Die Mietgemeinschaft Johannstadt organisiert eine gemeinsame Briefaktion gegen Vonovia
Jetzt hier mitmachen!
Seit Februar ist die Mietgemeinschaft wieder in der Nachbarschaft unterwegs und klingelt an den Haustüren, um mit den Mieter*innen ins Gespräch zu kommen.
Grund hierfür sind die Mieterhöhungen, die Vonovia auch dieses Jahr wieder verlangt.
Bereits im letzten Jahr verschickte die Vonovia dresdenweit Mieterhöhungsschreiben mit wohnwerterhöhenden Merkmalen, die nicht vom Mietspiegel gedeckt waren. Mieter*innen, die diesen Erhöhungen nicht zustimmen wollten, wurden von Vonovia verklagt. Größtenteils erfolglos: In 500 Verfahren hat das Amtsgericht Dresden bereits zugunsten der Mieter*innen entschieden, vereinzelt erklagte Vonovia Centbeträge. [1]
Die Mietgemeinschaft Johannstadt ist entsetzt darüber, dass die Vonovia trotz der gefällten Urteile auch in diesem Jahr wieder Mieterhöhungen mit denselben Merkmalen verschickt.
“Es ist das Recht eines Vermieters, die Miete zu erhöhen. Aber dann bitte fair und nicht mit erfundenen wohnwerterhöhenden Merkmalen wie Vonovia. Wie soll man da dem Vermieter vertrauen?”
Eine betroffene Mieterin aus der Johannstadt
Was ist bisher passiert?
Nachdem wir im Sommer 2025 eine Petition mit knapp 400 Unterschriften für faire Nebenkosten übergeben hatten (siehe Artikel auf dieser Seite vom 2.9.2025), fand im November desselben Jahres eine Verhandlung zwischen der Mietgemeinschaft Johannstadt und der Vonovia unter Beteiligung des Mietervereins statt. Als Mietgemeinschaft war es uns ein großes Anliegen zunächst mit der Vermieterseite ins Gespräch zu gehen und auf eine gemeinsame Lösung hinzuarbeiten. Bereits dort war eine der zentralen Forderungen an die Vonovia, Konsequenzen aus den Gerichtsurteilen zu ziehen und die fehlerhaften Mieterhöhungen zurückzunehmen.
Die Regionalbereichsleitung, die bei der Verhandlung anwesend war, sicherte eine Prüfung vonseiten des Konzerns zu. Diese haben wir mittlerweile erhalten. Mehr als allgemeine Floskeln und den Verweis auf Einzelfälle hat die sogenannte Prüfung jedoch nicht ergeben. Ohnehin sehe sich die Regionalverwaltung nicht in der Verantwortung, da die Führungsebene in Bochum zuständig sei.
In einem Hauseingang auf der Elisenstraße versprach man beispielhaft zu prüfen, ob sich die Nebenkostenabrechnung mit den Posten decken, die in den Mietverträgen als umlegbar vereinbart sind. Ergebnis: Nein, es werden Kosten abgerechnet, die nicht vertraglich vereinbart sein. Wurden die betreffenden Mieter*innen daraufhin informiert oder weitere Hauseingänge geprüft? Nein.
Unser Fazit aus der Verhandlung: Wir als Mieter*innen müssen es selbst in die Hand nehmen, zu unserem Recht zu kommen.
“Ich glaube, die Vonovia hat genau gewusst, dass diese Merkmale vor Gericht keinen Bestand haben werden.”
Florian Bau, Mieterverein Dresden
Unser Plan:
In Berlin Kreuzberg zog die Vonovia, nach anhaltendem Protest der Mieter*innen, die Erhöhungen zurück (siehe: Artikel in der taz vom 3.12.2025). Auch wir fordern von der Vonovia sich in Dresden zu den gefällten Gerichtsurteilen zu bekennen und Verantwortung zu übernehmen: ziehen Sie die Mieterhöhungen in der Johannstadt und ganz Dresden zurück!
Dazu sammeln wir seit Wochen unterschriebene Widerspruchsschreiben in der Nachbarschaft, indem wir vorbereitete Briefe mit Nachbarn an den Haustüren ausfüllen. Im Anschluss werden die Schreiben gesammelt an die Führungsebene der Vonovia in Bochum verschickt, um die Entscheidungsträger direkt anzusprechen. Eine Online-Teilnahme an der Briefaktion ist auch möglich! Über diesen Link kann das Formular einfach von zu Hause ausgefüllt werden – dresdenweit und mehrsprachig!
Ziel der Aktion ist es, möglichst zahlreich unseren Unmut über den erneuten Abzockeversuch seitens der Vonovia auszudrücken. Neben den Mieter*innen sind auch Vertreter*innen der Presse, Politik und Verbündete Mietgemeinschaften und Organisationen eingeladen die Aktion zu unterstützen und unsere Forderung der Rücknahme fehlerhafter Mieterhöhungen zu unterschreiben.
“Vor einem Jahr war ich noch so dumm, ich habe immer einfach gezahlt, aber jetzt weiß ich, dass Vonovia viel zu viel Geld von mir genommen hat. Wir können und wollen nicht jedes Jahr mehr bezahlen, dieses Geld ist für unsere Kinder und unsere Familie bestimmt.“
Eine Mieterin aus der Johannstadt
Macht mit & erzählt es weiter!
Je mehr Briefe, desto stärker die Botschaft!
Kontakt und weitere Informationen:
kontakt@mietgemeinschaft-johannstadt.de
[1]: Hier berichtet die Sächsische Zeitung über den aktuellen Stand: Artikel in der sächsische.de vom 19.3.2026