Kontaktverbot durch Corona: Bleiben Senior*innen zu Ostern einsam?

eingestellt am 07.04.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Die Postkartenaktion soll Senior*innen ein schönes Ostern bescheren. Foto: Volkssolidarität

Unter Ausgangssperren und Kontaktverbot leiden insbesondere Senior*innen. Seniorentreffs sind geschlossen, in Residenzen ist Besuch nicht zugelassen, Spaziergänge und Treffen draußen kommen nicht für jeden infrage. Wie können Senior*innen trotzdem ein fröhliches Osterfest begehen?

Seelsorge per Telefon

Die gute Nachricht: Obwohl Seniorentreffs wie „Johann“ und „Amadeus“ seine Türen geschlossen halten, halten Mitarbeiter*innen vor Ort die Stellung. Frau Unz vom „Johann“ berichtet: „Einmal pro Woche rufen wir unsere Senioren mindestens an. Zudem liefern wir jeden Tag Essen aus und haben zumindest Blickkontakt.“

Auch im „Amadeus“ sind die Telefone besetzt. Cathrin Bochert und ihre Mitarbeiter*innen leisten telefonische Sozialarbeit und Telefonseelsorge. „Und wir nähen für unsere Pflegekräfte der Volkssolidarität Gesichtsschutzmasken“, so Bochert.

Briefe und Postkarten zu Ostern

Cathrin Bochert verweist außerdem auf die Postkartenaktion „Frühlings- und Ostergrüße in Dresdner Seniorenheime“, die am heutigen Dienstag startet. Postkarten mit freundlichen Worten können an die Volkssolidarität, Altgorbitzer Ring 58 in 01169 Dresden gesandt werden. Von dort werden sie an die Pflegeheime verteilt, sodass niemand zu Ostern ungegrüßt bleiben muss. 

Das Jugendrotkreuz hat mit „Schreib mit!“ ebenfalls eine Schreibaktion ins Leben gerufen. Eine eigens dafür entwickelte Webanwendung findet die nächste Pflegeeinrichtung in der Nähe des Suchenden heraus. Unter www.jrk.sachsen.de/schreibmit kann man sich dafür registrieren und Briefe oder Postkarten an Senior*innen der nächsten Umgebung senden. Auf der Instagramseite des JRK gibt es Tipps und Anregungen zum Gestalten der Post. Karsten Lehmann, Entwickler der Anwendung, sagt: „Wir haben haben die Hoffnung, dass der Kontakt auch in der Zeit nach der Krise bestehen bleibt.“

Balkonkonzert der Staatsoperette

Von zahlreichen Postkarten und Grüßen berichtet auch Frau Wunderwald, Ergotherapeutin in der Pro Seniore-Residenz „Elbe“ an der Dürerstraße. „Viele Kinder haben Karten gemalt und gebastelt“, berichtet sie. Auch Angehörige versendeten reichlich Post – und Päckchen an die Mitarbeiter*innen.

Frau Wunderwald organisiert in der Osterwoche für sechs Wohnabteilungen ein Osterkaffeetrinken. „Apotheken haben kleine Geschenke gepackt und es gibt selbstgebackene Waffeln und selbst gekochten Kaffee“, zählt sie auf. Ein Zeichen, das die Senior*innen sehr zu schätzen wüssten.

Ein Highlight bildet das Balkonkonzert der Kapelle der Staatsoperette Dresden im Innenhof der Residenz am Ostermontag. Die Senior*innen können auf ihre Balkons treten und zwanzig Minuten lang Musik „kontaktfrei“ genießen.

„Plaudertelefon“ für einsame Ältere

Das Sozialamt hat aufgrund von Corona sein Angebot für Senior*innen ausgeweitet. Das zentrale Seniorentelefon 0351-4884800 ist montags bis freitags durchgehend von 8 bis 18 Uhr besetzt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Hotline beantworten Fragen rund um das Thema „allein im Alter“, sie vermitteln unter anderem zu Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in den Stadtbezirken und Ortschaften und stellen den Kontakt zum „Plaudertelefon“ her.

Das Plaudertelefon ist ein neues Gesprächsangebot, insbesondere für alleinlebende Ältere, die einfach nur mal reden wollen. Es soll Menschen entlasten, denen die soziale Distanz Sorgen bereitet.

Hinweis der Redaktion: Der im Rahmen des Projektes „Online-Stadtteilmagazin“ erschienene Beitrag wurde nicht von der Landeshauptstadt Dresden bzw. dem Quartiersmanagement erstellt und gibt auch nicht die Meinung der Landeshauptstadt Dresden oder des Quartiersmanagements wieder. Für den Inhalt des Beitrags ist der/die Autor*in verantwortlich.