Die besten Plätze zum Brombeeren sammeln

eingestellt am 11.08.2025 von Nadine Kadic (Stadtteilredaktion), Headerbild: Brombeeren auf den Elbwiesen | Foto: Nadine Kadic

„Pflücke den Tag“ heißt die wörtliche Übersetzung von „Carpe diem“. Nichts lieber als das. Ich möchte den Tag pflücken, ich möchte Brombeeren pflücken. Der Gedanke kam mir spontan letztes Wochenende, denn wie ich so auf dem Balkon saß, dachte ich bei mir, es müsse doch im August Brombeeren in unserem Viertel geben. Warum sollte ich im Hochsommer Brombeeren im Supermarkt kaufen, wo die kleinen süßen oder sauren Früchte den Geldbeutel nur unnötig strapazieren?

Ist euch einmal aufgefallen, welch witzig aussehende Früchte Beeren eigentlich sind? Das denke ich mir, als ich vor einem Zweig voller Brombeeren in der Johannstadt stehe. Zum Teil sind sie noch rot gefärbt, zum Teil aber schon saftig violett-schwarz. Kleine Kügelchen bilden zusammen einen Ball, eine fertige Frucht, bereit zum Pflücken.

Brombeeren schenkt uns die Natur. Und das Schöne ist: Man kann sie relativ leicht einfrieren, und dann habe ich auch Früchte – so kam es mir weiter in den Sinn – wenn wir beim Martinsbasar im November ein Glas selbst gemachte Marmelade für den Verkaufsstand in der Waldorfschule abgeben sollen. Die letzten vier Jahre überraschte uns dieser Wunsch der Schule und wir mussten auf Quitten zurückgreifen. Dieses Jahr könnten wir Brombeermarmelade beisteuern.

Gedacht, gepflückt?

Nur wo pflückt man Brombeeren in der Johannstadt?

Ich fragte in meiner Nachbarschaft nach, wo ich in der Johannstadt am besten Brombeeren sammeln kann. Selbst hatte ich sie bereits auf der Lili-Elbe-Straße entdeckt, wo ich in diesen jetzt wieder wärmeren Tagen gern den Nachmittag verbringe, allerdings wuchern vor Ort nur wenige Zweige in die Straße hinein, und über den Zaun darf ich laut der Beschilderung nicht klettern. Andererseits kann ich ehrlicherweise auch nicht über den Zaun klettern. Aber das ist eine andere Geschichte.

Brombeerstrauch an einer Straße
Brombeeren an der Lili-Elbe-Straße | Foto: Nadine Kadic

Der Tipp einer Nachbarin traf letztlich ins Schwarze: nämlich auf violett-schwarze Brombeeren, direkt auf den Elbwiesen. Hinter dem Restaurant Johann, also neben dem Fußballfeld, erstrecken sich die dornigen Sträucher einmal rings um den Sportplatz herum, mit Volleyball- und Basketballfeldern sowie den Tischtennisplatten. Von da aus finde ich noch weitere Sträucher, die gut gefüllt sind, weiter Richtung Albertbrücke.

Ernte und Verarbeitung

Dreimal bin ich in dieser Woche losgezogen, um die Beeren zu pflücken. Einige habe ich direkt in Muffins verarbeitet, andere wurden in Pfannkuchen verbraten, und der Großteil lagert in unserem Gefrierfach. Kleiner Haushalts-Tipp: Ihr wascht die Brombeeren und legt sie dann auf einem Geschirrhandtuch aus. Lasst sie trocknen, bevor ihr sie in Gefrierbeutel einfriert. Auf diese Weise frieren sie weniger aneinander. Wir wollen ja später keine Klumpen aus dem Frost nehmen, sondern einzelne süße, kleine Brombeeren.

Brombeeren auf einem Tuch
Brombeeren trocknen | Foto: Nadine Kadic

In guter Gesellschaft

Übrigens bin ich mit dem Brombeeren-Sammeln in guter Gesellschaft. Zum einen begleitet mich gern meine jüngere Tochter, die schon zwischendurch Beeren in den Mund wandern lässt, zum anderen traf ich auf den Elbwiesen einen älteren Mann, der eine sehr große Tupperdose mit Brombeeren füllte. Auf der Lili-Elbe-Straße wiederum kam eine Frau vorbei, die anmerkte, das Pflücken sei sicher ganz schön mühsam. Was richtig ist, denn Brombeeren hängen an Sträuchern mit spitzen Dornen, und mit Schnittwunden ist daher zu rechnen. Nur wenige Meter weiter blieb die Frau aber selbst stehen, pflückte ein paar Brombeeren und ließ sie direkt in ihren Mund wandern.

Habt ihr noch weitere Tipps, wo man in der Johannstadt gut Brombeeren pflücken kann? Dann schreibt sie direkt hier in die Kommentare!