Interessenvertretungen

10. Sitzung Dritter Stadtteilbeirat

Am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, kam der Stadtteilbeirat Johannstadt zur zehnten Sitzung der dritten Mandatsperiode im neuen Stadtteilhaus Johannstadt auf der Pfeifferhannsstraße zusammen. Anwesend waren 16 Beiratsmitglieder, drei Vertreter:innen des Stadtteilvereins und acht Gäste. Nachdem der Stadtteilverein Johannstadt durch eine Förderung der Landeshauptstadt Dresden Ende Mai die Personalstelle für das Projekt “Stadtteilbeirat und Stadtteilfonds” endlich wieder besetzen konnte, stellte sich Jan Ackermann als neuer Projektkoordinator vor und führte Protokoll. Die Leitung der Sitzung übernahm Matthias Kunert vom Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt.

Im ersten Tagesordnungspunkt stellte Frau Stock vom Amt für Stadtplanung und Mobilität der Landeshauptstadt Dresden die geplanten Maßnahmen im Fördergebiet Johannstadt / Pirnaische Vorstadt vor, die nach der Richtlinie “Nachhaltige soziale Stadtentwicklung” aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden (siehe Präsentation). Bereits im November 2025 hatte sie im Stadtteilbeirat die geplanten Maßnahmen im EFRE-Födergebiet “Johannstadt / Pirnaische Vorstadt” vorgestellt. Im ESF-Fördergebiet “Johannstadt / Pirnaische Vorstadt” werden dabei sechs Vorhaben aus dem Bereich der informellen Kinder- und Jugendbildung und sieben Vorhaben aus dem Bereich der sozialen Integration gefördert. Das geplante Fördervolumen beträgt ca. 2,3 Millionen Euro. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Projekte:

Informelle Kinder und Jugendbildung (6)

  1. “Kick it – Straßenfußball in Dresden”. Eine offene Spielzeit zum Fußballspielen einmal wöchentlich in Teams mit Eventcharakter beim SC BOREA Dresden e.V.
  2. “Torhaus”. Ein am sozialen Bedarf der Jugendlichen orientiertes Angebot mit Elementen der Freizeit- und Sportgestaltung (v. a. Rollsportangebote) am Skatepark Lingnerallee, betreut durch die Treberhilfe Dresden e.V.
  3. “Gemeinsam gegen Gewalt und Diskriminierung”. Vom Verein für Aktivität und Prävention (VAP) e.V. durchgeführte Gruppenprojekte an der 101. Oberschule und dem Föderzentrum “Dinglingerschule”, die gezielt die Sozial- und Alltagskompetenzen der Schüler:innen stärken.
  4. “Stadtkohlrabi Johannstadt”. Ein sozial- und umweltpädagogisches Angebot der UFER-Projekte Dresden e.V., das unter anderem auf dem Abenteuerspielplatz Johannstadt Wissen und praktische Übungen zu Natur- und Ressourcenschutz vermittelt.
  5. “Urban ArT Johannstadt”. Workshops zum Thema Street Art und Graffiti für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche vom SPIKE Dresden e.V.
  6. “Medienpädagogik im Jugendzentrum Jugendkirche”. Verschiedene offene und geschlossene Angebote der Evangelischen Jugend Dresden, die die Medienkompetenz von Jugendlichen stärken.

Ein siebtes geplantes Vorhaben des Kinderschutzbundes OV Dresden e.V. wurde zwischenzeitlich zurückgezogen.

Soziale Integration (7)

  1. “Verwenden statt Verschwenden”. Von der Volkshochschule Dresden e.V. angebotene Kurse im Vereinshaus Aktives Leben zu Milderung von Ernährungsarmut und der Reduzierung vermeidbarer Lebensmittelverschwendung für einkommensschwache Personen und Familien.
  2. “Vielfältige Begegnungen auf dem Trinitatisfriedhof”. Verschiedene Angebote vor allem für Senior:innen, die den Trinitatisfriedhof inkl. Begegnungszentrum und das Trinitatishaus als einen Ort der vielfältigen Begegnungen etablieren sollen.
  3. “Bildungsberatung”. Durch die Volkshochschule Dresden e.V. im Stadtteilhaus Johannstadt angebotene zugangsfreie Beratungsangebote zu den Themen berufliche Neuorientierung, Weiterbildung und Wiedereinstieg z. B. nach Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Elternzeit.
  4. “Selbsthilfewerkstatt im Jugendzentrum Jugendkirche”. Von der Evangelischen Jugend Dresden betreute Werkstatt, in der junge Menschen durch die Bereitstellung von niedrigschwelligen Angeboten aktiv an der Gestaltung ihrer Lebenswelt teilnehmen können.
  5. “Gemeinsam Johannstadt gestalten”. Bereitstellung von verschiedenen niederschwelligen Beratungs-, Unterstützungs- und Beteiligungsangeboten durch den Stadtteilverein Johannstadt e.V., um Anliegen benachteiligter Gruppen in der Stadtteilarbeit besser berücksichtigen zu können.
  6. “Gesellschaftsspiele zur Verbesserung der sozialen Integration und Persönlichkeitsbildung”. Initiierung eines Treffs zum gemeinsamen Spielen weitgehend elektronikfreier Spiele durch die Brettspielhelden Dresden e.V. zunächst in der Stadtbibliothek Johannstadt als niedrigschwellige und generationsübergreifende Möglichkeit, die soziale Teilhabe zu stärken.
  7. “Bürgerwerkstatt Johannstadt – mit Tauschbereich und Infocafé”. Verschiedene offene und geschlossene Angebote der Gemeinnützigen Gesellschaft Striesen Pentacon e.V. im ehemaligen Stadtteilladen auf der Pfotenhauerstraße 66.

