Zur 15. Sitzung des Wohnhofbeirats Hopfgartenstraße kamen am 24.9.2025 neun Haussprecher*innen und stellvertretende Haussprecher*innen aus sechs Häusern des Wohnhofs, ein Vertreter der Vonovia sowie fünf Gäste in den Räumlichkeiten der Vonovia auf der Pfotenhauerstraße zusammen.
Als ersten Tagesordnungspunkt beriet der Wohnhofbeirat ein letztes Mal über die Verwendung von Mitteln aus dem Wohnhoffonds Hopfgartenstraße. Hierfür hatten der Stadtteilbeirat und die Vonovia Anfang des Jahres insgesamt 3.000 EUR zur Verfügung gestellt, die der Wohnhofbeirat bis 30.9. zur Förderung von Projekten einsetzen kann.
Aufbereitete Fahrräder an gemeinützige Einrichtungen abzugeben
Im Rahmen des aus dem Wohnhoffonds geförderten Projektes “Fahrradreparatur für soziale Einrichtungen” hat Herr Poddubny zum dritten Mal insgesamt 20 Fahrräder aufbereitet, die an Einrichtungen des Stadtteils übergeben werden sollen. 12 Fahrräder sind bereits für den Johannstadt Quartier e.V., den Abenteuerspielplatz, das Projekt “Wir sind Paten“, den Puck e.V. und das Haus der Natur reserviert. Für je vier 26er Herren- und Damenfahrräder werden noch interessierte gemeinnützige Einrichtungen gesucht. Bei Interesse senden Sie eine Nachricht an info@qm-johannstadt.de.

300 Familien feierten Nachbarschaftsfest – Umgang mit Müll war Leitthema
Frau Stölzer von der Kita Sonnenblumenhaus berichtete über das Nachbarschaftsfest, welches ihre Kita gemeinsam mit der Kita Biopolis, der Kita Tabaluga, der Kita Hopfgartenstraße 9, dem Hort der 102. Grundschule “Johanna”, dem Willkommen in Johannstadt e.V. und dem Projekt Stadtkohlrabi des UFER-Projekte Dresden e.V. am 21.8. mit rund 300 Familien feierten. Unter der Überschrift “Alles Müll oder was?” fanden verschiedene Aktionen rund um das Thema Müll statt, um für die Vermeidung und korrekte Entsorgung von Müll zu sensibilisieren. Unter anderem wurden Drahttiere mit gesammeltem Müll gefüllt und Instrumente und Spiele aus Müll gebastelt. Auch ein Puppentheater zum Thema Müll und ein Mülltrennspiel zogen Kinder an. Begleitet wurde das Fest durch eine Band sowie den ehrenamtlichen Getränkeausschank durch das “Caf´´e für alle” und drei Haussprecher*innen.
Leider fand das schöne Fest beim abschließenden gemeinsamen Singen auf der Wiese im Wohnhof ein unschönes Ende: Durch einen Eierwurf vom Balkon wurde ein Kind getroffen. Die Tat wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Einbau Blinkanlage in Lastenrad und Martinsumzug als neue Förderprojekte beschossen
Im Anschluss wurden zwei weitere Projekte einstimmig zur Förderung beschlossen:
- Der Einbau einer Blinkanlage für das im Wohnhof stationierte Lastenrad “Eli-Hop-Pfo”, das sich inzwischen zu einem der am meisten nachgefragten Dresdner Lastenräder entwickelt hat,
- Der Martinsumzug am 18.11.2025, der in diesem Jahr vom Wohnhof zum Familienzentrum auf der Lili-Elbe-Straße führen wird.
Da die verbleibenden Mittel im Wohnhoffonds nicht ganz ausreichten, stockte die Vonovia ihren Anteil am Wohnhoffonds um 157,33 EUR auf. Einer Aufstockung des Anteils aus dem Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt in gleicher Höhe hat der Stadtteilbeirat Johannstadt im Umlaufverfahren zugestimmt. Damit steht dem diesjährigen Martinsumzug nichts mehr im Weg.
Welche Angebote gibt es für Kinder und Jugendlichen im Wohnhof und der unmittelbaren Umgebung?
Schon häufiger war die Kinder- und Jugendarbeit Thema im Wohnhofbeirat. Nachdem das Thema zuletzt in der Wohnhofbeiratssitzung am 28.11.2023 im Familienzentrum des Kinderschutzbunds ausführlicher erörtert wurde, waren nun – zwei Jahre später – drei Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit aus dem Umfeld im Wohnhofbeirat, um ihre Angebote vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren, wie die Probleme zwischen den Generationen überwunden werden können.
- Nils Greipel stellt den Kindertreff JoJo vor. Der Kindertreff betreibt offene Kinder- und Jugendarbeit für Kinder von 6-14 Jahren. Dabei wechseln sich Angebote im Obergeschoss des Johannstädter Kulturtreffs auf der Elisenstraße 35 (donnerstags und Freitags 14-18 Uhr) mit mobilen Angeboten im Wohnhof (dienstags und mittwochs 15-18 Uhr) ab. Mobile Angebote sind die Spielplatzarbeit am Spielplatz Pfotenhauerstraße und das Kreativangebot “Die Kunstkoffer kommen”. Darüber hinaus bietet der Kindertreff diverse sozialpädagogische Angebote zur Förderung der individuellen und sozialen Entwicklung der Kinder, Beratung von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie Ferienaktionen, Ferienfahrten und ein pädagogisches Kochangebot an.
