Ein grünes Denkmal in der Johannstadt
Unsere Genossenschaft besitzt in allen Wohngebieten grüne, gepflegte Außenanlagen. Doch vor dem Hauseingang der Elsasser Straße 11 in Johannstadt Nord befindet sich eine besonders in Mitteleuropa seltene Pflanze, die wahrscheinlich einmalig in Dresden1 ist. Die Seidenakazie (Albizia julibrissin) stammt ursprünglich aus den Wäldern und Flussufern aus Südwest-Asien.
Der botanische Name bezieht sich auf Filippo degli Albizzi, einem florentinischen Adligen, der die Pflanze im 18. Jahrhundert als erster nach Europa brachte.
Von Juli bis August trägt der Baum die aus dichten, runden Büscheln mit feinen rosa Staubfäden bestehenden Blüten. Diese stechen besonders aus den grünen, gefiederten Blättern des Baumes heraus. Seidenakazien bevorzugen sonnige Standorte mit durchlässigen Böden.

Im Jahr 1981 brachte eine im Haus wohnende Familie Samen der Seidenakazie aus einer Urlaubsreise in Taschkent, Usbekistan mit. Diese wurden als „Zimmerkultur“ ausgesät und später in größere Töpfe pikiert. Nach zwei Jahren des fortschreitenden Wachstums wurde klar, dass die Akazie nicht weiter im Topf zu halten ist. So wurde sie 1983 an ihrem jetzigen Standort neu eingepflanzt. Trotz kalter Winter hat sie ohne zusätzlichen Winterschutz die Kälte überlebt und trägt nun seit ca. 1990 jährlich Blüten und Früchte. Am 12.07.2012 wurde die Seidenakazie vom Umweltamt Dresden als Naturdenkmal festgesetzt.

In der Blütezeit bleiben Passanten häufig stehen und bestaunen die eigenwilligen Blüten. Trotz regelmäßiger Kontrolle und Pflege befindet sich die Seidenakazie in zunehmend schlechteren Zustand.
Ursächlich hierfür ist, dass das Gebäude gedämmt wurde und die „Abwärme“ seitdem im Winter fehlt. Was den Betriebskosten der Mieter indessen zugutekommt, fehlt dem wärmeliebenden Baum in frostigen Winterphasen.
Verantwortlich für den Erhalt von Naturdenkmälern ist das Umweltamt. Als Grundstückseigentümer sehen wir uns aber selbstverständlich in der Verantwortung und übernehmen gern die fachgerechte Baumpflege.
Hoffen wir, dass uns dieser Baum noch lange erhalten bleibt.
Text und Bilder: Wohnungsgenossenschaft Johannstadt e. G.
- In botanischen Sammlungen der TU Dresden, des Julius-Kühn-Instituts in Dresden-Pillnitz sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft können sich weitere Exemplare der Seidenakazie befinden.↩
Weiterführende Informationen zu Bäumen: Bäume der Johannstadt