Ostern wird „Johannissimo“ – die zweite Ausgabe der Schülerzeitung des Gymnasium Johannstadt kommt

eingestellt am 22.03.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Das Cover von "Johannissimo" und Einblicke in das Online-Interview. Quelle: L. Schäfer

Mit der Schülerzeitung „Johannissimo“ ist am Gymnasium Johannstadt trotz Lockdown ein Projekt erfolgreich weitergelaufen, das Schüler*innen eine Stimme gibt. Die wöchentlichen „Redaktionssitzungen“ fanden online statt. Die zweite Ausgabe erscheint als Lektüre für die Osterferien.

Drei Monate war das neu gegründete Gymnasium Johannstadt geöffnet, dann musste es wegen der Pandemie die Pforten wieder schließen. Ein schwerer Start mit wenig Kontakt zwischen Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen. „Es war ein krasses Jahr“, resümiert die Schulleiterin Sonja Hannemann.

Ein Lichtblick in dieser Zeit war das erfolgreiche Ganztages-Angebot „Johannissimo“. Es ist die Schülerzeitung des Gymnasiums Johannstadt, dessen erste Ausgabe kurz vor Weihnachten erschien. „Nach nur fünf Wochen! Ich war komplett baff“, staunt die Leiterin immer noch.

Beim Online-Meeting. Quelle: Gymnasium Johannstadt

Alle sind dabei geblieben

Unter der Anleitung der Medienprofis Sandra Heuschmidt und Lutz Schäfer gestalteten ein Dutzend interessierte Grundschüler*innen ihre eigene Zeitung. Mit Computerspielrezensionen, Lesetipps und nachdenklichen Texten. Normalerweise würden die Treffen einmal in der Woche nachmittags in der Schule stattfinden – so lief alles über den Bildschirm. Und mit Erfolg.

„Alle Schüler sind dabei geblieben“, berichtet Lutz Schäfer lächelnd. „Und wir haben alles, was wir angefangen haben, fertig bekommen. Das ist ungewöhnlich.“ Der Medienstratege bietet gemeinsam mit seiner Kollegin Sandra Heuschmidt Ganztagsangebote in Sachen Medienkompetenz an verschiedenen Dresdner Schulen an. Kurz nach der Neugründung kam man mit dem Gymnasium Johannstadt in Kontakt.

Beim Online-Meeting. Quelle: Gymnasium Johannstadt

Ein Geschenk des Himmels

„Zum Inhalt geben wir den Kindern keine Vorgaben“, sagt Sandra Heuschmidt. „Wir fragen: Für was interessiert ihr euch? Was geht in euch vor? Dann helfen wir bei der Umsetzung.“ Entstanden ist ein buntes Magazin, dessen erste Ausgabe die Schüler*innen mit in die Weihnachtszeit nehmen konnten. Ein großes Geschenk, ein dicker Erfolg in einer Zeit, in der viel abverlangt wurde und wenig Ausgleich in Spiel und Begegnung erfolgen konnte.

„Johannissimo“ hat eine Brücke geschlagen und den jungen Autor*innen die Möglichkeit zur Teilhabe gegeben, berichten die Leiter*innen. „In manchen Kindern sind ganz neue Seiten wach geworden“, hat Sonja Hannemann beobachtet. Während der Lockdown an vielen Stellen dämpfend wirkte, hat er an anderen verborgene Talente offenbart. Die Zeitung war für die zwölf Kinder der AG eine Möglichkeit, gesehen zu werden und zu gestalten: „Ein echtes Geschenk des Himmels.“

Möglichkeit zur Teilhabe

Kurz vor Ostern wird die zweite Ausgabe von „Johannissimo“ erscheinen. Wieder ein selbst gestaltetes Werk, das die Macher*innen ihren Mitschüler*innen stolz mit nach Hause geben können.

Die Zeitung steht passwortgeschützt auch auf der Webseite des Gymasiums zur Verfügung. Für eine größere Verbreitung muss noch an Konzept und rechtlichen Grundlagen gefeilt werden. „Obwohl wir sehr überrascht waren, wie präsent den Schüler*innen das Thema Urheberrechte war“, sagt Lutz Schäfer.

Die Perspektiven für „Johannissimo“ sind offen: „Wir wollen die Möglichkeit nutzen, uns mit der Johannstadt zu vernetzen und mehr über den Stadtteil zu erfahren, in dem wir lernen.“ Die Schülerzeitung sei eine wunderbare Möglichkeit zur Teilhabe und habe enormes Potential, ist sich Sonja Hannemann sicher.

Die Johannstadt erkunden

„Wir möchten noch mehr Projekte angehen.“ So gebe es die Möglichkeit, mit Schüler*innen ein Denkmal im Stadtteil zu betreuen oder bei Spaziergängen Senior*innen zu begegnen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Corona-Situation sich entschärft.

„Zu Weihnachten haben sich unsere Schülerinnen und Schüler an einer Postkarten-Aktion beteiligt und an die umliegenden Senior*innenheime geschrieben“, erzählt die Schulleiterin.

Nicht nur im Viertel, auch in der Schule ist die Mitgestaltung der Kinder gefragt. Zu einem Wettbewerb zur Gestaltung des Lichthofes gingen zahlreiche Vorschläge zu Möbeln und Einrichtung ein, die man berücksichtigen werde. Das Gymnasium Johannstadt kommt an im Viertel – entgegen aller Widrigkeiten.

Gymnasium Johannstadt