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Nach dem Umbau: Der Bönischplatz ist eröffnet

Lange hat es gedauert, aber jetzt sind die Bauzäune entfernt und der Bönischplatz erstrahlt in neuem Glanz. Fahrrad-Bügel, Mosaik-Sitzbänke, ein Trinkbrunnen, ein MOBIpunkt, abgesenkte Bordsteine: Das „Tor zur Johannstadt“ lädt künftig zum Verweilen ein. Daniel Becker vom Stadtteilverein präsentierte heute eine weitere Neuerung, die auch auf seine Initiative hin geschaffen wurde. 

Am 4. Dezember war es so weit: Der Bönischplatz in der Johannstadt wurde offiziell eröffnet. Das musste aufgrund von Corona ohne jeglichen Fest-Akt geschehen. Für Sonntag war eigentlich eine Eröffnungsfeier angesetzt, die jedoch – wie auch eine schmalere Online-Variante – aufgrund der Pandemie entfallen muss.

Bücherschrank, Trinkbrunnen und bunte Bänke

Für Aufmerksamkeit sorgte der neu gestaltete Platz bei Passant*innen allemal. Breitere Gehwege vor den Geschäften, mit bunten Scherben gestaltete Sitzbänke (ein Projekt des Johannstädter Kulturtreffs), neues Grün zieren den großzügig wirkenden Platz. Entlastend ist es, dass die hämmernden Maschinen ihren Dienst getan haben und das Pflaster wieder ruhen kann.

Trinkbrunnen am Bönischplatz. Foto: Philine Schlick
Trinkbrunnen am Bönischplatz. Foto: Philine Schlick

Daniel Becker war am Samstagmorgen zur Stelle, um den öffentlichen Büchertauschschrank gegenüber der Verbrauchergemeinschaft Elisenstraße einzuweihen. Er wurde auf seine Idee hin umgesetzt und war zeitgleich sein Eintritt in den Stadtteilverein. „Ich kenne das Konzept vom Unigelände und aus Löbtau“, erklärt er, während er Bücher aus einer großen Umhängetasche in die Regale räumt. „Dort stehen Telefonzellen, die als Bücherschränke genutzt werden. Ich habe Kontakt nach Löbtau aufgenommen und mir Tipps geben lassen.“

Im Stadtteilverein kam der Einfall damals gut an, ebenso wie heute seine Umsetzung bei den Bürger*innen. Während wir sprechen, sammelt sich bereits eine kleine Traube Menschen vor dem Metallschrank mit den zwei Glastüren. Bücher können hier herein gestellt und entnommen werden. Das unterste Fach ist für Kinderliteratur reserviert. Eine nachbarschaftliche Möglichkeit, das heimische Bücherregal aufzufrischen und kostenfrei mit anderer Literatur in Berührung zu kommen. Als direkter Anwohner wird Daniel Becker ein Auge auf die Ordnung im Schrank haben, den die Stadt Dresden umgesetzt hat.

Bei der Gestaltung des Platzes wurden auch an anderer Stelle Bürgerwünsche umgesetzt: Bäume sind gepflanzt und ein Trinkbrunnen errichtet worden. Dieser ist in der kalten Jahreszeit abgestellt, wird aber im Sommer Wasser spenden.

Bequemer, sicherer, umweltfreundlicher

Baubürgermeister Stephan Kühn freut sich über das Ergebnis: „Zahlreiche verkehrliche Missstände gehören der Vergangenheit an: die unzulängliche Verkehrsführung im Kreuzungsbereich, die den Platz abgrenzenden Betonelemente, der ungeordnete Zustand der Pkw-Stellplätze, die mühseligen Straßenüberquerungen und schlechten Straßen- und Gehwegbeläge. Neue Bäume sind gepflanzt, und der Stadtteilplatz lädt ein, sich dort zu treffen und zu verweilen. Der Bönischplatz ist jetzt barrierefrei und wird sicher wieder als attraktiver Eingangsbereich in die Johannstadt wahrgenommen.“

Die Mosaike an den Sitzbänken wurden in Workshops des Johannstädter Kulturtreffs gestaltet. Foto: Philine Schlick
Die Mosaike an den Sitzbänken wurden in Workshops des Johannstädter Kulturtreffs gestaltet. Foto: Philine Schlick

Außer der ansprechenden Platzgestaltung hat das Straßen- und Tiefbauamt die verkehrliche Situation rund um den Platz geordnet und verbessert. Arbeiter sanierten gründlich und barrierefrei den gesamten Platz sowie angrenzende Fahrbahnen und Gehwege. Darunter auch die Fahrbahn und der Gehweg der des nördlichen Abschnittes der Pfotenhauerstraße.

