Dieser Artikel ist in der Zeile 8 erschienen. Autor: Jens Seidel
Seit vielen Jahren ist die Johannstadt eine Spiele-Hochburg. Wer kennt nicht noch die bekannte “Spielekneipe Triangel”, die lange Zeit in der Arnoldstraße ihren Sitz hatte und ein Geheimtipp war? Von Anfang an traf sich in dieser Kneipe auch der 2004 gegründete Dresdner Brettspielverein zum wöchentlichen Spieletreff.
Schon damals stand der Treff allen Interessierten offen, auch wenn die Besucherzahl noch nicht so groß war. Leider schloss die Triangel im Jahr 2017. Der Spieleverein, mittlerweile in Brettspielhelden Dresden umbenannt, existiert jedoch nach wie vor und erfreut sich steigender Beliebtheit.
„Spielen verbindet, Spielen macht Spaß.“
Unter diesem Motto organisieren die Brettspielhelden den Spieletreff und alle sind eingeladen, kostenfrei und unverbindlich dazuzustoßen und das Hobby Brettspiel für sich zu entdecken. Ob allein oder mit Freunden, es findet jeder Anschluss. Altersmäßig sind die Treffs, die mittlerweile zweimal die Woche, montags und freitags stattfinden, bunt durchmischt. Hier finden sich Jung und Alt an Tischen zusammen, um gemeinsam zu spielen.

Über die wöchentlichen Spieletreffs hinaus ist der Verein auch bei zahlreichen Veranstaltungen anzutreffen, wie beim Elbefest am Fährgarten Johannstadt oder beim Inselsommer in Laubegast. Einen Großteil des Jahres lang findet alle zwei Wochen sonntags ein Familienspielenachmittag statt. Ebenfalls organisieren die Brettspielhelden seit über 20 Jahren das bekannte Spielefest „Dresden spielt!“, bei dem ein ganzes Wochenende lang mit vielen hunderten Gästen gespielt wird.
Gespielt wird alles – von kurzen Party- oder Kartenspielen bis hin zu mehrstündigen Strategiespielen. Das vor Ort vorrätige Spieleangebot ist reichhaltig, und sicher ist vor allem eins: Niemand wird je alle dieser Spiele gespielt haben! Die Brettspielhelden beraten aber gern zur Auswahl und oft findet sich ein Kundiger, der ein Spiel für die anderen erklärt.
Veränderung der Spielewelt
Wer zuletzt vor langer Zeit gespielt hat, wird die heutige Spielewelt nicht wiedererkennen. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen Spiele Kindern vorbehalten waren oder die Spielerinnen und Schüler monoton und langweilig nur würfelten, um Figuren vorzusetzen. Die Brettspielhelden setzen alles daran, dieses Klischee über Spiele aus der Welt zu räumen. Sie wollen mehr Spaß in das Leben aller bringen.


In der Spielewelt können Menschen sowohl kürzere als auch komplexere Spiele entdecken. Zu den kürzeren Spielen zählen beispielsweise „Top 10“, „Just One“, „Love Letter“ und „Dobble“ oder die mit Preisen ausgezeichneten Spiele „Codenames“, „Zug um Zug“, „Kingdom Builder“, „Wizard“ oder „Mischwald“. Oder die Spielerinnen und Spieler entscheiden sich für komplexere Spiele wie „Flügelschlag“, „Stone Age“ oder „Civolution“. Auch sogenannte Social Deduction-Spiele, von denen das Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ ein sehr bekanntes Beispiel ist, werden gespielt. Insbesondere von „Blood on the Clocktower“ gibt es nahezu wöchentlich mehrere Runden, bei denen es darum geht, durch kluge Schlussfolgerungen zu ermitteln, wer gut und wer böse ist. Dabei kann es einige Verwindungen im Hirn geben!
Gemeinschaft und Wachstum
Nicht erst einmal haben sich lange Freundschaften aus den Treffs entwickelt. Sogar einige Ehen fanden hier ihren Anfang. Es ist auch nicht verwunderlich, dass sich die Anzahl der Spielerinnen und Spieler im Laufe der Zeit stark vergrößert hat. Während im Triangel manchmal nur fünf bis zehn Gäste spielten, geht die Tendenz mittlerweile zu 50 Spielerinnen und Spielern pro Treff. In der kälteren Jahreszeit sind es auch schon mal weit über 70.
Aktuell verfügt der Verein über mehr als 1700 Brettspiele, die für jeden zur Verfügung stehen, der möchte. Was antreibt, sind das gemeinsame Interesse am Spielen, die Suche nach Herausforderungen, das Kennenlernen neuer Leute oder einfach nur der Spaß am Spiel. Oft bleibt es nicht bei einem Spiel.
Umzug nach Striesen
Nach dem Aus der Triangel blieb der Verein der Johannstadt lange treu und wechselte zunächst in das Vereinshaus „Aktives Leben“. Als auch dieses Ende 2023 zu klein wurde, folgte der Umzug in die JohannStadthalle. Bis zu 80 Leute fanden dort einen Platz, aber auch hier wurde es manchmal schon etwas eng.
Seit Sommer 2025 haben die Brettspielhelden nun ein neues Domizil gefunden: im Kultur- und Nachbarschaftszentrum Dresden-Striesen in der Schandauer Straße 64. Für den Verein bietet der Ort viel Platz und es wird auf die Wünsche der Gäste eingegangen. Ihren Zeiten montags und freitags ab 18:30 Uhr (auch an Feiertagen) sind die Brettspielhelden treu geblieben und auch die Familienspieletreffs finden wieder wie gewohnt statt.
Von Jens Seidel, Stellvertretender Vorsitzender der Brettspielhelden Dresden e. V.
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