Druckfrisch ins Viertel: Das Johannstadt-Magazin „Zeile“ ist da

eingestellt am 11.12.2020 von Philine Schlick, Headerbild: Das Ding ist im Kasten: Die Zeile als kostenfreier Adventsgruß. Foto: Meike Weid

Während sich das soziale, berufliche und kulturelle Leben zusehends in digitale Räume verlagert, wagen die Macher*innen der „Zeile“ einen analogen Schritt und bringen das erste gedruckte Stadtteilmagazin der Johannstadt heraus. Am Freitag wurde das Heft zum Thema Nachbarschaft druckfrisch im Viertel verteilt.

IKEA schafft seinen Katalog ab, Zeitungen verlagern sich ins Internet – und in der Johannstadt wird ganz nach alter Schule ein Magazin gedruckt? Ja! Es handelt sich um das greifbare Pendant zum Online-Stadtteilmagazin auf johannstadt.de.

Blick in den Schaffensprozess: Die Zeile ausgebreitet auf dem Tisch bei der Redaktionssitzung. Foto: Anja Hilgert
Blick in den Schaffensprozess: Die Zeile ausgebreitet auf dem Tisch bei der Redaktionssitzung. Foto: Anja Hilgert

Farbenfrohes Abbild Johannstädter Vielfalt

Anja Hilgert von der Stadtteilredaktion hat gemeinsam mit Meike Weid vom Projekt Plattenwechsel die Zügel in die Hand genommen und umgesetzt, was schon lange erträumt war: Ein ästhetisches Heft rund um die Johannstadt.

„44 Seiten stark ist die Erstausgabe. Etwas für längere Haltbarkeit, zum Schmökern und immer wieder mal Hervorholen, denn die versammelten Geschichten handeln wahrhaftig und unmittelbar vom Leben, erzählt von unterschiedlichen Menschen, die im Viertel leben und in Berichten, Erzählungen, Portraits und Poesie teilen, was sie erleben“, erklärt Anja Hilgert.

Bertil Kalex, Daniel Becker, Anja Hilgert, Philine Schlick, Matthias Kunert und Torsten Görg vom Redaktionsteam. Auf dem Bild fehlt Mohammad Ghith al Haj Hossin. Foto: Anja Schneider
Bertil Kalex, Daniel Becker, Anja Hilgert, Philine Schlick, Matthias Kunert und Torsten Görg vom Redaktionsteam. Auf dem Bild fehlt Mohammad Ghith al Haj Hossin. Foto: Anja Schneider

Binnen eines Vierteljahres entstand mit Beiträgen des Redaktionsteams von johannstadt.de, Einsendungen von Bürger*innen und Gast-Artikeln ein farbenfrohes Abbild der Vielfalt im Viertel. Ziel war es, die Inhalte einem Leser*innenkreis zugänglich zu machen, der nicht maßgeblich im Internet zugegen ist.

Zugang für eine breitere Bevölkerungsschicht

Da gibt es die rührende Geschichte von Ferdinand Saalbach, der die Feuerwehr rief, als die alte Weide am Elbufer brannte und sich selbst in diesem lodernden Symbol wiederfand, Porträts von der Keramikkünstlerin bis zum Märchenerzähler, Geschichten von der gestohlenen Rose bis zum archäologischen Abenteuer, Wissenswertes von Stimmen aus dem Stadtteilbeirat bis zur Hymne aufs Gemüseauto.

„Auf johannstadt.de hat sich ein stattlicher Fundus angesammelt an Informationen aus der Chronik, der Stadtteilentwicklung und dem Alltagsleben des Viertels. Diese Vielfalt zu heben und aktuell neu aufzulegen, um einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen, was im eigenen Stadtteil alles lebendig und da ist, ist das Ansinnen der Print-Version des Stadtteilmagazins“, so Anja Hilgert.

