Zur 16. Sitzung des Wohnhofbeirats Hopfgartenstraße kamen am 3.12.2025 neun Haussprecher*innen und stellvertretende Haussprecher*innen aus sechs Häusern des Wohnhofs, zwei Vertreter der Vonovia, das Quartiersmanagement sowie zwei Gäste in den Räumlichkeiten der Vonovia auf der Pfotenhauerstraße zusammen. Mit Getränken, Gebäck und Pfefferkuchen sowie ausliegenden Exemplaren der neuen Ausgabe des Stadtteilmagazins ZEILE und des Johannstädter Advents hatten Vonovia und Quartiersmanagement eine angenehme Atmosphäre geschaffen.
Vier Wohnhoffondsprojekte 2025 erfolgreich abgeschlossen
Erster Tagesordnungspunkt war der Abrechnungs- und Umsetzungsstand der mit großem Bewohnerengagement umgesetzten Förderprojekte des Wohnhoffonds Hopfgartenstraße. Gefördert wurden 2025 vier Projekte:
- Bei der Aufbereitung von defekten und besitzerlosen Fahrrädern aus den Hochhauskellern wurden zum dritten Mal 21 Fahrräder durch einen Bewohner der Hopfgartenstraße instandgesetzt. Am 27.11. wurden die ersten 11 Räder an gemeinnützige Projekte aus Johannstadt übergeben, darunter “Wir sind Paten“, der “Puck e.V.“, der “Abenteuerspielplatz Johannstadt“, der Johannstadt Quartier e.V., das “Haus der Natur” und der Jugendtreff Trini. Weitere 10 Räder stehen noch zu einer Weitergabe an gemeinnützige Projekte bereit. Erfreulicherweise wurde auch in einem Beitrag der Dresdner Neuesten Nachrichten wieder über das Projekt und die Übergabe berichtet.

- Über das vierte Nachbarschaftsfest der Kitas im Wohnhof zum Thema “Alles Müll oder was?“ am 21.8.2025 wurde bereits in der 15. Sitzung des Wohnhofbeirats berichtet.
- Der Einbau einer Blinkanlage in das Wohnhof-Lastenrad “Eli-Hop-Pfo” wurde laut Herrn Kalex beauftragt und zwischenzeitlich auch erfolgreich abgeschlossen. Damit wurde die Verkehrssicherheit eines der am häufigsten ausgeliehenen Dresdner Lastenräder verbessert, zu dessen Nutzern auch viele Bewohner des Wohnhofs zählen. Die Abrechnung des Projektes steht noch aus.

- Der vierte Laternenumzug im Wohnhof am 18.11.2025 ist wieder auf große Resonanz gestoßen. Drei Haussprecherinnen unterstützten den abschließenden Punschausschank am Familienzentrum auf der Lili-Elbe-Straße und hatten dort alle Hände voll zu tun. Laut Verwendungsnachweis nahmen am Umzug rund 500 Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunft teil. Da der Weg von der Märchenpassage durch den Wohnhof zum Familienzentrum nur sehr kurz war, wurde für das kommende Jahr eine etwas längere Streckenführung angeregt.

