Aus der Baum: Hier können Weihnachtsbäume entsorgt werden

eingestellt am 28.12.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Dieser Weihnachtsbaum hat Glück. Er darf weiterwachsen. Foto: Philine Schlick

Mit dem Jahresende naht auch das Aus zahlreicher Weihnachtsbäume in der Johannstadt. Damit diese sich nicht “in freier Wildbahn” stapeln, stehen ab Donnerstag bis zum achten Januar Container bereit.

In viele Weihnachtsstuben brachte er den richtigen Glanz: Der Weihnachtsbaum. Auf dem Konsum-Vorplatz ausgewählt und eingenetzt, erleuchtete er Herzen und Hinterzimmer. Leise rieselt nicht nur der Schnee, sondern auch die Nadeln.

Der Container ist für Weihnachtsbäume bestimmt. Foto: Philine Schlick

Die Stadt Dresden hat für die Entsorgung der Tannen und Fichten Sammelpunkte eingerichtet. An der Blumenstraße Ecke Arnoldstraße steht wie jedes Jahr ein großer orangefarbener Container für verbrauchte Bäume bereit. Auch der Wertstoffhof an der Hertelstraße 3 nimmt diese entgegen. Da die Nadelbäume zu Holzhackschnitzeln verarbeitet werden, müssen sie frei von jeglichem Schmuck und Plastik sein, informiert die Stadt. Die Entsorgung ist kostenlos.

Am Neujahrstag bleiben alle Annahmestellen geschlossen.

Weihnachtsbaum entsorgen 2021/2022

In der Bereitschaft, sich überraschen zu lassen – Weihnachten in und um die Trinitatiskirche

eingestellt am 24.12.2021 von Anja Hilgert, Headerbild: (Foto: Anne Schikora)

 

Neben allen Diskussionen, die gesellschaftlich und bis in die Familien hinein geführt werden, bringt Weihnachten ein Moment von anderer Qualität ins Spiel. Lichterglanz und süßer Duft, lebendiges Grün, ins Zimmer geholt, bilden dafür die einstimmende Kulisse. Die Vorbereitungen wurden durch den Advent getragen bis zum Vortag, wo der Raum bereitet, die Stuben geschmückt werden. Dazu Musik, die verzaubert. Das Bemühen, Geheimnisse zu hüten, in Päckchen gepackt. Alles geht zu aufs erwartete Ereignis, etwas, das auf besondere Weise berührt, in der Dunkelheit, der Zurückgezogenheit der Natur, was wir dann Weihnachten heißen. 

 

Auch mit Kalender ist nicht vorhersehbar, wann und wo es sich ereignet – Weihnachten. Auf der Zielgeraden, im Zugang auf die Heilige Nacht, wird es stille. Das Treiben lässt nach. Manchen wird weich zumute. Hier möchte man fragen: Und bei Dir? Wann ist Weihnachten geworden? Wann beginnt es, das weihnachtliche Fest? Mit dem Unerwarteten, das ganz anders kommt als zuvor gedacht oder vorgestellt, da öffnet sich eine Möglichkeit. Im Moment des Stockens gibt sich die Gelegenheit, den festen Lauf und die übliche Sicht der Dinge aufzugeben. Nachzulassen, zu stocken und dann aufzumerken und genau zu schauen, Raum zu geben. Damit etwas Neues, so nicht Gewesenes auf uns zukommen kann.

 

 

Die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen

Für das Weihnachten in diesem Jahr spricht sich Tobias Funke, Jugendkirchenpfarrer und Pfarrer in der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden vor allem für den Wunsch aus, „sich überraschen zu lassen. Kinder machen es uns vor: In vorweihnachtlicher Aufregung sind sie im vorfreudigen Erwarten von etwas Besonderem.“ Wie wäre es, wenn wir zum Weihnachtsfest dieses Jahr aktiv diese Bereitschaft mit einbringen, offen zu sein, sich ins Staunen versetzen zu lassen. 

Es kann sein, jemand meldet sich ganz unerwartet mit einem Weihnachtsgruß, es kann ein Geschenk sein, es kann auch eine Antwort sein, die sich aus einem Gespräch plötzlich ergibt und die mehr oder Anderes enthält als man im Vorhinein bei sich so gedacht hätte. Der Wunsch für Weihnachten beinhaltet für dieses Jahr besonders die aktive Qualität des Zuhörens, des Lauschens damit in der Gesellschaft und in den Familien wieder dieser unvorhergesehene Moment von Offenheit einziehen kann, der Anderes als das Eigene sich zeigen lässt. 

