Salsa-Picknick und Parking Day laden zum Mitmachen ein

eingestellt am 14.09.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Parking Day 2020 in der Hertelstraße. Foto: Philine Schlick

Diesen Freitag heißt es weltweit in unzähligen Städten und Metropolen: Es ist Park(ing) Day. Dieser wird auch in der Johannstadt gefeiert. Dieses Jahr sind Bürger*innen zur Selbstorganisation aufgerufen. Besonders fulminant soll er mit einem nachbarschaftlichen Picknick und einer Salsa-Nacht auf dem Bönischplatz ausklingen. 

Im vergangenen Jahr rollte eine verwegene Fahrrad-Kolonne in die Johannstadt, wurde Schach gespielt, gesungen, geschlemmt und getratscht auf der Hertelstraße zum alljährlichen Park(ing) Day. An jedem dritten Freitag im September verwandeln Visionär*innen zugeparkte Straßen in Park-Paradiese für Menschen.

Konzentrierte Schachspieler. Foto: Philine Schlick

Den Parkplatz vor der Tür gestalten

Mit dabei ist wie jedes Jahr im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche (16. bis 22. September) die Nachhaltige Johannstadt 2025 (NaJo): „Zum Park(ing) Day werden temporär Parkplätze ‚zurückerobert‘ und für nachbarschaftliche Aktionen genutzt, zum Beispiel für eine Plauderecke mit Sofa, für gemeinsame Brettspiele, für eine Kaffee-Tafel, für kulturelle Kleinstaktionen wie Lesungen oder Musikauftritte… Der Fokus liegt dabei auf Improvisation und Spontanität“, erklären die Organisator*innen.

Update: U.a. könnt Ihr Parking-Day-Luft schnuppern an der:

Pfotenhauerstraße 66 bei der Nachhaltigen Johannstadt mit Premiere der Konsumtonne, Klimacoaching to go, uvm.
Pfotenhauerstraße 30 beim Verkehrsclub Dresden mit Mobilitätsinfos, 160 Matchboxautos und Infos zur Verkehrswende
Bundschuhstraße mit dem Café für alle & Open-Air-Quatschen

Der Plattenchor beim Parking Day 2020. Foto: Philine Schlick

Anders als 2020 wird der Park(ing) Day 2021 jedoch keine einzelne Straße am Stück belegen. Eigeninitiative ist gefragt, denn Bürger*innen sollen die Parkfläche ihres Herzens selbstständig bespielen und dafür bei der Stadt anmelden: „Das entspricht dem eigentlichen Sinn des Parking Day“, erklärt Alexander Bernstein von der NaJo. Das bunte Treiben wird also um einiges dezentraler ausfallen, hofft das Team, das selbst vor dem Stadtteilladen an der Pfotenhauerstraße 66 diverse Spiele und Aktionen anbieten wird. Der Verkehrsclub Deutschland wird dieselbe Straße auf Höhe des Konsum-Marktes bespielen. Um ca. 17.15 Uhr führt eine Lastenräder-Show auf der Pfotenhauerstraße von der Ecke Hertelstraße bis zum Bönischplatz, wo im Anschluss das Salsa-Picknick als krönender Abschluss in den Abend leiten wird.

Schmaus und Tanz auf dem Bönischplatz

Hier ist ein Beisammen-Sein an einer langen Tafel angedacht, zu dem jede*r nach etwas nach ihrem/seinem Geschmack beisteuern darf. Der Abend wird live begleitet mit karibischer Musik von der Salsa Band Leyenda Latina. „Um auch Anfänger*innen die Chance zu geben ein paar Schritte zu lernen, wird es zwischendurch einen kleinen Tanzworkshop geben“, so Veranstalter Lutz Hoffmann.

Der rollende Verkehr wird für die Aktionen nicht unterbunden. Das sollte bei den Planungen beachtet werden, gibt die NaJo zu bedenken. „Damit die Aktionen rechtlich auf der sicheren Seite bleiben, empfehlen wir, eine Versammlung bei der Dresdner Versammlungsbehörde anzumelden. Eure Park(ing) Day Aktion ist dann quasi eine stationäre Kundgebung.“

Park(ing) Day 2021 am 17. September

  • Infos, Hinweise und Anleitungen zur Veranstaltung hier entlang
  • Fotos nimmt die NaJo gern unter najo2025@johannstadt.de entgegen; sie können aber auch unter folgenden Hashtags gepostet werden: #najo2025 #ParkingDayDD2021 #Johannstadt #JTownrulez
  • Salsa-Picknick von 18 Uhr bis 22 Uhr auf dem Bönischplatz, alle Infos hier entlang

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Fiedlerstraße: Wie eine Bürgerin die Sanierung des Gehwegs vorantrieb

eingestellt am 16.07.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Endlich stand der Gehweg Fiedlerstraße im Fokus. Foto: Philine Schlick

Eine engagierte Frau hat den Bewohner*innen der Seniorenresidenz „Elbflorenz“ an der Fiedlerstraße mit Ausdauer und Vehemenz im wahrsten Sinne des Wortes den Weg geebnet. Sie verlieh dem wichtigen Anliegen, den Gehweg vor dem Gebäude zu erneuern, immer wieder Nachdruck. Die Geschichte einer Alltagsheldin, die jegliche Lorbeeren ablehnt.

