“Moving Borders” erzählt am Wochenende Johannstädter Geschichten quer über die Elbe

eingestellt am 08.07.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Moving Borders lässt die Grenzen verschwimmen. Foto: Mustafa Hasan

Das internationale Kunstprojekt “Moving Borders” bringt Johannstädter Geschichten mit der Fähre auf die gegenüberliegende Elbseite in die Neustadt. Am Fähranleger ist die Bühne aufgebaut. Und auch das Schiff selbst wird Kulisse. Mit dabei ist die 101. Oberschule mit einem Schüler*innen-Projekt zum Anhören. Der Eintritt ist an allen Tagen kostenfrei.

Die Elbe trennt Johannstadt und Neustadt – und verbindet sie. Was beide Stadtteile eint, ist ihre quirlige Unterschiedlichkeit. Das internationale Kunstprojekt “Moving Borders” begreift den Fluss als Schnittstelle, nicht als Trennlinie und macht die Fähre Johanna zur Arche. Von Freitag bis Sonntag findet auf dem gepflasterten Platz am Fähranleger auf der Neustädter Seite ein vielschichtiges Bühnenprogramm statt. Die Überfahrt mit der Fähre wird am Sonnabend selbst zum Erlebnis, denn Künstler*innen gestaltet hier jeweils ein eineinhalb-minütiges “Überfahrtsprogramm”. Pendeln lohnt sich also.

Elbe und Johannstadt gestalten, hören und fühlen

Am Freitag noch vor dem Eröffnungskonzert mit der Dresdner Marching Band Banda Comunale und der Skulpturalen Bewegung Stromlinien, beginnt das Programm um 16 Uhr mit der individuellen Gestaltung von Kleidung aus zweiter Hand, Audio-Features zur Elbe, einer interaktiven Karte zur Elbe und einer “Insel der europäischen Fragen”. Mit dabei ist auch die 101. Oberschule: Unter dem Titel “Skatebankcola” stehen Gefühle, Wünsche, Ängste und Hoffnungen von Jugendlichen im Fokus. Ihre Stimmen werden in einem Mix aus Musik und Field-Recordings arrangiert, die vor Ort im Kiez gemeinsam aufgenommen wurden.

Um 18 Uhr startet dann das einstündige Eröffnungskonzert, an das sich ein geselliges Beisammensein am Lagerfeuer anschließt.

Fahnen-Winken von Ufer zu Ufer und Catwalk

Am Sonnabend wird das Programm um eine Fahnenchoreografie ergänzt, die um 19.30 Uhr von einem zum anderen Elbufer grüßen wird. Waving Signals – eine kosmopolitische Fahnenchoreografie für alle. Die Fahnengestaltung beginnt um 15 Uhr vor Ort.

Mit dem eigenen Smartphone und Kopfhörer kann auf dem Areal unter dem Titel “Move as one” eine 45-minütige Audio-Meditation von Kieron Jina auf einem angeleiteten Spaziergang genossen werden.

Zwischen 16 und 18 Uhr finden die Mini-Performances auf der Fähre Johanna statt. Präsentiert wird “Unterschätztes Wissen”, gesammelt und bearbeitet vom Trio La Vache Qui Rit aus den Erzählungen Johannstädter Bürger*innen. Gegen 20 Uhr klingt der Abend wieder am Lagerfeuer aus.

Am Sonntag schließlich bekommen die entstandenen Kleidungsstücke von „Collection – was unsere Kleidung zu erzählen hat” einen Körper und beginnen, sich auf einem Catwalk zu bewegen. Die Modenschau startet um 18 Uhr. Um 19 Uhr schließt sich eine erneute Vorführung der Fahnen-Choreografie an.

Gemeinsam schnippeln, kochen und tanzen

Der Montag bietet neben dem bislang bekannten Programm gemeinsamen Austausch, kochen und Tanz.  Ab 15 Uhr können Frauen beim Frauencafé mit Nazanin Zandi durch die Gestaltung von Blanko-Figuren sowie Blanko-Sprech- und Gedankenblasen in Austausch kommen und die entstandenen Comic-Szenen in eine Dresdner Landschaft einbetten.

Um 17 Uhr schließt sich das Montagscafé mit einer Koch-Session mit Musik für alle an.

Moving Borders / ARK für Dresden: Arche für unterschätztes Wissen

Interkultureller Tag der StadtNatur: Spazieren durch Johannstadt

eingestellt am 02.06.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Die Wiesenflockenblume (Centaurea jacea) leuchtet noch spät im Jahr und setzt einen Akzent für den Schutz von Insekten aller Art, Hummeln, Schmetterlinge, Falter und Bienen, die in dieser Wiese eine Weide haben.  Foto: Anja Hilgert

Am Sonnabend und Sonntag feiert der BUND auch in Dresden den interkulturellen Tag der StadtNatur. Gemeinsam mit Wir sind Paten veranstaltet der Verein Willkommen in Johannstadt einen Spaziergang mit Natur-Kunst und Picknick – auch in Arabisch und Farsi. 