Für die Förderung der vier Projekte hatten der Stadtteilbeirat und die Vonovia 3.314,67 EUR bereitgestellt. Nach Abrechnung von bislang drei Projekten wurden davon 3.043,47 EUR genutzt. Insgesamt erhöht sich die Zahl der seit 2022 durch den Wohnhofbeirat beschlossenen und aus dem Verfügungsfonds geförderten Projekte, die mit Bewohnerengagement umgesetzt wurden, damit auf 26. Im Vergleich zu den sieben Jahren 2015-2021, in denen gerade einmal drei Verfügungsfondsprojekte im Wohnhof Hopfgartenstraße umgesetzt wurden, konnte durch den Wohnhofbeirat eine deutliche Steigerung des Engagements bewirkt werden.
253 Anliegen geprüft – 167 umgesetzt
Im Mittelpunkt des zweiten Tagesordnungspunktes stand die Beratung der Umsetzung der noch offenen Bewohneranliegen. Herr Kunert und Herr Wuttke stellten die seit der letzten Besprechung erfolgten Fortschritte und neuen Informationen vor.
Zur bereits bei der Beiratssitzung im März 2024 diskutierten Verbesserung der Beleuchtung (Anliegen B4.3, B4.5) präsentierte Herr Wuttke Fotos, die zeigten, dass an vielen Stellen eine ausreichende Beleuchtung vorhanden ist (Folie 12). Seitens der anwesenden Haussprecher wurde darauf hingewiesen, dass insbesondere der Innenhof im Bereich der Pfotenhauerstraße 20-36 im Winterhalbjahr unzureichend beleuchtet ist. Da sich 2024 erwiesen hatte, dass die vorhandenen Sensoren der Kellerlampen nicht bis auf den Gehweg erweitert werden können (B4.4), soll nun nochmal geprüft werden, ob der Einbau zusätzlicher Sensoren hier Abhilfe schaffen kann, um die Verkehrssicherheit zu verbessern und zugleich die Erdgeschosswohnungen durch hohe Mastleuchten nicht zu blenden.
Leider gibt es erneut einen Vandalismusschaden an der Märchenpassage zu vermelden (Anliegen B9.2). Wie bei den vorangegangenen Schäden übernimmt die Vonovia die Reparatur des Untergrunds und eine Haussprecherin, die an der Gestaltung der Passage beteiligt war, die Ausbesserung der Farben. Durch diese Zusammenarbeit ist die 2022 aufgebrachte Wandbemalung bis heute in gutem Zustand. Für das auch damit verbundene Bewohnerengagement drücken die Beiratsmitglieder mit Beifallsklopfen ihr Dankeschön aus.
Fortschritte zu vermelden gibt es bei der Kellerinstandsetzung (Anliegen C3.2): Nach den 2024 instandgesetzten Kellern in der Hopfgartenstraße 18 und der Pfotenhauerstraße 12 wurden in diesem Jahr die Keller in der Elisenstraße 34 und 36 sowie in der Pfotenhauerstraße 16 renoviert. Die Vonovia kündigt an, sukzessive weitere Häuser in Angriff nehmen zu wollen.
Abgeschlossen wurde zudem der Umbau der Containerstandplätze Hopfgartenstraße 4/6 und Pfotenhauerstraße 12. Damit wurden seit Bestehen des Wohnhofbeirats alle Containerstandplätze des Wohnhofs einzelnen Hauseingängen zugeordnet und eingezäunt, vergrößert und mit Papp- und Papiertonnen ausgestattet sowie mehrsprachig beschlildert (Anliegen D1.2, D2.1, 2.2 und 2.4). Der Zustand der Containerplätze hat sich auf diese Weise erheblich verbessert. Als letzte Maßnahme steht noch die Nachrüstung von Abstandsstangen an einzelnen Standplätzen aus, die dafür sorgen sollen, dass die Container nicht an die Gitterstäbe geschoben werden und so auch von Kindern einfach geöffnet werden können, die häufig den Müll entsorgen (Anliegen D4).

Für zahlreiche weitere Anliegen wurde der aktuelle Stand besprochen. Im Ergebnis der Sitzung sind von den 253 im Wohnhofbeirat erfassten Anliegen 167 “umgesetzt”, 11 “in Vorbereitung”, 65 “nicht umsetzbar” und 8 “zurückgestellt”. “In Prüfung” bleiben nur noch zwei Anliegen – nämlich die Installation von Solarpanelen auf den Gebäudedächern, die aufgrund der großen Windlast der 10-Geschosser einer statischen Prüfung und einer besonderen technischen Lösung bedarf (Anliegen G1.1), sowie die Nutzbarmachung der dadurch erzeugten Energie zur Vergünstigung der Stromkosten der Mieter, zu der noch Gespräche mit der SachsenEnergie laufen (Anliegen G2.3). Die aktualisierte Anliegenliste mit Aussagen zum Umsetzungsstand aller Vorschläge steht auf dieser Website zum Download.
Eine Inforunde der Haussprecher*innen bringt wie in jeder Beiratssitzung eine Reihe von weiteren Fragen und kleineren Anliegen auf den Tisch (siehe Folien 15-16), die von der Vonovia beantwortet oder zur Bearbeitung mitgenommen werden. Vereinbart wird, dass die Vonovia den Einsatz von Schädlingsbekämpfern gegen die Rattenpopulation an der Elisenstraße 32 bis 36 sowie die Aufstellung eines Schildes “Vonovia-Parkplatz” am Standort der früheren Schranke an der Einfahrt Pfotenhauerstraße zur Vermeidung von Fremdparkern veranlasst. Der Stadtteilverein organisiert eine zeitnahe Abholung der Werkzeuge aus dem Projekt “Umweltgerechte Wiederherstellung und Neugestaltung Grünflächen im Wohnhof Hopfgartenstraße“.
Mieterzufriedenheit von 2019 zu 2025 deutlich gestiegen
In Tagesordnungspunkt 3 präsentiert Herr Wuttke von der Vonovia die Kundenzufriedenheit im Wohnhof für ausgewählte Themenbereiche mit Bezug zur Arbeit des Wohnhofbeirats. Dabei wird deutlich, dass sich die Zufriedenheit in allen Bereichen zwischen 2019 (dünne Balken) und 2025 (dicke Balken) deutlich erhöht hat.

