Das Magazin „kaffeepause“ trotzt der Pandemie mit seiner achten Ausgabe über Bäume

eingestellt am 14.05.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Postkartenmotiv. Foto: kaffeepause

„Haltet durch und macht’s wie die Bäume – seid stark!“, ruft das Team der „kaffeepause“ in seinem aktuellen Editorial den Leser*innen zu. Die Redaktion hat bewiesen, wie das geht: Die achte Ausgabe des Magazins von besonderen Menschen ist in der Pandemie entstanden und glänzt allen widrigen Umständen zum Trotz mit Farbe, Fachwissen und Poesie.

„Die Chatgruppen“, erzählt Kathleen Roth, „waren so etwas wie der rettende Ast.“ Gemeinsam mit Franziska Weiske hat die Sozialpädagogin vor nunmehr acht Jahren das Magazin „kaffeepause“ ins Leben gerufen. Es wird von Menschen mit Handicap aus ganz Sachsen gestaltet. Ein Redaktionsteam kommt regelmäßig im Johannstädter Kulturtreff zusammen.

Das Cover des aktuellen Heftes zum Thema „Bäume“. Bild: kaffeepause

Im Vorfeld wird für jedes Heft ein Thema und eine künstlerische Technik festgelegt. Dann geht es los. Das ganze Jahr über fahren die beiden Frauen mit dem „kaffeepause“-Mobil von Werkstatt zu Werkstatt und sammeln Beiträge. Die Werkstätten räumen Zeit für die „kaffeepause“ im Arbeitsalltag ein, weil sie die lebenslange Weiterbildung als wichtig erachten.

Das Redaktionsteam bei der Arbeit. Foto: kaffeepause

Releaseparty mit 300 Gästen

Rund 160 Erwachsene steuern regelmäßig Texte und Bilder bei. Wöchentliche Redaktionssitzungen finden immer donnerstags in Dresden im Johannstädter Kulturtreff statt. Eine monatliche Sitzung wird in Rothenburg abgehalten, wo die Träger des Projektes, die Diakonie St. Martin und die Evangelische Erwachsenenbildung, ihren Sitz haben.

Das Redaktionsteam bei der Arbeit. Foto: kaffeepause

Die „kaffeepause“ ist mehr als ein künstlerisches Jahresmagazin: Es ist Austausch, Hingabe und Podium für Gefühle. In der Dreikönigskirche zu Dresden herrscht jedes Jahr ein großes Gedränge, wenn die aktuelle Ausgabe im November mit Lesungen und Live-Musik multimedial präsentiert wird. Rund 300 Menschen kommen dann zusammen. Neben Verwandten und Freund*innen der Autor*innen füllen zahlreiche externe Gäste die Bänke. Es gibt Kaffee und Kuchen und die Urheber*innen von Text und Bild, die auf den Heftseiten bereits vereint sind, können sich persönlich kennenlernen.

Albrecht Goette liest gemeinsam mit einigen Autor*innen aus der kaffeepause zum Erscheinen jeder neuen Ausgabe. Foto: kaffeepause

Dann kam Corona. Von heute auf morgen fielen die Werkstatt-Treffen aus. Um den Kontakt nicht abreißen zu lassen, gründeten Kathleen Roth und Franziska Weiske Chatgruppen und regten dort zum Austausch an. Per Messenger blieb ein kleiner, fester Kern von etwa 30 Mitwirkenden der „kaffeepause“ in Kontakt: Mit Bildern, Informationen und einer täglichen Gutenachtgeschichte. Ein Brief ging an jede Werkstatt, zusammen mit Skizzenheften, um Menschen ohne Internetzugang die Teilnahme zu ermöglichen.

Ein Heft entsteht per Gruppenchat

Die Chat-Gruppe wurde zum Selbstläufer: Von Spaziergängen sendeten die Teilnehmer*innen Fragen, neue Erkenntnisse und Bilder. Ein „Baum des Tages“ wurde gewählt und besprochen. „Die Gespräche haben sich nicht in Smalltalk verloren, sondern sind immer fokussierter geworden“, sagt Kathleen Roth.