 

(Foto: Anne Schikora)

 

Angebote vor Ort und online durch die Weihnachtsfeiertage

Die Aktivitäten für dieses Weihnachten verlaufen wieder etwas anders als gedacht, aber aus den Erfahrungen mit im Jahresverlauf erfolgreich erprobten Online-Formaten kann die Kirchgemeinde den Erfordernissen der aktuellen Lage ganz gut entsprechen.

Das Krippenspiel der Konfirmanden und ein Krippenhörspiel der Kinder werden als Onlineformate auf dem YouTube Kanal der Johanneskirchgemeinde eingestellt sein.

Außerdem gibt es eine sachsenweite Weihnachtsaktion “Gemeinsam Stille Nacht” , welche online über Sachsen und Dresdenfernsehen heute um 18 Uhr ausgestrahlt wird.

Hier wird auch ein kurzes Stück der Weihnachtsgeschichte vom Dach der neuen Jugendkirche und somit über den Dächern der Johannstadt gelesen.

Vorab konnte jede*r Zuschauer*in auch selbst “Stille Nacht” digital aufnehmen und einsenden, was dann zum großen Chor zusammengeschnitten ausgestrahlt wird – man darf gespannt sein!

 

Folgende Angebote gibt es vor Ort :

  • Freitag, 24. Dezember, Heiliger Abend

ab 10.00 Uhr Weihnachtsweg im Freien für Familien mit kleinen Kindern bis 12.00 Uhr
Pfarrer Tobias Funke, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

14.30 Uhr Christvesper mit vorab aufgezeichnetem Kinderkrippenspiel
Vikar Philipp Oberschelp und Gemeindepädagogin Sandra Eisner, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

15.00 und 16.00 Uhr Christvesper mit vorab aufgezeichnetem Krippenspiel der Konfirmanden
Pfarrer Tobias Funke, Johanneshaus, Haydnstraße 23

16.30 Uhr Christvesper im Freien mit der Gottesdienstwerkstatt
Pfarrerin Eva Gorbatschow, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

17.00 und 18.00 Uhr Christvesper,
Pfarrerin Carola Ancot, Johanneshaus, Haydnstraße 23

  • Samstag, 25. Dezember, 1. Weihnachtstag

10.00 Uhr Gottesdienst, im Anschluss singt voraussichtlich die Kantorei,
Vikar Philipp Oberschelp, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

  • Sonntag, 26. Dezember, 2. Weihnachtstag

9.30 Uhr Gottesdienst mit Streichermusik, der Posaunenchor spielt im Anschluss vor dem Johanneshaus,
Pfarrerin Carola Ancot, Johanneshaus, Haydnstraße 23

 

* Frohe Weihnachten *

O du friedliche? Nachdenkliches zu den Festtagen

eingestellt am 24.12.2019 von Philine Schlick, Headerbild: Worte können Brücken sein. Foto: Thomay Bay

Gastbeitrag von Thomas Bay

Jetzt ist wieder die Zeit, in der es früh dunkel wird. Wenn ich abends durch die Johannstadt gehe, kann ich die festlich geschmückten Fenster sehen und Weihnachtslieder hören, deren Thema nicht selten Frieden ist. Die Feiertage sind wie jedes Jahr schneller da als gedacht und man wünschte sich im Rahmen von Familie und Freunden gerne auch ein friedliches Weihnachtsfest. Bei den Messen wird aus dem Lukasevangelium eine der wichtigsten Botschaften Christi vorgetragen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“.

Bei Geld für Rüstung herrscht Einigkeit

Aber wie sieht die Welt um uns herum aus? Inzwischen hört man praktisch täglich in den Medien das immer lauter werdende Säbelrasseln, die ununterbrochenen Rufe nach höheren Militärausgaben, nach mehr und noch tödlicheren Waffen sowie weiteren Militäreinsätzen. Während die Koalition in Berlin an 1,5 Milliarden Euro für arme Rentner fast zerbricht und man in den Medien widerstreitende Standpunkte lesen bzw. hören konnte, herrscht bei mehr Geld für Rüstung eine seltene Einigkeit von Grün bis Blau. Auch in den Medien ist kaum ein gegenteiliger Standpunkt zu finden. Von immer neuen Rüstungsprojekten, über den Aufbau einer europäischen Armee, um zukünftig auch ohne Unterstützung der USA eigenständig Krieg führen zu können, bis zu immer neuen Militäreinsätzen – demnächst werden wir wohl auch vor der chinesischen Küste verteidigt – gibt es zu allem kaum noch Widerspruch. Im Gegenteil: Jeder noch so widersinnige Vorschlag, wie deutsche Marineschiffe im Pazifik, findet breite Zustimmung in der Politik, der Presse und den dort auftretenden Expert*innen. Und ich frage mich: Wo soll das hinführen?

