Florian-Geyer-Straße 13: Mare-Floors sagt Ja zur Weiternutzung der Werbebanner

eingestellt am 06.09.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Matthias Thomas führt gemeinsam mit René Schiller die Druckerei Mare-Floors an der Spenerstraße. Foto: Philine Schlick

Das Rätsel ist gelöst! Urheber der großformatigen Banner am ehemaligen “blauen Haus” an der Florian-Geyer-Straße ist die Dresdner Firma Mare-Floors. Sie hatte ab 2004 ihren Sitz in der Johannstadt und zog nach gut zehn Jahren zurück an den Stammsitz nach Striesen. Matthias Thomas und René Schiller begrüßen die Wiederverwendung der Bilder.

“Die Banner haben wir aufgehangen, um blaue Farbe zu sparen”, erinnert sich Matthias Thomas lächelnd. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner René Schiller hat er 2001 die Firma Mare-Floors gegründet. Ihre Spezialität: Langlebige Bilder auf Fußböden. Das Patent war weltweit gefragt: Das Automuseum in Peking wollte seine Böden ebenso farbenprächtig verzieren lassen wie das Museum für Science and Technology in Shanghai.

Eingang zu Mare-Floors an der Spenerstraße 35. Foto: Philine Schlick

Das “blaue Haus” und sein Garten

“Für die Bilder haben wir mit der NASA kooperiert”, erzählt Matthias. Den Boden sollte eine Karte Asiens zieren – dafür fotografierte die Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft die Landschaft von oben. “Einhundert Festplatten haben wir dann bekommen”, sagt Matthias. “Die mussten wir von einem Grafikbüro in China auswerten und bearbeiten lassen.”

Bedruckte Banner wurde zum zweiten Standbein der Firma und weil es in den Räumen an der Spenerstraße in Striesen zu eng wurde, entschieden sich die beiden in die Florian-Geyer-Straße 13 zu ziehen. Im Gebäude war Asbest verbaut, erzählt Matthias. Mare-Floors investierte an die 100.000 Euro, um das Haus zu sanieren, das bald nur noch “das blaue Haus” heißen sollte. So entstanden im Jahr 2005 auch die großen Banner, die die Fassade bedeckten. Die Bilder dafür stammten von dem amerikanischen Hersteller der ersten Druckmaschine von Mare-Floors. Sie kamen lizenzfrei auf einer CD nach Dresden.

Im Außenbereich des neuen Wohnhauses sollen Flächen zum Spielen entstehen. Foto: Philine Schlick

Gegängel aus der Nachbarschaft

“Es war ein tolles Flair!”, sagt Matthias. Besonders der Garten um das Haus hatte es ihm angetan. “Dort wuchsen noch zwei sehr seltene weiße Maulbeerbäume!” Wenn die liebe Nachbarschaft nicht gewesen wäre … “Bei uns stand jeden Monat mindestens einmal die Polizei vor der Tür.” Die im Gewächshaus angebauten Tomaten erregten den Verdacht einer Cannabis-Plantage, eine auf dem Dach angebrachte Solarzelle wurde aus dem benachbarten Hochhaus ebenso zur Anzeige gebracht wie zum Firmenjubiläum aufgestiegene Luftballons. Obwohl die Anzeigen ins Leere liefen, sei es kaum auszuhalten gewesen, sagt Matthias Thomas.

Farbenprächtig grüßt der Tukan – nur noch kurze Zeit. Foto: Philine Schlick

Nach gut zehn Jahren ließ Mare-Floors die selbst angebauten Kiwis im Garten und den Walnussbaum am Tor zurück, um sich am Stammsitz Spenerstraße bis in die zweite Etage auszudehnen. “Ich möchte die Zeit nicht missen”, resümiert der Geschäftsführer. Dass die Banner noch immer vorhanden und gut aufgehoben sind, freut ihn sichtlich: “Das ist ja ein Teil Geschichte.” Er könne sich gut vorstellen, nötige Ausbesserungen in seiner Werkstatt vorzunehmen. Wer weiß, wo die Bilder einen neuen Platz finden – vielleicht sogar am neuen Stadtteilhaus?

Das “blaue Haus” ist mittlerweile dem Erdboden gleich gemacht. Hier entsteht ein Wohnhaus der WiD mit Tiefgarage.

 

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Wohin mit den Wandbannern der Florian-Geyer-Straße 13?

eingestellt am 12.05.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Blick auf die Fassade der ehemaligen Kita. Foto: Philine Schlick

Auf dem Baugrundstück der WiD an der Florian-Geyer-Straße 13 wird die ehemalige Kita abgerissen. Die Fassade zierten großformatige Banner, an denen allgemeines Interesse besteht. Sie sollen weiter verwendet werden. Doch, wo und wie?

Von vielen Seiten wurden bedauernde Rufe laut: Die Wandbilder mit den übergroßen Menschengesichtern und dem Tukan von der Florian-Geyer-Straße sollen nicht entsorgt, sondern weiterverwendet werden. Sie könnten andere Fassaden in der Johannstadt zieren, so die Idee. Quartiersmanager Matthias Kunert vermittelte in der Angelegenheit.

Der farbenprächtige Tukan ist mittlerweile abgehängt. Foto: Philine Schlick

Die WiD ist an einer Weiterverwendung interessiert. Allerdings gibt es noch zwei Hürden.

Die Bilder hängen seit vielen Jahren an dem Flachbau. Die an Ösen gespannten Banner sind porös geworden. Ob das Material noch standhält, muss noch überprüft werden.

Im Außenbereich des neuen Wohnhauses sollen Flächen zum Spielen entstehen. Foto: Philine Schlick

Außerdem ist noch offen, wo die Wandbilder einen neuen Platz finden könnten. Bei der Stadtteilbeiratssitzung am Donnerstag wurde das Thema zur Debatte gestellt und um Vorschläge gebeten. Claudia Windisch von der WGJ schlug vor, die Bilder als Kalendermotive zu verwenden. Weitere Wortmeldungen gingen dazu allerdings nicht ein.

Die WiD hat die Wandbilder mittlerweile abgenommen und zwischengelagert. Wer Urheber*in der Bilder ist, wird derzeit in der Stadtverwaltung geklärt. Für die Banner an sich wird weiterhin nach repräsentativen Wänden gesucht.

Ideen und Vorschläge nimmt die Stadtteilredaktion unter redaktion@johannstadt.de entgegen.