In der Bereitschaft, sich überraschen zu lassen – Weihnachten in und um die Trinitatiskirche

eingestellt am 24.12.2021 von Anja Hilgert, Headerbild: (Foto: Anne Schikora)

 

Neben allen Diskussionen, die gesellschaftlich und bis in die Familien hinein geführt werden, bringt Weihnachten ein Moment von anderer Qualität ins Spiel. Lichterglanz und süßer Duft, lebendiges Grün, ins Zimmer geholt, bilden dafür die einstimmende Kulisse. Die Vorbereitungen wurden durch den Advent getragen bis zum Vortag, wo der Raum bereitet, die Stuben geschmückt werden. Dazu Musik, die verzaubert. Das Bemühen, Geheimnisse zu hüten, in Päckchen gepackt. Alles geht zu aufs erwartete Ereignis, etwas, das auf besondere Weise berührt, in der Dunkelheit, der Zurückgezogenheit der Natur, was wir dann Weihnachten heißen. 

 

Auch mit Kalender ist nicht vorhersehbar, wann und wo es sich ereignet – Weihnachten. Auf der Zielgeraden, im Zugang auf die Heilige Nacht, wird es stille. Das Treiben lässt nach. Manchen wird weich zumute. Hier möchte man fragen: Und bei Dir? Wann ist Weihnachten geworden? Wann beginnt es, das weihnachtliche Fest? Mit dem Unerwarteten, das ganz anders kommt als zuvor gedacht oder vorgestellt, da öffnet sich eine Möglichkeit. Im Moment des Stockens gibt sich die Gelegenheit, den festen Lauf und die übliche Sicht der Dinge aufzugeben. Nachzulassen, zu stocken und dann aufzumerken und genau zu schauen, Raum zu geben. Damit etwas Neues, so nicht Gewesenes auf uns zukommen kann.

 

 

Die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen

Für das Weihnachten in diesem Jahr spricht sich Tobias Funke, Jugendkirchenpfarrer und Pfarrer in der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden vor allem für den Wunsch aus, „sich überraschen zu lassen. Kinder machen es uns vor: In vorweihnachtlicher Aufregung sind sie im vorfreudigen Erwarten von etwas Besonderem.“ Wie wäre es, wenn wir zum Weihnachtsfest dieses Jahr aktiv diese Bereitschaft mit einbringen, offen zu sein, sich ins Staunen versetzen zu lassen. 

Es kann sein, jemand meldet sich ganz unerwartet mit einem Weihnachtsgruß, es kann ein Geschenk sein, es kann auch eine Antwort sein, die sich aus einem Gespräch plötzlich ergibt und die mehr oder Anderes enthält als man im Vorhinein bei sich so gedacht hätte. Der Wunsch für Weihnachten beinhaltet für dieses Jahr besonders die aktive Qualität des Zuhörens, des Lauschens damit in der Gesellschaft und in den Familien wieder dieser unvorhergesehene Moment von Offenheit einziehen kann, der Anderes als das Eigene sich zeigen lässt. 

 

(Foto: Anne Schikora)

 

Angebote vor Ort und online durch die Weihnachtsfeiertage

Die Aktivitäten für dieses Weihnachten verlaufen wieder etwas anders als gedacht, aber aus den Erfahrungen mit im Jahresverlauf erfolgreich erprobten Online-Formaten kann die Kirchgemeinde den Erfordernissen der aktuellen Lage ganz gut entsprechen.

Das Krippenspiel der Konfirmanden und ein Krippenhörspiel der Kinder werden als Onlineformate auf dem YouTube Kanal der Johanneskirchgemeinde eingestellt sein.

Außerdem gibt es eine sachsenweite Weihnachtsaktion “Gemeinsam Stille Nacht” , welche online über Sachsen und Dresdenfernsehen heute um 18 Uhr ausgestrahlt wird.

