Bombenverdacht an der Carolabrücke: Auch Johannstadt könnte betroffen sein

eingestellt am 19.02.2026 von Nadine Kadic (Stadtteilredaktion), Headerbild: Möglicher Evakuierungsbereich Fliegerbombe Carolabrücke, Quelle: Landeshauptstadt Dresden

Beim Abriss der Carolabrücke im Jahr 2025 sind mehrere Bombenblindgänger gefunden worden. Deshalb wird das künftige Baufeld für den Wiederaufbau derzeit vorsorglich auf mögliche weitere Kampfmittel untersucht. Von einer möglichen Evakuierung wäre im Ernstfall auch die Johannstadt betroffen.

Sollte sich der Verdacht auf einen scharfen Bombenblindgänger bestätigen, könnte in der Zeit vom 9. bis 13. März 2026 eine Entschärfung mit großräumiger Evakuierung notwendig werden.

Verdachtspunkte an der Baustelle Carolabrücke entdeckt

Seit Oktober 2025 sondiert eine Fachfirma das Gelände rund um das Neustädter Ufer. Dabei wurden 31 sogenannte „Störstellen“ in zwei bis vier Metern Tiefe festgestellt. 29 dieser Punkte gelten nach Einschätzung der Experten als unkritisch. Zwei Verdachtsstellen müssen jedoch genauer untersucht werden, da hier möglicherweise Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegen.

Seit Montag, 16. Februar 2026, werden zunächst die unkritischen Stellen auf den Elbwiesen der Neustädter Seite geöffnet. Der Arbeitsbereich zwischen Elbe und Elberadweg ist abgesperrt, der Elberadweg sowie die Schifffahrt auf der Elbe sind jedoch weiterhin nutzbar. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Mitte März dauern. Wie schnell sie vorankommen, hängt unter anderem vom Wetter und vom Grundwasserstand ab.

Ab Montag, dem 9. März 2026, sollen – sofern alles planmäßig verläuft – die beiden besonders auffälligen Verdachtspunkte überprüft werden. Sollte sich dabei tatsächlich ein scharfer Bombenblindgänger bestätigen, könnte in der Zeit vom 9. bis 13. März 2026 eine Entschärfung mit großräumiger Evakuierung notwendig werden.

Evakuierungsradius betrifft auch Teile der Johannstadt

Im Falle einer Entschärfung würde ein Sicherheitsradius von 1.000 Metern um die Fundstelle am Neustädter Ufer eingerichtet. Nach aktuellen Schätzungen wären rund 18.000 Menschen betroffen.

Karte mit Carolabrücke in der Mitte und rotem Radius drumherum bis Güntzstraße
Möglicher Evakuierungsbereich Fliegerbombe Carolabrücke, Quelle: Landeshauptstadt Dresden

Auch die Johannstadt befindet sich innerhalb dieses möglichen Evakuierungsbereichs. Bereits im vergangenen Jahr war der Stadtteil zweimal betroffen, nachdem bei Bauarbeiten an der Carolabrücke Weltkriegsbomben entdeckt worden waren (wir berichteten: “Weltkriegsbombe an der Carolabrücke gefunden” (Januar 2025) und “Weltkriegsbombe gefunden – Evakuierung steht an” (August 2025)). Für viele Anwohnerinnen und Anwohner wäre es somit nicht die erste Evakuierung in kurzer Zeit.

In der Johannstadt umfasst die mögliche Evakuierungszone alle Bereiche westlich der Elisenstraße und der Marschnerstraße. Betroffen wären demnach auch Institutionen wie die Hochschule für Bildende Kunst, die Sparkasse am Güntzplatz, die Güntz-Apotheke und der Johannstädter Kulturtreff.

Stadt bittet um Vorbereitung

Die Landeshauptstadt Dresden informiert fortlaufend online unter www.dresden.de/bombe sowie über ihre Social-Media-Kanäle. Außerdem wurde eine Bürgerhotline unter 0351-4887666 eingerichtet (Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr, Freitag 9 bis 14 Uhr). Im Ernstfall würde zusätzlich über Warn-Apps wie NINA, das Modulare Warnsystem des Bundes sowie über regionale Medien informiert.

Die Stadt bittet alle Menschen im möglichen Evakuierungsgebiet – dazu zählt auch die Johannstadt –, sich vorsorglich auf die Woche ab dem 9. März 2026 einzustellen. Wer kann, sollte frühzeitig klären, ob er im Ernstfall bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann. Eine Evakuierung könnte im ungünstigsten Fall länger als 24 Stunden dauern. Für Personen ohne private Unterkunftsmöglichkeit wird eine Notunterkunft eingerichtet. Diese soll nach derzeitiger Planung in der Messe Dresden entstehen.

Zugleich weist die Stadt darauf hin, dass trotz geringer Wahrscheinlichkeit bereits während der laufenden Arbeiten Kampfmittel entdeckt werden könnten. In diesem Fall wäre auch schon vor dem 9. März 2026 kurzfristig eine Evakuierung möglich.

Quelle: Pressemitteilung der Landeshauptstadt Dresden vom 18. Februar 2026.

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