Von April 2024 bis Dezember 2025 hatten die Johannstädter am Sachsenplatz besondere Nachbarn. Asylbewerber aus verschiedenen Länder lebten hier in Containern (mobile Raumeinheiten) in der Hoffnung auf eine baldige eigene Wohnung und möglichst einem Arbeitsplatz. Verschiedene Akteure, auch aus der Johannstadt, kümmerten sich um die jungen Männer.
So waren sie zum Beispiel zu einem Kennenlerntreffen im Garten des Johannstädter Kulturtreffs eingeladen – wir berichteten. Auch materiell wurden die Bewohner im Sommer 2024 unterstützt durch die etwas freundlichere Gestaltung des Innenhofes, gefördert durch den Stadtteilbeirat. Als direkter Anwohner kann der Autor von keinerlei Unruhen oder sonstigen Belästigungen durch die jungen Männer berichten. Oft sah man sie zielstrebig mit leichtem Gpäck, später auch mit Fahrrädern einem Ziel zustreben.
Trotz intensiver Bemühungen ist es der Stadtteilredaktion nicht gelungen, nähere Informationen zur Perspektive der ehemaligen Bewohner zu bekommen. Weder der Betreiber (afropa e. V.) noch der für die Wohnanlage zuständige Ausländerrat waren bereit oder in der Lage, entsprechende Informationen herauszugeben.
Geringerer Bedarf an Unterbringungsplätzen
Die Landeshauptstadt Dresden hat aktuell fünf dieser Containerbauten demontieren lassen, die seit Anfang 2024 als Notunterkünfte für Geflüchtete dienten. Grund für den Rückbau ist der deutlich geringere Bedarf an Unterbringungsplätzen in den vergangenen Monaten. Seit Oktober 2025 stehen die Container leer, die in Dresden bis zu 505 Menschen eine sichere Unterkunft boten. Nicht demontiert wurde jedoch der Standort Sachsenplatz.
Warum stehen die Container am Sachsenplatz immer noch da?
Die von der Stadtverwaltung beauftragte Firma STESAD hatte 2024
im Unterschied zu den fünf anderen Standorten die gebrauchten Container am Sachsenplatz gekauft. Der Preis war vergleichbar mit der Miete für zwei Jahre, so Geschäftsführer Axel Walther. Die städtische Gesellschaft Stesad betreut mehrere größere Bauvorhaben und kann die Container jetzt beispielsweise für Baustelleneinrichtungen nutzen.

Nachnutzung der Container
Geschäftsführer Walther hat aber noch eine andere Idee für die Nachnutzung: „Wir wollen mehrere Container der freien Kulturszene als Probenräume zur Verfügung stellen.“ Die Stesad sucht jetzt einen Kulturverein, der die Vermietung übernimmt. Bevor die Nachnutzung beginnen kann, werden aber auch geeignete Flächen im Stadtgebiet gesucht, an denen die Container aufgestellt werden können. Mitten in Wohngebieten sind Probenräume keine Option, im Umfeld von Gewerbegebieten schon eher.
Bis die Standortsuche und das Mietmanagement geklärt sind, bleiben die Container auf dem Sachsenplatz stehen, so Walther. „Wir denken, dass die Nachnutzung im Frühjahr 2026 beginnen kann“, sagt er und verweist auf die hohen Kosten, die anfallen, wenn die Container in Johannstadt jetzt abgebaut und eingelagert würden.
Und wie geht es mit dem Grundstück weiter?
Im weiteren Verlauf hat die Stadtverwaltung für den Standort am Sachsenplatz (Gelände der ehemaligen „Jägerkaserne“) die künftige Entwicklung von Wohnungsbauprojekten vorgesehen. Eine Konzeptausschreibung ist in Vorbereitung.
Quellen:
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