Besonders hoch fällt die Verbesserung bei den Aspekten “Treppenhausreinigung” (+32,9%), “Zufriedenheit mit dem Haus / der Wohnanlage” (+32%) und “Zufriedenheit mit dem Treppenhaus” (+31,5%) aus. Sehr zum Positiven verändert hat sich aber auch die Zufriedenheit mit der “Pflege der Außen- und Grünanlagen” (+21,3%), der “Sauberkeit der Außenanlagen” (+18,6%) und der “Gestaltung des Außenbereichs” (+18,1%). Die “Zufriedenheit mit der Wohnung” hat sich um 3,2% leicht verbessert, erreicht aber mit 88,2% Zustimmung insgesamt einen der höchsten Werte innerhalb des Wohnhofs Hopfgartenstraße.
Beendigung der Arbeit des Wohnhofbeirats nach vier erfolgreichen Jahren
Im vierten Tagesordnungspunkt steht die Frage nach der Fortsetzung oder Beendigung der Arbeit des Wohnhofbeirats im Mittelpunkt. Herr Kunert vom Quartiersmanagement erinnert an die Diskussion im Wohnhofbeirat am 12.11.2024, wo angekündigt wurde, dass das Quartiersmanagement die Begleitung des Projektes nur noch bis Ende 2025 übernehmen kann und die Vonovia sich angesichts der vielen Wohnungsbestände nicht in der Lage sieht, diese Rolle zu übernehmen. Als mögliche Lösung wurde damals eine selbstorganisierte Fortführung der Beiratsarbeit angesehen. Um diese zu ermöglichen, wurden in der ersten Beiratssitzung 2025 durch Anpassung der Geschäftsordnung bereits verschiedene Vereinfachungen vorgenommen. Außerdem bestand Einigkeit darüber, die Entscheidungskompetenz über die Projektförderung ab 2026 wieder an den Stadtteilbeirat zurückzugeben.
In der letzten Beiratssitzung am 24.9.2025 wurde Feedback zur Beiratsarbeit zusammengetragen, wobei die Erfolge der bisherigen Arbeit betont wurden und der Wunsch ausgedrückt wurde, den Austausch fortzuführen (siehe Folie 22). Unterschiedliche Auffassungen gab es zu der Frage, ob hierfür die etablierte WhatsApp-Gruppe der Haussprecher*innen und die direkte Kontaktmöglichkeit mit der Vonovia ausreichen, oder ob es regelmäßiger Treffen bedarf, damit der Austausch nicht einschläft.
Voraussetzung für die Fortführung der Beiratstreffen wäre, dass sich ein neues Sprecherteam des Wohnhofbeirats findet, das ab 2026 dazu einlädt. Hierfür fanden sich allerdings auch in dieser Sitzung kein/e Kandidaten. Daher brachte Herr Kunert den Beschlussvorschlag ein, die Arbeit des Wohnhofbeirats zum 31.12.2025 zu beenden, der mit sechs Ja-Stimmen und einer Enthaltung auch angenommen wird.
Herr Kunert dankt den Beiratsmitgliedern für die vierjährige ehrenamtliche Mitwirkung. Er verweist darauf, dass der Wohnhofbeirat zwischen 2022 bis 2025 mit der deutlichen Steigerung des Bewohnerengagements (26 Projekte gegenüber drei Projekten in den sieben Jahren zuvor) und der Beratung und großteiligen Umsetzung von mehr als 250 Anliegen seine gesteckten Ziele erreicht hat. Nicht erreicht wurde gleichwohl eine noch intensivere Beteiligung aller Bewohnergruppen, die noch mehr Zeit und eine langfristige Perspektive braucht.
Was kann man lernen für andere Wohnhöfe?
