menschen mit Handicap

Menschen, die von einer gesellschaftlich konstruierten Norm abweichen, werden „Menschen mit Behinderung“ genannt. Doch ist es nicht die Gesellschaft, die diese behindert? Der Gottestdienst zum Thema „Wer behindert mich?“ der ev.-luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas soll dieser Frage nachgehen.

Blick in die Runde bei der 8. Stadtteilbeiratssitzung am 15. Juli an der Fiedlerstraße. Foto: Philine Schlick
Blick in die Runde bei der 8. Stadtteilbeiratssitzung am 15. Juli an der Fiedlerstraße. Foto: Philine Schlick

Der Gottesdienst soll dazu dienen, Berührungsängste abzubauen und Ideen für mehr Teilhabe zu sammeln. Eingeladen sind Menschen mit Handicap, ihre Angehörigen, Lobby-Vertreter*innen, Pädagog*innen, Bewohner*innen und alle sonstigen Interessierten. Sollten die dann geltenden Abstandsregeln nicht allen Besucher*innen eine Teilnahme ermöglichen, soll der Gottesdienst mit einem digitalen Streaming übertragen werden.

Pfarrer Tobias Funke stellte auch noch einen zweiten Antrag der Gemeinde vor: Er möchte einen Holzworkshop für Jugendliche anbieten, um mit den erlangten Kenntnissen den Gemeinschaftsgarten des Gemeindehauses zu verschönern. Entstehen sollen Sitzbänke, Beschattungen und schützende Zäune für spielende Kinder.

Film ab für Lasse Reinstroem zum Parking Day

Zu erleben wird im September ein weiteres Projekt der Kirchgemeinde in Aktion sein: Die Generationen-Rikscha. Christian Bähler ist Musiker der Band „Lasse Reinstroem“ und möchte auf besondere Weise Werbung für Lebensqualität in der Johannstadt machen. Er beantragte Fördermittel für einen Videodreh zum neuen Song „Ferry of the common man“. Das Lied ist eine Hymne an das Fahrrad, das auch im Fokus des alljährlichen Parking Day steht. Für das Video sucht Lasse Reinstroem Johannstädter*innen mit emissionsfreien Zwei- und Dreirädern aller Art, um einen Tross von Albertbrücke bis Hertelstraße zu sammeln. Die Generationen-Rikscha soll auch dabei sein.

Esther Heinke zeigte die Ziele und Pläne des Projektes "Nachhaltige Johannstadt", das Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen vorantreibt. Foto: Philine Schlick
Esther Heinke präsentierte die Ziele und Pläne des Projektes „Nachhaltige Johannstadt“, das Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen vorantreibt. Foto: Philine Schlick

Der Parking Day wird am 18. September auf der Hertelstraße gefeiert, indem drei bis vier Parkplätze frei von Autos geräumt werden. An ihre Stelle rücken Sofas, Spiele und Picknicks. Es soll gezeigt werden, wie sich die Atmosphäre einer Straße wandelt, wenn auf ihr Platz für Freizeit und Geselligkeit ist. Der Aktionstag wird gestaltet vom Projekt NaJo2025, das sich mit zahlreichen Initiativen wie einem Tauschschrank, sicheren Fußgängerquerungen, Fahrrad-Bügeln und Fair-Teilern für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Viertel einsetzt.

Bernd Sauer vom Copy Shop Sauer bei der Stadtteilbeiratsszung. Foto: Philine Schlick
Bernd Sauer vom Copy Shop Sauer bei der Stadtteilbeiratsszung. Foto: Philine Schlick

 

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