Ein Beitrag von Elisabeth Koch
Am Sonntag trafen sich rekordverdächtige 2368 alte und junge Schwimmer*innen auf der Wiese neben dem Blauen Wunder, um von da aus zum jährlichen Elbeschwimmen zum 3,5 km entfernten Fährgarten aufzubrechen.
Trotz kühler 19 °C Lufttemperatur herrschte eine aufgeregte Stimmung, während die Sonne sich den Weg durch die Wolken bahnte und die Teilnehmenden ihre Sachen zum Transport abgaben und sich die letzten Instruktionen anhörten. Organisator Daniel Baumann erzählte, wie er acht Jahre zuvor seinem Freund Dietrich versprochen hatte, das Elbeschwimmen noch mindestens fünf Jahre stattfinden zu lassen. Aus fünf waren acht geworden. Zum 29. Mal wateten dann gegen 9:45 Uhr die ersten Wagemutigen ins Wasser und versuchten dabei, nicht den rutschigen Steinen zum Opfer zu fallen. Es dauerte eine ganze Weile, bis zwischen den Sonntagsschwimmern alle Clowns, Flamingos und Krankenschwestern auf ihren Schwimminseln die maximal 1,90 m tiefe und 23°C warme Elbe herunter kamen. Weiter als bis zur eigenen Hand konnte man im trüben Wasser allerdings nicht sehen, auch deshalb wachten Freiwillige der Wasserwacht und der Stadtentwässerung Dresden über die Sicherheit. Dieses Jahr gab es glücklicherweise keine Schnittverletzungen, denn fleißige Helferinnen hatten sich bereits am Tag vorher bemüht, zerbrochenes Glas aufzusammeln. Insgesamt spendeten rund dreißig Personen ihre Freizeit dem Gelingen des beliebten Events. Bei der Ankunft im Fährgarten Johannstadt mussten die Schwimmerinnen dann bei starker Strömung nur noch die engen Ausstiege erreichen, bevor sie sich ein Getränk und eine Bratwurst auf Kosten des Fährgartens gönnen durften. Auch die jüngsten und ältesten Teilnehmenden (davon mehrere Ü‑80 !) wurden hier kurz geehrt. Und dann musste man sich nur noch durch das Taschenchaos wühlen – schlau, wer nicht den schwarzen Rucksack mitgenommen hatte.
Im nächsten Jahr wird das Elbeschwimmen sein 30-jähriges Jubiläum feiern. Und es gibt einen Veranstalterwechsel: Tobias Henze wird den Staffelstab von Daniel Baumann übernehmen, der das Schwimmen die letzten acht Jahre organisierte. Vorgestellt wurde er bereits am Start, denn in diesem Jahr konnte er sich das Ganze noch als Co-Trainer anschauen, bevor er im nächsten die Verantwortung übernimmt. Tobias Henze hat große und kleine Träume für den runden Geburtstag: „Musik auf der Strecke in einem Begleitboot fände ich cool. Trommler unter der Waldschlösschenbrücke wären auch genial. Dort ist immer die beste Stimmung, weil es so laut schallt. Wenn ich mir was wünschen darf, dann, dass Purple Disco Machine uns bei der Erwärmung im Startbereich einheizt und auf einem Boot musikalisch begleitet und uns im Ziel mit Roland Kaiser und einem gemeinsamen Hit überrascht. Außerhalb der Traumwelt bin ich schon froh, wenn alle gesund mit einem Lächeln im Ziel ankommen.“ Allerdings bräuchte es für die Umsetzung einiger Ideen noch mehr Sponsoren. Deswegen soll auch die Webseite überarbeitet werden. Ein neues Instagram-Profil existiert bereits, auf dem die Aktivitäten des Vereins online verfolgt werden können. Dort kann auch jede*r Kontakt aufnehmen, die/der selbst mithelfen oder spenden möchte. Wer mehr über das Elbeschwimmen herausfinden möchte, kann das auf der Vereinswebseite www.elbeschwimmen-dresden.de tun.
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