In der Weihnachtsdruckerei gibt es manche Bastelei … inzwischen ist die Adventsdruckerei eine liebgewonnene Tradition im Johannstädter Advent und so stellte sich nicht die Frage, ob meine Töchter, mein Mann und ich auch in diesem Jahr wieder Weihnachtskarten selbst drucken wollen. Die Frage war nur: Wann gehen wir los?
“Wir müssen pünktlich sein!”, bestimmte die kleine Tochter. Die vier Stunden wollte sie voll ausnutzen für ihre Kartenproduktion und hatte schon konkrete Pläne: Ein Dackel sollte auf ihren Karten Weihnachtsstimmung verbreitet und mir ging es nicht viel anders. Für meine Drucke hatte ich mir einen Weihnachts-Pinguin überlegt, den man an der typischen Weihnachtsmütze mit Bommel und Schneeflocken erkennen sollte.
Am 14. Dezember war es soweit. Kaum hatten wir uns zum Johannstädter Kulturtreff aufgemacht, radelte auch schon ein Nachbar mit seinem Kind an uns vorbei. Ich rief ihm zu: “Wohin des Weges?” Er blieb stehen und sagte: “Na, wahrscheinlich haben wir das gleiche Ziel: die Adventsdruckerei.” Und so setzten wir zu sechst unseren Weg fort, fröhlich, uns begegnet zu sein.
Zwischen Grün und Pink macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckserei …
In der Druckerei empfing uns Theresa Wenzel in der Werkstatt. Sie erklärte uns noch einmal wie der Druck funktioniert, denn Jahr für Jahr vergessen wir wieder die Hälfe der Arbeitsschritte. Meine Tochter wies mich mitten im Prozess darauf hin, dass mein Pinguin falsch herum ausgeschnitten wurde – auch das hatte ich vergessen! Die Flächen, die beim Schneiden übrig bleiben, werden gedruckt. Die anderen bleiben weiß. Nun, dann musste ich eben anders drucken: Weiß auf Schwarz, statt schwarz auf weiß sozusagen.
Bei unserem konzentrierten Arbeiten kam schnell eine besinnliche Stimmung auf, obwohl sich die Werkstatt nach und nach mit vielen Menschen füllte. Schätzungsweise haben über 50 Kinder, Erwachsene und Senioren ihre Druckkünste an dem Adventssonntag unter Beweis gestellt.
Konzentriert und sauber schnitten wir unsere Motive in die Vorlage, nachdem wir einige Skizzen auf Papier angefertigt hatten.
Rosa, Gelb und Blau verrühren, zwischendurch einmal probieren …
Nach dem Schnitzen war vor dem eigentlichen Druck. Wer es soweit geschafft hatte, eigenhändig eine Druckplatte herzustellen, der konnte an die nächste Station wechseln. Hier kam jetzt die Farbe ins Spiel und kein Wunsch blieb offen! Von leuchtendem Gelb, über Schwarz und Blau bis zum beliebten Orange war alles dabei.
Mit Walzen wurde die Farbe auf die Druckplatte übertragen und im Anschluss mit reichlich Kraft aufs Papier gedruckt. Dieser Prozess erinnert an das Arbeiten in der Druckwerkstatt der 101. Oberschule, wo die Schülerinnen und Schüler Buchstaben zusammensetzen und Texte in verschiedenen Schriftarten drucken. Während der Buchstaben in der Oberschule vorgefertigt sind, schnitten die Künstlerinnen und Künstler in der Adventsdruckerei ihre Schriftzüge händisch aus. Zu bedenken war stets: Es musste spiegelverkehrt geschehen, damit die Karten nachher lesbar sind.
Bitte mal zur Seite treten, denn wir brauchen Platz zum Drucken …
Während der vier Stunden, die dieses Adventstürchen uns Johannstädterinnen und Johannstädtern schenkt, entstanden einzigartige Drucke. Jedes Motiv konnte auf unterschiedlich farbigem Papier gedruckt werden und mit unterschiedlichen Farben. Mancher versuchte sich in weißen Drucken auf schwarzem Papier, mancher wählte zwei verschiedene Farben, die er versetzt druckte.



Die Zeit verflog! Kaum hatten wir eine handvoll Karten gedruckt, zeigte die Uhr auch schon, dass wir wieder nach Hause gehen sollten. Morgen ist Schule und so.
Ich hoffe sehr, dass die Adventsdruckerei auch 2026 wieder ihren Weihnachtszauber versprühen wird! Vielleicht dann im neuen Stadtteilhaus? Wir sind auf jeden Fall gern wieder dabei.
Gefördert wird die Adventsdruckerei übrigens durch unseren Stadtteilbeirat Johannstadt. Er hat die Mitteln des Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt aus dem Bund-Länder-Programm “Sozialer Zusammenhalt” bereitsgestellt. Mehr Infos zum Programm findest du hier: www.johannstadt.de/soziale-stadt
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