Entstanden ist ein ausführliches Heft, das glatt als Lehrbuch durchgehen könnte, sich aber durch seine Farben- und Formenvielfalt genauso gut zum Schmökern und Träumen eignet. Baum-Porträts stellen bekannte Vertreter wie Mammut- und Ginkgobaum vor. Auch Walnuss, Kirsche, Eberesche, Kiefer und Co. haben ihren Platz. Illustriert und verziert ist alles mit Zeichnungen, Gedichten und Aphorismen wie diesem von Sebastian Zipser aus dem Johannstädter Redaktionsteam:

Hüten Sie sich vor Schlagbäumen!

Schlagbäume verhindern Durchgänge.
Wenn sie zu sind, fühlt sich mancher
in frühere Zeiten versetzt.

Heute sind sie eher in den einzelnen Köpfen
von uns Menschen vorhanden.
Und diese gedanklichen Schlagbäume
sind sehr schwierig zu entfernen.

Baumexpert*innen und Baumkuchen

Für die Ausgabe hat sich die „kaffeepause“ Baum-Expert*innen der TU Dresden mit ins Boot geholt. Vorträge und Workshops im Forstbotanischen Garten in Tharandt öffneten den Blick für die teils uralten Wesen, die unsere Luft filtern. Den Baumkuchen, den es auf der Releaseparty geben sollte, haben Kathleen Roth und Franziska Weiske zusammen mit den frisch gedruckten Heften breit gefahren und in den Werkstätten verteilt. Jede Auflage beläuft sich mittlerweile auf 1000 Exemplare.

Naturstudien im Tharandter Wald mit dem Redaktionsteam Johannstadt. Foto: kaffeepause

Obwohl Corona das Heft verändert hat, ziehen die beiden Initiatorinnen eine positive Bilanz: Rund 2000 Bilder sind in den Chats zusammen gekommen. Es hat sich ein kleiner Fankreis gebildet, der über den Redaktionsschluss hinaus in Verbindung bleibt. „Immerhin“, trösten sich die Koordinator*innen, die um die Unersetzlichkeit des persönlichen Kontakts wissen. Jetzt liegen die Hoffnungen darauf, dass regelmäßige Treffen bald wieder möglich sind.

„Immer ein kleiner Umzug“

Im Rahmen des Moritzburger Kunstsommers soll die komplette Novemberlesung nachgeholt werden – vorausgesetzt, dass Proben im Vorfeld möglich sind. Eventuell wird eine abgespeckte Version konzipiert, verrät Franziska Weiske. Es sei wie ein Wunder gewesen, dass eine Zweijahres-Förderung das Projekt über die Krise getragen habe. Jetzt setze man auf Spenden und Annoncen, um das Magazin zukunftsfähig zu machen.

Auf die Idee zum Heft kamen Kathleen Roth und Franziska Weiske 2013. Beide arbeiteten als Ergotherapeutinnen und hatten beschlossen, beruflich neue Wege einzuschlagen. Bei Kathleen war das ein Studium der Sozialpädagogik und der Schritt in die Erwachsenenbildung mit Literatur- und Theaterprojekten. Franziska studierte und arbeitete als Kostüm- und Bühnenbildnerin, u.a. am Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau.

Kunst bringt zum Vorschein und verbindet – das hatten die Frauen erfahren und wollten etwas Eigenes auf die Beine stellen. Die „kaffeepause“ wurde geboren. Lange fuhren die beiden Frauen mit einem alten VW-Bus von Werkstatt zu Werkstatt, voll bepackt mit „Material vom Feinsten“ von Tusche bis Kreide, von Graphit bis Aquarellfarbe. „Es ist immer wie ein kleiner Umzug“, sagt Kathleen.

Preise, Reisen und Visionen

Die „kaffeepause“ schrieb ihre eigene Erfolgsgeschichte: Menschen entdeckten verborgene Talente und die Lust am Podium, begeistertes Publikum die Freude an der Vielfalt der Kunst.

Auf Exkursion in der Apoldina Wien. Foto: kaffeepause

Beim regelmäßig ausgelobten „Schoko“-Preis der österreichischen Schokoladenfirma „Zotter“ war 2018 ein „kaffeepause“-Autor der Preisträger. Das gab den Anlass zu einer Busreise nach Wien. Gesponsert wurde die Fahrt von den Eltern des Preisträgers. 2020 waren es dann vier Preisträger*innen.