Hier wird auch ein kurzes Stück der Weihnachtsgeschichte vom Dach der neuen Jugendkirche und somit über den Dächern der Johannstadt gelesen.

Vorab konnte jede*r Zuschauer*in auch selbst “Stille Nacht” digital aufnehmen und einsenden, was dann zum großen Chor zusammengeschnitten ausgestrahlt wird – man darf gespannt sein!

 

Folgende Angebote gibt es vor Ort :

  • Freitag, 24. Dezember, Heiliger Abend

ab 10.00 Uhr Weihnachtsweg im Freien für Familien mit kleinen Kindern bis 12.00 Uhr
Pfarrer Tobias Funke, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

14.30 Uhr Christvesper mit vorab aufgezeichnetem Kinderkrippenspiel
Vikar Philipp Oberschelp und Gemeindepädagogin Sandra Eisner, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

15.00 und 16.00 Uhr Christvesper mit vorab aufgezeichnetem Krippenspiel der Konfirmanden
Pfarrer Tobias Funke, Johanneshaus, Haydnstraße 23

16.30 Uhr Christvesper im Freien mit der Gottesdienstwerkstatt
Pfarrerin Eva Gorbatschow, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

17.00 und 18.00 Uhr Christvesper,
Pfarrerin Carola Ancot, Johanneshaus, Haydnstraße 23

  • Samstag, 25. Dezember, 1. Weihnachtstag

10.00 Uhr Gottesdienst, im Anschluss singt voraussichtlich die Kantorei,
Vikar Philipp Oberschelp, Trinitatishaus, Fiedlerstraße 2

  • Sonntag, 26. Dezember, 2. Weihnachtstag

9.30 Uhr Gottesdienst mit Streichermusik, der Posaunenchor spielt im Anschluss vor dem Johanneshaus,
Pfarrerin Carola Ancot, Johanneshaus, Haydnstraße 23

 

* Frohe Weihnachten *

Dankeschön-Prämien aus der Trinitatiskirchruine – Jugendliche starten eine kreative Crowdfunding-Spendenaktion

eingestellt am 01.12.2021 von Anja Hilgert, Headerbild: Das Jugendzentrum Jugendkirche Dresden braucht Licht Foto: G.Hammermüller

 

Das Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN ist nahezu fertig gestellt. Anfang des neuen Jahres steht der große Um- und Einzug an in den neuen gläsernen Baukomplex im Inneren der ehemaligen Trinitatiskirchruine. Dann steht der große Um- und Einzug an ins neu erstellte Gebäude. Die Architektur des Glaskubus wird der Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend und der Offenen Jugendarbeit einen neuen Ausgangsort bieten für stadtteilbasierte Projekte mit einem Wirkkreis im gesamten Radius der Landeshauptstadt. Mit dem Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN entsteht in der Johannstadt eine neue zentrale Adresse für junge Menschen in und um Dresden im Alter von 15- bis 27 Jahren unabhängig von ihrer weltanschaulichen und konfessionellen Prägung.

Schon jetzt dämmert es an konkreten Vorschlägen und Ideen für die Gestaltung der neuen Räume, doch um die Licht- und Technikanlage herrscht noch schummriges Dunkel: Hier mangelt es am Geld, das nötig wäre. Ein Ausweg ist jetzt angezeigt, mit dem es tatsächlich Licht werden soll im Jugendzentrum JUGENDKIRCHE.

 

“Es ist absehbar, dass viele verschiedene Leute hier ein- und ausgehen und unterschiedlichste Bedarfe an die Räumlichkeiten stellen werden“, sagt der seit April 2020 amtierende Jugendpfarrer Tobias Funke. Das Zentrum und seine Räumlichkeiten, die er auch als „Erprobungsräume für Jugendliche“ verstanden wissen will, sind für eine vielseitige Nutzung konzipiert. Ideen und Angebote sind ersonnen – doch noch fehlt es an den basalen Voraussetzungen, nämlich an Licht und gutem Ton und der dafür nötigen Technik.

