Vor 100 Jahren wurde die Bebauung des Johannstädter Elbufers nach Osten hin erweitert
Mit der Neufassung des Bebauungsplanes für die Johannstadt im ausgehenden 19. Jahrhundert und dem Ortsgesetz für Johannstadt-Nord von 1898 konnte mit dem Umbau des Industriestandortes in einen lukrativen Wohnort begonnen werden. Im Fokus stand dabei insbesondere die Elbufergestaltung.
Bis um 1915 war die Bebauung des einstigen Hindenburgufers (heute Käthe-Kollwitz-Ufer) mit Wohnhäusern in „vornehmer Lage mit Elbblick“ bis zum Feldherrenplatz (heute Thomas-Müntzer-Platz) nahezu abgeschlossen.

Nachdem im Jahre 1925 der Dresdner Architekt Arthur Fritzsche (1871–1943) und der Steinmetzmeister Valentin Sänger (1873–1934) Eigentümer angrenzender unbebauter Flächen am Hindenburgufer wurden, erfolgte der weitere Ausbau des Johannstädter Elbufers in Richtung Osten. Die Planungen zur Wohnanlage mit fünf Häusern, die jeweils über vier Etagen zuzüglich Erdgeschoss verfügten, lieferte Fritzsche selbst. Diese insgesamt 55 Wohneinheiten bestachen durch eine gehobene Ausstattung und wurden unter anderem von Ärzten, Künstlern, Beamten, Ingenieuren und Lehrern bewohnt. Die Bauausführung der Häuserzeile als schlichter Putzbau mit expressionistischen dreieckigen Erkern erfolgte durch das Bauunternehmen ›Fritzsche & Sänger‹.
Nach Fertigstellung des ersten Hauses Nummer 24 im Jahre 1926 etablierten Fritzsche und Sänger im Erdgeschoss ihre neuen Geschäftsräume. Im Jahre 1929 konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Heute steht die von Arthur Fritzsche geschaffene Wohnanlage Käthe-Kollwitz-Ufer 24–28 als baugeschichtlich bedeutsam unter Denkmalschutz. Zu Fritzsches weiterem architektonischen Erbe in der Johannstadt gehören das Eckhaus Heinrich-Beck-Straße 1/Blumenstraße 75b sowie das Wohnhaus Thomas-Müntzer-Platz 8.
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Quelle: Stadtarchiv Dresden, 18 Wissenschaftlich-Stadtgeschichtliche-Fachbibliothek, Nr. 78.41, S. 288. Der Text wurde erarbeitet von Carola Schauer.
Vielen Dank an die online – Redaktion von dresden.de und das Stadtarchiv für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Beitrages.
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