„Nein, nein“, sagt W. „Das habe ich nicht für mich gemacht, sondern für das Wohnheim.“ Kein Bild soll von ihr erscheinen, auch der Name nicht. Sie winkt ab. Es ging ihr um die Sache – und die ist nun endlich getan.

Blick über den neuen Gehweg in Richtung Elbflorenz. Foto: Philine Schlick

Ein kleiner Schritt …

Der Gehweg vor der Seniorenresidenz „Elbflorenz“ an der Fiedlerstraße war zerklüftet. Eine zerlöcherte Holperstrecke. Für junge Hüpfer kein Problem, für alte Hasen ein gewaltiges. „Ich bin noch sehr gut zu Fuß“, sagt W. und springt zum Beweis ein paar Mal auf der Stelle, dass der Haarzopf wippt. Aber andere Bewohner*innen des Hauses müssen die Strecke zum benachbarten Einkaufsmarkt mit Gehhilfen, Rollstühlen und Rollatoren bewältigen. Kleine Dellen werden so zu unüberwindbaren Hindernissen – dabei ist der Einkauf für viele ein Höhepunkt im Alltag und ein Akt der Autonomie.

Von der Beschwerlichkeit überzeugte sich im Februar 2019 Stadtrat Hendrik Stalmann-Fischer, als er nach einer Gesprächsrunde zum Thema Gehwege im Seniorenheim Menschen mit Rollstuhl bis zum beliebten Ausflugsziel Netto begleitete. Und siehe da, zwei Tage später beschloss der Stadtrat Baumaßnahmen an der Fiedlerstraße. Die Hoffnung grünte.

Die Residenz Elbflorenz an der Fiedlerstraße. Foto: Philine Schlick

Auf der Warteliste

Das Thema Gehwege hing an der großen Glocke. Dennoch sollte es zwei Jahre dauern, bis die Baufahrzeuge endlich anrückten. W. breitet Zeitungsartikel aus – die Chronik eines langen Wartens. Denn die beschlossenen zwei Millionen reichte bei weitem nicht für alle maroden Fußwege in Dresden. Die Liste ist lang. Und während in anderen Stadtteilen Wege geebnet wurden, harrte man an der Fiedlerstraße, endlich an der Reihe zu sein. W. ließ nicht locker. Sie wandte sich an die Heimleitung.

In alle Himmelsrichtungen gehen

Das Engagement der damaligen Heimleiterin Bärbel Mideksa sei lobenswert gewesen, sagt sie. Und dringend nötig. Menschen stürzten, der Erste-Hilfe-Kasten wurde griffbereit neben die Tür gehängt. Im September 2019 versprach die Straßeninspektion, sich der Gefahrenstelle zu widmen.

Gelb und pink sind die Sätze im Zeitungsartikel unterstrichen. Am Rand prangen Fragezeichen und säuberliche Notizen. Die Stadt hatte die Summe zur Sanierung der Gehwege mittlerweile verdoppelt – dann hakte es beim Personal.

Chronik des Wartens. Foto: Philine Schlick

Die berüchtigte „Senioren-Sturzfalle“ blieb, wie sie war. Und W. suchte Wege. Jeden Tag ist sie im Viertel unterwegs. Zu Fuß: „Bei jedem Wetter – ob Schnee oder Gewitter. Ich habe Interesse an der Umgebung und kann in alle Himmelsrichtungen gehen.“ Als Bauingenieurin lugt sie auf Baustellen über die Schulter und „hält einen Schwatz mit den Kollegen.“ Als sie vor sechs Jahren in die Seniorenresidenz zog, ging es ihr zu schlecht um sich zu engagieren. Als sie wieder auf dem Damm war, nahm sie die kaputten Fußwege persönlich. „Seit 2019 belästige ich die Leute“, sagt sie schmunzelnd. „Das Thema ist 16 Jahre alt!“

Anlaufstelle Stadtteilverein Johannstadt

Auf einem ihrer Spaziergänge stieß sie auf den Stadtteilladen an der Pfotenhauerstraße und brachte ihr Anliegen vor. Sie bat um Unterstützung und bekam sie von NaJo-Mitarbeiterin Esther Heinke. Diese wandte sich an das Stadtplanungsamt und das Quartiersmanagement, um endlich Bewegung in die scheinbar vergessene Debatte zu bringen. Daraufhin kam die Rückmeldung von Stadtbezirksamtsleiter André Barth: Das Anliegen komme auf den Tisch.

