Stadtbezirksbeirat beschließt zusätzliche 16.000 Euro für Johannstädter Ballspielfläche

eingestellt am 29.09.2020 von Philine Schlick (Stadtteilredaktion), Headerbild: Die Fläche ist als Spielplatz ausgewiesen. Entstehen sollen hier Flächen zum Ballspielen. Foto: Philine Schlick

Für die geplante Ball- und Rasenfläche neben dem Bolzplatz unterhalb des Restaurants „Johann“ am Johannstädter Elbufer hatte der Stadtbezirksbeirat bereits 70.000 Euro beschlossen. Nun kamen bei der Planung unerwartet Kosten dazu: Eine Ascheschicht im Boden muss fachgerecht entsorgt werden. Am vergangenen Mittwoch wurde in einer Sondersitzung abgestimmt.

„So ist das manchmal, wenn man etwas anfängt. Es kommt etwas unerwartet hinzu“, zeigte Stadtbezirksamtsleiter André Barth bei der Sondersitzung im Bürgerbüro am Mittwoch Verständnis. Er warb auch mit eindeutigen Worten für eine Ja-Stimme der Stadtbezirksambeirät*innen: Es ging um eine Summe von rund 16.000 Euro, die für die Herrichtung einer Spiel- und Rasenfläche am Johannstädter Elbufer zusätzlich benötigt werden.

Kohlenstoffgehalt würde Deponie-Feuer löschen

Der Stadtbezirksbeirat hatte bereits Anfang des Jahres 70.000 Euro genehmigt. Jetzt stießen die Planer*innen unerwartet auf eine Asche-Schlacke-Schicht im Boden, die fachgerecht abgetragen werden muss. Sie wird in die seltene Deponieklasse 3 von 4 eingeordnet. Allein – wohin mit dem giftigen Abraum?

Blick von der zukünftigen Spielfläche in Richtung Elbe. Foto: Stadt Dresden
Blick von der zukünftigen Spielfläche in Richtung Elbe. Foto: Stadt Dresden

Die Verbrennungsanlage in Lauta rechnete aus, dass ihr Feuer bei der Menge des Abfalls aus Asche erlöschen würde. Planerin Eckert erklärte: „Die Schicht ist nur etwa zehn Zentimeter dick, allerdings kommt auf die Fläche einiges zusammen.“

Nach einigem Hin- und Her-Überlegen geht der Abraum jetzt in die Deponie nach Bautzen, wo er zwar auch nicht vernichtet, aber gelagert werden kann. Das dafür erstellte Angebot sieht Kosten in Höhe von rund 16.000 Euro vor, die die 13 anwesenden Stadtbezirksbeiratsmitglieder einstimmig beschlossen. André Barth ergänzte: „Es handelt sich um ein schönes und vernünftiges Vorhaben. Das Geld dafür kann ausgegeben werden, ohne andere Projekte zu gefährden.“

Saubere Lösung für das Landschaftsschutzgebiet

Im Stadtbezirksbeirat wurde die Frage gestellt, ob es nicht möglich wäre, die kohlenstoffhaltige Schicht im Boden zu belassen. Eckert gab zu bedenken, dass die Spielfläche sich einerseits im Landschaftsschutzgebiet und gleichzeitig in einem Überschwemmungsgebiet befinde und eine Beseitigung daher nachhaltiger wäre. „Das war die letzte Erhöhung“, versprach Eckert.

Die besagte Ballspielfläche wird vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft verwaltet, während der benachbarte Bolzplatz dem städtischen Sportstättenbetrieb untersteht. Entstehen sollen auf der derzeit verwilderten Wiese und dem Pflaster ein Basketball- und ein Volleyballfeld und ein Platz mit zwei Tischtennisplatten.

 

Gießkannendemo bringt rund 2000 Liter Elbwasser auf die Streuobstwiesen

eingestellt am 04.05.2020 von Philine Schlick (Stadtteilredaktion), Headerbild: 1. Gießkannendemo am 1. Mai 2020. Foto: Marcel Naujoks

Die erste 1. Gießkannen-Demonstration am ersten Mai 2020 verzeichnete 15 Teilnehmer*innen und knapp 200 Kannen Wasser für die Bäume auf den Johannstädter Streuobstwiesen. Im Fokus standen besonders neu gepflanzte Obstbäume. Veranstalter André Brödner ist zufrieden mit dem Ablauf und überzeugt: Das Konzept hat das Potential sich zu etablieren.

André Brödner ist motiviert nach der ersten „pluralistischen Gießkannen-Demo“ in der Johannstadt. Er ersann die Aktion, bei der öffentliche Meinungsbekundung und praktische Hilfe zusammenfielen.

Eine Stunde, knapp 200 Kannen

Die Vorbereitung der Veranstaltung erfolgte in enger Abstimmung mit Gesundheitsamt und Versammlungsbehörde. Mit einer limitierten Teilnehmerzahl von 15 Menschen erteilten die Behörden schließlich die Genehmigung. Aber aus den erhofften vier Stunden Wasserschleppen wurde nichts: Eine Stunde wurde ausgehandelt. Während dieser kontrollierten Polizeibeamte die Einhaltung aller Auflagen.

Pünktlich 14 Uhr konnte es losgehen. Mit „Mu-Na-Schu“ (Mund-Nasen-Schutz) ausgestattet, befüllten die Teilnehmer*innen über einen improvisierten Steg Kannen und Eimer mit Flusswasser. Am Radweg stand ein Bollerwagen für den Transport der Kannen und Eimer auf den Hang in Richtung Käthe-Kollwitz-Ufer bereit.

Mit Kreide wurden die geschöpften Kannen auf dem Asphalt des unteren Radweges dokumentiert. Am Ende war an den Strichen eine Zahl von rund 200 Kannen á 10 Liter abzulesen, sagt André Brödner.

Mehr Bürger gewinnen

Mit Bannern und Schildern am Elberadweg wiesen die Demonstrant*innen auf vielfältige Anliegen hin: „Krankenhäuser und Pflegeheime nicht vertrocknen lassen“, „Bäume retten statt Banken“, „Niemanden zurücklassen – auch nicht an den EU-Außengrenzen“ lauteten einige Beispiele.

Im Rückblick ist André Brödner glücklich über die positiven Reaktionen von Teilnehmer*innen und Passant*innen. Einige spontane Helfer sind während der Aktion dazu gestoßen. Das selbst gesteckte Ziel von zehn Kannen pro Teilnehmer*in sei überraschend überschritten worden.

„Durch die anhaltende Trockenheit wird es weiterhin nötig sein, die Jungbäume zu gießen. Darum werde ich versuchen, weitere Gießdemonstrationen zu starten und noch mehr Johannstädter Bürger dafür zu gewinnen.“