 

Innenperspektive der Jugendkirche
Quelle: Ev.-luth. Kirchenbezirk Dresden-Mitte / Code Unique Architekten

Im Advent wird das Licht erwartet

Damit im neuen Jugendzentrum JUGENDKIRCHE das Licht angeht und ein guter Sound die geplanten Projekte belebt, hat Jugendpfarrer Funke mit den Jugendlichen vor Ort ein umfangreiches Crowdfunding-Projekt gestartet zur Finanzierung einer hochwertigen Licht- und Tontechnik in dem neuen tollen Gebäude. Tobias Funke, Pfarrer der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden liegt es am Herzen, dass Jugendliche sich im Bereich von Tontechnik, Beleuchtung, Kameraführung, Videoschnitt ausprobieren und selbst den Sound für Veranstaltungen mischen und diese mit guter Lichttechnik ausleuchten. Das gehört mit ins Programm selbstverantwortlichen Handelns, das gefördert wird.

Julia Mossal, die nach ihrem Abitur ein Praktikum im Modellprojekt anders wachsen der Johannes-Kreuz-Lukas-Gemeinde absolviert,  ist eine der Jugendlichen, die bei der Aktion mitgemacht haben und bezeichnet es als wichtige Erfahrung, dass sie sich als Jugendliche wirklich bis in die Einzelheiten damit beschäftigt haben, was Fundraising überhaupt ist und wie man eine Spendenaktion aufzieht.
Als Teil dieser Auseinandersetzung ist u.a. auch der Videoaufruf für das Projekt entstanden:

 

 

Spendenschwelle und die Zielmarke von 20.000 Euro

Auf der Crowdfundingplattform „99Funken“ präsentiert das Team aus Pfarrer und Jugendlichen ein eigenes kreatives Konzept, um Spenden für die Licht- und Tontechnik des künftigen Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN einzuwerben.
Am 15.11. ist die Aktion an den Start gegangen, mit einer Laufzeit noch bis 21.12. 2021.
Im Advent wird also das Licht erwartet!

Bei 7.500 Euro liegt die Schwelle, mit der die Fundingaktion Sinn macht: „Dieser Betrag muss mindestens erreicht werden, damit eine Grundausstattung an Lichttechnik eingebaut werden kann und das Licht angeht. Wenn das Ziel von 20.000 Euro erreicht wird, kann in professionelle Tontechnik investiert werden”, erläutert Tobias Funke.
Von dieser Fundingschwelle sind zum Monatswechsel November/Dezember mit 2.795 Euro bislang 37 Prozent erreicht. Die Jugendlichen hoffen, dass im Advent die Aktion noch weiter ins volle Licht rückt. Sollte nämlich die 7.500 €-Marke, mit der die bestehende Lichtanlage in Stand gesetzt würde, nicht erreicht werden, würden alle Spendengelder an die Gebenden zurückgezahlt – das wäre wirklich schade, ums Anliegen ebenso wie um die Mühe, mit der sich die engagierten jungen Leute des Lichts angenommen haben. Zumal die definierte Zielmarke für den Spendenaufruf bei 20.000 Euro liegt.

 

Dankeschön-Prämien für alle, die jetzt spenden 

Als Dankeschön für Spenderinnen und Spender haben junge Menschen zwischen 12 und 23 Jahren in den Herbstferien kreative Dinge und kleine Kunstwerke hergestellt aus Originalmaterialien und Fundstücken aus der Trinitatisruine. 