Blick auf den Gehweg in Richtung Netto. Foto: Philine Schlick

Endlich war es so weit! Im April 2021 fuhren die Bagger an. Noch immer war W. aufgeregt: Würde auch das wichtige Stück Gehweg zwischen Seniorenheim und Netto mit angepackt? Ihre Sorgen waren unbegründet. Nun deckt glatter Asphalt die Strecke bis an die Lortzingstraße heran. Beim Stadtteilverein ging kürzlich ein Schreiben von Residenz-Leiterin Silke Zühlsdorf ein. Ein großer Dank, stellvertretend für alle Bewohner*innen. „Sie haben auf diesem Wege einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen, die Lebensqualität für betagte Menschen im Stadtteil zu verbessern.“

Nun, ein Name soll, aber will in dieser Geschichte nicht genannt werden: W., die mit wohlwollender Hartnäckigkeit über viele Jahre für einen glatten Gehweg appellierte und über diesen straffen Schrittes täglich der Seniorenresidenz für eine Stunde Erkundungen den Rücken kehrt.

Haben auch Sie ein Anliegen?

  • stadtteilverein@johannstadt.de
  • najo2025@johannstadt.de
  • Telefon:  30 93 65 63
  • Bürgersprechstunden auf der Pfotenhauerstraße 66 donnerstags von 10 bis 11 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, sowie nach Vereinbarung

Das Team NaJo sucht Mitstreiter*innen beim Stadtradeln

eingestellt am 24.06.2021 von Philine Schlick, Headerbild: Fahrradfahrer*innen in der Johannstadt. Foto: Philine Schlick

Die Nachhaltige Johannstadt (NaJo) hat sich als Team beim Stadtradeln 2021 angemeldet und sucht Mit-Strampler*innen. Über die Dauer von 21 Tagen werden mit dem Fahrrad zurück gelegte Kilometer gesammelt – für Fitness und Klima.

Pünktlich zur Sommersonnenwende ist auch in Dresden das Stadtradeln gestartet. Für 21 Tage können Menschen sich an der deutschlandweiten Kampagne beteiligen und ihre zurück gelegten Fahrrad-Kilometer sammeln. Ein Wettbewerb, der nicht nur Vorteile für Körper und Geist, sondern auch für Klima und Umwelt birgt.

Die NaJo engagiert sich radelnd. Foto: Anja Wittich

Auf den Drahtesel, fertig, los!

In Dresden sind knapp 3800 Menschen in rund 490 Teams an der sportlichen „Sammelaktion“ beteiligt. In der Johannstadt beteiligt sich die NaJo an der Aktion – und sucht noch nach Mitstreiter*innen. Das Ziel ist es, nicht nur von Veränderungen zu reden, sondern sich aktiv in den Sattel zu schwingen und sie in Angriff zu nehmen. Auf der Internetseite von Stadtradeln sind stets aktuell die insgesamt eingesparten CO2-Emmissionen abzulesen. Die meisten gesammelten Kilometer kommen am 11. Juli auf’s Siegertreppchen.

Der aktuelle Konto-Stand des NaJo-Teams beim Stadtradeln. Bild: NaJo

Gewinne winken

Neben sauberer Luft und Wadenmuskeln gibt es auch Sachpreise zu gewinnen. Sie werden von namhaften deutschen Fahrradhersteller*innen gesponsert. Neben Zubehör winken Fahrräder und Pedelecs. Zur Teilnahme ist die Beteiligung in einem Team notwendig. Die NaJo radelt unter dem Namen „CO2 Schrubber“ und hat mit der Band Lasse Reinström bereits prominente Unterstützung erhalten. Das Team hatte am Donnerstag schon beachtliche 188 Kilometer zurückgelegt.

Die gefahrenen Strecken können online in ein Kilometer-Tagebuch eingetragen oder mit der speziellen Stadtradeln-App getrackt werden. Auf der Webseite von Stadtradeln erfolgt die Registrierung, die eine Teilnahme ermöglicht.

Stadtradeln 2021 in Johannstadt

Was tun mit 30.000 Euro? Die Ideenwerkstatt am Donnerstag

eingestellt am 07.09.2020 von Philine Schlick

Die Ideenwerkstatt am Donnerstag ist eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres, wenn es um die Verwirklichung von Projekt-Ideen geht. Hier erklären Stadtteilverein, Quartiersmanagement und Zukunftsstadt, wie Anträge gelingen. Die Teilnahme lohnt sich auch ohne eigene Projekt-Idee. Zur Verfügung stehen noch 30.000 Euro. 

Marthy und Lars vom Stadtteilfondsprojekt "Grüne Pfote 66" (Foto Torsten Görg)
Marthy und Lars vom Stadtteilfondsprojekt „Grüne Pfote 66“ (Foto Torsten Görg)

Ein Kinderzirkus auf den Elbwiesen, ein Hochbeet im Hinterhof? Bunt gestaltete Papierkörbe, Bienenwiesen, Reparatur-Workshops…? Es sind die kleinen Ideen, die Menschen zusammenbringen und das Viertel lebenswerter machen. Sie zu haben ist eine Sache, sie umzusetzen eine andere. Wie das geht, erklären Macher*innen der Johannstadt am Donnerstag von 18 bis 21 Uhr in der JohannStadthalle an der Holbeinstraße.

