Die Wegeverbindung zwischen der Johannstädter Rettungswache an der Gerokstraße und dem Schulstandort Pfotenhauerstraße war bis 2022 in desolatem Zustand. Früher verlief hier die Stephanienstraße. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt Nördliche Johannstadt“ gestaltete die Landeshauptstadt Dresden diesen Verbindungsweg neu. Am 24.3.2022 beschloss der Stadtrat auf Vorschlag des Stadtbezirksbeirats Altstadt die Umbenennung des Abschnitts Gerokstraße bis Pfeifferhannsstraße in Lili-Elbe-Straße.
Die Planung für die Wegeverbindung zwischen der Johannstädter Rettungswache an der Gerokstraße und dem Schulstandort Pfotenhauerstraße folgte dem Bebauungsplan Nr. 295 und gliederte sich in drei Bauabschnitte. Der Abschnitt zwischen Gerokstraße und Hopfgartenstraße wurde als Anliegerstraße ausgebaut, der Abschnitt zwischen Hopfgarten- und Pfeifferhannsstraße als Geh- und Radweg mit Aufenthaltsbereich. Eine Sanierung erfuhr auch der südliche Abschnitt der Pfeifferhannsstraße. Zudem wurde die Bushaltestelle Pfeifferhannsstraße barrierefrei umgebaut.
Für den Abschnitt des Geh- und Radwegs suchte die Landeshauptstadt Dresden im Rahmen einer Bürgerbeteiligung Vorschläge für die Gestaltung von Spiel- und Sportangeboten, Aufenthaltsmöglichkeiten, Grünanlagen oder Kunst- und Kreativangeboten. Vom 24. September bis zum 18. Oktober 2020 konnten Interessierte ihre Ideen, Wünsche und Anregungen über eine Onlinebefragung, einen analogen Fragebogen sowie zwei Vorort-Termine einbringen und sich über den Planungsstand informieren. Den Ergebnisbericht zur Beteiligung finden Sie hier.
Die Planung wurde in der Stadtteilbeiratssitzung am 30.9.2021 sowie im Rahmen der Informationsveranstaltung am 11.6.2022 vorgestellt. Mit der Maßnahme konnten zahlreiche Bewohneranliegen umgesetzt werden. U.a. entstanden eine Brunnenanlage mit Wasserspiel, verschiedene Sport- und Spielgeräte, darunter eine Wippe, ein Reck und ein Bodentrampolin, 50 Fahrradständer, 17 Sitzbänke, eine schattenspendende Pergola und eine in Blau-, Lila- und Gelbtönen gehaltene Bepflanzung. Der gesamte Straßenverlauf erhielt eine zweireihige Baumallee mit 58 großkronigen Eschen. Dabei wurde erstmals in Dresden eine Bewässerungsmöglichkeit durch unterirdische Zisternen errichtet, in denen Regenwasser gesammelt und nach Bedarf abgegeben wird. Am südlichen Ende der Pfeifferhannsstraße entstand ein Wendehammer, in dessen Bodenbelag Schach- und Mühlespielfelder eingelassen sind. Eine Übersicht des Amtes für Stadtplanung und Mobilität der Landeshauptstadt Dresden zeigt die Ergebnisse der verwaltungsinternen Abwägung der wichtigsten Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung.

Die Bauausführung startete am 16.2.2022. Begonnen wurde mit dem Umbau der Haltestelle Pfeifferhannsstraße sowie mit dem Kanalanschluss in der Pfotenhauerstraße. Anschließend folgten die Baumaßnahmen zwischen Pfotenhauer- und Gerokstraße. Um die Baustelle zum östlich angrenzenden Grundstück abzusichern, wurde eine 180 Meter lange Spundwand errichtet, die 2023 durch Schüler*innen des Gymnasiums Dresden-Johannstadt und der 101. Oberschule “Johannes Gutenberg” mit Graffiti gestaltet wurde.
Die Einweihung der Straße mit der Enthüllung des Straßenschilds erfolgte am 17.5.2023 eingebunden in die Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie.
>> Ergebnisbericht Beteiligung Stephanienstraße (Download PDF)
>> Infoblatt zur Gestaltung der ehemaligen Stephanienstraße (Download PDF)
- Projekttyp: Großprojekt
- Beauftragtes Planungsbüro: BIT Brücken-, Ingenieur- und Tiefbau PartGmbB
- Gesamtkosten: 3,44 Mio. EUR, davon 2,04 Mio. EUR für Abschnitt 1 Gerokstraße-Pfeifferhannsstraße
- Förderung: rund 1,0 Mio. EUR Städtebaufördermittel aus den Bund-Länder-Programmen „Soziale Stadt” und “Sozialer Zusammenhalt” für Abschnitt 1 sowie 331.000 EUR aus dem Förderprogramm “Nachhaltig aus der Krise” für das Teilprojekt “Baumallee und Brunnen”
- Fördergebietsziele: barrierefreies und attraktives Wohnumfeld, umweltfreundliche Mobilität, Beteiligung und Mitgestaltung
- Umsetzungszeitraum: 2020-2023