Ein Beitrag von Sylvia-Manorita Wiedemann
Freitag, 12. Juni 2026. Um 15 Uhr sollte es losgehen. Ich stand schon eine halbe Stunde eher vor dem Haus, doch von dem Ereignis war noch nicht viel zu sehen, was Menschen betraf. Pünktlich um 15 Uhr war die Besuchermenge dann doch noch sehr erfreulich angewachsen und eine Band spielte. Reden wurden gehalten und auch Gottes Segen ist dem Haus nun gewiss. Kinder zerschnitten ein wunderschönes Band, geschmückt mit kunstvollen Blumen, und im Anschluss konnten wir Besucher das Haus betreten.
Am Eingang stand eine große Tafel, auf die jeder seine Wünsche hätte schreiben können. Mein Wunsch, dass dieses Haus über einen Fahrstuhl verfügt, war schon in Erfüllung gegangen! Wunderbar.
Wolle fürs STRICKEN INTERKULTURELL
Das Stadtteilhaus betrat ich mit Wolle im Gepäck. Diese hatte ich für die Frauen vom Projekt „STRICKEN INTERULTURELL“ mitgebracht, ein sehr wichtiges Projekt in dieser Zeit. Beim Stricken wir gleichzeitig auch Deutsch vermittelt. Ich sprach mit der Projektleiterin, Annelie Gunkel, die ebenfalls zur Eröffnung gekommen war und sie erzählte mir, dass für dieses Projekt leider im Moment keine Gelder fließen. Das finde ich schade für die Strickerinnen. Meine Wolle stellte ich vor dem Tauschschrank ab, der gleich links neben dem Eingang leer in einem Raum stand. Warum nicht in den Schrank? Er war an diesem Tag noch geschlossen. Ich hatte auch zwei paar neue Schuhe von mir dabei, Größe 38, die ich mit in der Tasche vor den Tauschschrank abstellte. Ich vertraute darauf, dass sich eine Mitarbeiterin des neuen Stadtteilhauses später um den Inhalt der Tasche kümmern wird.
Flanieren durchs Stadtteilhaus
Nachdem ich Wolle und Schuhe abgestellt hatte, nahm ich die Möglichkeit wahr, die Projekte in den verschiedenen Räumen zu bestaunen. Besonders entzückte mich, dass auch die ZEILE in einen wunderbar großen Raum einziehen durfte. Im Raum des Stadtteilverein Johannstadt fand ich die Stadtteilredaktion und ein Ständer bot verschiedene ZEILE-Exemplare dar. Auch die ersten und die weiteren Exemplare sind überaus lesenswert! Ich selbst schreibe gern für die ZEILE.
Beim Flanieren durch das Haus schnappte ich einen Gesprächsfetzen auf. Die Gestaltung der Wände in den Fluren sei noch phantasielos. Das sah ich ähnlich. Ob ich meine Ideen einbringen sollte, fragte ich mich? Ich hätte auf jeden Fall Ideen, bin aber unsicher, denn für die Außengestaltung hatte ich auch Vorschläge eingebracht und sie waren leider sang und klanglos ignoriert worden. Zweitens ist für mich noch unübersichtlich, welcher Verein in welchem Raum residieren wird und wann dort jeweils Ansprechpartner anzutreffen sind. Hier würde ich mir einen Flyer wünschen, der Auskunft gibt.
Eine schöne Begegnungsstätte!
Es ist nun zu hoffen, dass jeder Besucher Anregungen fand, wo er sich hier im Haus einbringen kann. Ich habe mir zum Beispiel zwei Fragen für den Ausländerrat formuliert, die mich beschäftigen. Die beiden Fragen betreffen ausländische Menschen, die sich durch Ignoranz und Fremdenfeindlichkeit in Not befinden. Dieses Problem ist haarsträubend.
Alles in allem ist hier auf jeden Fall eine schöne Begegnungsstätte geschaffen und sie wird mit Sicherheit bald mit Leben erfüllt werden und so die Tradition des Johannstädter Kulturtreffs fortführen. Die Johannstädter wird es freuen.
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Wie gefällt euch das neue Stadtteilhaus? Wir freuen uns, wenn ihr eure Erfahrungen mit uns teilt!