Interessenvertretungen

11. Sitzung Dritter Stadtteilbeirat

Am Mittwoch, dem 26. August 2026, kam der Stadtteilbeirat Johannstadt zur elften Sitzung der dritten Mandatsperiode in der Bibliothek Johannstadt auf der Fetscherstraße zusammen. Anwesend waren 14 Beiratsmitglieder, fünf Vertreter*innen des Stadtteilvereins und sechs Gäste. Die Leitung der Sitzung übernahmen Jan Ackermann vom Projekt „Stadtteilfonds und Stadtteilbeirat“ und Matthias Kunert vom Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt, die abwechselnd auch Protokoll führten.

Im ersten Tagesordnungspunkt stellten Frau Glock und Frau Koch das Projekt „Gemeinsam Johannstadt gestalten“ des Stadtteilvereins Johannstadt e.V. vor, das seit August 2026 vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Ziel des Projektes ist es, benachteiligte Personen wie Langzeitarbeitslose, Senior*innen oder Migrant*innen durch eine stärkere Einbindung in die Stadtteilarbeit zu befähigen, die eigene Lebensqualität zu verbessern, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft zu erfahren. Konkret beinhaltet das Vorhaben zwei Säulen: (1) Die Aufnahme und Umsetzung von Anliegen der benachteiligten Zielgruppen sowie (2) ihre stärkere Einbindung in die Arbeit der Stadtteilredaktion mit der Internetplattform Johannstadt.de und dem Stadtteilmagazin ZEILE. Hierfür werden einerseits Menschen im öffentlichen Raum angesprochen und Informationsstände durchgeführt und andererseits Angebote aufgesucht, die von den Zielgruppen ohnehin bereits wahrgenommen werden. Im Projekt sind mehrere offene Formate geplant, die niedrigschwellig ohne Anmeldung zugänglich sind, aber auch geschlossene Formate, die einer Anmeldung bedürfen und mehrere Termine mit dem selben Personenkreis beinhalten. Als offene Formate werden neben den Infoständen Stadtteil-Mitmach-Cafés und Redaktions-Cafés angeboten, als geschlossene Formate finden eine Schreibwerkstatt, eine Fotorallye und Interview-/Social-Media-Workshops sowie Einzelsprechstunden statt. Ein erster Infostand wurde bereits durchgeführt, bei dem mehrere Kontakte und Anliegen aufgenommen wurden. Das Projekt soll in enger Kooperation mit dem Stadtteilbeirat umgesetzt werden, weshalb Frau Glock und Frau Koch zum Ende der Präsentation noch einige Fragen formulierten, wie die Zusammenarbeit produktiv gestaltet werden kann.

Ablauf "Gemeinsam Johannstadt gestalten"
Ablauf „Gemeinsam Johannstadt gestalten“ (Grafik: Jasmin Glock)

Im zweiten Tagesordnungspunkt stellte Frau Schmidt vom Stadtteilverein Johannstadt die Ergebnisse der Feedbackumfrage zum Johannständer Advent 2025 vor. Frau Schmidt hat bereits zweimal den Johannstädter Advent koordiniert. Das Konzept ist ein lebendiger Mitmachadvent mit 24 Türchen, wobei jedes Türchen eine von Privatpersonen oder Institutionen organisierte Veranstaltung darstellt. Sie beschreibt die Koordination als komplexe Aufgabe mit vielen Beteiligten, die zu einer Zeit starten muss, in der die meisten Menschen noch nicht an die Weihnachtszeit denken. Die Auswertung des Feedbacks aus dem Vorjahr ergab, dass die Verteilung der Werbung sehr aufwendig ist, gleichzeitig aber die Eigenwerbung der Veranstaltenden für die Bekanntmachung der Angebote eine wichtige Rolle spielt. Veranstaltungen, die es bereits in den Vorjahren gab, konnten 2025 eine höhere Beteiligung verzeichnen als 2024. Insgesamt wurden recht unterschiedliche Zielgruppen erreicht, wobei junge Erwachsene, Menschen mit Migrationshintergrund und die konkrete Nachbarschaft in Zukunft noch stärker angesprochen werden sollten. Die Veranstaltenden zeigten insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit der Beteiligung am Advent und seiner Organisation und haben die Bekanntmachung der eigenen Veranstaltungen aktiv unterstützt.