Auf die Frage, ob die geförderten Vorhaben auch in den nächsten Jahren weitergeführt werden können, erklärte Frau Stock, dass die aktuelle Förderperiode noch bis 30.06.2027 läuft. Wie es danach in der neuen Förderperiode weitergeht, sei noch unklar. Alexander Wuttke als Vertreter der Vonovia regte für das Projekt “Kick it” die Zwischennutzung eines Vonovia-Grundstücks an. Angesprochen auf die teilweise hohen bürokratischen Hürden bei der Beantragung von ESF-Mitteln verwies Frau Stock darauf, dass das Förderportal mittlerweile deutlich einfacher strukturiert ist und das Amt für Stadtplanung und Mobilität bemüht sei, Vereine bei der Antragstellung bestmöglich zu unterstützen.

Im zweiten Tagesordnungspunkt stellten Wanja Saatkamp und Lena Novulin vom Montagscafé im Staatsschauspiel Dresden das Projekt NU KIOSK vor, das als mobiles Begegnungsprojekt für drei Jahre in verschieden Stadtteilen unterwegs sein wird. Durch die Kulturarbeit vor Ort im Quartier will NU KIOSK Menschen erreichen, die selbst nicht zu den großen Kulturinstitutionen kommen. Nach Gorbitz kommt das Projekt nun in die Johannstadt. Mit einem eigens für das Projekt angefertigten Anhänger, der als mobiles Café unterwegs sein kann, war NU KIOSK schon zur Kennenlerntour auf dem Bönischplatz und beim Opferfest im Johanngarten. Im September wird der NU KIOSK ausgiebig im Stadtteil unterwegs sein, Ende September soll es eine kleine Vernissage dazu geben. Die konkreten Projekte werden aktuell noch geplant – erste Gedanken zum Stadtteil wurden bei einem Montagscafé im April gesammelt und mittels Graphic Recording festgehalten. Ein kurzer Film über das Projekt in Gorbitz gibt einen praktischen Einblick, was Stadtteilakteure gemeinsam mit Künstler:innen gestalten können.

Bunte Sketchnote mit handgezeichneten Texten, Symbolen und Illustrationen zu städtischen Themen wie Wohnen, Verkehr, Kultur und sozialem Zusammenhalt. Verschiedene Farben und Schriftarten strukturieren Bereiche, zeigen Wünsche, historische Vergleiche und dynamische Entwicklungen in einem Quartier.
Montagscafé am 20.4.2026 zur Johannstadt im Kleinen Haus | Staatsschauspiel Dresden. Foto: Josef Panda

Als dritter Tagesordnungspunkt standen die Beratung und Beschlussfassung über die Verwendung des Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt auf der Agenda, der in diesem Jahr letztmalig die Umsetzung von Projekten im Fördergebiet Nördliche Johannstadt mit 20.000 EUR fördert. 2026 wurden mit dem Fonds bisher drei Projekte gefördert, darunter das Opferfest am 29.5.2026 im Johanngarten und das Bönischplatzfest am 30.5.2026, die jeweils großen Zuspruch erlebten.

Zahlreiche Menschen feiern das Opferfest auf der Grünfläche im Johanngarten
Großer Zuspruch beim Opferfest im Johanngarten am 29.5.2026 (Foto: Matthias Kunert)
Zuschauer warten auf das Bühnenprogramm beim Bönischplatzfest
Zuschauer warten auf das Bühnenprogramm beim Bönischplatzfest am 30.5.2026 (Foto: Matthias Kunert)

Nach der Berichterstattung über den Umsetzungs- und Abrechnungsstand der Projekte stellten Meike Weid vom Johannstädter Kulturtreff, Alexander Kuschel vom TSA Bildung und Soziales gGmbH und Philip Brehmer von der Ballroom Culture gUG drei neue Projektanträge vor. Für alle drei Projekte wurde eine Förderung beschlossen:

Screenshot von Andrea Schuberts Social-Media-Kanal: Mit einem Comic illustrierter Aufruf zur Mitarbeit am Stadtteilmagazin Zeile.


