Zwei neue Johannstädter Straßen suchen einen Namen

eingestellt am 28.02.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Die "ehemalige Stephanienstraße" soll einen klangvolleren Namen erhalten. Foto: Philine Schlick

In der Johannstadt entstehen zwei neue Straßen, die einen Namen brauchen. Zum einen das verlängerte Ende der Elisenstraße, zum anderen die ehemalige Stephanienstraße. Bis zum 8. März können Vorschläge bei Quariersmanagement oder Stadtteilredaktion eingereicht werden.

Namen machen Straßen. Persönlichkeiten, Erfindungen und Ereignisse sind seit jeher Patrone für Wege und Straßen und prägen damit die Identität und die Erinnerungskultur eines Ortes. In der Johannstadt passiert nun gleich zweimal eine Benennung, bei der Bürger*innen mitwirken können.

Zwei neue Straßen entstehen

Es handelt sich um die verlängerte Elisenstraße zwischen Florian-Geyer-Straße und Käthe-Kollwitz-Ufer und die ehemalige Stephanienstraße, die mit Bürgerbeteiligung bald ein neues Gesicht erhalten soll.

Die Straßen entstehen durch den Neubau von Wohngebäuden bzw. die Umstrukturierung von Gelände.

Blick auf den Planweg „verlängerte Elisenstraße“ in Richtung Käthe-Kollwitz-Ufer. Foto: Philine Schlick

Namensvorschläge mit Begründung einsenden

Welche Namen kommen infrage? Was macht die Johannstadt aus? Wem soll gedacht, an was erinnert werden? Der Fantasie sind bei der Ideenfindung keine Grenzen gesetzt – außer zeitlich. Denn die Zeit zum Überlegen und Einreichen ist knapp. In einer Woche schon müssen die Vorschläge dem Stadtbezirksamt vorliegen.

Ziemlich genau vor einem Jahr wurde in der Dresdner Neustadt ein bis dahin namensloser Pfad nach Friederike Beier, einer stets aktiven Kulturschaffenden, benannt. Der Friederike-Beier-Weg verbindet seitdem die Louisenstraße mit der Böhmischen Straße.

Nötig ist es, neben der Namensidee eine Begründung für den Vorschlag einzureichen. „Vorschlägen zur Benennung nach einer Persönlichkeit müssen entsprechende Biografien beigelegt werden“, erklärt Sindy Merkel vom Stadtbezirksamt.

Bedeutende Frauen stehen zur Auswahl

Bislang stehen folgende Namensgeber*innen zur Debatte: Die Lyrikerin Anna Jochamisthal-Schwabe prägte die jüdische Literaturszene in Dresden nachhaltig, bevor sie 1937 im Alter von 44 Jahren starb. Die Malerin Erna Lincke war Mitglied Dresdner Künstlergruppen, Vorsitzende des Verbandes Bildender Künstler in Dresden und Vorsitzende der Dresdner Genossenschaft „Kunst der Zeit“. Ihr Atelier wurde bei den Bombenangriffen 1945 zerstört. Sie verstarb 1986 und ruht auf dem Loschwitzer Friedhof.

Die Mäzenin und Künstlerin Ida von Lüttichau widmete sich religiösen und philosophischen Studien. Ihr Grab findet sich auf dem Trinitatisfriedhof. Hilde Rakebrand war eine Künstlerin, deren Werk im Zweiten Weltkrieg fast vollständig verlorenging. Sie lehrte neben ihrer freischaffenden Tätigkeit an der Hochschule für Werkkunst und war ab 1955 Direktorin der Porzellansammlung und des Museums für Kunsthandwerk in Pillnitz. Ihre Grabstätte befindet sich ebenfalls auf dem Loschwitzer Friedhof.

Der Stadtbezirksbeirat Altstadt wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 14. April über die Namensgebung beraten. Die abschließende Entscheidung trifft dann der Stadtrat.

Namen für zwei Straßen in der Johannstadt

  • Vorschläge mit Begründung bis zum 8. März bitte an info@qm-johannstadt.de oder redaktion@johannstadt.de