Dresdner Berufsschulzentrum gewinnt eku-Zukunftspreis 2020

eingestellt am 23.12.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Garten der Nachhaltigkeit. Quelle: Berufliches Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung

„Nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen auf dem Schulgelände Canalettostraße“ – Mit diesem Projekt hat das Berufliche Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung den Sächsischen eku Zukunftspreis für Energie, Klima und Umwelt 2020 gewonnen.

Den Sächsische eku Zukunftspreis hat das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft ausgelobt und mit 5000 Euro dotiert. Die Jury würdigt mit der Prämierung das Berufliche Schulzentrums für Agrarwirtschaft und Ernährung für seinen Einsatz für den Erhalt biologischer Vielfalt, Ressourcenschonung, regionale Wertschöpfung, Gewässerbelebung, Klimaschutz und Klimaanpassung in Sachsen. Mit dem Preisgeld soll die Bewässerungsanlage für das Hopfenfeld auf der Canalettostraße finanziert werden. Der Bau beginnt im Frühjahr 2021.

Seit 2020 Klimaschule

Das Berufliche Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung engagiert sich seit vielen Jahren für Umweltbildung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit, was wiederum der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte zugutekommt. Im Jahr 2017 entstand am Standort Altroßthal der „Garten der Nachhaltigkeit“. Er begleitet den theoretischen Unterricht praxisnah und ermöglicht den Schülerinnen und Schüler einen Blick über die eigene Berufsausbildung hinaus. Darüber hinaus nimmt die Schulgemeinschaft regelmäßig an den sächsischen Klimakonferenzen teil und trägt seit 2020, als einziges Berufliches Schulzentrum in Sachsen, den Titel „Klimaschule“. Ein schuleigenes Klimaschulteam koordiniert die vielfältigen Projekte.

Kompetenzzentrum der Ernährungsberufe

„Ich freue mich sehr, dass wir so aktive Schulen in Dresden haben, die mit großem Engagement Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz in den schulischen Alltag integrieren. Die kleinen und großen Unternehmen der Region werden von dieser in Altroßthal ausgebildeten Schülergeneration profitieren, sei es bei der Erzeugung von Lebensmitteln oder bei der regionalen Vermarktung“, kommentiert Bildungsbürgermeister Jan Donhauser.

Für die Landeshauptstadt Dresden ist das Berufliche Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung als Kompetenzzentrum der Ernährungsberufe und der grünen Berufe eine herausragende Bildungseinrichtung. Es wird wichtig sein, mit weiteren Planungsmitteln die Weichen zur Sanierung des traditionsreichen Standortes Altroßthal zu stellen. Die Erweiterung der mobilen Raumeinheiten ist in Auftrag gegeben und soll in Kürze umgesetzt werden.

Berufliche Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung

Film ab für Aida und Tala vom Bertolt-Brecht-Gymnasium

eingestellt am 28.04.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Aida und Tala beim Filmdreh für ihren Videobeitrag für den "Take17"-Wettbewerb im Dresdner Zwinger. Foto: privat

Tala und Aida gehen in dieselbe Klasse am Bertolt-Brecht-Gymnasium in der Johannstadt und haben sich mit einem Video am Filmwettbewerb „Take17“ beteiligt. Ihre Teilnahme könnte unter dem Motto „Unverhofft kommt oft“ stehen. Mit einem Platz auf dem Siegertreppchen rechnen die beiden 16-Jährigen nicht. Gewinnerinnen sind sie in jedem Fall.

Tobende Stürme, reißende Flutwellen, Müllkippen in der Dimension von Kleinstädten: „Was ihr hier seht, stammt nicht aus einem Film“, sagt Aida in die Kamera. Mit ihrer Freundin Tala hat sie als Kulisse für das Intro ihres Take-17-Beitrags den Dresdner Zwinger gewählt. Als Moderatorinnen erklären die jungen Frauen anschaulich, was unter Klimawandel zu verstehen ist, wie er durch den Menschen und sein Konsumverhalten voran getrieben wird und was jede*r einzelne tun kann, um ihm entgegenzuwirken.

7 Stunden Schnitt, 15 Minuten Film

„Ein Mitschüler hat uns gefragt, ob wir uns nicht vorstellen könnten, ein Video für den Wettbewerb zu drehen“, erzählt Aida den Beginn der Geschichte. Im Deutschunterricht wurden die Sparten Film und Fotografie bereits thematisiert – beide interessierten sich sehr dafür, auch wenn sie bislang noch keine professionelle Kamera in der Hand hielten. Kurzentschlossen sagten die Freundinnen zu.

Tala und Aida haben ihr Video mit dem Handy gefilmt. Sieben Stunden lang hat der Schnitt gedauert, berichten sie. Ihre Freundin Justina ging ihnen dabei zur Hand. Das Ergebnis ist ein etwa viertelstündiger Film, der über Klimaerwärmung aufklärt und mit eindringlichen Bildern vor deren Effekten warnt.

„Wir wussten ehrlich gesagt nicht, wie groß der Wettbewerb ist“, sagt Tala. „Wir dachten, es geht insgesamt um zehn bis 15 Videos.“ Jeden Tag sind neue Beiträge des Wettbewerbs zum Thema ‚Nachhaltigkeit‘ auf der Internetseite  von Take 17 eingestellt. „Die sind richtig gut!“, gestehen Aida und Tala den Mitbewerber*innen zu.

Die Webseite des Take 17-Wettbewerbs beinhaltet ein Portfolio von dokumentarischen und künstlerischen Aufrufen, den fortlaufenden Raubbau des Planeten ernstzunehmen und dagegen zu handeln. Reportagen, Songs, Kurzfilme, Statements haben in all ihrer Diversität dasselbe Anliegen: für einen zukunftsorientierten, ressourcensparenden Umgang mit dem Planeten Erde zu sensibilisieren.

Im Video stellen Tala und Aida Möglichkeiten vor, sich für ein nachhaltiges Leben einzusetzen. Eingebracht haben sie ein Interview mit der Lehrerin Kaya, die sich in Dresden für die Bewegung Extinction Rebellion engagiert und ein Porträt des Bertold-Brecht-Gymnasiums, das als Bildungsinstitution mit gutem Beispiel vorangeht und sich mit zahlreichen Maßnahmen dem Klimaschutz verschrieben hat.

Gewinnerinnen auch ohne Siegertreppchen

Im Jahr 2018 wurde die 12. Klimaschule Sachsens für ihr optimiertes Heizkonzept zum „bundesweiten Energiesparmeister“ gekürt. Solarzellen auf dem Dach, zahlreiche Projekttage, Spendenaktionen, eine Kleidertauschbörse, ein gemeinsam bewirtschafteter Schulgarten und die Schulimkerei „BBBees“ integrieren das Thema Nachhaltigkeit praxisnah in den Schul- und Lebensalltag.

Ein Platz auf dem Siegertreppchen wäre eine echte Überraschung, sagen Aida und Tala. „Ganz ehrlich? Wenn wir gewinnen würden, ich würde schreien!“, sagt Tala. Auch ohne Preisgeld und Siegerehrung in Berlin sorgt das Video bisher für Aufsehen und positives Feedback bei Mitschüler*innen, Lehrer*innen und Eltern. Tala und Aida haben sich eingebracht – ein unbezahlbarer Gewinn.