Nach einer kurzen Pause folgte als vierter Tagesordnungspunkt die Beratung und Beschlüsse zur Verwendung des Stadtteilfonds Johannstadt. Dabei wurden zunächst Änderungen der Richtlinie zum Stadtteilfonds beschlossen, mit denen analog zur Stadtbezirksförderrichtlinie zukünftig unter anderem eine einfachere Abrechnung von Projekten mit weniger als 5.000 Euro Gesamtkosten ermöglicht werden soll.

Es folgte ein Überblick über den Umsetzungs- und Abrechnungsstand der bereits beschlossenen Projekte. Herr Kunert berichtete über den Fortschritt beim Umbau der Stadtteilinternetplattform johannstadt.de sowie über die in Arbeit befindliche Realisierung des Stadtteilmagazins ZEILE 9, die im September erscheinen soll.

Anschließend wurde für folgendes neue Projekt eine Förderung aus Spendenmitteln beschlossen:


Abschließend wurde nochmals auf die vom Stadtbezirksbeirat Altstadt bereitgestellten 14.574 EUR für den Stadtteilfonds Johannstadt 2026 hingewiesen und um Unterstützung bei der Bekanntmachung der Fördermöglichkeiten gebeten.


Im fünften Tagesordnungspunkt stand der aktuelle Vorbereitungsstand der Wahlen des Stadtteilbeirats auf der Agenda. Mit Unterstützung des Quartiersmanagements und in Kooperation mit der 101. Oberschule “Johannes Gutenberg”, dem “Johannstadt Quartier e.V.” und dem “Johannstädter Kulturtreff e.V.” reichte der Stadtteilverein im April einen Förderantrag für das Projekt “Schüler machen Wahlen” beim Bundesprogramm “Demokratie leben!” ein. Das Bündnis der Partnerschaft für Demokratie hat das Projekt inzwischen zur Förderung empfohlen. Juliana Dressel-Zagatowski berichtet, dass die Schüler:innen sich bereits im vorbereitenden Unterricht mit den Unterschieden zwischen Stadtteilbeirat und Stadtrat auseinandersetzen und erste Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit einbringen. Am 8. November soll die Wahl erstmals parallel in zwei Wahllokalen in der Johannstadthalle und im Stadtteilhaus stattfinden. Zuvor soll auch in diesem Jahr eine Briefwahl ermöglicht werden. Insbesondere für die Ansprache potenzieller Kandidat:innen und die Bekanntmachung der Wahl sind alle Interessierten zur Unterstützung aufgerufen.


Als sechster Tagesordnungspunkt folgten aktuelle Informationen aus dem Stadtteil. Die Beiratsmitglieder werden zur feierlichen Eröffnung des neuen Stadtteilhauses am 12.06.2026 eingeladen. Frau Ostermeyer berichtet über den bevorstehenden Beginn des Bauvorhabens auf der Blumenstraße, der bis Juni 2027 abgeschlossen werden soll. Dabei sind leider einige weitere Baumfällungen auf der Grundstücksgrenze unvermeidbar. Im Gegenzug werden allerdings 22 neue Bäume gepflanzt. Frau Dressel-Zagatowski stellt ein Projekt vor, das aus dem Stadtteilbeirat entstanden ist: In Kooperation mit Tatjana Nagel wird an der 101. Oberschule eine Schulimkerei gegründet, von der bereits ein erstes Mal Honig geschleudert wurde.

Die 11. Sitzung des Dritten Stadtteilbeirats am 26.08.2026 findet in der Bibliothek Johannstadt statt. Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

>> Sitzungsunterlagen und Beschlüsse (Download PDF 2,0 MB)
>> Präsentation des Amts für Stadtplanung und Mobilität zu TOP 1 (Download PDF)
>> Protokoll zur Sitzung (folgt nach Fertigstellung und Freigabe durch die Beiratsmitglieder)

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Fußnoten:

  1. Der Stadtteilverein Johannstadt e. V. ist Träger der Webseite www.johannstadt.de und wird der Einfachheit halber nur Stadtteilverein benannt. ↩︎
  2. Zugangsberechtige sind Mitarbeiter*innen des Stadtteilvereins, Redakteur*innen der Stadtteilredaktion sowie Dritte, die in der Dresdner Johannstadt gemeinwohlorientierte Veranstaltungen durchführen und/oder andere gemeinwohlorientierte Angebote vorhalten. ↩︎
  3. Bezieht sich auch auf Angebotsdarstellungen gemeinnütziger sowie gewerblicher Akteure, die in der Johannstadt aktiv bzw. niedergelassen sind. ↩︎
  4. Entsprechend den Angaben in Formularen bzw. Mitteilungen per E-Mail. ↩︎
  5. Entsprechend den Angaben in Formularen bzw. Mitteilungen per E-Mail. ↩︎

Stand: 06/2026