Die Straße am Bönischplatz ist nun durchfahrbar und keine Sackgasse mehr. Ein neuer Fußgängerüberweg ermöglicht die die sichere Querung über die Pfotenhauer Straße. Außerdem wurden die Pkw-Stellplätze neu angeordnet und die Beleuchtungsanlagen erneuert. In der Mitte des Platzes erleichtert ein MOBIpunkt mit drei Stellplätzen für Carsharing und einem Fahrradverleihangebot sowie eine barrierefreie Bushaltestelle umweltfreundliche Mobilität.

Ein Wochenmarkt für die Johannstadt

Mit der Herstellung einer Marktfläche für einen Wochenmarkt, welcher im Frühjahr 2021 starten soll, wurde eine weitere Idee aus dem Stadtteil umgesetzt. Das Amt für Wirtschaftsförderung, Abteilung Kommunale Märkte, stattete die Platzfläche mit einem offenen W-LAN-Netz aus. Insgesamt 18 neue Bäume und ein umgesetzter Baum sorgen für mehr Grün. Eine neue Kultursäule ersetzt die alte Litfaßsäule.

Sitzbänke und Stele zur Geschichte der Johannstadt am Bönischplatz. Foto: Philine Schlick
Sitzbänke und Stele zur Geschichte der Johannstadt am Bönischplatz. Foto: Philine Schlick

Der historische Kern des Platzes erhielt neue Lehnbänke, so dass auch in diesem Bereich mehr Sitzgelegenheiten zur Verfügung stehen. Die altbekannte Holzskulptur „Info-J“ wurde aufgearbeitet und wieder mit der Keramikkugel  versehen. Eine zweite Stele aus dem Projekt „Johannstadt auf Tafeln“ informiert über die Geschichte des Platzes vor und nach 1945.

Dieses Projekt ist eine Idee aus der Bürgerschaft und dient vor allem der Identitätsstiftung der Menschen im Stadtteil. Eine offene Arbeitsgruppe aus Johannstadtarchiv und interessierten Bewohner*innen trägt seit 2017 mit Unterstützung des Büros evergreen landschaftsarchitekten und des Quartiersmanagements Nördliche Johannstadt Informationen und Bildmaterial zusammen.

Mit der Fertiggestellung des Bönischplatzes kann das Bönischplatzfest zukünftig wieder an seinem Stammort stattfinden. Die Neuerungen ermöglichen es darüber hinaus jedoch auch ganzjährig, den Platz als Aufenthalts- und Begegnungsstätte zu nutzen.

Der Bücherschrank wurde bereits genutzt. Foto: Philine Schlick
Der Bücherschrank wurde bereits genutzt. Foto: Philine Schlick

Daniel Becker schaut stolz auf die geöffneten Türen des Büchertauschschrankes, an dem schon das nächste Fahrrad parkt, während seine Besitzerin den Blick über die Bücherrücken schweifen lässt: „Es funktioniert!“

Umbau des Bönischplatzes

  • Die Idee zur Neugestaltung des Platzes und die Vorplanungen erstellte das Büro Blaurock Landschaftsarchi-tektur. Die weitere Planung erfolgte durch das Ingenieurbüro IBK Dresden GmbH in Zusammenarbeit mit dem Büro Blaurock Landschaftsarchitektur. Die Firma STRABAG führte die Baumaßnahmen durch. Die DREWAG Netz GmbH, Stadtentwässerung GmbH, DVB AG, Vodafone Kabel Deutschland GmbH, Tele Columbus Multimedia GmbH sowie Deutsche Telekom AG beteiligten sich an den Baumaßnahmen

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Fußnoten:

  1. Der Stadtteilverein Johannstadt e. V. ist Träger der Webseite www.johannstadt.de und wird der Einfachheit halber nur Stadtteilverein benannt. ↩︎
  2. Zugangsberechtige sind Mitarbeiter*innen des Stadtteilvereins, Redakteur*innen der Stadtteilredaktion sowie Dritte, die in der Dresdner Johannstadt gemeinwohlorientierte Veranstaltungen durchführen und/oder andere gemeinwohlorientierte Angebote vorhalten. ↩︎
  3. Bezieht sich auch auf Angebotsdarstellungen gemeinnütziger sowie gewerblicher Akteure, die in der Johannstadt aktiv bzw. niedergelassen sind. ↩︎
  4. Entsprechend den Angaben in Formularen bzw. Mitteilungen per E-Mail. ↩︎
  5. Entsprechend den Angaben in Formularen bzw. Mitteilungen per E-Mail. ↩︎

Stand: 06/2026