„Komfortable Wohnhäuser mit Elbblick“

eingestellt am 02.12.2025 von Gerd Gottwald (Stadtteilredaktion), Headerbild: Käthe-Kollwitzufer 24 im November 2025 © Gerd Gottwald

Vor 100 Jahren wurde die Bebauung des Johannstädter Elbufers nach Osten hin erweitert

Mit der Neufassung des Bebauungsplanes für die Johannstadt im ausgehenden 19. Jahrhundert und dem Ortsgesetz für Johannstadt-Nord von 1898 konnte mit dem Umbau des Industriestandortes in einen lukrativen Wohnort begonnen werden. Im Fokus stand dabei insbesondere die Elbufergestaltung.

Bis um 1915 war die Bebauung des einstigen Hindenburgufers (heute Käthe-Kollwitz-Ufer) mit Wohnhäusern in „vornehmer Lage mit Elbblick“ bis zum Feldherrenplatz (heute Thomas-Müntzer-Platz) nahezu abgeschlossen. 

Entwurfszeichnung der Wohnbebauung Käthe-Kollwitz-Ufer 24 ff
Bearbeitete Ausschnittvergrößerung aus dem Werbeprospekt unten, von Gerd Gottwald

Nachdem im Jahre 1925 der Dresdner Architekt Arthur Fritzsche (1871–1943) und der Steinmetzmeister Valentin Sänger (1873–1934) Eigentümer angrenzender unbebauter Flächen am Hindenburgufer wurden, erfolgte der weitere Ausbau des Johannstädter Elbufers in Richtung Osten. Die Planungen zur Wohnanlage mit fünf Häusern, die jeweils über vier Etagen zuzüglich Erdgeschoss verfügten, lieferte Fritzsche selbst. Diese insgesamt 55 Wohneinheiten bestachen durch eine gehobene Ausstattung und wurden unter anderem von Ärzten, Künstlern, Beamten, Ingenieuren und Lehrern bewohnt. Die Bauausführung der Häuserzeile als schlichter Putzbau mit expressionistischen dreieckigen Erkern erfolgte durch das Bauunternehmen ›Fritzsche & Sänger‹.

Werbeprospekt aus den 1920er Jahren mit Turmhohhaus und Wohnhauszeile
Geschäftsempfehlung des Architekten Arthur Fritzsche mit Entwürfen zur Wohngruppe am Hindenburgufer und dem Projekt für ein Turmhaus © Kerstin Guckeland

Nach Fertigstellung des ersten Hauses Nummer 24 im Jahre 1926 etablierten Fritzsche und Sänger im Erdgeschoss ihre neuen Geschäftsräume. Im Jahre 1929 konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Heute steht die von Arthur Fritzsche geschaffene Wohnanlage Käthe-Kollwitz-Ufer 24–28 als baugeschichtlich bedeutsam unter Denkmalschutz. Zu Fritzsches weiterem architektonischen Erbe in der Johannstadt gehören das Eckhaus Heinrich-Beck-Straße 1/Blumenstraße 75b sowie das Wohnhaus Thomas-Müntzer-Platz 8.

Dass der Architekt dabei weitaus größere Ideen für die Stadt Dresden geplant hatte und was diese mit ›Himmelskratzern auf dem Altmarkt‹ zu tun haben, erfahren Sie in unserer neuen Publikation »in civitate nostra Dreseden«: Verborgenes aus dem Stadtarchiv, Zweites Buch, die im Januar 2025 erschienen ist. Die limitierte Auflage ist exklusiv nur über das Stadtarchiv Dresden erhältlich. Weitere Informationen zum Buchverkauf finden Sie unter: www.dresden.de/stadtarchiv


Quelle: Stadtarchiv Dresden, 18 Wissenschaftlich-Stadtgeschichtliche-Fachbibliothek, Nr. 78.41, S. 288. Der Text wurde erarbeitet von Carola Schauer.
Vielen Dank an die online – Redaktion von dresden.de und das Stadtarchiv für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Beitrages.

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