Dankeschön-Prämien aus der Trinitatiskirchruine – Jugendliche starten eine kreative Crowdfunding-Spendenaktion

eingestellt am 01.12.2021 von Anja Hilgert, Headerbild: Das Jugendzentrum Jugendkirche Dresden braucht Licht Foto: G.Hammermüller

 

Das Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN erhält Mitte Dezember die Schlüssel zu dem neuen gläsernen Baukomplex im Inneren der ehemaligen Trinitatiskirchruine. Dann steht der große Um- und Einzug an ins neu erstellte Gebäude. Die Architektur des Glaskubus wird der Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend und der Offenen Jugendarbeit einen neuen Ausgangsort bieten für stadtteilbasierte Projekte mit einem Wirkkreis im gesamten Radius der Landeshauptstadt. Mit dem Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN entsteht in der Johannstadt eine neue zentrale Adresse für junge Menschen in und um Dresden im Alter von 15- bis 27 Jahren unabhängig von ihrer weltanschaulichen und konfessionellen Prägung.

Schon jetzt dämmert es an konkreten Vorschlägen und Ideen für die Gestaltung der neuen Räume, doch um die Licht- und Technikanlage herrscht noch schummriges Dunkel: Hier mangelt es am Geld, das nötig wäre. Ein Ausweg ist jetzt angezeigt, mit dem es tatsächlich Licht werden soll im Jugendzentrum JUGENDKIRCHE.

 

“Es ist absehbar, dass viele verschiedene Leute hier ein- und ausgehen und unterschiedlichste Bedarfe an die Räumlichkeiten stellen werden“, sagt der seit April 2020 amtierende Jugendpfarrer Tobias Funke. Das Zentrum und seine Räumlichkeiten, die er auch als „Erprobungsräume für Jugendliche“ verstanden wissen will, sind für eine vielseitige Nutzung konzipiert. Ideen und Angebote sind ersonnen – doch noch fehlt es an den basalen Voraussetzungen, nämlich an Licht und gutem Ton und der dafür nötigen Technik.

 

Innenperspektive der Jugendkirche
Quelle: Ev.-luth. Kirchenbezirk Dresden-Mitte / Code Unique Architekten

Zur Wintersonnwende soll das Licht kommen

Damit im neuen Jugendzentrum JUGENDKIRCHE das Licht angeht und ein guter Sound die geplanten Projekte belebt, hat Jugendpfarrer Funke mit den Jugendlichen vor Ort ein umfangreiches Crowdfunding-Projekt gestartet zur Finanzierung einer hochwertigen Licht- und Tontechnik in dem neuen tollen Gebäude. Tobias Funke, Pfarrer der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden liegt es am Herzen, dass Jugendliche sich im Bereich von Tontechnik, Beleuchtung, Kameraführung, Videoschnitt ausprobieren und selbst den Sound für Veranstaltungen mischen und diese mit guter Lichttechnik ausleuchten. Das gehört mit ins Programm selbstverantwortlichen Handelns, das gefördert wird.

Julia Mossal, die nach ihrem Abitur ein Praktikum im Modellprojekt anders wachsen der Johannes-Kreuz-Lukas-Gemeinde absolviert,  ist eine der Jugendlichen, die bei der Aktion mitgemacht haben und bezeichnet es als wichtige Erfahrung, dass sie sich als Jugendliche wirklich bis in die Einzelheiten damit beschäftigt haben, was Fundraising überhaupt ist und wie man eine Spendenaktion aufzieht.
Als Teil dieser Auseinandersetzung ist u.a. auch der Videoaufruf für das Projekt entstanden:

 

 

Spendenschwelle und die Zielmarke von 20.000 Euro

Auf der Crowdfundingplattform „99Funken“ präsentiert das Team aus Pfarrer und Jugendlichen ein eigenes kreatives Konzept, um Spenden für die Licht- und Tontechnik des künftigen Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN einzuwerben.
Am 15.11. ist die Aktion an den Start gegangen, mit einer Laufzeit noch bis 21.12. 2021.
Zur Wintersonnwende also soll es Licht werden!

Bei 7.500 Euro liegt die Schwelle, mit der die Fundingaktion Sinn macht: „Dieser Betrag muss mindestens erreicht werden, damit eine Grundausstattung an Lichttechnik eingebaut werden kann und das Licht angeht. Wenn das Ziel von 20.000 Euro erreicht wird, kann in professionelle Tontechnik investiert werden”, erläutert Tobias Funke. Von dieser Fundingschwelle sind zum Monatswechsel November/Dezember mit 2.795 Euro bislang erst 37 Prozent erreicht. Die Jugendlichen hoffen, dass im Advent die Aktion noch weiter ins Licht rückt.
Die definierte Zielmarke für den Spendenaufruf liegt bei 20.000 Euro.