- Franziska Lumpe stellt den Jugendtreff Trini vor. Der Jugendtreff betreibt offene Jugendarbeit für Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren im Jugendzentrum Jugendkirche. Das Jugendzentrum verfügt u.a. über einen Bandprobenraum, einen Tischkicker und eine Werkstatt. Zu den festen Angeboten zählen das regelmäßige Kochen (Mittwochstafel) und der Tischtennisdonnerstag für alle. Darüber hinaus gibt es Beratungsangebote. Ein medienpädagogisches Angebot und eine Selbsthilfewerkstatt sind im Rahmen eines ESF-Projektes in Vorbereitung.
- Claudius Richter stellt die Mobile Jugendarbeit Jinos MoJo vor. Zielgruppe sind ebenfalls Jugendliche von 12-26 Jahren. Zu den Aufgaben gehören Einzelfallarbeit zur individuellen Unterstützung von Jugendlichen, Projekt- und Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit (Sprachrohr für Jugendliche) sowie aufsuchende Arbeit im Stadtteil. Dabei wechseln sich 2-3 aufsuchende Tage pro Woche im Stadtteil mit einer regelmäßigen Präsenz am Donnerstag im Holbeinpark und einem festen Kontakttag, Einzelberatung und gemeinsamem Kochen und Planen am Freitag bis 19 Uhr im Souterrain des Familienzentrums ab. Dort gibt es für Gruppen mit volljährigen Ansprechpersonen auch die Möglichkeit für selbstverwaltete Treffs.
Nach der Vorstellung hatten die Haussprecher*innen Gelegenheit, viele Fragen zu klären, beispielsweise:
- Wie reagieren die Einrichtungen, wenn es Probleme in den Familien gibt? In diesem Fall werden Kinderschutzbeauftragte der Einrichtung eingeschaltet oder – wenn für den Kinderschutz nötig – der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes. Oft reicht es aber auch, die Kinder selbst zu stärken.
- Wieviele Kinder werden erreicht? Bei der mobilen Arbeit schwankt die Zahl zwischen 3 und 80 Kontakten. In den Treffs werden in der Regel 10-15 Kinder erreicht.
- Wie laufen die Treffs ab? Die Einrichtungen unterbreiten den Kindern Angebote. Mitunter werden thematische Räume eröffnet, in den bestimmte Themen bearbeitet werden. Oft sind die Fachkräfte aber einfach auch nur da, um zu reagieren.
- Wie wird bei der großen Altersspanne zwischen 12 und 26 Jahren mit Themen wie Alkohol umgegangen? Die meisten Teilnehmenden im Jugendtreff Trini sind zwischen 12 und 16 Jahren. In allen Einrichtungen gibt es eine Hausordnung, die Alkohol verbietet. Oft achten die Kinder und Jugendlichen auch gegenseitig auf die Einhaltung der Regeln.
Wie verbessern wir das Zusammenleben zwischen den Generationen im Wohnhof?
Anlässe für die Behandlung der Kinder- und Jugendarbeit im Wohnhofbeirat waren Probleme mit nächtlichem Lärm am Spielplatz, Konflikte mit und zwischen Jugendlichen und als respektlos empfundenes Verhalten. Was kann dagegen getan werden?
- Wie können die bestehenden Angebote besser bekanntgemacht werden? Nach Einschätzung mancher Haussprecher*innen wissen viele Kinder und Jugendliche nicht, dass es Treffs und Angebote im Umfeld gibt. Die Einrichtungen stellen Informationsmaterial zur Verfügung, das von den Haussprechern gern weitergegeben werden kann.
- Kann die im Wohnhof aufgestellte Plauderbank als Ort für Kontakte mit Kindern und Jugendlichen genutzt werden? Herr Richter nimmt den Vorschlag mit in sein Team.
- Wie geht man mit einer Kinderbande im Alter von 8-10 Jahren um, die Bewohner provoziert und beleidigt? Für die mobile Jugendarbeit, die erst ab einem Alter von 12 Jahren aktiv wird, sind diese Kinder zu jung. In der Kinderarbeit gibt es nur die genannten, punktuellen mobilen Angebote. Wie man mit der Alterslücke umgeht, muss mit dem Jugendamt besprochen werden. Unter Umständen ist die Stadtteilrunde Johannstadt ein geeignetes Gremium, um über solche “Lücken” zu sprechen.