Das Cover der aktuellen Zeile im Dezember 2020. Foto: Anja Hilgert
Das Cover der aktuellen Zeile im Dezember 2020. Foto: Anja Hilgert

Am Freitag ist das Heft endlich aus der Druckerei in den Johannstädter Kulturtreff gereist. Anja Hilgert ist aufgeregt: „Ich habe das Heft bis jetzt noch nicht gesehen. Bis zuletzt gab es Verschiebungen und Änderungen und dann ging alles kurz auf knapp“, schildert sie den Prozess.

Der Name Zeile spielt einerseits auf die Zeilen eines Textstückes, andererseits auf die charakteristischen Plattenbauten in der Johannstadt ab. Die erste Ausgabe der Zeile enthält zahlreiche Appelle: „Mach mit, bring dich ein!“, heißt es zu den einzelnen Rubriken. Das Heft soll gemeinsam mit seinen Leser*innen entstehen, deshalb sind Ideen und Einsendungen für die nächste Ausgabe zum Thema Wohnen herzlich erwünscht.

Verteil-Aktion in der Johannstadt am Freitag

Gemeinsam mit der Zeichenkünstlerin Theresa Wenzel, die Abbildungen beisteuerte, machten sich Meike Weid, Anja Hilgert und Frederike von Bothmer auf eine Tour durch die Johannstadt, um das kostenfrei erhältliche Magazin zu verteilen. „Alle Bewohner*innen der Nördlichen Johannstadt und natürlich die Autor*innen bekommen ein Exemplar in den Briefkasten gesteckt“, erklären sie. Zudem soll in regelmäßigen Abständen ein Stoß Hefte im neuen Büchertauschregal am Bönischplatz ausliegen.

Maskierter Empfang am Fenster. Foto: Meike Weid
Maskierter Empfang am Fenster. Foto: Meike Weid

Unterwegs war das Quartett mit der Lichterketten geschmückten Generationen-Rikscha. Ein kleines Licht auf Wanderschaft in diesem Advent, der sich ab Montag mit dem Lockdown weniger auf der Straße, als hinter offenen Fenstern und geschlossenen Türen abspielen wird.

Stadtteilmagazin Zeile

  • kostenfrei im Stadtteil erhältlich, z.B. im Büchertauschregal
  • Ideen, Wünsche, Beiträge können an redaktion@johannstadt.de gesendet werden
  • die zweite Ausgabe erscheint im Frühjahr/Sommer 2021 zum Thema Wohnen

Bringt Ideen in die Werkstatt! – Das bot die Ideenwerkstatt des Stadtteilvereins

eingestellt am 15.09.2020 von Anja Hilgert, Headerbild: Ideen sind gefragt für die Johannstadt, die der Zukunft entgegen geht Foto: Anja Hilgert

Eine Werkstatt feierte Eröffnung am Donnerstagabend 10.09.2020 in der Johannstadt. Hobelspäne, Funkenflug, Geruch nach Schweiß und Arbeit lagen hier anders in der Luft als in traditionellen Handwerksbetrieben. Die Türen öffneten sich nämlich in eine Ideenwerkstatt: Damit lud der Stadtteilverein Johannstadt e.V. Bürger*innen in die JohannStadthalle ein, konstruktive Ideen für ein vitaleres Stadtteilleben vorzustellen, um bald darauf Taten folgen zu lassen. Zeit also für eine Inspektion! Es war eine Suchanzeige, in den Stadtteil geschaltet, um herauszufinden, wo etwas gärt oder schon reif ist, um ins Leben gerufen zu werden. Für diesen Sprung in die Umsetzung bot der Stadtteilverein Mittel und Wege zur Unterstützung an.

Die Werkstattausstattung

Es ist nicht wenig, was der Stadtteilverein Johannstadt e.V. im Rahmen der Zukunftsstadt Dresden an Ausstattung und Know How bereithält, um eigeninitiierte Vorschläge von Johannstädter Bürger*innen zu fördern. Was vielen nur unzureichend bekannt ist, wurde mit der Ausrichtung dieser Ideenwerkstatt gezielt in die Öffentlichkeit gerückt und aktiv beworben: Mit dem Werkzeug des Stadtteilfonds steht dem Stadtteilverein jetzt zum zweiten Mal ein Topf an Fördergeldern im Rahmen der Zukunftsstadt Dresden zur Verfügung, mit denen Bürger*innen ihre Ideen für ein nachhaltig lebenswertes Leben im Stadtteil selbst umsetzen können.

