Am Mittwoch, dem 11. März 2026, kam der Stadtteilbeirat Johannstadt zur neunten Sitzung der dritten Mandatsperiode im Integrativen Familienzentrum des Kinderschutzbunds auf der Lili-Elbe-Straße zusammen. Anwesend waren 17 Beiratsmitglieder, zwei Vertreter des Stadtteilvereins und sieben Gäste. Da die Personalstelle für das Projekt “Stadtteilbeirat und Stadtteilfonds” im Stadtteilverein aktuell nicht finanziert ist, wurde die Sitzung durch das Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt geleitet.
Im ersten Tagesordnungspunkt stellten Anja Hilgert und Carola Simon vom Johannstädter Kulturtreff e. V. die Ergebnisse der aus dem Verfügungsfonds geförderten Projekte “Stimmen und Erinnerung an die Aufbaujahre der Nördlichen Johannstadt” und die daraus entstandene Ausstellungskonzeption vor, die auf positive Resonanz im Beirat stießen.
Als zweiter Tagesordnungspunkt standen die Beratung und Beschlussfassung über die Verwendung des Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt auf der Agenda, der in diesem Jahr letztmalig die Umsetzung von Projekten im Fördergebiet Nördliche Johannstadt mit 20.000 EUR fördert. 2025 wurden mit dem Fonds 15 Projekte gefördert. Nach der Berichterstattung über den Umsetzungs- und Abrechnungsstand der Projekte stellten Yana Babayed und Elisabeth van Stiphout von Willkommen in Johannstadt, Elena Gruß vom Stadtteilverein Johannstadt und Anja Hilgert vom Johannstädter Kulturtreff drei neue Projektanträge vor, für die allesamt auch eine Förderung beschlossen wurde:
- Opferfest gemeinsam feiern am 29.5.2026 (Antragsteller: Willkommen in Johannstadt e. V. in Zusammenarbeit mit der Soziale Dienst und Jugendhilfe gGmbH und dem Deutschen Interkulturellen muslimischen Centrum für Integration und Bildung)
- Bönischplatzfest am 30.5.2026 (Antragsteller: Stadtteilverein Johannstadt e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadtteilrunde Johannstadt und weiteren Partnern)
- Verankerung der Stadtteilgeschichte im neuen Stadtteilhaus mittels Vitrinen und einer audiovisuellen Medienstation (Antragsteller: Johannstädter Kulturtreff e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtteilredaktion Johannstadt des Stadtteilvereins Johannstadt e. V.)
Diskutiert wurde auch über die Frage, ob auf dem Bönischplatzfest auch Werbung für politische Parteien zugelassen werden soll, wobei sich eine große Mehrheit der Beiratsmitglieder dagegen aussprach.
Nach der Pause und einem geführten Rundgang durch das Integrative Familienzentrum des Kinderschutzbundes folgte als dritter Tagesordnungspunkt die Beratung über die Verwendung des Stadtteilfonds Johannstadt. Da der Stadtteilverein Johannstadt aufgrund der vakanten Personalstelle die Fondsverwaltung einschließlich der Beratung von Antragstellenden und der Prüfung von Anträgen und Verwendungsnachweisen derzeit nicht leisten kann, konnten 2025 dank der großzügigen Spende der WGJ nur vier Eigenprojekte des Stadtteilvereins finanziert werden, darunter der Johannstädter Advent und die achte Ausgabe des Stadtteilmagazins ZEILE. Für 2026 wurden zwei in Vorbereitung befindliche Projekte vorgestellt: Die ZEILE soll eine neunte Ausgabe erhalten und eine brandschutzgerechte elektronische Anzeigetafel im Stadtteilhaus soll – ähnlich des bereits umgesetzten Pilotprojektes im Stadtteilladen auf der Pfotenhauerstraße 66 – über die Veranstaltungseinträge auf Johannstadt.de informieren. Da die Anträge aufgrund noch fehlender Kosteninformationen bislang nicht vollständig vorliegen, wurde die Beschlussfassung auf das Umlaufverfahren vertagt.