Eine Zukunftsidee ist nur einen Antrag weit entfernt

Vertreter*innen der Zukunftsstadt, des Stadtteilvereins und des Quartiersmanagements geben Einblicke helfen dabei, eigene Ideen zu verwirklichen. Bereits 15 externe Teilnehmer*innen sind angemeldet, so Torsten Görg vom Projekt Zukunftsstadt.

Die Stadtteilbeiräte lauschen den Antragsteller*innen. Foto: Philine Schlick
Die Stadtteilbeiräte lauschen den Antragsteller*innen. Foto: Philine Schlick

Um eine Förderung für Ideen zu erhalten, sind ein Kostenplan und ein Projektantrag nötig. Wie diese erstellt und ausgefüllt werden, wird in der Ideenwerkstatt erklärt. In seinen nächsten Sitzungen am 8. Oktober und 12. November entscheidet dann der Stadtteilbeirat in seinen öffentlichen Sitzungen über die Förderung. Je vier Wochen vor der nächsten Sitzung müssen die Anträge eingereicht sein.

NaJo2025: Das Bönischplatzfest 2019. Foto: E.Heinke
NaJo2025: Das Bönischplatzfest 2019. Foto: E.Heinke

In der letzten Sitzung im Juli waren z.B. ein Gymnastikkurs für muslimische Frauen, Mosaik geschmückte Sitzbänke für den Bönischplatz, ein Holzbauworkshop für Jugendliche und ein Videodreh mit der Band Lasse Reinstroem zum Parking Day am 18. September beschlossen worden. Zum Parking Day verwandelt das Projekt Nachhaltige Johannstadt 2025 die Hertelstraße für einige Stunden in einen autofreien Lebensraum.

Zwei Euro pro Einwohner können frei verwaltet werden

Mit Geld aus dem Stadtteilfonds wurden seit 2019 bereits 27 Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität in der Johannstadt gefördert. Rund 37.000 Euro wurden im Januar per Beschluss aus dem Budget des Stadtbezirks Altstadt zur Verfügung gestellt. Das entspricht einem Anteil von 2 Euro pro Einwohner, die selbst verwaltet werden können.

Darüber hinaus hat die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ) 12.000 Euro gespendet, die abzüglich einer Verwaltungspauschale ebenfalls in den Stadtteilfonds fließen. Zudem hält der Verfügungsfonds „Nördliche Johannstadt“ weitere 3.700 Euro bereit. Aktuell stehen für das Jahr 2020 insgesamt noch reichlich 30.000 Euro zur Verfügung und warten auf mutige Macher*innen.

Ideenwerkstatt am 10. September

Die 8. Stadtteilbeiratssitzung bringt Geld für sechs neue Projekte

eingestellt am 23.07.2020 von Philine Schlick

Unerwartet viel Beteiligung brachte die achte Stadtteilbeiratssitzung am vergangenen Donnerstag. Es kamen mehr Beirät*innen als angekündigt und beschieden nahezu einstimmig sechs neue Projekte für die Johannstadt. Darunter Mosaik-Sitzbänke für den Bönischplatz, Gymnastikkurse für muslimische Frauen und einen ungewöhnlichen Videodreh zu einem besonderen Anlass. Den Auftakt gab eine gute Botschaft. 

Lange währten sie, die Planungen für das Bönischplatzfest alias Bundschuhstraßenfest. Corona grätschte dazwischen, dann wurde ein neuer Organisator gesucht. Stadtteilbeirat Lutz Hoffmann übernahm das Zepter von Katja Hilbert und machte sich an die Partyplanung: Am 26. September wird das Straßenfest nun gefeiert. Zwischen 12 und 22 Uhr wird die Bundschuhstraße bespielt mit einem Programm, das sich insbesondere dem Tanz verschrieben hat.

Gastgeber der achten Stadtteilbeiratssitzung war die Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas. Sie stellte das Gemeindezentrum an der Fiedlerstraße zur Verfügung. Foto: Philine Schlick
Gastgeber der achten Stadtteilbeiratssitzung war die Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas. Sie stellte das Gemeindezentrum an der Fiedlerstraße zur Verfügung. Foto: Philine Schlick

Tanz, Tanz, Tanz zum Bundschuhstraßenfest

Neben Musik der Banda Internationale wird es einen Tanzauftritt der 102. Grundschule geben. Selbst getanzt werden kann bei einem Latin-Tanzkurs ab 18 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt werden die Stände bereits wieder abgebaut, um die Straße freizugeben. Im Anschluss darf frei getanzt werden. Einstimmend für den Tanz-Tag wird Aga Becker ab 12 Uhr zum Yoga anleiten. Um 22 Uhr ist Zapfenstreich.