Auch in diesem Jahr hat der Stadtbezirksbeirat Altstadt die Arbeit des Johannstädter Stadtteilfonds wieder mit 37.618 Euro unterstützt, und ein Großteil der Gelder ist noch nicht ausgeschöpft. Es stehen also reichlich Mittel zur Verfügung und müssten bestenfalls im Oktober/November beantragt werden, um selbstbestimmten Bürger*innen-Projekten zufließen zu können.

Wer also die Glocken des Stadtteilfonds hat läuten hören, war zur Ideenwerkstatt gekommen.
30 Anmeldungen waren eingegangen und etwa 50 Menschen waren über den frühen Abend versammelt, um am Ideenaustausch teilzuhaben. Einige, aber längst nicht alle hatten eine Idee im Gepäck, die sie teilen oder gar schon konkret in die Umsetzung steuern wollten. Die meisten, die gekommen waren, zeigten sich zunächst aber zurückhaltend, zögerten, sich mit konkreter Ideenbekundung vorzustellen und äußerten erst einmal generell Interesse an den Ideen überhaupt und den Möglichkeiten, in der Werkstatt für Ideen Hilfe und Unterstützung für ein eigenes Thema zu bekommen.

Ideen-Gesuch für das gute Johannstädter Leben
Foto: Anja Hilgert

Wer eine zündende Idee hat, der melde sich

Lang gehegte Träume, plötzlicher Einfall oder nur so gemunkelt – einen diffusen Gedanken, was es mal noch geben oder was man mal noch machen oder besser machen könnte, hegt jede*r irgendwann mehr oder weniger deutlich für sein Umfeld. Meist bleibt es im Dunst und der Himmel voller Sterne. Und die Johannstadt ist zum allgemeinen Bedauern immer noch ohne den Treffpunkt einer Gastronomie, wie sie sich die Leute wünschen.

Es braucht Ermutigung, so die Erfahrung, aufzustehen für eine eigene Idee, denn schließlich ist es nicht leicht und die wenigsten sind geübt, sich ganz auf eigene Füße und mit persönlichem Anliegen vor die Gruppe zu stellen. Das eigene Café eröffnen, die eigene Werkstatt oder den Laden mit Selbstgemachtem – in jedem Traum steckt im Keim die Idee vom selbstbestimmten Handeln, vom kreativen Potential, das nach Ausdrucksmöglichkeiten sucht. 

Das genau wollte die Ideenwerkstatt bei den Einzelnen ab und in den Stadtteil hinein holen:
Den Spaß am Engagement, Begeisterung teilen, Gleichgesinnte treffen und die Lust mehren, gemeinsam etwas zu tun im Wohnumfeld.

Torsten Görg blickte als Projektleiter des Stadtteilfonds zuversichtlich auf eine eingereichte Zahl von Ideen, die dem Stadtteil aus dem Herzen sprechen: Eine gemeinschaftliche Reparatur-Werkstatt wurde angeregt, für die ein Raum zu finden wäre, Johannplasto, der aus recyceltem Plastik neue Gebrauchsgegenstände schafft, benötigt Bekanntmachung, ein Bildungsangebot mit den Johannstädter Bienen sucht Anschluss an Kitas und Schulen, Lebensmittel möchten fairteilt werden, die Einkaufshallen sollen einen eingebauten Baum erhalten mit wiederverwendbaren Tragetaschen, junge Leute möchten sich an einem Pizzaofen treffen, Jugendliche U18 wollen am Wahlgeschehen beteiligt sein – reichlich engagierte Impulse und Vorschläge standen zur Diskussion.