Bannerwerbung für das 19. Adventsfenster vor der Trinitatiskirche
Bannerwerbung für das 19. Adventsfenster vor der Trinitatiskirche
(Foto: Matthias Kunert)

Angeregt wurde, den offenen, partizipativen Charakter des Kalenders noch besser zu kommunizieren und ihn insgesamt bekannter zu machen. Weitere Ideen waren die Einrichtung einer Adventssprechstunde, eine effektivere Social-Media-Strategie oder auch eine gemeinsame Planungsrunde sowie die bessere Vermittlung und Koordination verfügbarer Räume. Frau Schmidt weist daraufhin, dass die neue Rubrik „Aktiv werden“ auf johannstadt.de auch eine Übersicht von im Stadtteil nutzbaren Räumen und deren Konditionen enthält, auf die zukünftig verwiesen werden kann. Zuletzt meldeten die Veranstaltenden noch zurück, dass es leicht zugänglicher Fördermittel bedarf, um Geld für Material und Raummieten beantragen zu können. Dies ist auf die 2025 bestehende Förderlücke beim Stadtteilfonds Johannstadt zurückzuführen, die insbesondere Veranstalter in Johannstadt Süd vor finanzielle Herausforderungen stellte. Mit der Neuauflage des Stadtteilfonds 2026 und den hohen noch verfügbaren Restmitteln besteht dieses Problem in diesem Jahr nicht.

Als dritter Tagesordnungspunkt standen die Beratung und Beschlussfassung über die Verwendung des Verfügungsfonds Nördliche Johannstadt auf der Agenda, der in diesem Jahr letztmalig die Umsetzung von Projekten im Fördergebiet Nördliche Johannstadt mit 20.000 EUR fördert. 2026 wurden mit dem Fonds bisher sechs Projekte gefördert, darunter eine Urban Art Action als Abschied von der Elisenstraße 35 sowie die Verankerung der Stadtteilgeschichte im Stadtteilhaus und ein Offener Proberaum Johannstadt im Stadtteilhaus, der Kindern und Jugendlichen jungen Menschen bis 25 Jahre kostenlos und Erwachsenen ab 26 Jahren gegen kleine Nutzungsgebühr zur Verfügung steht. Herr Kunert informierte über den Abrechnungs- und Umsetzungsstand dieser Projekte.

Anschließend stellten Frau von Verschuer vom Ausländerrat Dresden, Frau Weid vom Johannstädter Kulturtreff und Frau Voigt-Baranyai vom Malwina e.V. drei neue Projektanträge vor, die allesamt zur Förderung beschlossen wurden:

Als vierter Tagesordnungspunkt folgte die Beratung und Beschlüsse zur Verwendung des Stadtteilfonds Johannstadt. Herr Ackermann gab einen Überblick über den Umsetzungs- und Abrechnungsstand der bereits beschlossenen Projekte, darunter ein DJ für das Sommerfest Pöppelmannstraße 1-3-5 sowie ein Street-Soccer-Turnier am Trini.

Das Vorbereitungsteam des Sommerfestes Pöppelmannstraße 1-3-5
Das Vorbereitungsteam des Sommerfestes Pöppelmannstraße 1-3-5 (Foto: Gudrun Lange)

Im Anschluss wurden sechs neue Projektanträge vorgestellt, von denen fünf zur Förderung beschlossen wurden:

Im fünften Tagesordnungspunkt stand der aktuelle Vorbereitungsstand der Wahlen des Stadtteilbeirats auf der Agenda. Diese sollen am 8. November erstmals parallel in zwei Wahllokalen in der Johannstadthalle (für Johannstadt-Süd) und im Stadtteilhaus (für Johannstadt-Nord) stattfinden. Zuvor soll auch in diesem Jahr eine Briefwahl ermöglicht werden. Im Rahmen des vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geförderten Projektes „Schüler machen Wahlen“ wird die Organisation gemeinsam mit Schüler*innen der 101. Oberschule umgesetzt. Als nächster Schritt sollen die Wahlen und die Möglichkeiten zur Mitwirkung im Beirat und zur Stimmabgabe bei möglichst vielen Akteuren im Stadtteil bekannt gemacht werden, die Internetseite, Flyer und Plakate vorbereitet und mit der Pressearbeit begonnen werden. Das Haupziel ist neben der allgemeinen Generierung von Aufmerksamkeit für die Wahlen die Gewinnung von Kandidat*innen. Frau Dressel-Zagatowski ergänzte, dass die Schüler*innen sich bereits intensiv Gedanken gemacht und beispielsweise eine Interviewanfrage erarbeitet haben, mit der sie auf zukünftige Bewerber*innen zugehen möchten. In Kooperation mit dem Jugendzentrum Jugendkirche sollen die Wahlen filmisch begleitet werden. Auf Herrn Kunerts Nachfrage in die Runde, wer von den aktuellen Mitgliedern des Stadtteilbeirats sich auch für die nächste Mandatsperiode zur Wahl stellen würde, kam von fast allen Anwesenden eine positive Rückmeldung. Zuletzt stellte Herr Kunert einen Beschlussvorschlag zur Änderung der Geschäftsordnung des Stadtteilbeirats vor, der kleinere Korrekturen und Ergänzungen beinhaltet, die u.a. für die Umsetzung der Wahlen erforderlich sind. Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen. Nachdem auch der Vorstand des Stadtteilvereins den Änderungen zugestimmt hat, trat die neue Geschäftsordnung des Stadtteilbeirats am 2.9.2026 in Kraft.