 

Karl Stephan, Julia Mossal und Tobias Funke im Neubau des Glaskubus Foto: Mira Körlin

 

Julia Mossal, die dabei war, erklärt: „Wir haben für die Arbeiten altes Gestein von der Ruine genommen und daraus über eine Woche lang Verschiedenes gebaut, mit Hammer und Meißel und allen möglichen Werkzeugen, was manchmal auch sehr aufwändig war.“ Bearbeitet wurden z.B. das Holz eines Ahornbaumes, der im Schutt der Trinitatiskirche gewachsen war und gefällt werden musste oder Steine aus Porphyr und Basalt. Mit der Spende an die unterstützenswerte Sache sind somit kleine Erinnerungsstücke an den geschichtsträchtigen Ort der Trinitatiskirche verbunden, die sich zudem auch als Geschenkidee eignen. Auch individuelle Führungen für Spenderinnen und Spender werden angeboten.

Julia Mossal steht begeistert hinter den Ergebnissen, die entstanden sind: „Kleine Geschenke, die man bekommt, je nachdem wie viel man spendet  – die Leute sollen für ihre Spende auch etwas bekommen. Das Material mag vielleicht nicht soviel Wert sein, aber die Mühe, die es gemacht hat und das Personalisierte, wie es gearbeitet, geschnitten, geschliffen, poliert und verziert worden ist, macht den Wert der Dinge dann aus. Es sind lauter Einzelstücke entstanden.“

 

Alle Prämien, gestaffelt nach Spendenbetrag, sind noch zu erhalten:

  •   Für 5 Euro eine persönliche Einladung zur Eröffnungswoche  vom 1. bis 6. Mai 2022
  •   Für 10 Euro eine handgeschriebene/handgemalte/handgezeichnete Danke-Postkarte.
  •   Für 25 Euro eine Kiste Brennholz, symbolische 5 kg, damit es zuhause hell und warm ums Feuer wird
  •   Für 80 Euro ein Kerzenständer aus unbearbeitetem Stein der Trinitatis-Kirchenruine.
  •   Für 125 Euro eine individuelle Führung durch das Jugendzentrum JUGENDKIRCHE inklusive   Kirchturm-Turmbesteigung mit einem grandiosen Blick über Dresden, bei gutem Wetter bis in   die Sächsische Schweiz
  •   Für 150 Euro ein individuell bearbeiteter Kerzenständer aus behauenen Steinen der Trinitatisruine
  •   Für 175 Euro Buchstützen aus Porphyr-Gestein: Ein Stück Geschichte fürs Buchregal
  •   Für 200 Euro Schmuck aus Ruinengestein, an dem sehr lange poliert und gewerkelt wurde. Es sind 6 Unikate entstanden, teilweise vergoldet.
  •   Ab 300 Euro ein Eintrag auf der Spendentafel, die im Eingangsbereich angebracht werden wird
  • Weihnachtliche Trinitatiskirche 2020. Foto: Tobias Funke

Vom 1. bis 6. Mai 2022 wird die Trinitatiskirchruine Dresden-Johannstadt offiziell mit einer Festwoche als Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN eröffnen.

Für den Raum, den Jugendliche dann selbst nutzen können, sind bereits verschiedene Entwürfe entstanden. Sogar kleine Modelle wurden gebaut. „Ich fand es sehr toll, dass wir Jugendlichen dazu gefragt wurden“, berichtet Julia Mossal. Es bleibt noch spannend, wie das Ergebnis vor Ort letztlich aussehen wird.
Spannend ist auch, dass Johannstädter*innen nun mit ihren Spenden dazu beitragen können, die Veranstaltungsräume, die in der einstigen Ruine gerade neu entstehen und zukünftig von allen nutzbar sind, in ein gutes Licht zu setzen.

 

Weitere Informationen

Ministerpräsident und Oberbürgermeister sichten den Fortschritt am Bau des neuen Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN

eingestellt am 13.10.2021 von Anja Hilgert, Headerbild: Hoher Besuch im Stadtteil - Am Trinitatisplatz 1 fand eine Bauführung statt. Foto: Mira Körlin

Die Johannstadt hat hohen Besuch erhalten. Grund und Auslöser ist die Zukunft der Jugend. Oder, anders gesagt: Um Jugendliche als die Kraft zu stärken, von und mit der die nahe Zukunft unserer Gesellschaft sich gestalten wird, ist in der Johannstadt der Bau eines in seiner Art einzigartigen Jugendzentrums im Gange, der bei Stadt und Land besonderes Interesse weckt.