Sowohl Vonovia als auch Quartiersmanagement betonen, dass das Projekt mit einem hohen Aufwand (z.B. Sitzungsvorbereitung, Erstellung und regelmäßige Überprüfung des Umsetzungsstands der Anliegenlisten, Dokumentation und Veröffentlichung der Ergebnisse) verbunden war, ohne den die genannten Erfolge allerdings auch nicht erreichbar gewesen wären. Für die Vonovia ist die Betrachtung weiterer Wohnhöfe mit reduziertem organisatorischen und administrativen Aufwand vorstellbar. Diese Frage war ein Gegenstand der 5. Sitzung der Projektsteuerungsgruppe am 28.10.2025, bei der Vertreter von Bürgermeisteramt, Sozialamt und Amt für Stadtplanung und Mobilität der Landeshauptstadt Dresden, von Willkommen in Johannstadt, vom Wohnhofbeirat (vertreten durch den bisherigen Beiratssprecher Herrn Kalex) sowie von Vonovia und Quartiersmanagement zusammenkamen. Neben der Vorstellung der Projektfortschritte und des Feedbacks der Haussprecher*innen wurden bei der Sitzung erste Einschätzungen gesammelt, wie das Projekt aus den verschiedenen Perspektiven erlebt wurde und welche Erkenntnisse ggf. auch für anderen Wohnhöfe übertragbar sein könnten.
Die Frage nach den übertragbaren Erkenntnissen für andere Wohnhöfe wird anschließend auch im Wohnhofbeirat zur Diskussion gestellt. Dabei wird seitens der Haussprecher*innen betont, wie wichtig das Vorhandensein von Ansprechpartnern im Haus sei, die Auskunft geben können. Leider habe es sich als schwierig erwiesen, in allen Häusern Haussprecher*innen zu finden. Wo neue Aktive hinzugekommen seien, sei dies in erster Linie auf Mund-zu-Mund-Propaganda zurückzuführen gewesen. Insbesondere sei es nicht gelungen, Menschen mit Migrationshintergrund zum Engagement zu aktivieren, was sich allerdings in anderen Bereichen, etwa in den Elternräten der Kindergärten, als ähnlich schwierig erweise. Für den Austausch der Haussprecher untereinander haben sich direkte und kurze Kommunikationswege (hier über eine WhatsApp-Gruppe) besonders bewährt. Für die Arbeit von oberster Bedeutung sei jedoch der regelmäßige Austausch mit einem direkten Ansprechpartner des Vermieters gewesen. Dabei waren nicht nur die Fortschritte bei der Umsetzung von Vorschlägen und Anliegen wichtig. Auch die Begründungen, warum manche Vorschläge nicht umsetzbar sind, halfen immens für den Aufbau von Verständnis. Positiv hervorgehoben wurden zudem die intensive Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen und anderen lokalen Akteuren, die sich als sehr wirksam erwiesen habe.

Die Vonovia bedankt sich ebenfalls für die intensive ehrenamtliche Mitwirkung, ohne die die Vielzahl an Anliegen und Vorschlägen nicht zusammengekommen wäre, und übergibt allen Haussprecher*innen ein kleines Dankeschön. Die Haussprecher*innen richten ihrerseits ihren Dank für die Zusammenarbeit an die Vonovia und das Quartiersmanagement. Sie wollen den informellen Austausch untereinander auch unabhängig vom Wohnhofbeirat fortführen und weiterhin als Ansprechpartner in ihren Hauseingängen zur Verfügung stehen.

>> Agenda und Unterlagen sowie Mitschriften und Beschlüsse der 16. Sitzung des Wohnhofbeirats (Download PDF, 1,5 MB)