Zeitplan zur Organisation und Umsetzung der Wahlen des Stadtteilbeirats
Zeitplan zur Organisation und Umsetzung der Wahlen des Stadtteilbeirats (Grafik: Matthias Kunert)

Als sechster Tagesordnungspunkt folgten aktuelle Informationen aus dem Stadtteil. Frau Schubert berichtete von den Bemühungen des Stadtteilvereins Johannstadt, den Stadteilfonds auch für 2027 zu verstetigen. Der Stadtteilbeirat soll in jedem Fall fortbestehen, aber nach Möglichkeit nicht nur über die Förderung der Eigenprojekte des Stadtteilvereins aus Spendenmitteln entscheiden können. Um auch 2027 wieder vielfältige Projekte im Stadtteil fördern zu können, ist die erneute Beantragung von Fördermitteln des Stadtbezirks Altstadt geplant. Wie die Finanzierung der erforderlichen Personal- und Sachkosten für das Projekt ermöglicht werden kann, ist derzeit noch unklar. Darüber hinaus warb sie nochmals um Unterstützung bei der Gewinnung von Anzeigekunden für das in Fertigstellung befindliche Stadtteilmagazin ZEILE 9. Außerdem fasste sie den Planungsstand für einen neuen Stadtteilkalender für 2027 zusammen, zu dem nach Abstimmung zwischen Kulturtreff und Stadtteilverein ein Antrag auf Förderung aus dem Stadtteilfonds Johannstadt voraussichtlich im Umlaufverfahren eingebracht werden soll. Wenn hier die Förderung beschlossen wird, sollen alle Johannstädter Akteure eingeladen werden, sich in die Gestaltung einzubringen.

Herr Kunert informierte, dass das Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt zum Ende des Jahres bis auf wenige Restleistungen 2027 endet. Vor diesem Hintergrund wird auch der Newsletter deshalb zukünftig vom Stadtteilverein übernommen. Interessierte können sich seit dem Relaunch der Plattform bereits neu für den Newsletter anmelden. Außerdem berichtete Frau Dressel-Zagatowski vom schwierigen Schulstart der 101. Oberschule nach den Sommerferien. Herr Funke gab bekannt, dass der Evangelischen Jugend Dresden das ESF-Projekt „Vielfältige Begegnungen auf dem Trinitatisfriedhof“ bewilligt wurde. Darüber hinaus informierten mehrere Beiratsmitglieder über aktuelle Projekte und anstehende Veranstaltungen.

Die 12. Sitzung des Dritten Stadtteilbeirats am 28.10.2026 findet im Berufschulzentrum „Gustav Anton Zeuner“ statt. Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

>> Sitzungsunterlagen und Beschlüsse (Download PDF 2,0 MB)
>> Protokoll zur Sitzung (folgt nach Fertigstellung und Freigabe durch die Beiratsmitglieder)

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2. Einstellen und Veröffentlichen von Beiträgen nach Berechtigungsgruppen

  • Der Stadtteilverein teilt Zugangsberechtigte in Berechtigungsgruppen, Rollen genannt, ein.
    • Zugangsberechtigten, die für die Stadtteilredaktion und/oder im Auftrag des Stadtteilvereins redaktionelle Beiträge erstellen, wird die Rolle „Redakteur“ zugewiesen. Die Anfrage erfolgt über ein entsprechendes Formular dieser Webseite.
    • Zugangsberechtigten, die für sich selbst und/oder im Auftrag einer Einrichtung, eines Vereins oder sonstigen Organisation redaktionelle Beiträge verfassen, wird die Rolle „Autor“ zugewiesen. Die Anfrage erfolgt über ein entsprechendes Formular dieser Webseite.
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Fußnoten:

  1. Der Stadtteilverein Johannstadt e. V. ist Träger der Webseite www.johannstadt.de und wird der Einfachheit halber nur Stadtteilverein benannt. ↩︎
  2. Zugangsberechtige sind Mitarbeiter*innen des Stadtteilvereins, Redakteur*innen der Stadtteilredaktion sowie Dritte, die in der Dresdner Johannstadt gemeinwohlorientierte Veranstaltungen durchführen und/oder andere gemeinwohlorientierte Angebote vorhalten. ↩︎
  3. Bezieht sich auch auf Angebotsdarstellungen gemeinnütziger sowie gewerblicher Akteure, die in der Johannstadt aktiv bzw. niedergelassen sind. ↩︎
  4. Entsprechend den Angaben in Formularen bzw. Mitteilungen per E-Mail. ↩︎
  5. Entsprechend den Angaben in Formularen bzw. Mitteilungen per E-Mail. ↩︎

Stand: 06/2026