Gymnastik für Muslimas

„In Bewegung“ sollen muslimische Frauen mit einem gleichnamigen Gymnastikkurs bleiben. Die Soziale Dienste und Jugendhilfe gGmbH mit ihrem Projekt Wir sind Paten stellten den Antrag. Das Bestreben ist, acht muslimischen Teilnehmerinnen einen Schutzraum frei von Ressentiments zu bieten, um sich sportlich zu betätigen.

Antragsteller*innen für "In Bewegung - Gymnastikkurs für muslimische Frauen." Foto: Philine Schlick
Antragsteller*innen für „In Bewegung – Gymnastikkurs für muslimische Frauen.“ Foto: Philine Schlick

Eine Ergotherapeutin wird den einmal pro Woche angebotenen Kurs anleiten. Die monatliche Gebühr beträgt zwei Euro. Im Anschluss an die geförderten drei Monate soll der Kurs in Eigenregie weiter laufen und sich nach Möglichkeit auch für andere weibliche Interessierte öffnen.

Mosaik-Bänke für den Bönischplatz

Die Bauarbeiten am Bönischplatz, so konnte Anke Ostermeyer vom Stadtplanungsamt bestätigen, verlaufen immer noch nach Plan und werden pünktlich zum 31.10.2020 abgeschlossen sein.

Anke Ostermeyer: "Wir haben die richtige Baufirma für den Bönischplatz gewählt." Foto: Philine Schlick
Anke Ostermeyer: „Wir haben die richtige Baufirma für den Bönischplatz gewählt.“ Foto: Philine Schlick

Für das Wohlgefühl auf dem Platz sollen Sitzbänke mit Keramik-Mosaiken von Bürger*innen gestaltet werden. Der Johannstädter Kulturtreff e.V. plant hierfür einen offenen Workshop an zwei Terminen. Zum ersten Termin werden die Keramiken nach eigenem Gusto geformt. Bis zum zweiten Termin werden sie im Töpfer-Ofen gebrannt, um schließlich glasiert und an den Sitz-Bänken angebracht zu werden. Platz ist für sechs bis acht Teilnehmer*innen, willkommen sind Jung und Alt.

Blick auf den Bönischplatz. Foto: Christina Eppers

johannstadt.de berichtet weiter – gedruckt und online

Fördergelder aus dem Stadtteilfonds wurden dem Online-Stadtteilmagazin johannstadt.de für das zweite Halbjahr 2020 beschieden. Die bewilligten Gelder werden für Honorare – also Artikel wie diesen -, den Umbau der Internetseite und die Bewerbung des Portals eingesetzt. Beispielsweise sollen die Artikel auf der Startseite künftig mit Beitrags-Bildern angezeigt werden. Tipps und Hinweise für eine bessere Lesbarkeit sind stets unter redaktion@johannstadt.de willkommen.

In diesem Zusammenhang wurde bei der Sitzung die Idee einer Druck-Version des Stadtteilmagazins vorgestellt. Die Fördermittel für die kostenlose Zeitung kommen aus dem Projekt Utopolis, das sich mit künstlerischen Initiativen wie dem Plattenchor oder der Postkartenwerkstatt „Komm‘ rum“ für die soziokulturelle Belebung der Johannstadt einsetzt.

Anja Hilgert (Stadtteilredaktion) präsentierte gemeinsam mit Meike Weid (Utopolis) die Idee eines gedruckten Stadtteilmagazins für die Johannstadt. Foto: Philine Schlick
Anja Hilgert (Stadtteilredaktion) präsentierte gemeinsam mit Meike Weid (Utopolis) die Idee eines gedruckten Stadtteilmagazins für die Johannstadt. Foto: Philine Schlick

Das Print-Magazin soll bestehende Artikel – insbesondere Porträts von Menschen und Orten – angereichert mit vielen Bildern, Rätseln und Mitmach-Aktionen für Bürger*innen analog lesbar machen. Die erste Ausgabe soll schon im Dezember im Stadtteil ausliegen.

Holzbau für Jugendliche und ein Gottesdienst für Menschen mit Handicap

Menschen, die von einer gesellschaftlich konstruierten Norm abweichen, werden „Menschen mit Behinderung“ genannt. Doch ist es nicht die Gesellschaft, die diese behindert? Der Gottestdienst zum Thema „Wer behindert mich?“ der ev.-luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas soll dieser Frage nachgehen.