Die „kaffeepause“ bewegt, schafft Mobilität und öffnet Wege – auf den Seiten des Magazins wird diese Bewegung kunstvoll wider- und weitergegeben.

„kaffeepause“ Nummer 8: Bäume

  • das Magazin ist erhältlich über die Webseite: www.redaktion-kaffeepause.de
  • Telefon: 035891 / 38145
  • email hidden; JavaScript is required
  • Spenden: Diakonie St. Martin, Verwendungszweck kaffeepause, IBAN DE 74 350601901555999050, BIC GENODED1DKD

Druckfrisch ins Viertel: Das Johannstadt-Magazin „Zeile“ ist da

eingestellt am 11.12.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Das Ding ist im Kasten: Die Zeile als kostenfreier Adventsgruß. Foto: Meike Weid

Während sich das soziale, berufliche und kulturelle Leben zusehends in digitale Räume verlagert, wagen die Macher*innen der „Zeile“ einen analogen Schritt und bringen das erste gedruckte Stadtteilmagazin der Johannstadt heraus. Am Freitag wurde das Heft zum Thema Nachbarschaft druckfrisch im Viertel verteilt.

IKEA schafft seinen Katalog ab, Zeitungen verlagern sich ins Internet – und in der Johannstadt wird ganz nach alter Schule ein Magazin gedruckt? Ja! Es handelt sich um das greifbare Pendant zum Online-Stadtteilmagazin auf johannstadt.de.

Blick in den Schaffensprozess: Die Zeile ausgebreitet auf dem Tisch bei der Redaktionssitzung. Foto: Anja Hilgert
Blick in den Schaffensprozess: Die Zeile ausgebreitet auf dem Tisch bei der Redaktionssitzung. Foto: Anja Hilgert

Farbenfrohes Abbild Johannstädter Vielfalt

Anja Hilgert von der Stadtteilredaktion hat gemeinsam mit Meike Weid vom Projekt Plattenwechsel die Zügel in die Hand genommen und umgesetzt, was schon lange erträumt war: Ein ästhetisches Heft rund um die Johannstadt.

„44 Seiten stark ist die Erstausgabe. Etwas für längere Haltbarkeit, zum Schmökern und immer wieder mal Hervorholen, denn die versammelten Geschichten handeln wahrhaftig und unmittelbar vom Leben, erzählt von unterschiedlichen Menschen, die im Viertel leben und in Berichten, Erzählungen, Portraits und Poesie teilen, was sie erleben“, erklärt Anja Hilgert.

Bertil Kalex, Daniel Becker, Anja Hilgert, Philine Schlick, Matthias Kunert und Torsten Görg vom Redaktionsteam. Auf dem Bild fehlt Mohammad Ghith al Haj Hossin. Foto: Anja Schneider
Bertil Kalex, Daniel Becker, Anja Hilgert, Philine Schlick, Matthias Kunert und Torsten Görg vom Redaktionsteam. Auf dem Bild fehlt Mohammad Ghith al Haj Hossin. Foto: Anja Schneider

Binnen eines Vierteljahres entstand mit Beiträgen des Redaktionsteams von johannstadt.de, Einsendungen von Bürger*innen und Gast-Artikeln ein farbenfrohes Abbild der Vielfalt im Viertel. Ziel war es, die Inhalte einem Leser*innenkreis zugänglich zu machen, der nicht maßgeblich im Internet zugegen ist.

Zugang für eine breitere Bevölkerungsschicht

Da gibt es die rührende Geschichte von Ferdinand Saalbach, der die Feuerwehr rief, als die alte Weide am Elbufer brannte und sich selbst in diesem lodernden Symbol wiederfand, Porträts von der Keramikkünstlerin bis zum Märchenerzähler, Geschichten von der gestohlenen Rose bis zum archäologischen Abenteuer, Wissenswertes von Stimmen aus dem Stadtteilbeirat bis zur Hymne aufs Gemüseauto.