Im vierten Tagesordnungspunkt informierten Stadtbezirksamtsleiter André Barth und Quartiersmanager Matthias Kunert über den Stand der Bemühungen, den Stadtteilfonds Johannstadt 2026 wieder anteilig mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren und für externe Antragstellende zu öffnen. Herr Barth informierte, dass der Stadtbezirksbeirat Altstadt am 14.4. über die Bereitstellung von Mitteln für den Stadtteilfonds berät. Parallel wird sich der Stadtteilverein an einer Ausschreibung der Landeshauptstadt zu Bürgerbudgets beteiligen in der Hoffnung, die Kosten für die vakante Personalstelle zur Fondsverwaltung gefördert zu bekommen. Gelingt beides, könnte der Stadtteilbeirat bald wieder über Stadtteilfondsprojekte von Antragstellenden aus dem Stadtteil beraten.
Erörtert wurde auch die 2025 aufgrund fehlender Ressourcen verschobene Durchführung der Beiratswahlen. Nachdem in der letzten Beiratssitzung im November 2025 die Schulleitung der 101. Oberschule “Johannes Gutenberg” vorgeschlagen hatte zu prüfen, ob die Wahlen 2026 mit der Schülerschaft organisiert werden können, liegt inzwischen eine positive Rückmeldung dazu vor. Der genaue Ablauf und die mögliche Arbeitsteilung sind jedoch noch zu klären. Zudem muss auch für dieses Projekt die Finanzierung über einen Förderantrag gesichert werden. Idealerweise soll das Projekt im zweiten Halbjahr starten und in die Wahlen Ende des Jahres münden, möglichst gekoppelt an eine oder mehrere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. Das konkrete Vorgehen wird bis zur nächsten Beiratssitzung konkretisiert.
Als sechster Tagesordnungspunkt folgten aktuelle Informationen aus dem Stadtteil. Thema waren dabei unter anderem die geplanten Baumpflanzungen auf der Hertelstraße, die auf das Projekt “Nachhaltige Johannstadt 2025” zurückgehen. Laut Auskunft des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft sind hier 17 Baumpflanzungen einseitig umsetzbar. Darüber hinaus lädt die Abteilung Stadterneuerung des Amts für Stadtplanung und Mobilität aus Anlass des Auslaufens der Fördergebiete Gorbitz, Prohlis, Am Koitschgraben und Johannstadt engagierte Akteure und Anwohner zu einer gemeinsamen Veranstaltung am 8. Mai 2026 ein. Interessenten können sich bis 20.3.2026 beim Quartiersmanagement anmelden. Die Nutzungsaufnahme des neuen Stadtteilhauses verschiebt sich auf den 30.4.2026. Die offizielle Eröffnung ist für den 12.6. geplant. Zuvor soll es am 17.4. eine Abrissparty mit Graffitiaktion am alten Standort des Kulturtreffs auf der Elisenstraße geben. Für den Eisenwarenladen auf der Hertelstraße wird eine neue Räumlichkeit (80-120 m²) gesucht. Das Projekt “Johannstädter MusiKinder” wird weiter gefördert und bietet auch 2026 ein kostenloses Musikangebot für Johannstädter Kinder. Hingewiesen wird zudem auf den dritten Stadtteilflohmarkt am 12.4. und die 15. Praktikums- und Lehrstellenbörse am 18.4., die beide in der JohannStadthalle stattfinden.
Die 10. Sitzung des Dritten Stadtteilbeirats am 10.6.2026 findet im neuen Stadtteilhaus statt. Gäste sind wie immer herzlich willkommen.
>> Sitzungsunterlagen und Beschlüsse (Download PDF 2,0 MB)
>> Protokoll zur Beiratssitzung (folgt nach Freigabe durch die Beiratsmitglieder)