Die Spitzenvertreter des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden sind dazu  in der vergangenen Woche über den Rand der inneren Altstadt in den Stadtteil gekommen, um sich direkt vor Ort einen Eindruck zu verschaffen über den aktuellen Lauf der Dinge.
Mit dem entstehenden und sich baulich bereits deutlich abzeichnenden neuen Bauwerk rückt die Johannstadt ins Zentrum landeshauptstädtischer Aufmerksamkeit: Das künftige Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN wird in der Johannstadt einen städtischen Dreh- und Angelpunkt markieren, von dem für die Jugendkultur der Stadt und vor allem für die Jugendsozialarbeit, insbesondere auch die kirchliche Jugendarbeit viel ausgehen wird. 

 

Spitzenvertreter von Stadt und Land zum Ortstermin am Trinitatisplatz Foto: Mira Körlin

 

 

„Mir gefällt, dass das Neue aus dem Alten herausbricht“

Anlässlich einer Führung auf der derzeitigen Baustelle des künftigen Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN besuchten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Wirtschaftsminister Martin Dulig und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert den neuen, mit Erwartungen besetzten Standort am Trinitatisplatz 1. Die Herren wurden gemeinsam mit den Dresdner Superintendenten Christian Behr und Albrecht Nollau von Martin Boden-Peroche und Paula Koppisch (Code Unique Architekten) durch den neuen Bau auf dem Trinitatiskirchgelände geführt und waren voller Lob und Anerkennung: Angesichts des aus der Kirchruine herausgehobenen Glaskubus’ fand SM Dulig die symbolträchtigen Worte: „Mir gefällt, dass das Neue aus dem Alten herausbricht.“

Baureferentin Katrin Tauber sagte, das Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN sei landeskirchenweit einmalig. „Wir hoffen, dass das in die Stadt hineinstrahlt“, so Tauber.

Kretschmer würdigte die künftige Jugendkirche als „ganz besonderes Projekt“: „Wir wollten es unbedingt, denn wir sind überzeugt davon, dass es ein gutes Projekt ist.“
SM Dulig und OB Hilbert betonten den gemeinsamen Geist und die Harmonie zwischen Freistaat, Landeshauptstadt und Kirche bei diesem Vorhaben.

 

Jugendkirchpfarrer Tobias Funke, Wirtschaftsminister Martin Dulig, Sup. Christian Behr, Stadtjugendpfarrerin Leen Fritz, Sup. Albrecht Nollau, Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Baureferentin Katrin Tauber im neu gestalteten Inneren der Trintatiskirchruine    Foto: Mira Körlin

 

Dank Geldern der Europäischen Union, Eigenmittel der Landeshauptstadt Dresden und der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens entstehen derzeit in den Mauern der Trinitatiskirchruine inspirierende Erlebnis- und Erfahrungsräume für Jugendliche zwischen 13 und 23 Jahren. 

Die Trinitatiskirchruine Dresden-Johannstadt soll im Jahr 2022 als Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN eröffnen. Schon jetzt steht fest, dass von Sonntag, 1. Mai, bis Freitag, 6. Mai 2022 eine Festwoche mit zahlreichen Mitmach-Angeboten zur Eröffnung des Jugendzentrums JUGENDKIRCHE DRESDEN stattfindet – ein Termin zum Vormerken für den Stadtteil.

Unter einem Dach und unter dem gemeinsamen Motto „Raum für Zeit für Dich“ vereint das neue Zentrum jugendgemäße Räume für unterschiedliche Veranstaltungsformate mit Betonung des Freiraums und der Ermöglichung hoher Eigenverantwortlichkeit der Jugendlichen. Ausserdem geben die Räumlichkeiten die feste Adresse für die Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend ab. Die bis zum Baubeginn am Standort bereits existierende Offene Jugendarbeit wird zum Jahreswechsel in größere, lichtere Räume einziehen und ihren Wirkungskreis im Stadtteil wieder zentral aufnehmen. 