„Auf johannstadt.de hat sich ein stattlicher Fundus angesammelt an Informationen aus der Chronik, der Stadtteilentwicklung und dem Alltagsleben des Viertels. Diese Vielfalt zu heben und aktuell neu aufzulegen, um einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen, was im eigenen Stadtteil alles lebendig und da ist, ist das Ansinnen der Print-Version des Stadtteilmagazins“, so Anja Hilgert.

Das Cover der aktuellen Zeile im Dezember 2020. Foto: Anja Hilgert
Das Cover der aktuellen Zeile im Dezember 2020. Foto: Anja Hilgert

Am Freitag ist das Heft endlich aus der Druckerei in den Johannstädter Kulturtreff gereist. Anja Hilgert ist aufgeregt: „Ich habe das Heft bis jetzt noch nicht gesehen. Bis zuletzt gab es Verschiebungen und Änderungen und dann ging alles kurz auf knapp“, schildert sie den Prozess.

Der Name Zeile spielt einerseits auf die Zeilen eines Textstückes, andererseits auf die charakteristischen Plattenbauten in der Johannstadt ab. Die erste Ausgabe der Zeile enthält zahlreiche Appelle: „Mach mit, bring dich ein!“, heißt es zu den einzelnen Rubriken. Das Heft soll gemeinsam mit seinen Leser*innen entstehen, deshalb sind Ideen und Einsendungen für die nächste Ausgabe zum Thema Wohnen herzlich erwünscht.

Verteil-Aktion in der Johannstadt am Freitag

Gemeinsam mit der Zeichenkünstlerin Theresa Wenzel, die Abbildungen beisteuerte, machten sich Meike Weid, Anja Hilgert und Frederike von Bothmer auf eine Tour durch die Johannstadt, um das kostenfrei erhältliche Magazin zu verteilen. „Alle Bewohner*innen der Nördlichen Johannstadt und natürlich die Autor*innen bekommen ein Exemplar in den Briefkasten gesteckt“, erklären sie. Zudem soll in regelmäßigen Abständen ein Stoß Hefte im neuen Büchertauschregal am Bönischplatz ausliegen.

Maskierter Empfang am Fenster. Foto: Meike Weid
Maskierter Empfang am Fenster. Foto: Meike Weid

Unterwegs war das Quartett mit der Lichterketten geschmückten Generationen-Rikscha. Ein kleines Licht auf Wanderschaft in diesem Advent, der sich ab Montag mit dem Lockdown weniger auf der Straße, als hinter offenen Fenstern und geschlossenen Türen abspielen wird.

Stadtteilmagazin Zeile

  • kostenfrei im Stadtteil erhältlich, z.B. im Büchertauschregal
  • Ideen, Wünsche, Beiträge können an redaktion@johannstadt.de gesendet werden
  • die zweite Ausgabe erscheint im Frühjahr/Sommer 2021 zum Thema Wohnen

Die 8. Stadtteilbeiratssitzung bringt Geld für sechs neue Projekte

eingestellt am 23.07.2020 von Philine Schlick

Unerwartet viel Beteiligung brachte die achte Stadtteilbeiratssitzung am vergangenen Donnerstag. Es kamen mehr Beirät*innen als angekündigt und beschieden nahezu einstimmig sechs neue Projekte für die Johannstadt. Darunter Mosaik-Sitzbänke für den Bönischplatz, Gymnastikkurse für muslimische Frauen und einen ungewöhnlichen Videodreh zu einem besonderen Anlass. Den Auftakt gab eine gute Botschaft. 

Lange währten sie, die Planungen für das Bönischplatzfest alias Bundschuhstraßenfest. Corona grätschte dazwischen, dann wurde ein neuer Organisator gesucht. Stadtteilbeirat Lutz Hoffmann übernahm das Zepter von Katja Hilbert und machte sich an die Partyplanung: Am 26. September wird das Straßenfest nun gefeiert. Zwischen 12 und 22 Uhr wird die Bundschuhstraße bespielt mit einem Programm, das sich insbesondere dem Tanz verschrieben hat.