 

Dankeschön-Prämien für alle, die jetzt spenden 

Als Dankeschön für Spenderinnen und Spender haben junge Menschen zwischen 12 und 23 Jahren in den Herbstferien kreative Dinge und kleine Kunstwerke hergestellt aus Originalmaterialien und Fundstücken aus der Trinitatisruine. 

 

Karl Stephan, Julia Mossal und Tobias Funke im Neubau des Glaskubus Foto: Mira Körlin

 

Julia Mossal, die dabei war, erklärt: „Wir haben für die Arbeiten altes Gestein von der Ruine genommen und daraus über eine Woche lang Verschiedenes gebaut, mit Hammer und Meißel und allen möglichen Werkzeugen, was manchmal auch sehr aufwändig war.“ Bearbeitet wurden z.B. das Holz eines Ahornbaumes, der im Schutt der Trinitatiskirche gewachsen war und gefällt werden musste oder Steine aus Porphyr und Basalt. Mit der Spende an die unterstützenswerte Sache sind somit kleine Erinnerungsstücke an den geschichtsträchtigen Ort der Trinitatiskirche verbunden, die sich zudem auch als Geschenkidee eignen. Auch individuelle Führungen für Spenderinnen und Spender werden angeboten.

Julia Mossal steht begeistert hinter den Ergebnissen, die entstanden sind: „Kleine Geschenke, die man bekommt, je nachdem wie viel man spendet  – die Leute sollen für ihre Spende auch etwas bekommen. Das Material mag vielleicht nicht soviel Wert sein, aber die Mühe, die es gemacht hat und das Personalisierte, wie es gearbeitet, geschnitten, geschliffen, poliert und verziert worden ist, macht den Wert der Dinge dann aus. Es sind lauter Einzelstücke entstanden.“

 

Alle Prämien, gestaffelt nach Spendenbetrag, sind noch zu erhalten:

  •   Für 5 Euro eine persönliche Einladung zur Eröffnungswoche  vom 1. bis 6. Mai 2022
  •   Für 10 Euro eine handgeschriebene/handgemalte/handgezeichnete Danke-Postkarte.
  •   Für 25 Euro eine Kiste Brennholz, symbolische 5 kg, damit es zuhause hell und warm ums Feuer wird
  •   Für 80 Euro ein Kerzenständer aus unbearbeitetem Stein der Trinitatis-Kirchenruine.
  •   Für 125 Euro eine individuelle Führung durch das Jugendzentrum JUGENDKIRCHE inklusive   Kirchturm-Turmbesteigung mit einem grandiosen Blick über Dresden, bei gutem Wetter bis in   die Sächsische Schweiz
  •   Für 150 Euro ein individuell bearbeiteter Kerzenständer aus behauenen Steinen der Trinitatisruine
  •   Für 175 Euro Buchstützen aus Porphyr-Gestein: Ein Stück Geschichte fürs Buchregal
  •   Für 200 Euro Schmuck aus Ruinengestein, an dem sehr lange poliert und gewerkelt wurde. Es sind 6 Unikate entstanden, teilweise vergoldet.
  •   Ab 300 Euro ein Eintrag auf der Spendentafel, die im Eingangsbereich angebracht werden wird
  • Weihnachtliche Trinitatiskirche 2020. Foto: Tobias Funke

Vom 1. bis. Mai 2022 wird die Trinitatiskirchruine Dresden-Johannstadt offiziell mit einer Festwoche als Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN eröffnen.

Für den Raum, den Jugendliche dann selbst nutzen können, sind bereits verschiedene Entwürfe entstanden. Sogar kleine Modelle wurden gebaut. „Ich fand es sehr toll, dass wir Jugendlichen dazu gefragt wurden“, berichtet Julia Mossal. Es bleibt noch spannend, wie das Ergebnis vor Ort letztlich aussehen wird.
Spannend ist auch, dass Johannstädter*innen nun mit ihren Spenden dazu beitragen können, die Veranstaltungsräume, die in der einstigen Ruine gerade neu entstehen und zukünftig von allen nutzbar sind, in ein gutes Licht zu setzen.

 

Weitere Informationen

Ministerpräsident und Oberbürgermeister sichten den Fortschritt am Bau des neuen Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN

eingestellt am 13.10.2021 von Anja Hilgert, Headerbild: Hoher Besuch im Stadtteil - Am Trinitatisplatz 1 fand eine Bauführung statt. Foto: Mira Körlin

Die Johannstadt hat hohen Besuch erhalten. Grund und Auslöser ist die Zukunft der Jugend. Oder, anders gesagt: Um Jugendliche als die Kraft zu stärken, von und mit der die nahe Zukunft unserer Gesellschaft sich gestalten wird, ist in der Johannstadt der Bau eines in seiner Art einzigartigen Jugendzentrums im Gange, der bei Stadt und Land besonderes Interesse weckt.