Das ganze Angebot, die Möglichkeiten zur Verwirklichung sowie Ansprechstellen für Rat, Tat und Initiative richten sich – unabhängig von religiösen oder konfessionellen Bindungen – an junge Menschen aus dem Quartier wie dem gesamten Stadtgebiet und dem Dresdner Umland.

Träger des Projekts sind die beiden Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirke Dresdens. Christiane Seiler vom Kirchenbezirk Dresden Mitte führte ebenfalls über die Baustelle und stand, genauso wie Stadtjugendpfarrerin Leen Fritz und Jugendkirchpfarrer Tobias Funke, für Gespräche, Anregungen und Fragen zur Verfügung.

Der Raum ist nun weitgehend errichtet, doch für die Ausstattung des Hauses wie z.B. Lichttechnik und Stühle werden noch Spenden benötigt, wie Jugendpfarrer Funke zu verstehen gibt.

 

Weitere Informationen

Für Spenden:
Empfänger: Stadtjugendpfarramt Dresden
IBAN: DE51 3506 0190 1601 300016
BIC: GENO DE D1 DKD
Bank: KD-Bank

Spendenzweck: Jugendkirche

Auftakt zum Neuen Anfang: In der Johannstadt entsteht die Jugendkirche für Dresden

eingestellt am 08.05.2021 von Anja Hilgert, Headerbild: Die Ruine der Trinitatiskirche wird in ihrem Inneren bald das Jugendzentrum Jugendkirche beherbergen Foto: Bildausschnitt Foto Peter Weidenhagen

 

Über den Winter entsteht in mancher unscheinbaren Hülle sagenhaft Neues, das dann zum Frühjahrserwachen mit einem Mal die Welt in Staunen versetzt. So stellt sich gerade das Geschehen um das neue Jugendzentrum Jugendkirche dar, die in die im Umbau begriffene Trinitatiskirchruine mit neuen Räumen und einer großen Vision für die Evangelische Jugendarbeit in Dresden ihren Einzug plant. Am Sonntag erhält Tobias Funke als neuer Jugendkirchenpfarrer im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes den Segen zum Beginn seiner Arbeit.

 

Die erste Jugendkirche Dresdens

Schon jetzt sind feste Schritte gesetzt: Der Bau des Jugendzentrums Jugendkirche im Gehäuse der Trinitatiskirchruine läuft trotz mancher Verschiebungen im Soll. Im Laufe des April wurden in das kolossale Stahlgerippe, das sich aus dem Kircheninneren in den offenen Raum nach oben erhebt, die letzten Scheiben eingepasst und ergeben zusammengesetzt jetzt einen imposanten Glaskasten. Ruine und Neubau sind in Dialog miteinander getreten. 

 

Alt und neu auf Tuchfühlung Fotos: Mira Körlin

 

 

 

 

 

 

 

 

Der im Ganzen ins Kircheninnere eingesetzte lichte Glaskubus steht nun dicht und fertig da. Als Herzstück des neu geplanten Jugendzentrums breitet er sein gläsernes Dach über deren gerade entstehende Räume. Im Innenausbau geht es voran: Büros und Besprechungsräume sind im Entstehen. Mitte Dezember soll alles fertig sein. Dann wird die zentrale Arbeitsstelle der Evangelischen Verbandsjugendarbeit mit Referent*innen, Gemeindepädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Teamer*innen und einer Fortbildungsstelle für Ehrenamtliche hier einziehen. 