Mittel und Wege des Stadtteilfonds

Für Bürger*innen, die es zu Taten für das Gemeinwohl drängt, wird der Stadtteilfonds vermittelnd tätig: Torsten Görg steht beratend in der Planungsphase zur Seite, berät bei der Antragstellung der Fördergelder, motiviert die Präsentation des Projektes vor dem Stadtteilbeirat und ist begleitender Ansprechpartner bis zur Umsetzung des Projektes. Das alles geschieht unter Schirmherrschaft der Zukunftsstadt Dresden. Deren Moderatoren übernahmen in der Werkstatt das Management der vorgebrachten Ideen, die erstaunlich konkret und, wie sich später zeigte, in vielerlei Hinsicht durchaus anschlussfähig waren.

Der Mehrwert einer Idee ist letztlich das Überzeugende. Die Zukunftsstadt verlangt nach innovativen Ideen, die für eine allen gemeinsame Zukunft nachhaltig wirksam sein sollen, so das Hauptkriterium für eine Kooperation.

In der Johannstadt ist es die Vielzahl unterschiedlichster kultureller Inseln, die von Lebendigkeit und Lebensqualität zeugen. Das Engagement Einzelner, das hier Früchte trägt, kommt dem Stadtteil insgesamt stärkend zugute. Mit seinen schon umgesetzten Projekten hat der Stadtteilfonds bereits maßgeblich die Szenerie des Viertels bereichert: Ob Hofflohmarkt-Fest, Hochbeete für einen gemeinschaftlich genutzten Hinterhof, ein Holz-Bau-Workshop für Jugendliche, ein Kalender und Fotowettbewerb zum schönsten Baum der Johannstadt oder die Generationen-Riksha, die jetzt die Johanneskirchgemeinde beherbergt und viele andere Einzelprojekte – sie alle bilden Bedürfnisse und kreative Visionen der Johannstädter*innen ab. Auch das online-Stadtteilmagazin, in dem gerade aktuell dieser Artikel vorliegt, ist eine durch den Stadtteilfonds geförderte Projektidee.

Johannstädter Ideenträger*innen in der Werkstatt des Stadtteilvereins Johannstadt e.V. Foto: Torsten Görg

Über den Mehrwert einer Idee

Mit den beiden Werkzeugen, die der Stadtteilverein im Rahmen der Zukunftsstadt Dresden verwaltet, dem Stadtteilfonds einerseits und dem entscheidungstragenden Stadtteilbeirat andererseits, entsteht ein Weg für engagierte Menschen, sich direkt zu involvieren und das Leben im Stadtteil selbstbestimmt mitzugestalten. Damit kann vielfältige Beteiligung unmittelbar dort entstehen, wo die Menschen wohnen und leben. Menschen finden aus passiver Betroffenheit in verwandelnde Teilnahme und aktive Verwirklichung.

Der Slogan des Stadtteilvereins zur ersten Ideenwerkstatt 2017 hieß dementsprechend: Du bist die Johannstadt! Dort wurden vor drei Jahren die Ideen geboren zu den Strukturen, die heute das Wesen des Vereins ausmachen. Daraus resultierend sind im Stadtteil heute die Organe des Stadtteilfonds, des Stadtteilbeirats und der Stadtteilredaktion wirksam.

Deshalb bestimmen über die letztendliche Förderung von Projekten in der Johannstadt auch die Menschen, die es betrifft, selbst: In der Johannstadt gründete sich der erste Dresdner Stadtteilbeirat.

Der erste Dresdner Stadtteilbeirat in der Johannstadt

20 Bürger*innen bilden das Gremium, das über die Förderanträge abstimmt. Die Entscheidungsgewalt liegt damit in den eigenen Reihen: 10 aktive Vertreter*innen aus Einrichtungen der Stadtteilarbeit werden berufen und 10 weitere Mitglieder werden aus der Mitte der Bevölkerung gewählt: Je ein*e Vertreter*in sämtlicher Bevölkerungsgruppen im Stadtteil kommen zusammen: Jugendliche, Senior*innen, Vertreter*innen mit und ohne Migrationsbiografie, Ladenbesitzer*innen, Freiberufler*innen – Jede*r Johannstädter Bürger*in kann kandidieren und sich zur Wahl aufstellen lassen! Aktuell läuft die Amtszeit des derzeitigen Stadtteilbeirats zum Jahresende ab, in der Johannstadt werden im November Wahlen durchgeführt. Die Chance, aktiv zu werden für den Stadtteil besteht gerade jetzt: Wer sich berufen fühlt, meldet sich und kann sich aufstellen lassen!