Blick in die Runde bei der 8. Stadtteilbeiratssitzung am 15. Juli an der Fiedlerstraße. Foto: Philine Schlick
Blick in die Runde bei der 8. Stadtteilbeiratssitzung am 15. Juli an der Fiedlerstraße. Foto: Philine Schlick

Der Gottesdienst soll dazu dienen, Berührungsängste abzubauen und Ideen für mehr Teilhabe zu sammeln. Eingeladen sind Menschen mit Handicap, ihre Angehörigen, Lobby-Vertreter*innen, Pädagog*innen, Bewohner*innen und alle sonstigen Interessierten. Sollten die dann geltenden Abstandsregeln nicht allen Besucher*innen eine Teilnahme ermöglichen, soll der Gottesdienst mit einem digitalen Streaming übertragen werden.

Pfarrer Tobias Funke stellte auch noch einen zweiten Antrag der Gemeinde vor: Er möchte einen Holzworkshop für Jugendliche anbieten, um mit den erlangten Kenntnissen den Gemeinschaftsgarten des Gemeindehauses zu verschönern. Entstehen sollen Sitzbänke, Beschattungen und schützende Zäune für spielende Kinder.

Film ab für Lasse Reinstroem zum Parking Day

Zu erleben wird im September ein weiteres Projekt der Kirchgemeinde in Aktion sein: Die Generationen-Rikscha. Christian Bähler ist Musiker der Band „Lasse Reinstroem“ und möchte auf besondere Weise Werbung für Lebensqualität in der Johannstadt machen. Er beantragte Fördermittel für einen Videodreh zum neuen Song „Ferry of the common man“. Das Lied ist eine Hymne an das Fahrrad, das auch im Fokus des alljährlichen Parking Day steht. Für das Video sucht Lasse Reinstroem Johannstädter*innen mit emissionsfreien Zwei- und Dreirädern aller Art, um einen Tross von Albertbrücke bis Hertelstraße zu sammeln. Die Generationen-Rikscha soll auch dabei sein.

Esther Heinke zeigte die Ziele und Pläne des Projektes "Nachhaltige Johannstadt", das Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen vorantreibt. Foto: Philine Schlick
Esther Heinke präsentierte die Ziele und Pläne des Projektes „Nachhaltige Johannstadt“, das Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen vorantreibt. Foto: Philine Schlick

Der Parking Day wird am 18. September auf der Hertelstraße gefeiert, indem drei bis vier Parkplätze frei von Autos geräumt werden. An ihre Stelle rücken Sofas, Spiele und Picknicks. Es soll gezeigt werden, wie sich die Atmosphäre einer Straße wandelt, wenn auf ihr Platz für Freizeit und Geselligkeit ist. Der Aktionstag wird gestaltet vom Projekt NaJo2025, das sich mit zahlreichen Initiativen wie einem Tauschschrank, sicheren Fußgängerquerungen, Fahrrad-Bügeln und Fair-Teilern für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Viertel einsetzt.

Bernd Sauer vom Copy Shop Sauer bei der Stadtteilbeiratsszung. Foto: Philine Schlick
Bernd Sauer vom Copy Shop Sauer bei der Stadtteilbeiratsszung. Foto: Philine Schlick

 

Weitere Informationen

Der LeihLaden: Waren ohne Preisschild

eingestellt am 19.12.2019 von Philine Schlick, Headerbild: Katja Hilbert, Sindy Berndt und Bertil Kalex, der für den LeihLaden die Bewerbung übernimmt. Foto: Philine Schlick

Anfang des Monats ist der LeihLaden ein Jahr alt geworden. Der LeihLaden, das sind Sindy Berndt, Katja Hilbert, etliche Helfer*innen und ein Lager, das just von der Dürerstraße in die Pfotenhauerstraße 66 umgezogen ist. Sein Sortiment umfasst 50 Produkte – vom Dörrautomaten bis zum Moskitonetz.

Als 2018 offenbar wurde, dass das Projekt „LeihLaden“ im Rahmen des Zukunftsstadt-Projekts nicht gefördert wird, waren Sindy und Katja schon zu verliebt in die Idee, um sie aufzugeben. „Wir machen das jetzt!“, stand für beide fest. Ohne Fördermittel dann eben in der Low-Budget-Version.

Sehnsucht nach einer Gegenwelt

Doch der Reihe nach: Vor nunmehr sechs Jahren muss es gewesen sein, als Sindy Berndt die Idee durch den Kopf geisterte. „Damals war ich im Veranstaltungsmanagement tätig“, erinnert sie sich. Das bedeutete Kongresse und für diese stets ein neues, schickes Outfit. „Nach einem Kongress gelten schicke Schuhe als abgelaufen. Ich war mittendrin in der Konsumgesellschaft“, sagt Sindy.

Sie sehnte sich nach einer Gegenwelt und erträumte sich einen Laden, in dem die Waren ausgeliehen, nicht verkauft werden. Einen Leihladen! Sie googelte das Wort und stellte fest, dass sie nicht die Erste mit dieser Idee war. In Berlin funktionierte das Konzept bereits. Sie nahm Kontakt auf und tauschte sich aus. Ihr Zutrauen war allerdings gering: „Ich dachte nicht, dass so etwas in Dresden funktioniert.“

Es sollte bis zur „Ladeneröffnung“ tatsächlich noch dauern, bis Sindy im Rahmen ihres Studiums auf Katja Hilbert traf. In einem Seminar sollte eine Projektidee entwickelt werden. Nur welche …? Sindy kramte den LeihLaden wieder hervor und beide gingen mit so viel Esprit ans Werk, dass es schließlich nicht zur Debatte stand, die außergewöhnliche Geschäftsidee wieder in einer Schublade verschwinden zu lassen.