Die Spitzenvertreter des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden sind dazu  in der vergangenen Woche über den Rand der inneren Altstadt in den Stadtteil gekommen, um sich direkt vor Ort einen Eindruck zu verschaffen über den aktuellen Lauf der Dinge.
Mit dem entstehenden und sich baulich bereits deutlich abzeichnenden neuen Bauwerk rückt die Johannstadt ins Zentrum landeshauptstädtischer Aufmerksamkeit: Das künftige Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN wird in der Johannstadt einen städtischen Dreh- und Angelpunkt markieren, von dem für die Jugendkultur der Stadt und vor allem für die Jugendsozialarbeit, insbesondere auch die kirchliche Jugendarbeit viel ausgehen wird. 

 

Spitzenvertreter von Stadt und Land zum Ortstermin am Trinitatisplatz Foto: Mira Körlin

 

 

„Mir gefällt, dass das Neue aus dem Alten herausbricht“

Anlässlich einer Führung auf der derzeitigen Baustelle des künftigen Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN besuchten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Wirtschaftsminister Martin Dulig und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert den neuen, mit Erwartungen besetzten Standort am Trinitatisplatz 1. Die Herren wurden gemeinsam mit den Dresdner Superintendenten Christian Behr und Albrecht Nollau von Martin Boden-Peroche und Paula Koppisch (Code Unique Architekten) durch den neuen Bau auf dem Trinitatiskirchgelände geführt und waren voller Lob und Anerkennung: Angesichts des aus der Kirchruine herausgehobenen Glaskubus’ fand SM Dulig die symbolträchtigen Worte: „Mir gefällt, dass das Neue aus dem Alten herausbricht.“

Baureferentin Katrin Tauber sagte, das Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN sei landeskirchenweit einmalig. „Wir hoffen, dass das in die Stadt hineinstrahlt“, so Tauber.

Kretschmer würdigte die künftige Jugendkirche als „ganz besonderes Projekt“: „Wir wollten es unbedingt, denn wir sind überzeugt davon, dass es ein gutes Projekt ist.“
SM Dulig und OB Hilbert betonten den gemeinsamen Geist und die Harmonie zwischen Freistaat, Landeshauptstadt und Kirche bei diesem Vorhaben.

 

Jugendkirchpfarrer Tobias Funke, Wirtschaftsminister Martin Dulig, Sup. Christian Behr, Stadtjugendpfarrerin Leen Fritz, Sup. Albrecht Nollau, Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Baureferentin Katrin Tauber im neu gestalteten Inneren der Trintatiskirchruine    Foto: Mira Körlin

 

Dank Geldern der Europäischen Union, Eigenmittel der Landeshauptstadt Dresden und der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens entstehen derzeit in den Mauern der Trinitatiskirchruine inspirierende Erlebnis- und Erfahrungsräume für Jugendliche zwischen 13 und 23 Jahren. 

Die Trinitatiskirchruine Dresden-Johannstadt soll im Jahr 2022 als Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN eröffnen. Schon jetzt steht fest, dass von Sonntag, 1. Mai, bis Freitag, 6. Mai 2022 eine Festwoche mit zahlreichen Mitmach-Angeboten zur Eröffnung des Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN stattfindet – ein Termin zum Vormerken für den Stadtteil.

Unter einem Dach und unter dem gemeinsamen Motto „Raum für Zeit für Dich“ vereint das neue Zentrum jugendgemäße Räume für unterschiedliche Veranstaltungsformate mit Betonung des Freiraums und der Ermöglichung hoher Eigenverantwortlichkeit der Jugendlichen. Ausserdem geben die Räumlichkeiten die feste Adresse für die Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend ab. Die bis zum Baubeginn am Standort bereits existierende Offene Jugendarbeit wird zum Jahreswechsel in größere, lichtere Räume einziehen und ihren Wirkungskreis im Stadtteil wieder zentral aufnehmen. 

Das ganze Angebot, die Möglichkeiten zur Verwirklichung sowie Ansprechstellen für Rat, Tat und Initiative richten sich – unabhängig von religiösen oder konfessionellen Bindungen – an junge Menschen aus dem Quartier wie dem gesamten Stadtgebiet und dem Dresdner Umland.

Träger des Projekts sind die beiden Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirke Dresdens. Christiane Seiler vom Kirchenbezirk Dresden Mitte führte ebenfalls über die Baustelle und stand, genauso wie Stadtjugendpfarrerin Leen Fritz und Jugendkirchpfarrer Tobias Funke, für Gespräche, Anregungen und Fragen zur Verfügung.

Der Raum ist nun weitgehend errichtet, doch für die Ausstattung des Hauses wie z.B. Lichttechnik und Stühle werden noch Spenden benötigt, wie Jugendpfarrer Funke zu verstehen gibt.

 

Weitere Informationen

Für Spenden:
Empfänger: Stadtjugendpfarramt Dresden
IBAN: DE51 3506 0190 1601 300016
BIC: GENO DE D1 DKD
Bank: KD-Bank

Spendenzweck: Jugendkirche