Kardamom, ein Café in der Johannstadt

eingestellt am 14.01.2026 von Nadine Kadic (Stadtteilredaktion), Headerbild: Café Kardamom | Foto: Nadine Kadic

Dieser Artikel ist in der Zeile 8 erschienen. 

Was braucht es mehr, als eine Freundin dir gegenüber und einen Kaffee in den Händen, frisch aufgegossen? Da ist es, das Sommergefühl. Nichts geht über einen richtig guten Kaffee, mit dem ich kurz innehalte und auf der Pfotenhauerstraße 67 das Treiben beobachten kann. Neben uns die Bushaltestelle Hertelstraße, an der immer wieder andere Menschen auf die Linie 62 warten. Sitzen, schauen, schlemmen. Ab und zu ein bekanntes Gesicht, das an uns vorbeigeht, kurz stehenbleibt und plaudert oder ebenfalls ins Café kommt. 

So ist es im Kardamom. Hier serviert Emad Daghestani verschiedene Kaffeespezialitäten zu orientalischem Gebäck, wie dem bekannten Baklava. Das Café hat er Anfang 2025 von einem Freund übernommen, nachdem er bereits zuvor hier gearbeitet hatte. Herr Daghestani wohnt nicht weit entfernt vom Café und seine drei Töchter besuchen Schulen in der Johannstadt. Ich habe ihn im persönlichen Gespräch gefragt, welches Gebäck er unserer ZEILE-Leserschaft besonders empfehlen kann. Es sind die „Vogelnester“ mit Pistazie.  

Das Kardamom befindet sich seit 2017 an der gleichen Stelle in der Johannstadt, war zwischendurch allerdings ein Jahr aufgrund von Corona geschlossen.  

Emad Daghestani bäckt die Spezialitäten in seinem Café selbst.  

Immer wieder kommen Menschen ins Café, die genau das zu schätzen wissen und sich Knafe, Mamoul, Baklava und anderes zum Mitnehmen kaufen. Auch herzhafte Gerichte bietet das Kardamom an. Fata, Foul, Hummus, Linsensuppe. Warum der Laden auch ein Paketshop ist? Herr Daghestani erklärt, wie er das Praktische mit dem Nützlichen verbindet: Wollen Menschen aus der Nachbarschaft ihr Päckchen bei ihm abholen, kommen sie in sein Café und lernen es kennen.  

Ein Tipp: In den späten Nachmittagsstunden eines Sommertages fällt der Schatten der Hauswände günstig, sodass man angenehm schattig auf den Holzbänken sitzen kann. Bei Schlechtwetter wechselt man nach drinnen. Im Innenraum habe ich schon zweimal mit einer Freundin Kaffee getrunken, mag aber das Draußensitzen lieber, weil man auf diese Art mehr Johannstadt erleben kann. Das Besondere am Kardamom ist nämlich meiner Meinung nach, dass wir uns hier nicht nur zu zweit auf einen Kardamom-Kaffee treffen. Hier kommt nahezu immer jemand vorbei, den man kennt. Dann treffen die Blicke einander zum Gruß. Erst neulich kam eine Bekannte vorbei, als ich meinen Kardamom-Kaffee mit meiner älteren Tochter in der Sonne sitzend genoss. Ich fragte: „Wo fährst du denn hin?“ Sie war unterwegs zum Konzert bei den Filmnächten. Und schon waren wir im Gespräch, zumindest so lange, bis ihr Bus kam und sie davontrug. 

So schließt sich der Kreis im Kardamom: Das Café ist wunderbar offline. Die geplanten Verabredungen mit Freunden und die spontanen Begegnungen mit Nachbarinnen und Nachbarn sorgen für schöne Momente. Beim Kaffeetrinken entschleunigt sich der hektische Alltag. Die Vogelnester versüßen uns die Zeit.  

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