Haben mehr Waffen mehr Frieden gebracht?

Hat das Mehr an Waffen und militärischen Interventionen in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Welt um uns herum sicherer gemacht? Oder hat es zu den vielen Konflikten in unserer Nachbarschaft beigetragen, diese verschärft und zum Teil nicht sogar erst verursacht? Inzwischen werden Abrüstungsverträge wie der INF-Vertrag, der zur Vernichtung aller landgestützten Mittelstreckenraketen der USA und UdSSR führte, gekündigt. Die Diplomatie besteht praktisch nur noch aus gegenseitigen Vorwürfen, um auf Biegen und Brechen die eigene Position durchzusetzen oder Ultimaten aufzustellen, um den Gegner mit Sanktionen zu überziehen, unter denen in der Regel die Bevölkerung im jeweiligen Land am meisten zu leiden zu hat.

Wer sich dafür einsetzt, die Position des Opponenten und seine Gründe zumindest nachzuvollziehen und zu verstehen, sich mit ihm zusammenzusetzen und zu verhandeln, wird ganz schnell als Wen-auch-immer-Versteher diskreditiert, wenn nicht gleich zum Sympathisanten und Unterstützer erklärt, um jede Diskussion darüber mittels Kontaktschuld im Keim zu ersticken. Dieser Trend ist auch in Deutschland zu beobachten: Die verschiedenen politischen Lager reden fast nur noch übereinander und kaum noch miteinander, was zu einer immer tieferen Spaltung der Gesellschaft und Eskalation der Gewalt führt. Selbst zur Hochzeit des Kalten Krieges schafften es die amerikanischen und sowjetischen Kontrahenten sich an einen Tisch zu setzen, miteinander zu reden und vertrauensbildende Maßnahmen sowie Abrüstungsverträge zu vereinbaren. Warum ist das heute nicht mehr möglich? Wo sind die Politiker*innen und Medienschaffenden, die diese Position vertreten? Wo sind die Menschen, die ihren Wunsch nach einer solchen Politik lautbar werden lassen?

Was könnte alles erreicht werden …?

1800 Milliarden Dollar haben die Staaten der Welt im letzten Jahr für Rüstung ausgegeben. Dieses Jahr werden es noch mehr gewesen sein und bald 2 Billionen erreicht. Jahr für Jahr für Jahr. Der deutsche Verteidigungshaushalt wird 2020 die Rekordsumme von über 50 Milliarden Euro betragen und wenn in den kommenden Jahren das Zwei-Prozent-Ziel der Nato erreicht wird, werden es rund 70 Milliarden sein. Was könnten die Menschen mit diesem Geld alles erreichen, wenn wir es für sinnvollere Dinge als Waffen ausgeben würden? Mit einem Bruchteil des Geldes ließe sich ein Großteil der ökonomischen, sozialen und ökologischen Probleme, vor denen die Menschheit heute steht, lösen oder zumindest deutlich mildern und dadurch die Ursachen vieler Konflikte der heutigen Zeit beseitigen oder wenigstens stark verringern. Was ließe sich nicht alles damit finanzieren? Zugang zu ausreichend sauberen Trinkwasser und Nahrung, funktionierende Bildungs- und Gesundheitssysteme, Bekämpfung der wachsenden sozialen Spaltung, zukunftsfähige Verkehrs- und Informationsinfrastruktur, Erhalt und Schutz der Natur …

Wir leben in keiner perfekten Welt. Waffen und die Fähigkeit sich zu verteidigen werden vorerst weiterhin notwendig sein. Wie wir an den Beispielen Jemen und Nordsyrien sehen, ist es jederzeit möglich, dass ein Land seinen Nachbarn überfällt und dort Krieg führt. Und es muss noch nicht einmal die Ächtung der Weltgemeinschaft oder auch nur der westlichen Wertegemeinschaft fürchten. Doch wäre es für unser aller Sicherheit und Wohlergehen nicht sinnvoller, mehr miteinander und auch mit dem (geo)politischen Gegner zu sprechen, anstatt immer weiter rhetorisch zu eskalieren?

Lasst uns die kommenden Tage und das nächste Jahr nutzen, um wieder mehr einander zu reden und einander zuzuhören, im Kleinen wie im Großen. Ich wünsche uns allen ein friedliches 2020.

Hinweis der Redaktion: Der im Rahmen des Projektes „Online-Stadtteilmagazin“ erschienene Beitrag wurde nicht von der Landeshauptstadt Dresden bzw. dem Quartiersmanagement erstellt und gibt auch nicht die Meinung der Landeshauptstadt Dresden oder des Quartiersmanagements wieder. Für den Inhalt des Beitrags ist der/die Autor*in verantwortlich.