Noch ist die Frist nicht abgelaufen: Für Mitbeteiligung gibt es kein Zu-Spät
Foto: Anja Hilgert

Expert*innen am Werk

Eine Ideen-Werkstatt hat nicht mit demselben handfesten Material zu tun was sonst im klassischen Handwerk zählt. In der gegenwärtigen Zeit verschiebt sich der Begriff der Arbeit ins Geistige.

Vielleicht lässt sich im Nachgang zu der Veranstaltung sogar besser nach-denken, was es bedeutet, Ideen in eine Werkstatt einzuladen. Die Idee hütet ein inniges Anliegen, das, oft nur in einer Ahnung liegend, entwickelt werden möchte. Aus nur eigenen Kräften ist das nur bedingt möglich.

In einer Werkstatt, so das Aushängeschild, sind Expert*innen am Werk. Und was mit Verstand und viel Geschick und Sorgfalt hergestellt wird, hat den Charakter von etwas Besonderem, Neuem, vielleicht so noch nicht Dagewesenem, denn es ist ein Werk und nicht bloß Ware. In dem Falle das Herzensanliegen eine*r kompetenten Bürger*in.

Andrea Schubert als Stadtteilvereinsvorsitzende bedankte sich in ihrer Schlussrede vor allem bei denen, die den Mut hatten, allein nach vorne zu gehen und ihre Idee vorzustellen. Letztlich ist die Unterstützung durch den Stadtteilfonds, den die Zukunftsstadt Dresden ermöglicht, eine Würdigung dieses gelebten Vertrauens in die je eigenen Fähigkeiten, etwas wirklich Neues zu vermögen. Diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit bildet schließlich das Fundament für reife demokratische Entscheidungsprozesse und sozialen Zusammenhalt überhaupt.

Den Stadtteil im Gespür haben

In der Abschlussrunde bedankten sich die meisten für Impulse und Anstöße, die sie durch die anderen Teilnehmenden erhalten hätten. Dabei ging es nicht so sehr um die eigene Idee und diese durchzubringen, sondern mehr um auch emotionale Motive, persönlich aktiv zu werden und sich zu vernetzen, um gemeinschaftlich Lebensraum zu gestalten. 

Die eigentliche Geburtshilfe für den Schritt in die aktive Mitbeteiligung erfolgte in der Ideenwerkstatt durch den Austausch und die Öffnung der Leute füreinander und untereinander. Dieses Zusammenkommen hätte stärker gewichtet und fließender moderiert sein können, um mehr Zeit und Erleben für den Prozess des Miteinanders zu geben.

In der Johannstadt braucht es Zuhörer*innen und Offenheit für noch Ungesprochenes, damit die Bedürfnisse wirklich gefunden werden, die sich im Stadtteil unter der Last des Alltags ansonsten noch weiter zurückziehen und stauen oder andere, auch kriminelle Wege bahnen, um nach aussen zu kommen. Es wird im Stadtteil oft genug und von Kindesalter an mit Gewalt operiert und randaliert gegen das, was als bremsend oder einfach nur unverstanden empfunden wird. Kleinste Schnittmengen, in denen Verständigung sich anbahnen und eine verbindende Erfahrung sich machen lässt, sind tatsächlich wertvoll für das Zusammenleben jetzt und für zukünftige Entwicklung.

Auch nach der Ideenwerkstatt ist es keinesfalls zu spät. Wer sich angesprochen fühlt, mit seiner Idee das Stadtteilleben zu bereichern, kann unmittelbar mit dem Stadtteilverein in Kontakt treten.