In Trägerschaft der Ev.-Luth. Kirchenbezirke Dresden Mitte und Dresden Nord wird die Johannstadt das erste Jugendzentrum Jugendkirche Dresdens beheimaten. Es ist angedacht als ein Kristallisationspunkt für die städtische kirchliche Jugendverbandsarbeit und adressiert sich gleichzeitig an Jugendliche im Alter von 13 und 23 Jahren aus der Johannstadt,  unabhängig von religiösen Überzeugungen, durch die Angebote der Offenen Jugendarbeit.  In offenen Räumen und in unterschiedlichsten Formaten können Jugendliche sich  ausprobieren und Erfahrungen ihrer Selbstwirksamkeit innerhalb gesellschaftlicher Prozesse sammeln.

 

Gesegnete Amtseinführung

Unter dem Dach des Jugendzentrums Jugendkirche Dresden wird der schon seit 1994 in der Ruine bestehende „Jugendtreff Trini“ , sowie das Stadtjugendpfarramt als Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend Dresden ihren Platz finden. Zusätzlich soll der neu entstehende Raum für Konzerte und Veranstaltungen nutzbar sein.
Pfarrer Tobias Funke ist seit 1.April mit 50% seiner Stelle Jugendkirchenpfarrer der neuen Einrichtung. Am Sonntag den 09.05., 17 Uhr wird Pfarrer Funke in einem feierlichen digital übertragenen Gottesdienst in sein Amt eingesegnet, ebenso die beiden bewährten Köpfe der Offenen Jugendarbeit vor Ort, Marion Kynast und Michael Czupalla.

Die in Johannstadt groß geschriebene soziale Jugendarbeit mit offenem Treff ist aus ihren bisherigen versteckten Räumen im Turm der Trinitatiskirche bereits ausgezogen. Derzeit befindet sich der „Trini“ im Interim auf der Dürerstraße und wird zum Jahreswechsel zurückkehren und seine Räume im Erdgeschoss des Neubaus beziehen. Dort wird es dann wieder heissen: „Hallo, willkommen, mein Name ist Marion“, wenn die engagierte Sozialarbeiterin Jugendlichen die Türe öffnet und der Jugendsozialarbeiter für die jungen Menschen „so etwas wie ein zweites Zuhause“ umsorgt.

 

Innenraum der Trinitatiskirche 2017.Foto: Gerd Hammermüller

Im Kokon rumort es

Bevor das große Kapitel vollverantwortlich für so viele Beteiligte im neuen Jahr 2022 aufgeschlagen werden kann, ist zunächst reichlich Vorarbeit nötig – sowohl konzeptionell planerisch als auch in der Vernetzung im Stadtteil wie auch innerstädtisch. Diese Aufgabe wird Pfarrer Funke im nächsten halben Jahr vor allem betreiben und lädt mit offener Geste ein zur Beteiligung: „Uns werden tolle Möglichkeiten geschenkt, die Arbeit der Evangelischen Jugend in Dresden räumlich und auch inhaltlich neu zu gestalten.“

Die Arbeit, die im architektonisch innovativ gestalteten Gebäude dann stattfinden wird, setzt den Fokus darauf, Jugendlichen Freiräume zu geben, um sich auszuprobieren: Das Motto der Jugendkirche heißt Raum für Zeit für Dich, und steht für freie Entfaltungsmöglichkeiten von Jugendlichen ein, die sich mit eigenen kreativen und handwerklichen Ideen, Projekten und Formaten in die Gesamtgesellschaft einbringen wollen. 

Unter den jetzigen eingeschränkten Bedingungen von Schule, sozialer und kultureller Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ist besonders deutlich geworden, wie wichtig es gegenwärtig ist, Jugendlichen zuzuhören und Aufmerksamkeit da zu schenken, wo Zukunft in ihrer Entwicklung begriffen ist. Darum soll es im Kern gehen.