Das Team vom LeihLaden. Foto: Philine Schlick

Laden ohne Laden

2018 war es dann so weit: Der LeihLaden entstand, allerdings ohne Ladenfläche. „Wir hatten ein Lager auf der Dürerstraße. Da ich die ganze Woche dort arbeite, konnte ich für den Verleih immer schnell rüberhuschen“, erzählt Katja. Seit vergangener Woche befindet sich das neue Lager im Keller der Pfotenhauerstraße 66, der Adresse des Büros Nachhaltige Johannstadt 2025.  Dort ist in den Hinterräumen auch ein Regal mit Baby-, Koch-, Campingsutensilien und Werkzeug gefüllt.

Das Sortiment umfasst 50 Artikel. Sein Umfang richtet sich auch nach der Nachfrage. „Wir haben auf Facebook eine Umfrage gestartet, was wir noch anschaffen sollen“, erzählen Katja und Sindy. Seither ist der LeihLaden um den im Herbst begehrten Dörrautomaten, einen Glühweinaufbereiter, eine Sofortbildkamera und einen Einmachtopf reicher. Der erste und in seiner Beliebtheit nicht gesunkene Artikel ist eine Heizplatte. Bald folgt eine Lötstation vom Repaircafé.

Wir sind kein Schrottplatz!

Spenden und Ideen sind jederzeit willkommen im LeihLaden, aber: „Wir sind kein Schrottplatz!“, betonen Sindy und Katja. Ihnen liegt das nachhaltige Konzept am Herzen. Gegenstände auszuleihen richtet sich gegen die Konsumflut, spart Platz in den eigenen Räumlichkeiten und schafft Kontakt. Doch dafür müssen diese intakt und gebrauchsfertig sein.

Kaputt kam bislang noch kein Teil zurück – nur eines verspätet, berichten die Gründerinnen. Die Ausleihdauer wird individuell und sinnhaft abgesprochen. „Ein Lauflernwagen muss natürlich nicht nach zwei Wochen wieder hier sein“, sagt Katja lachend. Um für den Wert der Gegenstände zu sensibilisieren, bezahlen Nutzer*innen eine Kaution. Rück- und Übergabe werden dann abgesprochen.

Neben dem Verleih organisieren die Frauen Workshops zum Thema Nachhaltigkeit. Am 2. Februar findet in der JohannStadthalle ein Nachhaltigkeitsnachmittag statt, wo die Herstellung von Bienenwachstüchern, Kerzenziehen aus Wachsresten und ein Stoffwindel-Workshop stattfinden werden. Vom LeihLaden gehen nicht nur Heizplatten, sondern auch weitergegebenes Wissen aus.

Und was ist der größte Geburtstagswunsch? Ein richtiger Laden natürlich, mit Auslage und Schaufenster – und dafür ganz viele Spenden, sagen Sindy und Katja.

LeihLaden

Hinweis der Redaktion: Der im Rahmen des Projektes „Online-Stadtteilmagazin“ erschienene Beitrag wurde nicht von der Landeshauptstadt Dresden bzw. dem Quartiersmanagement erstellt und gibt auch nicht die Meinung der Landeshauptstadt Dresden oder des Quartiersmanagements wieder. Für den Inhalt des Beitrags ist der/die Autor*in verantwortlich.

Impressionen vom Johannstadtforum am 28.09.2019

eingestellt am 15.10.2019 von Matthias Kunert (QM Johannstadt)

[Beitrag von Philine Schlick / Fotos: Cathleen Passin]

Auch Tage, an denen die Sonne scheint, können schwarz sein. Utopie fühlt sich dann an wie Gliederschmerzen und von Idealismus bekommt man Migräne. Man schaut in die Röhre und sieht die Welt im Eimer liegen. Aufs JohannstadtForum gehen – bringt das überhaupt was?

Ohne Wenn und Aber

An die 100 Menschen haben sich im Foyer des Bertold-Brecht-Gymnasiums an diesem sonnigen Samstag zusammengefunden. Stimmen hallen durch die Schulräume, es gibt Kaffee, Tee, Obst und Kuchen. Auf einer Wäscheleine reiht sich Plakat an Plakat – Lastenräder, Tauschschränke, Hochbeete, Bäume statt Parkplätze, ein Fahrradwegkonzept, sichere Fußgängerquerungen, ein Wochenmarkt auf dem Bönischplatz, eine Quartierskantine … Das sind ja alles tolle Ideen, aber … Da ist es wieder. Das Aber im Kopf. Wir könnten versuchen, es einfach wegzulassen. Dann steht hier dieser Satz: Das sind ja alles tolle Ideen!