Ein Beitrag von Dresden Fernsehen über die Ideenwerkstatt findet sich unter www.sachsen-fernsehen.de/ideen-gesucht-fuer-eine-nachhaltige-johannstadt-770604.

Ideenwerkstatt Johannstadt

  • Stadtteilverein Johannstadt e.V., Projekt Stadtteilfonds und Stadtteilbeirat Johannstadt, Ansprechpartner Torsten Görg, Pfotenhauerstraße 66
    01307 Dresden
  • Telefon 0351 – 41 88 16 67
  • E-Mail email hidden; JavaScript is required
  • Beratung und Hilfestellung bei Projektentwicklung und Antragstellung/Abrechnung jeden Freitag 15-17 Uhr nach telefonischer Vereinbarung

Printmagazin über die Johannstadt geht an den Start – Ideen gesucht!

eingestellt am 28.08.2020 von Philine Schlick, Headerbild: In Entstehung: Die Printausgabe eines Stadtteilmagazins für die Johannstadt ist ein Mitmach-Magazin

Wie in der 8. Stadtteilbeiratssitzung angekündigt, laufen die Planungen für ein gedrucktes Magazin über die Dresdner Johannstadt auf Hochtouren. Im Dezember soll die erste Ausgabe zum Thema „Nachbarschaft“ erscheinen. Die Initiator*innen richten sich mit einem Aufruf an das Viertel.

Die Johannstadt ist nicht nur lebens-, sondern lesenswert. Auf der Internetseite johannstadt.de erscheinen regelmäßig Berichte, Porträts und Nachrichten. Die geplante Druckausgabe soll dafür sorgen, dass Leser*innen ein ansprechend gestaltetes Magazin in den Händen halten können.

Gut lesbar, bildreich, vielfältig

Anja Hilgert von der Stadtteilreaktion hat das Projekt gemeinsam mit Meike Weid von UTOPOLIS ins Leben gerufen. Das kostenfreie Stadtteil-Magazin soll zweimal jährlich erscheinen, frei zugänglich für alle Bewohner*innen des Viertels und als Leseexemplar in Geschäften, Vereinsräumen und Gaststätten ausliegen.

„Die ganze Vielfalt des Stadtteillebens soll im Magazin präsentiert werden“, sagen die Frauen. Bauliche Veränderungen, historische Funde, besondere Persönlichkeiten werden für den Inhalt des Heftes gesucht. Unterhaltsam und bunt soll das Layout sein – gleichermaßen ansprechend für junge und ältere Leser*innen.

Thema der nächsten Ausgabe: „Nachbarschaft“

Zum Thema „Nachbarschaft“ gehören Menschen ebenso wie Bäume und Bienen. Wie stelle ich mir Nachbarschaft vor? Wie hat sich Nachbarschaft für mich während der Krise gestaltet? Was ist nötig für eine gute Nachbarschaft? „Wir suchen Anekdoten, Skurriles, Kurioses in Text und Bild, um die Ausgabe zu gestalten“, so Anja Hilgert. Gesucht werden z.B. Kinder-Reporter*innen, die über das Bönischplatz-/Bundschuhstraßen-Fest und das Wohnhof-Fest am 26. September berichten.

Menschen jeden Alters können sich mit ihren Ideen, Statements und Wünschen einbringen. Am 15. September ist Einsendeschluss, damit die Ausgabe von einem Grafiker gestaltet werden und anschließend in den Druck gehen kann.

Im Rahmen des Projektes Plattenwechsel – Wir in Aktion wird das Printmagazin zunächst finanziert. Auf lange Sicht soll es jedoch finanziell auf eigene Beine gestellt werden. Das kann beispielweise über Anzeigen funktionieren, wenn sich entsprechend Unterstützer*innen finden. Zukünftig wird dann die Möglichkeit bestehen, Werbeanzeigen im Magazin einzubringen.

Das nächste Heft soll im Sommer 2021 zum Thema „Wohnen“ erscheinen.

Ein Printmagazin für die Johannstadt

  • Einsendungen können bis zum 15. September an redaktion@johannstadt.de getätigt werden