Gastgeber der achten Stadtteilbeiratssitzung war die Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas. Sie stellte das Gemeindezentrum an der Fiedlerstraße zur Verfügung. Foto: Philine Schlick
Gastgeber der achten Stadtteilbeiratssitzung war die Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas. Sie stellte das Gemeindezentrum an der Fiedlerstraße zur Verfügung. Foto: Philine Schlick

Tanz, Tanz, Tanz zum Bundschuhstraßenfest

Neben Musik der Banda Internationale wird es einen Tanzauftritt der 102. Grundschule geben. Selbst getanzt werden kann bei einem Latin-Tanzkurs ab 18 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt werden die Stände bereits wieder abgebaut, um die Straße freizugeben. Im Anschluss darf frei getanzt werden. Einstimmend für den Tanz-Tag wird Aga Becker ab 12 Uhr zum Yoga anleiten. Um 22 Uhr ist Zapfenstreich.

Gymnastik für Muslimas

„In Bewegung“ sollen muslimische Frauen mit einem gleichnamigen Gymnastikkurs bleiben. Die Soziale Dienste und Jugendhilfe gGmbH mit ihrem Projekt Wir sind Paten stellten den Antrag. Das Bestreben ist, acht muslimischen Teilnehmerinnen einen Schutzraum frei von Ressentiments zu bieten, um sich sportlich zu betätigen.

Antragsteller*innen für "In Bewegung - Gymnastikkurs für muslimische Frauen." Foto: Philine Schlick
Antragsteller*innen für „In Bewegung – Gymnastikkurs für muslimische Frauen.“ Foto: Philine Schlick

Eine Ergotherapeutin wird den einmal pro Woche angebotenen Kurs anleiten. Die monatliche Gebühr beträgt zwei Euro. Im Anschluss an die geförderten drei Monate soll der Kurs in Eigenregie weiter laufen und sich nach Möglichkeit auch für andere weibliche Interessierte öffnen.

Mosaik-Bänke für den Bönischplatz

Die Bauarbeiten am Bönischplatz, so konnte Anke Ostermeyer vom Stadtplanungsamt bestätigen, verlaufen immer noch nach Plan und werden pünktlich zum 31.10.2020 abgeschlossen sein.

Anke Ostermeyer: "Wir haben die richtige Baufirma für den Bönischplatz gewählt." Foto: Philine Schlick
Anke Ostermeyer: „Wir haben die richtige Baufirma für den Bönischplatz gewählt.“ Foto: Philine Schlick

Für das Wohlgefühl auf dem Platz sollen Sitzbänke mit Keramik-Mosaiken von Bürger*innen gestaltet werden. Der Johannstädter Kulturtreff e.V. plant hierfür einen offenen Workshop an zwei Terminen. Zum ersten Termin werden die Keramiken nach eigenem Gusto geformt. Bis zum zweiten Termin werden sie im Töpfer-Ofen gebrannt, um schließlich glasiert und an den Sitz-Bänken angebracht zu werden. Platz ist für sechs bis acht Teilnehmer*innen, willkommen sind Jung und Alt.

Blick auf den Bönischplatz. Foto: Christina Eppers

johannstadt.de berichtet weiter – gedruckt und online

Fördergelder aus dem Stadtteilfonds wurden dem Online-Stadtteilmagazin johannstadt.de für das zweite Halbjahr 2020 beschieden. Die bewilligten Gelder werden für Honorare – also Artikel wie diesen -, den Umbau der Internetseite und die Bewerbung des Portals eingesetzt. Beispielsweise sollen die Artikel auf der Startseite künftig mit Beitrags-Bildern angezeigt werden. Tipps und Hinweise für eine bessere Lesbarkeit sind stets unter email hidden; JavaScript is required willkommen.

In diesem Zusammenhang wurde bei der Sitzung die Idee einer Druck-Version des Stadtteilmagazins vorgestellt. Die Fördermittel für die kostenlose Zeitung kommen aus dem Projekt Utopolis, das sich mit künstlerischen Initiativen wie dem Plattenchor oder der Postkartenwerkstatt „Komm‘ rum“ für die soziokulturelle Belebung der Johannstadt einsetzt.

