1918: Kindheitserinnerungen aus der Hertelstraße 

eingestellt am 27.12.2025 von Nadine Kadic (Stadtteilredaktion), Headerbild: R. W. Franke´s Wäsche-Bleich-Trockenplatz und Schrebergärten in der Blumenstraße 83

Dieser Artikel ist in der Zeile 8 erschienen. Autor: Gerd Gottwald

Weiter aus den Aufzeichnungen von Herbert Mehner 

Eine Anwohnerin aus der Elsasser Straße hat der ZEILE freundlicherweise die Lebenserinnerungen ihres Onkels Herbert Mehner überlassen, der einen Großteil seines Lebens in der Johannstadt verbrachte. Geboren 1912, berichtet er auf über 50 Seiten aus seinem Leben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. In Fortsetzung der in ZEILE 6 begonnenen Reihe folgt hier nun der zweite Teil der Lebenserinnerungen von Herbert Mehner.  

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„Komfortable Wohnhäuser mit Elbblick“

eingestellt am 02.12.2025 von Gerd Gottwald (Stadtteilredaktion), Headerbild: Käthe-Kollwitzufer 24 im November 2025 © Gerd Gottwald

Vor 100 Jahren wurde die Bebauung des Johannstädter Elbufers nach Osten hin erweitert

Mit der Neufassung des Bebauungsplanes für die Johannstadt im ausgehenden 19. Jahrhundert und dem Ortsgesetz für Johannstadt-Nord von 1898 konnte mit dem Umbau des Industriestandortes in einen lukrativen Wohnort begonnen werden. Im Fokus stand dabei insbesondere die Elbufergestaltung.

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Fundstück – Scherben aus den Blumensälen

eingestellt am 29.10.2023 von Anja Hilgert (ZEILE), Headerbild: Einen außergewöhnlichen, rührenden Fund machte unser Autor zufällig auf einem seiner Streifzüge durchs Stadtviertel. Foto: G. Hammermüller

 

Oft abseits der Trasse ergeben sich Augenblicke, in denen plötzlich etwas auftaucht, mit dem man nicht rechnen konnte. 
Unter der Rubrik ‘Fundstück’ hielten Schreibende der ZEILE solche Momente des überraschten Innehaltens fest. Einige Schätze der Johannstadt sind dabei geborgen worden. Es sind Geschichten entstanden, die eine Verbindung herstellen mit Erinnertem, Altem und beinahe Vergessenen.
In den Fundamenten des inzwischen zum Stadtteilbild gehörenden 
Aldi-Marktes auf der Ecke Pfotenhauer-/Pfeifferhannsstraße wurde ein spektakulärer Fund gemacht.

 

///// Da das Fortbestehen der ZEILE weiterhin ungesichert ist und es keine Aussicht auf weitere Hefte des Johannstädter Stadtteilmagazins gibt, werden bis zum Jahresende 2023 Beiträge aus den vergangenen Ausgaben in loser wöchentlicher Folge nun auch online veröffentlicht, im Versuch, aktuell Aufmerksamkeit und evtl. einen Ausweg für die unbestrittene Qualität der Arbeit der Stadtteilredaktion in Johannstadt zu erzeugen. /////

 

Wie ein Gang entlang des Bauzauns
zum archäologischen Abenteuer wurde

Als ich ein kleiner Junge war…und natürlich auch noch später, träumte ich davon, Archäologe zu werden. Z.B. an den Ausgrabungen bei den Pyramiden in fernen Ländern oder auch an markanten Punkten hierzulande. Wie das im Leben sich häufig darstellt, sind bekanntlich viele Träume nur Schäume. Doch manchmal spielt das Schicksal einem zumindest für einen kurzen Moment das Glück zu. 

So sollte es also sein, dass an einer Großbaustelle in meinem oft schon beschriebenen Stadtteil Johannstadt, die Geschichte mir wieder so nahe kam. Natürlich weiß ich (meiner Leidenschaft folgend), was hier früher einmal an Gebäuden stand. Und damit meine ich nicht die Gebäude, welche ich aus der jüngeren Zeit kenne, sondern jene, welche der Krieg davon spülte. Punkte werden überbaut, dann kommt die nächste Zeit und alles wird abgerissen.

Doch je tiefer man die nächste Baugrube aushebt, desto mehr kommen meistens Dinge zum Vorschein, welche wir nur noch aus Überlieferungen oder von Bildern her kennen.

 

Unter Trümmern begraben, doch die Geschichte gibt nichts verloren. Foto: G. Hammermüller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein rostiges Gefäß als Schatzkiste

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich weder scheue, Menschen anzusprechen und gleich gar nicht, mich vielleicht schmutzig zu machen. So sprach ich also die Bauleute an, da mir am Rand der Absperrung ein gar seltsames Gefäß, welches stark verrostet war, auffiel. Ich schilderte den Bauleuten mein Interessengebiet und es stand nichts im Wege, dass diese es mir aushändigten. Ja nun stand ich da mit meinem Fundstück. Verrostet, zum Teil durch Hitze versengt und mit allerlei Kies „ausgeschmückt“. 

Fürsorglich nahm ich das „corpus delicti“ auseinander. Mehrere Porzellanteller, welche sicher einst darinnen ordentlich übereinander standen, waren zerborsten. Dann brach auch noch ein Stück der rostigen Seitenwand, aber auch das war zu erwarten. Und welch ein Wunder, ich habe meinen Schatz gefunden. Zwei Teilstücke eines Tellers der berühmten „Blumensäle“ in Johannstadt.

 

Die Blumensäle waren bis 1945 eines der elegantesten Restaurants in der Dresdner Johannstadt
Foto: G. Hammermüller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links: Ansichtskarte „Tanzpalast Blumensäle. Größter Saal Dresdens“, vor 1913. Rechts: „Hauskapelle Tanzpalast ,Blumensäle‘
Kapellmeister Walter Beil“, nach 1913. Fotos: unbekannt. Aus der Sammlung JohannStadtArchiv

 

 

Glanzvolle Vergangenheit

Es muss, wie ich auf alten Ansichten gesehen habe, ein gigantisches schillerndes Restaurant gewesen sein. Archiviert und konserviert habe ich es mit Bildern von Tag und Fundstätte.

Es ist nur ein Scherbe aus vergangenen Tagen, doch für mich ein Stück Geschichte in der Hand. Der Herr Ernst Binder (E.B.) würde sicher stolz darauf sein. Die „Blumensäle“ auf der Blumenstraße in Dresden- Johannstadt. Bis 1945 alles in Schutt und Asche verschwand. Leider. 

 

/// Beitrag von Gerd Hammermüller,
ZEILE 1 “Auf gute Nachbarschaft”, Herbst/Winter 2020, S.29 ///

 

 

 

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