Stadt, das steht für viele Menschen, hohe Häuser, belebte Straßen, aktives Kulturleben, einkaufen und kurze Wege. Kurzum: Für Lebendigkeit und Vielfalt. Aber was wäre die Stadt ohne ihre Natur? Parks, Grünflächen, Wiesen, Wälder und Brachen bedeuten Erholung, Rückzugsort und Artenschutz. Niemand weiß das besser als die Johannstädter*innen, die mit den Elbwiesen ihre Oase direkt vor der Haustür genießen.

Ein Feiertag für die Natur in der Stadt

Der Tag der StadtNatur feiert mit vielen kleinen Einzelveranstaltungen im Stadtgebiet die wertvolle Flora und Fauna, die die Stadt grün und lebendig machen. In Dresden findet er seit 2015 statt. Er wurde nach dem Vorbild der Langen Nacht der Museen angelegt. Seinen Ursprung fand er 2007 in Berlin und entwickelt sich seitdem zusehends weiter. Workshops, Kräuterwanderungen, Vogelerkundungen: Die Palette der Veranstaltungen ist breit gefächert.

“Durch das Programm ‘RefLAct’ begegneten sich viele junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen indem sie sich gemeinsam für unsere Umwelt einsetzten. Wir hoffen, dass auch Familien beim Interkulturellen Tag der StadtNatur dabei sind, in denen nicht hauptsächlich deutsch gesprochen wird,” so Hannes Herrmann, Projektreferent beim BUND. Die Veranstaltung ist der Abschluss des Projekts “Refugees Lead Action”, bei dem interkulturelle Begegnung durch Umweltbildungsseminare ermöglicht wurde. Gefördert wurde es durch die Aktion Mensch und die GLS Treuhand.

Kulturelle Vielfalt in Dresden trifft also auf die Artenvielfalt der Dresdner Natur. “Wir freuen uns über die vielen Partner, die zum Programm beitragen,” so Herrmann.

Ein vielsprachiger Spaziergang

In Johannstadt veranstaltet der Verein Willkommen in Johannstadt gemeinsam mit Wir sind Paten am Sonnabend und Sonntag einen Familienspaziergang durch’s Viertel, bei dem aus Naturmaterialien ein Kunstwerk gestaltet wird. Zum Abschluss winkt ein gemeinsames Picknick. “Die Tour kann man mit Hilfe einer App auch alleine absolvieren”, erklärt Marie-Charlotte Lukas. “Sowohl die digitale als auch die geführte Tour werden auf Arabisch und Farsi angeboten. Samstag mit einer arabischen Dolmetscherin, Sonntag dann auf Farsi.”

Familien-Spaziergang zum Interkulturellen Tag der StadtNatur

Stadtteilrunde entwirft Rätsel-Spaziergang durch’s Viertel

eingestellt am 05.05.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Das Schaufenster des Stadtteilladens an der Pfotenhauerstraße 66 ist eine Station des Rundgangs. Foto: Philine Schlick

Die Stadtteilrunde hat einen Familien-Spaziergang entworfen, bei dem an den Stationen Fragen über die Johannstadt locken. Wissen und Wandern werden so verknüpft. Die Aktion läuft noch bis April 2022 und führt in einer großen Runde zu verschiedenen wichtigen Anlaufstellen.

Spazierengehen – eine Freizeitbeschäftigung, die durch die Pandemie unsagbar an Bedeutung gewonnen hat. Ziellos flanieren ist allerdings nicht jedermenschs Sache. Manche schätzen Abenteuer und Unterhaltung. Eine Kombination von beidem hat die Stadtteilrunde mit ihrem Spaziergang durch die Johannstadt versucht. Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und ihre Familien.

Die entworfene Route umfasst neun Stationen, die in beliebiger Reihenfolge angesteuert werden können. An jeder wartet eine Reihe kniffliger Fragen, die gut sichtbar nach außen angebracht sind. Ob diese korrekt beantwortet wurden, lässt sich anhand des Ergebnisses einer finalen Rätselfrage überprüfen. Es empfiehlt sich, das Smartphone einzustecken.

Die Aktion soll über ein Jahr lang bis zum April 2022 laufen und kann zu jeder Zeit durchgeführt werden. Neben Bewegung an der frischen Lust und Beobachtungen in der Nachbarschaft, bringt der Spaziergang Wissenswertes über die Johannstadt, ihre Organisation und Veranstaltungen zutage.

Die Stationen müssen nicht an einem Tag “abgearbeitet” werden, sondern können auch unabhängig voneinander aufgesucht werden. Um Abwechslung zu garantieren, werden die Stationen mindestens einmal umgebaut.

Stadtteilspaziergang der Stadtteilrunde

Stationen:

  • 102. Grundschule „Johanna“ – Pfotenhauerstraße 40
  • Jugendtreff Trini – Dürerstraße53 (Eingang Permoserstraße)
  • Streetwork City – Park Holbeinstraße Fußballkäfig
  • Dinglingerschule – Schulzaun Ecke Dinglingerstraße/Georg-Nierlich-Straße
  • Jugendhaus Eule – Marschnerstraße 33
  • Johannstädter Kulturtreff – Elisenstaße 35
  • Kindertreff JoJo -Elisenstaße35
  • Wir sind Paten / Willkommen in Johannstadt e.V. – Bundschuhstraße 2 (Seiteneingang links)
  • Stadtteilbeirat Johannstadt – Pfotenhauerstraße 66