- Was tun, wenn Kinder im Rahmen von Bewohnerprojekten errichtete Gegenstände wie die Sitzecke mit Rosenpergola beschädigen und sich dabei der Tatsache voll bewusst sind, dass sie noch nicht 14 Jahre alt und damit strafunmündig sind? Die Einrichtungen verweisen darauf, dass Jugendarbeit keine ordnungspolitischen Maßnahmen umsetzt. Jugendarbeit versucht vielmehr, über Beziehungsarbeit Vertrauen zu schaffen und die Ohren zu öffnen. Wenn möglich, sollten die Kinder in die Maßnahmen mit eingebunden werden, um die Identifikation zu schaffen.
- Was kann getan werden, wenn es auf dem Spielplatz regelmäßig zur Prügelei kommt? Das JoJo verweist darauf, dass es nur punktuell anwesend sein kann und im Stadtteil noch immer nichtpädagogische überdachte Räume fehlen, in den sich Kinder und Jugendliche ungestört treffen können.
- Was kann gegen den Lärm auf dem Spielplatz getan werden, der im Sommer oft von 18 Uhr bis Mitternacht andauert? Auch hier kann ein Kennenlernen möglicherweise für mehr gegenseitigen Respekt der wechselseitigen Bedürfnisse sorgen. Im Rahmen der Präsenzzeiten auf dem Spielplatz Dienstag- und Mittwochnachmittag unterstützt auch der Kindertreff JoJo gern bei der Kontaktherstellung. Die Idee eines evtl. weitergehenden Vermittlungsprojektes wird von den Einrichtungen zur Prüfung in die Teams mitgenommen.
Herr Kunert weist darauf hin, dass auch Themen wie die Konfliktschlichtung um einen Spielplatz Gegenstand eines Förderprojektes im Verfügungsfonds sein können, sofern hierfür zusätzliche Mittel benötigt werden. Er bedankt sich im Namen der Haussprecher*innen dafür, dass die drei Einrichtungen sich die Zeit für die Vorstellung eingeräumt haben. Die drei Gäste bedanken sich für das gezeigte Interesse an ihrer Arbeit und den Kindern und Jugendlichen.
Wie geht es weiter mit dem Wohnhofbeirat?
Herr Kunert erinnert daran, dass das Quartiersmanagement die Sitzungen des Wohnhofbeirats nur noch bis Ende 2025 vorbereiten, moderieren und dokumentieren kann. Nachdem die Vonovia deutlich gemacht hat, diese Aufgabe nicht übernehmen zu können, wurde im Mai die Geschäftsordnung des Wohnhofbeirats angepasst, um den Weg in Richtung Selbstorganisation zu ermöglichen. Um diesen Weg gehen zu können, müssten sich allerdings Haussprecher*innen finden, die als Sprecher*innen des Wohnhofbeirats auch im nächsten Jahr zu den Sitzungen einladen. Bislang gibt es nur einen Kandidaten für die Position des Stellvertreters. Sollte niemand die Aufgabe übernehmen, würde die Beiratsarbeit zur nächsten Sitzung am 3. Dezember enden.
Seitens der Haussprecher*innen wird deutlich gemacht, dass es bedauerlich wäre, wenn der Wohnhofbeirat nach vier Jahren enden würde. In einigen Häusern vertraute die Hausgemeinschaft inzwischen darauf, dass Probleme in diese Runde getragen werden und auch gelöst werden können. Mit der Anliegenliste habe man bewiesen, dass Bewohner*innen, Vonovia und Stadt gemeinsam eine Menge erreichen können. Ein Großteil der umgesetzten Maßnahmen sei auf der Basis von Anregungen aus dem Kreis der Haussprecher*innen entstanden. Auch erhielten Haussprecher*innen über ihre Funktion im Beirat und die entsprechende Visitenkarte eine gewisse Autorität. Dies könne auch eine Blaupause für andere Wohnlagen sein.
Es besteht Einigkeit darin, dass der Austausch und die gute Zusammenarbeit in der einen oder anderen Form auch fortgeführt werden sollen. Unterschiedliche Auffassungen gab es zu der Frage, ob hierfür die etablierte Whatsapp-Gruppe der Haussprecher*innen und die etablierte direkte Kontaktmöglichkeit mit Verantwortlichen bei der Vonovia ausreicht. Seitens mancher Haussprecher wird befürchtet, dass ohne regelmäßige Treffen unter Beteiligung der Vonovia der Austausch einzuschlafen drohe.
Die Vonovia bietet die Zurverfügungstellung eines Raums für die Treffen an, lehnt aber ab, die Funktion des Einladenden zu übernehmen. Herr Wuttke stellt zudem in Aussicht, dass auch die noch verbliebenen offenen Themen seitens der Vonovia bis Ende des Jahres erledigt werden. Die Entscheidung, ob und auf welche Weise der Wohnhofbeirat 2026 fortgeführt wird, wird auf die nächste Beiratssitzung am 3.12. vertagt, auf der dann neben der Abrechnung des diesjährigen Wohnhoffonds, der abschließenden Bearbeitung der offenen Themen der Anliegenliste und der Vorstellung der Entwicklung der Mieterzufriedenheit im Wohnhof durch die Vonovia der Schwerpunkt auf die Fortsetzung der Beiratsarbeit ab 2026 gelegt werden soll.
>> Agenda, Mitschriften und Beschlüsse (Download PDF, 950 KB)