Ausstellungseröffnung: „Im Gedenken der Kinder“ am 29. April

eingestellt am 26.04.2025 von Bertil Kalex (Stadtteilverein), Headerbild: Aufnahme vom Innenhof mit Blick auf die neue Kinderklinik (Bildmitte, im Hintergrund). Foto: Bertil Kalex

Am Dienstag, 29. April, wird 16 Uhr in der Dreikönigskirche – Haus der Kirche, Hauptstraße 23, die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder: Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit“ eröffnet. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch eröffnet diese mit einem Grußwort.

Danach stellt Prof. Fred Zepp (Mainz) das Thema der Ausstellung sowie seinen Platz in der heutigen Erinnerungskultur in einem Vortrag unter dem Titel „Verantwortung und Gedenken: Die Aufarbeitung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin zur Kinderheilkunde im Nationalsozialismus“ vor. Anschließend spricht Prof. Thomas Beddies (Berlin) zum Thema „Kinder ‚dienten‘ der Wissenschaft. Minderjährige als Opfer von Menschenversuchen und Krankenmorden im Nationalsozialismus“.

Eine historische Postkarte in Schwarz-Weiß von der Kinderklinik im Krankenhaus Johannstadt.
Die Postkarte (Scan) zeigt die Südseite des Behandlungshauses der Kinderklinik mit den terrassenförmig abgestuften Etagen.
Quelle: Institut für Geschichte der Medizin
der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden

Die Ausstellung des Instituts für Geschichte der Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden beleuchtet die sogenannte „Kinder-Euthanasie“ im Dritten Reich und ist bis zum 3. Juli zu sehen.
Basierend auf der im Nationalsozialismus weit verbreiteten Rassenideologie wurden während der NS-Zeit auch an jungen Menschen medizinische Verbrechen begangen: In „Kinderfachabteilungen“, durch den Missbrauch in Experimenten, durch die sogenannte „Hungerkost“ in Heimen oder auch durch die Gasmordaktion „T4“ wurden Kinder und Jugendliche gefoltert und ermordet. Mit dieser Ausstellung wird das Thema der sogenannten „Kinder-Euthanasie“ ins Bewusstsein der Dresdner Öffentlichkeit geholt. Die Ausstellung vermittelt allgemeine Informationen zur Bedeutung von Eugenik, zeigt aber auch konkrete Orte, an denen Kinder missbräuchlich erforscht oder getötet wurden. Zudem zeigt sie Einzelschicksale behinderter Kinder während der NS-Zeit. Ergänzend setzt sie sich mit der Rolle der Kinderklinik des Universitätsklinikums in der NS-Zeit auseinander.

Historische Aufnahme. Zwei Krankenschwestern baden ein Kleinkind.
Schwesternschülerinnen der NS-Schwesternschaft, die im Nachbargebäude der Kinderklinik seit 1934 in ihrem „Reichs-Mutterhaus“ ausgebildet wurden. Hier üben sie mit einer Puppe das richtige Baden von Säuglingen. Quelle: Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm sind unter der Seite “Im Gedenken der Kinder” zu finden.
Die Ausstellung in der Dreikönigskirche ist Teil des Programms „Gedenkjahr 2025 – Zukunft durch Erinnern“, das in Dresden die Vielseitigkeit der NS-Zeit, des Zweiten Weltkrieges und des Neuanfangs nach 1945 tiefergehend beleuchtet.

Ein Bild, das draußen, Pflanze, Baum, Bronzeskulptur enthält.
Bronzeskulptur “Mutter und Kind” von Reinhard Dietrich, 1965 im kleinen Park vor der Kinderklinik. Foto: Bertil Kalex

Weitere Informationen:

Gedenkjahr Dresden 1945 | Landeshauptstadt Dresden
Flyer zur Ausstellung mit dem Rahmenprogramm

Die Ausstellung in der Dreikönigskirche ist Teil einer Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die das Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden nach Dresden geholt hat und zeigt sowie um lokale Aspekte ergänzt hat.

Quellen: Pressemitteilung Landeshauptstadt Dresden, Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und eigene Recherche

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