Anja Hilgert (Stadtteilredaktion) präsentierte gemeinsam mit Meike Weid (Utopolis) die Idee eines gedruckten Stadtteilmagazins für die Johannstadt. Foto: Philine Schlick
Anja Hilgert (Stadtteilredaktion) präsentierte gemeinsam mit Meike Weid (Utopolis) die Idee eines gedruckten Stadtteilmagazins für die Johannstadt. Foto: Philine Schlick

Das Print-Magazin soll bestehende Artikel – insbesondere Porträts von Menschen und Orten – angereichert mit vielen Bildern, Rätseln und Mitmach-Aktionen für Bürger*innen analog lesbar machen. Die erste Ausgabe soll schon im Dezember im Stadtteil ausliegen.

Holzbau für Jugendliche und ein Gottesdienst für Menschen mit Handicap

Menschen, die von einer gesellschaftlich konstruierten Norm abweichen, werden „Menschen mit Behinderung“ genannt. Doch ist es nicht die Gesellschaft, die diese behindert? Der Gottestdienst zum Thema „Wer behindert mich?“ der ev.-luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas soll dieser Frage nachgehen.

Blick in die Runde bei der 8. Stadtteilbeiratssitzung am 15. Juli an der Fiedlerstraße. Foto: Philine Schlick
Blick in die Runde bei der 8. Stadtteilbeiratssitzung am 15. Juli an der Fiedlerstraße. Foto: Philine Schlick

Der Gottesdienst soll dazu dienen, Berührungsängste abzubauen und Ideen für mehr Teilhabe zu sammeln. Eingeladen sind Menschen mit Handicap, ihre Angehörigen, Lobby-Vertreter*innen, Pädagog*innen, Bewohner*innen und alle sonstigen Interessierten. Sollten die dann geltenden Abstandsregeln nicht allen Besucher*innen eine Teilnahme ermöglichen, soll der Gottesdienst mit einem digitalen Streaming übertragen werden.

Pfarrer Tobias Funke stellte auch noch einen zweiten Antrag der Gemeinde vor: Er möchte einen Holzworkshop für Jugendliche anbieten, um mit den erlangten Kenntnissen den Gemeinschaftsgarten des Gemeindehauses zu verschönern. Entstehen sollen Sitzbänke, Beschattungen und schützende Zäune für spielende Kinder.

Film ab für Lasse Reinstroem zum Parking Day

Zu erleben wird im September ein weiteres Projekt der Kirchgemeinde in Aktion sein: Die Generationen-Rikscha. Christian Bähler ist Musiker der Band „Lasse Reinstroem“ und möchte auf besondere Weise Werbung für Lebensqualität in der Johannstadt machen. Er beantragte Fördermittel für einen Videodreh zum neuen Song „Ferry of the common man“. Das Lied ist eine Hymne an das Fahrrad, das auch im Fokus des alljährlichen Parking Day steht. Für das Video sucht Lasse Reinstroem Johannstädter*innen mit emissionsfreien Zwei- und Dreirädern aller Art, um einen Tross von Albertbrücke bis Hertelstraße zu sammeln. Die Generationen-Rikscha soll auch dabei sein.

Esther Heinke zeigte die Ziele und Pläne des Projektes "Nachhaltige Johannstadt", das Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen vorantreibt. Foto: Philine Schlick
Esther Heinke präsentierte die Ziele und Pläne des Projektes „Nachhaltige Johannstadt“, das Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen vorantreibt. Foto: Philine Schlick

Der Parking Day wird am 18. September auf der Hertelstraße gefeiert, indem drei bis vier Parkplätze frei von Autos geräumt werden. An ihre Stelle rücken Sofas, Spiele und Picknicks. Es soll gezeigt werden, wie sich die Atmosphäre einer Straße wandelt, wenn auf ihr Platz für Freizeit und Geselligkeit ist. Der Aktionstag wird gestaltet vom Projekt NaJo2025, das sich mit zahlreichen Initiativen wie einem Tauschschrank, sicheren Fußgängerquerungen, Fahrrad-Bügeln und Fair-Teilern für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Viertel einsetzt.

Bernd Sauer vom Copy Shop Sauer bei der Stadtteilbeiratsszung. Foto: Philine Schlick
Bernd Sauer vom Copy Shop Sauer bei der Stadtteilbeiratsszung. Foto: Philine Schlick

 

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