 

Tobias Funke in seinem neuen Amt als Jugendpfarrer des Jugendzentrum Jugendkirche Foto: Mira Körlin

 

 

 

 

 

 

Welche Formate es in Zukunft sein werden, die die Aktivität der Jugendkirche prägen und ausmachen, „das steht und fällt mit den Jugendlichen, die sich einbringen und die Formate mitentwickeln“, sagt Pfarrer Funke und nennt Sport- und Kreativangebote, einen Debattierclub und einen Aktionskreis für politisches Engagement, die von dafür geschulten Jugendlichen selbst und/oder in Begleitung von Mitarbeitenden der Jugendkirche veranstaltet werden, sowie auch größere Events wie Konzerte, Bandprojekte und Feste, die zukünftig in den multifunktionalen, barrierefreien Räumen verschiedener Größen geschehen könnten. Der Hauptraum soll nach derzeitigen Planungen eine Kapazität von ca. 250 Plätzen haben. Auch ein Proberaum für Musikbands ist eingeplant.

 

Natürlich werden die wenigsten Pfarrer

Tobias Funke, der selbst als Jugendlicher in seiner Herkunftsgemeinde an der Thomaskirche in Leipzig durch die kirchliche Jugendarbeit geprägt wurde, teilt die Vision, „dass aus Begegnungen auch Ideen entstehen, die unsere Gesellschaft voranbringen und die auch unsere politischen, lebensphilosophischen Grundfragen beackern.“ Jugendliche sollen solche Räume offen stehen, in denen ihr Potential lebendig wird und Wege sich auftun in ein verantwortliches kirchliches oder allgemein gesellschaftliches Leben in Gemeinschaft: „Ich habe Freiräume erlebt, mich in Leitungssachen auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und speziell für die Berufswahl weiterzukommen.“ Lachend fügt er an: „ Natürlich werden die wenigsten Pfarrer und es müssen auch nicht alle Pfarrer werden. Aber viele, die in der kirchlichen Jugendarbeit unterwegs waren, sind als Erwachsene aktiv eingebunden in sozialen und anderen gesellschaftlichen Bereichen: Was Teilhabe und demokratische Bildung angeht, wird in der evangelische Kirche groß geschrieben. Es gibt nicht wenige, die in der Politik unterwegs sind, die sich vorher in der kirchlichen Gemeindearbeit in Gremien ausprobiert haben und so die Strukturen kennengelernt haben, dass man etwas bewirken kann, wenn man sich engagiert.“ 

 

Bauverwandlung der Trinitatiskirchruine 2020 Foto: G.Hammermüller

 

Neues Zentrum in der Johannstadt

Mit der Jugendkirche soll ein neuer sinnstiftender Begegnungs-, Identifikations- und Kommunikationsort für Jugendliche in Dresden entstehen. Dafür tritt er sein Amt an und bekräftigt die Offenheit des Konzepts: „Unsere von der Stadt Dresden finanzierte offene Jugendarbeit verpflichtet zu offenen Angeboten und breit aufgestellter Mitbeteiligung, die nicht konfessionell gebunden ist. Außerdem gibt es die Förderung des Jugendkirchenbaus zu 80-90% durch EU-Mittel, was bedingt, dass es keine kirchliche Engführung gibt.“

Konkret für die Johannstadt erläutert er: „Ich stelle mir ein christliches Jugend- und Kulturzentrum vor, das städtebaulich im neuen Zentrum der Johannstadt liegt und anstiftend, vernetzend und verbindend in den Stadtteil und darüber hinaus wirken kann.“ 

 

Der Kokon beginnt sich zu weiten. Mit der Jugendkirche wird etwas Neues in Dresden schlüpfen, das an diesem Sonntag einen feierlichen Auftakt und Segen erfährt.

 

Weitere Informationen:

Launch Meeting – Zoom zum Gottesdienst unter www.johanneskirchgemeinde.de

Kontakt: Jugendkirchenpfarrer Tobias Funke, tobias.funke@evlks.de, Tel. 01638447500

Bautagebuch: https://www.evangelische-jugend-dresden.de/jugendkirche/bautagebuch.html