Sie wurden von Bürger*innen entwickelt, die gern in der Johannstadt leben. Sie können sich ihr Umfeld freundlicher, geselliger, nachhaltiger und grüner vorstellen und sind bereit, sich dafür zu engagieren. Auf dem JohannstadtForum werden sie präsentiert: Die Träume der Macher*innen aus der Johannstadt, die sich nicht von einem Aber schrecken lassen, sondern nach dem Wie suchen. Das Beste: Geld für die Umsetzung dieser Ideen ist dank Stadtteilfonds und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit da. Es muss nur eingesetzt werden.

„Verändern dort, wo ich verändern kann“

Die Menschheit steht im 21. Jahrhundert vor großen Herausforderungen. Globalisierung und Ressourcenknappheit, Digitalisierung und soziale Ungerechtigkeit, Verstädterung und demografischer Wandel, Artensterben und Mobilität – wenn ein einziger Mensch versucht, das alles denkend unter einen Hut zu bekommen und im stillen Kämmerlein eine Lösung zu ertüfteln, schwirrt schnell der Kopf und die Hände sinken in den Schoß.

„Verändern dort, wo ich etwas verändern kann“, dafür plädiert der diplomierte Wirtschaftsinformatiker Norbert Rost in seinem Vortrag über den Klimawandel auf dem JohannstadtForum. Diese Veränderungen können mit dem Kauf eines Joghurts beginnen. Indem wir kaufen, wählen wir. „Es spielt eine Rolle, ob ich mein Geld in ein nachhaltiges System investiere und es damit von einem unnachhaltigen abziehe“, so Norbert Rost. Ergo: Ob ich den plastikverpackten Discounter-Joghurt wähle, für dessen Herstellung auf vielen Routen Lkws gefahren sind, um Rohstoffe und Materialien zu transportieren oder mich für einen Joghurt im Glas aus der Region entscheide, macht einen Unterschied.

Die da oben oder ich?

Einen ebensolchen Unterschied macht es, ob vor meiner Haustür ein Auto zukünftig Platz für fünf Fahrräder macht. Oder für einen Baum, der im Sommer Schatten spendet. Der Bönischplatz ist ein anderer, wenn auf ihm ein Trinkwasserbrunnen sprudelt oder ein Wochenmarkt stattfindet. Mit vielen kleinen Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit könnte die Johannstadt Vorbildfunktion für andere Stadtviertel haben. „Es bringt nichts, jeden Tag in der Zeitung zu lesen wie schlecht die Welt ist und nichts dagegen zu tun“, sagt Norbert Rost. Recht hat er. In dieser Zeit könnte man beispielsweise einen Projektantrag ausfüllen.

Es mag richtig sein, dass ein Hochbeet nicht die Gletscher am Fortschmelzen hindert. Es bringt jedoch wachsende Freude, Austausch, generationsübergreifende Entdeckerfreuden, gemeinschaftlich getragene Sorge. Selbst ein Projekt auf den Weg bringen schafft Kontakte und stiftet Sinn. Und birgt die Chance, andere Menschen davon zu begeistern.

„Je mehr ich in den Klimaschutz investiere, desto wohler fühle ich mich“, führt bei seinem Redebeitrag der 17-jährige Jonny Ehrlich vom Bertold-Brecht-Gymnasium aus, der sich seit einem Jahr bei Fridays for Future engagiert. Im August wurde der Schule der Titel „Klimaschule“ verliehen. Die Bildungsgruppe Nachhaltige Entwicklung (BNE), zu der Jonny gehört, setzt sich dafür ein, dass Klimaschutz aktiv in den Schulalltag integriert wird und zwischen Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern diesbezüglich ein Dialog stattfindet. „Wir können nicht darauf warten, bis die Politik handelt“, sagt Jonny. „Wir müssen es selbst in die Hand nehmen.“

Du hast die Wahl

Neben dem Ausgang steht eine Pappschachtel. Es ist die Wahlurne für die Stimmzettel, mit denen die Anwesenden für ihre Johannstädter Herzensprojekte abstimmen können. Es müssen Zettel nachgedruckt werden, so groß ist die Beteiligung. Am 2. Oktober werden die Ergebnisse bekannt gegeben und ich bin gespannt – denn ich habe teilgenommen.

Ich für meinen Teil radele nach Hause und schaue auf mein Hochbeet. Es ist gemeinsam mit meinen Nachbarn entstanden, die es gießen, wenn ich nicht da bin. Selbst jetzt wuseln noch Bienen auf den Dickschädeln der Sonnenblumen. Es ist immer besser, eine Blume zu pflanzen, als sie nicht zu pflanzen. Oder um es mit Kästner zu sagen: „Es gibt nichts Gutes außer man tut es.“